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Ministerpräsidentenkonferenz diskutiert Rahmenbedingungen für starken Pharma-Standort
„Der Beschlussvorschlag benennt genau die Stellschrauben, an denen die Bundesregierung jetzt drehen muss, um den Widerspruch zwischen industriepolitischem Anspruch und gesundheitspolitischer Realität aufzulösen." Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin "Die Arzneimittelversorgung ist eine strategische Infrastruktur und damit weit mehr als ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung. Die Pharmabranche ist eben auch Jobmotor, Innovator und Investor. Wer Arzneimittelversorgung primär als Kostenfaktor behandelt, riskiert Versorgungsengpässe, schwächt die industrielle Basis Deutschlands und untergräbt am Ende die Resilienz unseres Landes. Unsere Erwartung ist, dass die Bundesregierung die Pharmabranche endlich in die Erstellung der Pharmastrategie einbezieht und die klare Standortperspektive der Bundesländer darin berücksichtigt wird“, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. Der hessische Beschlussvorschlag betont die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für industrielle Wertschöpfung, Innovation, hochqualifizierte Arbeitsplätze und die Exportleistung Deutschlands. Zugleich stellt das Papier klar, dass eine sichere Arzneimittelversorgung ein wesentlicher Faktor für die Resilienz und wirtschaftliche Souveränität Deutschlands und Europas ist. Pharma Deutschland appelliert an Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung, die Impulse der Länder rasch aufzugreifen. „Der Beschlussvorschlag zeigt, wie eine moderne Pharmastrategie aussehen muss: Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort sichern, innovationsgerechte Preis- und Erstattungsmodelle etablieren, Versorgungssicherheit und Resilienz stärken und die industrielle Gesundheitswirtschaft als Rückgrat unseres Wohlstands ernst nehmen“, fasst Brakmann zusammen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Kurswechsel hin zu einer Politik, die Standortsicherung, Innovation und Patientenversorgung gemeinsam denkt."
25.06.2026 Beitrag
Ausschuss Pharmazeutische Entwicklung diskutiert EU Regulierung und ICH
Am 24. Juni 2026 trat der Ausschuss Pharmazeutische Entwicklung bei Pharma Deutschland in Bonn zusammen. Im Zentrum der Sitzung standen aktuelle regulatorische Entwicklungen sowie industriepolitische Fragestellungen mit direktem Bezug zur pharmazeutischen Entwicklung. Ein Schwerpunkt lag auf den Entwicklungen in europäischen Fachgremien: Das IPs-IWG Meeting vom 11. Juni 2026, an dem Pharma Deutschland teilnahm, setzte neue Impulse für regulatorische Fragestellungen. Frau Dr. Bicane berichtete aus dem Austausch. In der Annex II AESGP Task Force wurden Arbeiten zur Konkretisierung und Auslegung zentraler Anforderungen an den Dossieraufbau weiter vorangebracht. Darüber hinaus wurden aktuelle Entwicklungen im ICH-Kontext eingeordnet. Im Fokus standen die zunehmende Standardisierung regulatorischer Anforderungen die steigende Komplexität durch differenzierte Guideline-Strukturen der wachsende Bedarf an frühzeitiger industrieller Positionierung Die Diskussion verdeutlichte den engen Zusammenhang zwischen internationaler Harmonisierung und operativer Umsetzbarkeit in den Unternehmen. Die Kompetenzgruppen berichteten über ihre laufenden Aktivitäten und definierten die nächsten Arbeitsschritte. Die Sitzung unterstreicht die hohe Dynamik im regulatorischen Umfeld. Die Schnittstelle zwischen europäischer Gesetzgebung, internationaler Harmonisierung und praktischer Umsetzung bleibt ein zentrales strategisches Handlungsfeld der pharmazeutischen Entwicklung. Frau Dr. Bicane bedankt sich beim Ausschuss für die engagierte Diskussion und die wertvollen Impulse und freut sich auf die Fortsetzung des Austauschs in der nächsten Sitzung.
25.06.2026 Beitrag
PEI: Pharmakovigilanz von Impfstoffen 2024-2025
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat für die Jahre 2024 und 2025 insgesamt 6.193 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach Impfungen (ohne COVID‑19-Impfstoffe) ausgewertet. Die Daten stammen überwiegend aus der europäischen Nebenwirkungsdatenbank sowie aus nationalen Meldesystemen und dienen der kontinuierlichen Überwachung der Impfstoffsicherheit. Wichtig ist: Es handelt sich um Verdachtsmeldungen, nicht um bestätigte Nebenwirkungen. Ein gemeldetes Ereignis bedeutet daher nicht automatisch, dass ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung besteht. Die Anzahl der Meldungen hängt zudem stark von der Impfhäufigkeit und dem Meldeverhalten ab. Zentrale Ergebnisse Die Mehrzahl der gemeldeten Nebenwirkungen war nicht schwerwiegend (2024: 63,3% / 2025: 67,2%), während etwa ein Drittel (2024: 36,7% / 2025: 32,8%) als schwerwiegend eingestuft wurde. Dieses Verhältnis ist im Vergleich zu den Vorjahren 2022 und 2023 stabil geblieben. Insgesamt wurden 18.868 einzelne Reaktionen berichtet, da in einem Fall mehrere Symptome auftreten können. Die häufigsten gemeldeten Beschwerden entsprachen bekannten Impfreaktionen, darunter: Fieber Kopfschmerzen Hautreaktionen Müdigkeit und Schüttelfrost Schmerzen (z. B. an der Einstichstelle) Auch Meldungen zu Herpes zoster traten häufig auf, jedoch zeigen Analysen des PEI keinen gesicherten ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung, sondern lediglich einen zeitlichen Zusammenhang. Ereignisse von besonderem Interesse (AESI) Das PEI analysiert gezielt bestimmte medizinische Ereignisse, die potenziell relevant sein könnten. Bei Erwachsenen wurde am häufigsten Atemnot (Dyspnoe) berichtet. Bei Kindern standen (Fieber‑)Krampfanfälle im Vordergrund. Diese Ereignisse sind jedoch nicht impfstoffspezifisch und treten auch unabhängig von Impfungen in der Bevölkerung auf. Zudem gibt es keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe Epilepsie auslösen. Verlauf der gemeldeten Fälle Zum Zeitpunkt der Meldung waren: 44,6 % der Fälle vollständig abgeklungen oder gebessert 26,1 % noch nicht abgeklungen bei 25,2 % war der Ausgang unbekannt In 3,6 % der Meldungen wurde ein bleibender Schaden berichtet. Es gab zudem 41 gemeldete Todesfälle (0,5 %). Nach Bewertung des PEI konnte in keinem dieser Fälle ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung bestätigt werden, andere Ursachen waren wahrscheinlicher oder nicht ausreichend bewertbar. Die Auswertung der Verdachtsmeldungen zu COVID-19-Impfstoffen wird in einem separaten Bericht veröffentlicht werden. Gesamtbewertung Die Auswertung zeigt, dass die gemeldeten Nebenwirkungen überwiegend bekannten und erwartbaren Mustern entsprechen. Entscheidend ist das Fazit des PEI: Es wurden keine neuen Risikosignale für bislang unbekannte Nebenwirkungen identifiziert. Damit bestätigt sich, dass das Sicherheitsprofil der in Deutschland eingesetzten Impfstoffe stabil bleibt. Gleichzeitig unterstreichen die Daten die Bedeutung eines funktionierenden Meldesystems, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und transparent zu kommunizieren. Den Bericht findet man auf der Webseite des PEI .
25.06.2026 Beitrag
LONGEVITY – Medizin oder Mindset?
Die Macher von FIEGE zeigten ein gutes Gespür – für das Thema sowie für die interessante Mischung der Referenten. Im Einklang mit ihrem Motto Zukunft vernetzt. Wissen. Technologie. Fortschritt. 2026 sprach man mit der Frage „LONGEVITY – Medizin oder Mindset?" nicht nur ein Trendthema an, sondern mit den Impulsvorträgen wurden zudem unterschiedliche Betrachtungen, Einordnungen und tiefgehenden Gedanken eingebracht. Maik „Scholle" Scholkowsky, bekannt u. a. als Radiomoderator bei radio SAW schuf mit seiner charmant-heiteren und zugleich ernsthaften Moderation einen perfekten Rahmen. Den Impulsreigen startete Professor Dr. med. Tobias D. Gantner, MBA, LL. M., Geschäftsführer HealthCare Futurists GmbH und einer der prägenden Köpfe, wenn es um die Digitalisierung im Gesundheitswesen geht. Unter dem provokanten Titel „Schlauer als der Arzt erlaubt. Wie wir trotz Medizin richtig alt werden können“ gab er einen umfassenden Überblick, was von der Digitalisierung und dem Einsatz von KI in der Medizin zu erwarten sein dürfte. Er zog treffend historische Vergleiche und erläuterte die Herausforderungen, aber vor allem die Chancen, die sich durch ein Mehr an gesunden Lebensjahren ergäben. In einem zweiten Impuls, eingeleitet unter den Klängen von Queen`s „Who wants to live forever" verdeutlichte Lutz Boden, Geschäftsführer OTC-Markt beim Pharma Deutschland e.V., zunächst, was nicht Sinn und Zweck von Longevity sein kann, um dann aus der Versorgungsperspektive den Blick auf Prävention zu weiten. Er unterstrich die Bedeutung von Longevity im Sinne von Prävention als einen zentralen Baustein einer zukünftigen Gesundheitsversorgung, sowohl aus individueller als auch aus gesundheitsökonomischer, fiskalischer und volkswirtschaftlicher Sicht. Denn ein Zugewinn an gesunden Lebensjahren zahle auf alle diese Disziplinen ein. Das sei essenziell, wollten wir unseren Wohlstand in Verbindung mit sozialem Frieden erhalten. Er unterstrich die Relevanz von Bildung, wenn es um mehr Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung in der persönlichen Gesundheitsversorgung ginge, aber auch die der Qualität sowohl in Bezug auf die Produkte als auch in der dazugehörigen Beratung. Das gelte, wie im Bereich Gesundheitsversorgung insgesamt, auch beim Thema Longevity. Produkte mit pharmazeutischer Qualität und die heilberufliche Beratung, insbesondere aus der Apotheke, ergänzten sich hier im Sinne des Patientenwohls. Der Vortragstitel „Longevity – mit Qualität und Würde" versprach aber noch einen zweiten Aspekt. Und so ging Apotheker Lutz Boden zum Ende seiner Ausführungen auch auf die Würde ein, die ein gesundes Altern begleiten sollte, intrinsisch wie extrinsisch. Dabei sei der soziale Kontakt wesentlich, weshalb auch in Gesundheitsfragen die Ansprechbarkeit vor Ort, wie z.B. in einer Apotheke, wichtig sei. Sie nähme neben ihrer Lotsen- und Beratungsfunktion auch diese, gesellschaftlich nicht minderwichtige Rolle ein. Damit war eine Brücke gebaut zum dritten Programmpunkt. Pater Elias H. Füllenbach O.P., Diplom-Theologe, Seelsorger an St. Andreas in Düsseldorf ging in einem beeindruckenden Vortrag zwar als Mann der Kirche, aber grundsätzlich sozialwissenschaftlich der Frage „Ewiges Leben?" nach. Er appellierte abschließend, achtsam mit sich und den Mitmenschen umzugehen. Dann würde es was werden, mit einem glücklichen Leben. Mit den drei Impulsen schloss sich am Ende ein Kreis, denn ob Digitalisierung, Präparate oder Dienstleistungen, dies alles ist von Menschen geschaffen und soll den Menschen dienen, damit sie möglichst gesund alt werden können, vorzugsweise getragen von sozialer Teilhabe. In jedem Fall war damit genug Gesprächsstoff gegeben, um den gelungenen Abend gemeinsam mit den Gästen ausklingen zu lassen. Lutz Boden, Geschäftsführer OTC-Markt bei Pharma Deutschland, bei der Veranstaltung der FIEGE Logistik Stiftung & Co. KG in Berlin.
25.06.2026 Beitrag
Bayern, Biotech- und Pharmaindustrie in Deutschland fordern starke europäische Standortpolitik
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen, wachsender internationaler Konkurrenz und anhaltender Herausforderungen in globalen Lieferketten sehen die Unterzeichner dringenden Handlungsbedarf. Die pharmazeutische und biotechnologische Industrie ist nicht nur unverzichtbar für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, sondern auch ein zentraler Wachstumsmotor für Innovation, Beschäftigung und wirtschaftliche Stärke in Europa. Anlässlich dieser Veranstaltung betonte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach: „Gesundheitspolitik muss immer starker Teil einer umfassenden Industrie- und Standortpolitik sein. Denn Europa soll international attraktiv für Investitionsentscheidungen bleiben. In unserer gemeinsamen Erklärung benennen wir zentrale Punkte, um das zu erreichen.“ Die gemeinsame Erklärung benennt vier zentrale Handlungsfelder: Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft stärken Die Unterzeichner sprechen sich für einen verlässlichen Schutz geistigen Eigentums, innovationsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen sowie beschleunigte und digitalisierte Zulassungsverfahren aus. Ziel ist es, Forschung und Entwicklung in Europa zu fördern und neue Therapien schneller zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Versorgungssicherheit und strategische Autonomie ausbauen Um die Abhängigkeit von außereuropäischen Produktions- und Lieferketten zu reduzieren, sollen Investitionen in europäische Produktionskapazitäten gezielt gefördert werden. Darüber hinaus fordern die Beteiligten eine stärkere Berücksichtigung von Resilienzund Standortkriterien bei Vergabe- und Erstattungssystemen. Biotechnologie-Offensive vorantreiben Die Erklärung unterstreicht die strategische Bedeutung der Biotechnologie für Europas Zukunft. Verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für Wachstumsunternehmen, schnellere Genehmigungsverfahren und stärkere Forschungsnetzwerke sollen dazu beitragen, Europa als führenden Biotechnologiestandort zu positionieren. Nationale Standortpolitik stärken Die Unterzeichner betonen, dass ein wettbewerbsfähiger europäischer Pharma- und Biotechstandort starke nationale Rahmenbedingungen voraussetzt. Dazu gehören innovations- und produktionsfreundliche Erstattungsregelungen, Bürokratieabbau, Digitalisierung sowie langfristige Investitions- und Planungssicherheit. „Europa muss jetzt die richtigen Weichen stellen, um seine Rolle als globaler Innovations- und Produktionsstandort im Pharmabereich zu behaupten. Medizinischer Fortschritt, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit müssen gemeinsam gedacht werden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Mit ihrem Appell richten sich die Beteiligten an die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, den Rat der Europäischen Union sowie die Bundesregierung. Sie fordern eine ambitionierte Umsetzung des EU-Pharma-Pakets und des Critical Medicines Act sowie eine Überarbeitung der kommunalen Abwasserrichtlinie und des geplanten European Biotech Act. So kann Europas Gesundheitswirtschaft nachhaltig gestärkt werden. Der Pharma Summit Brüssel 2026 sendet damit ein klares Signal: Für Innovationsstärke, für eine sichere Arzneimittelversorgung und für einen wettbewerbsfähigen Pharmastandort in Bayern, Deutschland und Europa.
25.06.2026 Beitrag
Merz: Gesundheitsreform verlangt allen etwas ab
Merz sagte, Argumente von Beteiligten und Betroffenen würden sorgfältig abgewogen. Die Reform solle die Versorgung verbessern und das System effizienter und kostengünstiger machen. Dass das gehe, zeigten viele andere Länder. «Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit. Und die Unzufriedenheit vieler Beteiligter im Gesundheitssystem zeigt, dass wir die Möglichkeiten, die Effizienzen in diesem System nicht genügend nutzen.» Sparpaket soll Beitragserhöhungen verhindern Das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 in Milliardenhöhe entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Kommen sollen Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Gegen die Pläne gibt es seit Wochen heftige Proteste aus dem gesamten Gesundheitswesen und von Patientenvertretern. Die schwarz-rote Koalition strebt an, das Gesetz in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause im Bundestag zu beschließen, die vom 6. bis 10. Juli stattfindet. Union und SPD ringen noch um Verständigungen in mehreren Punkten.
25.06.2026 Beitrag
Sitzung des Ausschusses Arzneimittelsicherheit
Als Themen wurden im Ausschuss die Sachstandsberichte der Bundesoberbehörden im Rahmen der Routinesitzung nach § 63 AMG und Informationen aus der EudraVigilance-Expert Working Group besprochen. Zum festen Agendapunkt, KI in der Pharmakovigilanz, des Ausschusses für Arzneimittelsicherheit präsentierte die Puraite GmbH einen Vortrag zu „Erklärbare KI in der Pharmakovigilanz: Chancen, Risiken und Anforderungen für einen verantwortungsvollen Einsatz“. Weitere Punkte und Themen aus dem täglichen Geschäft der Arzneimittelsicherheit wurden von den Mitgliedern eingebracht und diskutiert. Die Ausschussvorsitzende Imke Simmchen-Wittekopf und Dr. Jens Illigen für Pharma Deutschland danken allen Teilnehmern für ihre Beteiligung und die konstruktiven Diskussionen.
24.06.2026 Beitrag
Pharmakovigilanz: Aktuelle PRAC-Empfehlungen zu Signalen
Jeden Monat veröffentlicht die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) einen Überblick über alle Sicherheitssignale, die in der letzten Sitzung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) erörtert wurden sowie über die jeweiligen Empfehlungen. Die Übersicht enthält PRAC-Empfehlungen für zentral und national zugelassene Arzneimittel. Eine Liste mit allen seit September 2012 vom PRAC diskutierten Sicherheitssignalen ist verfügbar. Die Empfehlungen beinhalten die Aspekte „Aktualisierung der Produktinformation“, „Bereitstellung zusätzlicher Informationen“ sowie „andere Empfehlungen“. PRAC-Empfehlungen für regulatorische Maßnahmen (z. B. Änderung der Produktinformation) werden dann zunächst zur Bestätigung an den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) übermittelt, wenn das Signal zentral zugelassene Produkte betrifft, und an die Koordinierungsgruppe für gegenseitige Anerkennung und dezentralisierte Verfahren - Human (CMDh), wenn es sich um national zugelassene Produkte handelt. Gemäß Artikel 16 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 726/2004 und Artikel 23 Absatz 3 der Richtlinie 2001/83/EG müssen Zulassungsinhaber ihre Produktinformationen auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse halten. Von den Zulassungsinhabern wird also erwartet, dass sie entsprechend den Empfehlungen des PRAC (bzw. des CHMP/der CMDh) tätig werden.
23.06.2026 Beitrag PD
EMA: Aktualisierte Wartungsfenster für Website
Die EMA hat die Wartungstermine für das zweite Halbjahr 2026 veröffentlicht, an denen es zu temporären Einschränkungen der Website kommen kann, siehe EMA-Wartungsfenster 2. Halbjahr 2026: Termine im Überblick vom 3. Juni 2026. Der Termin im Juni wurde auf Mittwoch, den 24. Juni 2026, vorgezogen. Damit ist an folgenden Tagen mit eingeschränkter Erreichbarkeit bzw. nicht optimalen Funktionen zu rechnen: Mittwoch, 24.06.2026 , 08:00–09:00 Uhr (CET) Dienstag, 28.07.2026 , 08:00–09:00 Uhr (CET) Dienstag, 25.08.2026 , 08:00–09:00 Uhr (CET) Dienstag, 29.09.2026 , 08:00–09:00 Uhr (CET) Dienstag, 27.10.2026 , 08:00–09:00 Uhr (CET) Dienstag, 24.11.2026 , 08:00–09:00 Uhr (CET) Wie üblich wird empfohlen, während dieser Zeiträume keine komplexen Arbeiten über die Webseite durchzuführen. In dringenden Fällen – etwa bei der Meldung eines potenziell schwerwiegenden Problems für zentral zugelassene Produkte oder bei Mitteilungen zu Qualitätsmängeln bzw. Rückrufen – ist die EMA über spezielle Notfallkontakte erreichbar, die während der Unterbrechungen auf der Homepage bereitgestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der EMA .
22.06.2026 Beitrag PD
Finanzentwicklung der GKV
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres mit rund 7,6 Prozent deutlich stärker als die Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) mit rund 4,1 Prozent gestiegen. Das führt weiterhin zu einem hohen Druck auf die Beitragssätze. Zwar haben die 93 gesetzlichen Krankenkassen im 1. Quartal 2026 einen Überschuss in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erzielt. Dieser Überschuss ist jedoch Ergebnis der Beitragssatzanhebungen zum Jahresbeginn und dient vorrangig der Auffüllung der Finanzreserven der Krankenkassen auf das gesetzliche Mindestniveau. Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen zum Quartalsende rund 6,18 Milliarden Euro. Dies entspricht rund 0,2 Monatsausgaben und liegt damit – im Durchschnitt über alle Kassen – erstmals seit dem 3. Quartal 2024 wieder auf Höhe der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Ergebnis des Gesundheitsfonds: Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15. Januar 2026 über eine Liquiditätsreserve von rund 7,1 Milliarden Euro verfügte, verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Defizit von 3,0 Milliarden Euro. Der größere Teil dieses Defizits ist saisonüblich: So fließen die Ausgaben des Gesundheitsfonds als monatliche Zuweisungen in konstanter Höhe an die Krankenkassen, während die Einnahmen unterjährig erheblich schwanken und insbesondere im 4. Quartal aufgrund der Verbeitragung von Jahressonderzahlungen wie dem Weihnachtsgeld höher ausfallen. Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 94,4 Milliarden Euro standen im 1. Quartal 2026 Ausgaben in Höhe von 93,1 Milliarden Euro gegenüber. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten verzeichneten bei einer gleichbleibenden Anzahl von Versicherten einen Zuwachs von 7,7 Prozent. Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz entsprach Ende März 3,13 Prozent und lag damit oberhalb des Ende Oktober 2025 für das Jahr 2026 bekanntgegebenen durchschnittlichen ausgabendeckenden Zusatzbeitragssatzes von 2,9 Prozent. Entwicklungen bei den Ausgaben: Die Krankenkassen verzeichneten im 1. Quartal 2026 einen weiterhin äußerst dynamischen Anstieg der Leistungsausgaben und Verwaltungskosten von 7,7 Prozent. Die Leistungsausgaben stiegen dabei um 8,0 Prozent und damit ähnlich stark wie im Vorjahr und weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Die Verwaltungskosten stagnierten auf dem Vorjahresniveau. In absoluten Zahlen stiegen die Leistungsausgaben der Krankenkassen um 6,6 Milliarden Euro, und die Verwaltungskosten verminderten sich um eine Million Euro. Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind im 1. Quartal um 9,3 Prozent bzw. 2,5 Milliarden Euro gestiegen und stellen damit den maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik dar. Der prozentuale Zuwachs liegt mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der jährlichen Zuwächse im Zeitraum 2013-2024 und nochmals leicht über der Dynamik im bisherigen Rekordjahr 2025. Die Aufwendungen für die Versorgung mit Arzneimitteln stiegen um 6,4 Prozent bzw. 0,9 Milliarden Euro und damit etwas stärker als im Gesamtjahr 2025 (+5,7 Prozent). Auch in diesem Bereich liegt die Ausgabendynamik damit deutlich oberhalb der Zuwächse bei den beitragspflichtigen Einnahmen sowie oberhalb der durchschnittlichen jährlichen Zuwächse im Zeitraum 2013 bis 2024. Innerhalb der Arzneimittel verzeichnen die Aufwendungen für Arzneimittel im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung deutlich überdurchschnittliche Zuwächse (+29,6 Prozent bzw. +242 Millionen Euro). Auch die Ausgaben für ambulant-ärztliche Behandlungen , welche in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 um 7,3 Prozent bzw. 1,0 Milliarde Euro wuchsen, zeigen eine gegenüber dem Vorjahresverlauf ungebrochen hohe Dynamik weit oberhalb des langjährigen Durchschnitts. Für die weiterhin hohe Rate sind neben dem Anstieg des bundeseinheitlichen Orientierungspunktwerts um 2,80 Prozent und den Vergütungen und Zuschlägen für Vermittlungsfälle (sog. TSVG-Konstellationen) auch Sondervergütungen (z.B. für die Befüllung der elektronischen Patientenakte) verantwortlich. Auch die Aufwendungen für die ambulante spezialfachärztliche Behandlung (+18 Prozent bzw. +29 Millionen Euro), und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (+17 Prozent bzw. +38 Millionen Euro) sowie die Versorgung im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung (+16 Prozent bzw. +94 Millionen Euro) zeigten ein deutlich überdurchschnittliches Wachstum. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken: „Die Finanzergebnisse für das 1. Quartal unterstreichen die extrem angespannte Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Ausgaben steigen nahezu doppelt so stark wie die Einnahmen. Diese vom Schätzerkreis unerwartet ungebrochene Ausgabenentwicklung führt nochmal zu einer höheren Finanzierungslücke im kommenden Jahr von insgesamt 19 Milliarden Euro. Um Beitragssteigerungen auszuschließen, muss das Entlastungsvolumen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes um weitere 2,5 Milliarden Euro erhöht werden. Das sollte gemeinsames Ziel im parlamentarischen Verfahren sein. Bei diesem Finanzvolumen ist es unvermeidbar, dass alle Leistungsbereiche einen Beitrag leisten. Der Reformdruck ist gewaltig, doch bietet er auch die Chance, unser Gesundheitssystem zukunftsfest und nachhaltig finanzierbar aufzustellen.“ Weitere Entwicklung: Bei der Interpretation der Daten des 1. Quartals ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die Ausgaben in vielen Leistungsbereichen, insbesondere bei Ärzten und Zahnärzten, von Schätzungen geprägt sind, da Abrechnungsdaten häufig noch nicht oder nur teilweise vorliegen. Daher sind die Rechnungsergebnisse des 1. Quartals noch mit Vorsicht zu interpretieren. Die Finanzergebnisse für das 1. Halbjahr 2026 werden Ende August vorliegen.
22.06.2026 Beitrag PD
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