25.06.2026, 11:56

PEI: Pharmakovigilanz von Impfstoffen 2024-2025

Daten aus 6.193 Verdachtsmeldungen bestätigen stabiles Sicherheitsprofil der Impfstoffe
  • Produktion & Versorgung
  • Regulierung & Zulassung
Autor:innen
Dr. Nicole Armbrüster, 
Dr. Jens Illigen
Die neuen Pharmakovigilanz-Daten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) für 2024–2025 zeigen ein unverändertes Sicherheitsprofil von Impfstoffen (ohne COVID-19-Impfstoffe). Nebenwirkungen bleiben überwiegend mild, schwerwiegende Ereignisse selten und ohne neue Risikosignale.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat für die Jahre 2024 und 2025 insgesamt 6.193 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach Impfungen (ohne COVID‑19-Impfstoffe) ausgewertet. Die Daten stammen überwiegend aus der europäischen Nebenwirkungsdatenbank sowie aus nationalen Meldesystemen und dienen der kontinuierlichen Überwachung der Impfstoffsicherheit.

Wichtig ist: Es handelt sich um Verdachtsmeldungen, nicht um bestätigte Nebenwirkungen. Ein gemeldetes Ereignis bedeutet daher nicht automatisch, dass ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung besteht. Die Anzahl der Meldungen hängt zudem stark von der Impfhäufigkeit und dem Meldeverhalten ab. 

Zentrale Ergebnisse

Die Mehrzahl der gemeldeten Nebenwirkungen war nicht schwerwiegend (2024: 63,3% / 2025: 67,2%), während etwa ein Drittel (2024: 36,7% / 2025: 32,8%) als schwerwiegend eingestuft wurde. Dieses Verhältnis ist im Vergleich zu den Vorjahren 2022 und 2023 stabil geblieben. 

Insgesamt wurden 18.868 einzelne Reaktionen berichtet, da in einem Fall mehrere Symptome auftreten können. Die häufigsten gemeldeten Beschwerden entsprachen bekannten Impfreaktionen, darunter:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Hautreaktionen
  • Müdigkeit und Schüttelfrost
  • Schmerzen (z. B. an der Einstichstelle) 

Auch Meldungen zu Herpes zoster traten häufig auf, jedoch zeigen Analysen des PEI keinen gesicherten ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung, sondern lediglich einen zeitlichen Zusammenhang. 

Ereignisse von besonderem Interesse (AESI)

Das PEI analysiert gezielt bestimmte medizinische Ereignisse, die potenziell relevant sein könnten.

  • Bei Erwachsenen wurde am häufigsten Atemnot (Dyspnoe) berichtet.
  • Bei Kindern standen (Fieber‑)Krampfanfälle im Vordergrund.

Diese Ereignisse sind jedoch nicht impfstoffspezifisch und treten auch unabhängig von Impfungen in der Bevölkerung auf. Zudem gibt es keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe Epilepsie auslösen. 

Verlauf der gemeldeten Fälle

Zum Zeitpunkt der Meldung waren:

  • 44,6 % der Fälle vollständig abgeklungen oder gebessert
  • 26,1 % noch nicht abgeklungen
  • bei 25,2 % war der Ausgang unbekannt 

In 3,6 % der Meldungen wurde ein bleibender Schaden berichtet.

Es gab zudem 41 gemeldete Todesfälle (0,5 %). Nach Bewertung des PEI konnte in keinem dieser Fälle ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung bestätigt werden, andere Ursachen waren wahrscheinlicher oder nicht ausreichend bewertbar. 

Die Auswertung der Verdachtsmeldungen zu COVID-19-Impfstoffen wird in einem separaten Bericht veröffentlicht werden.

Gesamtbewertung

Die Auswertung zeigt, dass die gemeldeten Nebenwirkungen überwiegend bekannten und erwartbaren Mustern entsprechen. Entscheidend ist das Fazit des PEI: Es wurden keine neuen Risikosignale für bislang unbekannte Nebenwirkungen identifiziert. Damit bestätigt sich, dass das Sicherheitsprofil der in Deutschland eingesetzten Impfstoffe stabil bleibt. Gleichzeitig unterstreichen die Daten die Bedeutung eines funktionierenden Meldesystems, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und transparent zu kommunizieren. 

Den Bericht findet man auf der Webseite des PEI.

Ihr Kontakt

Dr. Nicole Armbrüster

Referentin Spezielle Produktgruppen / Nahrungsergänzungsmittel / Kinderarzneimittel
Biologin

Dr. Jens Illigen

Referent Arzneimittelzulassung und -sicherheit
Chemiker
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