Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit, Pflege und Prävention
GEMEINSAME ERKLÄRUNG
ZUM
PHARMA SUMMIT
BRÜSSEL
2026
Europa als Pharmastandort
stärken:
Innovation ermöglichen,
Versorgung sichern,
strategische Autonomie
ausbauen
GEMEINSAMES POLITISCHES BEGLEITPAPIER
VOM 24. JUNI 2026
Pharma Summit Brüssel 2026
2
Gemeinsames politisches Begleitpapier
des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit,
Pflege und Prävention
sowie der deutschen Pharmaverbände vfa, BPI, Pharma
Deutschland, Pro Generika, BIO Deutschland und der
Pharmainitiative Bayern
anlässlich des Pharma Summits in der Vertretung des
Freistaats Bayern bei der Europäischen Union, Brüssel.
Brüssel, 24. Juni 2026
Pharma Summit Brüssel 2026
3
Inhalt
Präambel - Europas pharmazeutische Zukunft jetzt sichern 4
I. Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Europas sichern 5
II. Strategische Autonomie und Versorgungssicherheit stärken 6
III. Entschlossenes Vorantreiben von Europas Biotechnologie-Offensive 7
IV. Nationale Standortpolitik als Fundament europäischer Stärke 8
V. Gemeinsamer politischer Handlungsaufruf 9
VI. Schlussfolgerung 9
Pharma Summit Brüssel 2026
4
Präambel - Europas pharmazeutische Zukunft
jetzt sichern
Europa befindet sich in einer Phase tiefgreifender geopolitischer und wirtschaftlicher Umbrüche. Die
zunehmenden strategischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten, China und Europa verändern
die globalen Rahmenbedingungen für industrielle Wertschöpfung, technologische Entwicklung und
strategische Autonomie grundlegend.
Die pharmazeutische und biotechnologische Industrie steht dabei im Zentrum dieser Entwicklung. Sie ist als
Treiber medizinischer Innovation und als Garant hochwertiger industrieller Beschäftigung von
unverzichtbarem Wert für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und trägt entscheidend zur
wirtschaftlichen Stärke Europas bei.
Gleichzeitig steht der europäische Pharmastandort zunehmend unter Druck: Von außen gefährden vor allem
industriepolitische Förderprogramme in den USA und staatlich gelenkte Investitionsstrategien in China die
internationale Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Innovations- und Produktionsstandorts. Aber auch
innerhalb Europas sind strukturelle Wettbewerbsnachteile ein Hemmfaktor.
Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht: Gesundheitspolitik ist längst auch Wirtschafts-, Sicherheits-
und Resilienzpolitik. Lieferengpässe bei kritischen Arzneimitteln, Abhängigkeiten von außereuropäischen
Produktionsketten und zunehmende technologische Konkurrenz sind große Herausforderungen. Ein
strategisches Handeln ist dringend erforderlich.
Bayern und Deutschland gehören zu den führenden Pharma- und Biotechnologiestandorten Europas. Ihre
Stärke bildet einen wesentlichen Pfeiler für die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union insgesamt.
Die pharmazeutische Industrie ist eine Schlüsselindustrie Deutschlands und Europas. Ihre
Innovationskraft, Investitionsstärke und industrielle Leistungsfähigkeit müssen gezielt weiterentwickelt und
gefördert werden.
Vor diesem Hintergrund fordern die Unterzeichner des Pharma Summit Brüssel 2026 eine kohärente
europäische Standortpolitik, die Innovation fördert, Versorgungssicherheit gewährleistet und strategische
Autonomie stärkt.
Europa muss jetzt die richtigen Weichen stellen.
Pharma Summit Brüssel 2026
5
I. Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft
Europas sichern
Die beschlossenen Änderungen des EU-Arzneimittelrechts durch das EU-Pharma-Paket und den EU Critical
Medicines Act (CMA) sowie die geplanten Verbesserungen durch den European Biotech Act I bieten die
entscheidende Gelegenheit, regulatorische Rahmenbedingungen zukunftsfest auszurichten.
Folgende drei Ziele müssen durch das europäische Arzneimittelrecht gewährleistet werden:
- Die Europäische Union muss ihre Attraktivität als globaler Standort für pharmazeutische Forschung,
Entwicklung und Markteinführung nachhaltig stärken, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu
können.
- Innovation muss schneller zu den Patientinnen und Patienten gebracht werden.
- Gleichzeitig müssen Investitionsentscheidungen zugunsten Europas gefördert werden.
Aus Sicht der Unterzeichner sind hierfür folgende Maßnahmen erforderlich:
1. Modernisierung und Beschleunigung regulatorischer Verfahren
Europa muss seine regulatorische Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und anderen
internationalen Innovationsstandorten verbessern. Dazu braucht es:
• beschleunigte Bewertungs- und Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-
Agentur (EMA),
• stärkere Nutzung und Einbindung bei wissenschaftlicher Beratung,
• digitalisierte und harmonisierte regulatorische Prozesse,
• konsequenten Bürokratieabbau entlang des gesamten Produktlebenszyklus,
• Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von KMU, die einen erheblichen Anteil der
Grundversorgung leisten.
2. Schutz geistigen Eigentums sichern
Ein starker und verlässlicher Schutz geistigen Eigentums ist Grundvoraussetzung für
pharmazeutische Innovation. Die Europäische Union sollte daher:
• bestehende Schutzmechanismen für Patente, Unterlagenschutz und Marktexklusivität
vollumfänglich erhalten,
• auf eine Verkürzung von Schutzfristen verzichten,
• innovationsfördernde Anreizsysteme für Orphan Drugs, Antibiotika und Advanced Therapy
Medicinal Products (ATMPs) stärken - u. a. durch eine Aufrechterhaltung der Schutzrechte.
Im Allgemeinen würde eine Schwächung von Schutzrechten Investitionen aus Europa abziehen
und die Entwicklung neuer Therapien gefährden - dagegen liegt in einem beständigen,
verlässlichen und starken IP-Schutz nicht nur ein zentraler Innovationsanreiz, sondern auch ein
klarer Wettbewerbsvorteil für Europa.
Pharma Summit Brüssel 2026
6
II. Strategische Autonomie und Versorgungs-
sicherheit stärken
Die Sicherstellung einer zuverlässigen Arzneimittelversorgung über resiliente Lieferketten ist eine
strategische Priorität Europas.
Die starke Abhängigkeit von außereuropäischen Produktionskapazitäten - insbesondere bei Wirkstoffen und
versorgungskritischen Arzneimitteln - stellt ein erhebliches Risiko dar.
Der Critical Medicines Act bietet die Chance, die europäische Versorgungssicherheit strukturell zu stärken.
Die Unterzeichner fordern:
1. Europäische Produktionskapazitäten gezielt fördern
Die Europäische Union sollte:
• Investitionsanreize für pharmazeutische Produktion in Europa schaffen,
• bestehende Produktionsstandorte in Bayern, Deutschland und Europa nachhaltig stärken,
• dafür sorgen, dass Bayern, Deutschland und Europa Vorreiter für innovative
Herstellungsmethoden bleiben,
• sicherstellen, dass die Innovationskraft nicht abwandert, sondern vielmehr strategisch auf eine
neue Ansiedlung von Produktionskapazitäten und deren Ausbau setzen.
2. Versorgungssicherheit im Vergabe- und Erstattungssystem verankern
Der Preis von Arzneimitteln darf nicht länger das alleinige Steuerungsprinzip sein - erforderlich sind:
• Berücksichtigung von Lieferkettenresilienz, Diversifizierung und Standortkriterien im
europäischen Vergaberecht,
• Förderung von Mehrquellenstrategien und Berücksichtigung dieser in den Vergabekriterien,
• gezielte Unterstützung versorgungsrelevanter Generika- und Wirkstoffproduktion,
• eine faire Kostenerstattung für Arzneimittel zur Gewährleistung einer nachhaltigen Versorgung.
Versorgungssicherheit ist ein öffentliches Gut und muss entsprechend politisch abgesichert werden.
3. Vereinbarkeit von Umweltschutz und Versorgungssicherheit ermöglichen
Dringend notwendig sind:
• ausgewogene und ressortübergreifende Ausgestaltung der Arzneimittel- und
Umweltgesetzgebung, sodass ökologische Verbesserungen ermöglicht werden, ohne die
Versorgungssicherheit und Innovationsfähigkeit zu gefährden,
• Kohärenz und Abstimmung der Regulierung auf EU-Ebene,
• Planungs- und Investitionssicherheit durch verlässliche, praktikable und langfristig stabile
regulatorische Rahmenbedingungen.
Pharma Summit Brüssel 2026
7
III. Entschlossenes Vorantreiben von Europas
Biotechnologie-Offensive
Biotechnologie ist eine strategische Schlüsseltechnologie der kommenden Jahrzehnte. Europa fällt aber
gerade bei biotechnologischer Forschung und klinischen Studien im internationalen Vergleich zurück. Diese
Tendenz muss dringend umgekehrt werden.
Mit dem angekündigten European Biotech Act I kann und muss Europa einen ambitionierten
industriepolitischen Rahmen schaffen. Der European Biotech Act I enthält bereits viele gute Regelungen,
dennoch gibt es Potentiale für ambitioniertere Weichenstellungen.
Aus Sicht der Unterzeichner sind dies prioritär:
1. Kapital und Wachstum ermöglichen
Europa braucht:
• besseren Zugang zu Wagniskapital und Wachstumsfinanzierung im Pharmasektor,
• europäische Scale-up-Initiativen für Biotech-Unternehmen,
• gezielte Förderung industrieller Biotechnologieplattformen.
2. Translation und klinische Forschung stärken
Erforderlich sind:
• weitere Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, um tatsächlich wettbewerbsfähig
gegenüber den kompetitiveren Märkten zu sein,
• Optimierung des CTIS-Portals, um Informationen zu klinischer Forschung besser verfügbar zu
machen:
o Einführung von Strukturen, die für den Aufbau von Studienregistern in den
Mitgliedstaaten und für innovative KI-basierte Ansätze unerlässlich sind,
o nutzerfreundliche Ausgestaltung nach internationalen Best-Practices,
o harmonisierte regulatorische Anforderungen,
• stärkere europäische Forschungsnetzwerke,
• bessere Nutzung von Gesundheitsdaten und Real-World-Evidence.
Bayern und Deutschland verfügen über hervorragende Voraussetzungen, um hierbei führende
europäische Innovationszentren zu sein.
Pharma Summit Brüssel 2026
8
IV. Nationale Standortpolitik als Fundament
europäischer Stärke
Ein wettbewerbsfähiger europäischer Pharmastandort setzt starke, abgestimmte nationale
Rahmenbedingungen voraus. Als geeinte Wirtschaftsunion muss Europa handelspolitische Geschlossenheit
ausstrahlen und mit einer entschlossenen und strategischen Industriepolitik den geopolitischen
Herausforderungen begegnen.
Deutschland trägt hierbei besondere Verantwortung.
Die Unterzeichner begrüßen die Anerkennung der pharmazeutischen Industrie als Schlüsselindustrie
in der deutschen Pharmastrategie.
Entscheidend bleibt nun die konsequente Umsetzung zukunftsweisender Strategien zur Stärkung
nationaler und europäischer Standorte. Der European Biotech Act I und das EU-Pharma-Paket enthalten
bereits viele Vorschläge, die dazu einen Beitrag leisten können.
Darüber hinaus sind noch von entscheidender Bedeutung:
- innovations- und produktionsfreundliche Erstattungs- und Marktzugangsbedingungen, für eine schnelle
und nachhaltige Verfügbarkeit in der Patientenversorgung,
- verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen,
- konsequenter Bürokratieabbau – nicht in einzelnen Regelungen, sondern umfassend über den
Produktlebenszyklus hinweg,
- langfristige Investitions- und Planungssicherheit.
Nur ein starker deutscher Pharmastandort kann dauerhaft zur strategischen Stärke Europas beitragen.
Pharma Summit Brüssel 2026
9
V. Gemeinsamer politischer Handlungsaufruf
Die Unterzeichner appellieren an Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Rat der Europäischen
Union und die Bundesregierung, die pharmazeutische und biotechnologische Industrie als strategischen Kern
europäischer Zukunftsfähigkeit zu behandeln.
Europa braucht:
- ein international wettbewerbsfähiges, innovations- und produktionsfreundliches EU-Arzneimittelrecht,
- eine ambitionierte Umsetzung des EU Critical Medicines Act,
- einen wirtschaftspolitisch wirksamen European Biotech Act I,
- eine EU-Umweltgesetzgebung, die die Versorgungssicherheit berücksichtigt.
Nur mit einer übergeordneten europäischen Standortagenda für pharmazeutische Innovation und
Produktion können medizinischer Fortschritt, Versorgungssicherheit, strategische Autonomie,
wirtschaftliches Wachstum und hochwertige Arbeitsplätze dauerhaft gesichert werden.
VI. Schlussfolgerung
Europa steht vor einer Richtungsentscheidung. Die kommenden Jahre werden entscheiden, ob Europa seine
Rolle als führenden globalen Pharmastandort behaupten kann.
Bayern und Deutschland sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit den europäischen
Institutionen an einer starken pharmazeutischen Zukunft Europas zu arbeiten.
Der Pharma Summit Brüssel 2026 sendet daher ein klares gemeinsames Signal:
Für ein innovationsstarkes Europa.
Für sichere Arzneimittelversorgung.
Für strategische Souveränität.
Für nachhaltiges Wachstum und gute Arbeitsplätze.
Für einen starken Pharmastandort Bayern, Deutschland und Europa.
Pharma Summit Brüssel 2026
10
Judith Gerlach, MdL
Bayerische Staatsministerin für
Gesundheit, Pflege und Prävention
Gesundheit, Pflege und Prävention
Dr. Viola Bronsema
Geschäftsführerin
für BIO Deutschland
Thomas Weigold
Vorstandsvorsitzender, Country President
Sandoz Germany für ProGenerika
Jörg Wieczorek
Vorstandsvorsitzender
für Pharma Deutschland
Oliver Kirst
Vorstandsvorsitzender, Geschäftsführer
Servier Deutschland für den BPI
Han Steutel
Präsident
für den vfa
Pharma Summit Brüssel 2026
11
Herausgeber
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention
Haidenauplatz 1 // 81667 München
Telefon +49 89 540233-0 // Telefax +49 89 540233-90999
Gewerbemuseumsplatz 2 // 90403 Nürnberg
Telefon +49 911 21542-0 // Telefax +49 911 21542-90999
poststelle@stmgp.bayern.de // www.stmgp.bayern.de
Barrierefreiheit
Dieses Dokument erfüllt die Vorgaben gemäß BITV 2.0
Stand
24. Juni 2026
Hinweis
Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Bayerischen Staatsregierung herausgegeben. Sie darf weder von
Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern im Zeitraum von fünf Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung ver-
wendet werden.
Dies gilt für Landtags-, Bundestags-, Kommunal- und Europawahlen. Missbräuchlich ist während dieser Zeit insbesondere die Vertei-
lung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken und Aufkleben von parteipoliti-
schen Informationen oder Werbemitteln. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Auch ohne
zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der
Staatsregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Den Parteien ist gestattet, die Druckschrift zur
Unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden.
Die Druckschrift wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts kann des-
sen ungeachtet nicht übernommen werden.
BAYERN | DIREKT ist Ihr direkter Draht zur Bayerischen Staatsregierung.
Unter Telefon 089 122220 oder per E-Mail unter direkt@bayern.de erhalten Sie Informations-
material und Broschüren, Auskunft zu aktuellen Themen und Internetquellen sowie Hinweise
zu Behörden, zuständigen Stellen und Ansprechpartnern bei der Bayerischen Staatsregierung.
Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit, Pflege und Prävention
www.stmgp.bayern.de
mailto:poststelle@stmgp.bayern.de
http://www.stmgp.bayern.de/
mailto:direkt@bayern.de
http://www.stmgp.bayern.de/
25.06.2026
Datei
Gemeinsame Pressemitteilung
vom 24. Juni 2026
Bayern, Biotech- und Pharmaindustrie in Deutschland
fordern starke europäische Standortpolitik
Der Pharma Summit Brüssel 2026 sendet ein starkes Signal: Das
Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention
sowie die Verbände vfa, BPI, BIO Deutschland, Pro Generika und
Pharma Deutschland haben in Brüssel eine gemeinsame Erklärung
vorgestellt: Darin fordern sie eine entschlossene europäische
Standortpolitik, um Innovationen zu fördern, die
Arzneimittelversorgung zu sichern und die strategische Autonomie
Europas auszubauen.
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen, wachsender
internationaler Konkurrenz und anhaltender Herausforderungen in
globalen Lieferketten sehen die Unterzeichner dringenden
Handlungsbedarf. Die pharmazeutische und biotechnologische
Industrie ist nicht nur unverzichtbar für die Gesundheitsversorgung
der Bevölkerung, sondern auch ein zentraler Wachstumsmotor für
Innovation, Beschäftigung und wirtschaftliche Stärke in Europa.
Anlässlich dieser Veranstaltung betonte Bayerns
Gesundheitsministerin Judith Gerlach: „Gesundheitspolitik muss
immer starker Teil einer umfassenden Industrie- und Standortpolitik
sein. Denn Europa soll international attraktiv für
Investitionsentscheidungen bleiben. In unserer gemeinsamen
Erklärung benennen wir zentrale Punkte, um das zu erreichen.“
Die gemeinsame Erklärung benennt vier zentrale Handlungsfelder:
Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft stärken
Seite 1/3
Die Unterzeichner sprechen sich für einen verlässlichen Schutz
geistigen Eigentums, innovationsfreundliche regulatorische
Rahmenbedingungen sowie beschleunigte und digitalisierte
Zulassungsverfahren aus. Ziel ist es, Forschung und Entwicklung in
Europa zu fördern und neue Therapien schneller zu den Patientinnen
und Patienten zu bringen.
Versorgungssicherheit und strategische Autonomie ausbauen
Um die Abhängigkeit von außereuropäischen Produktions- und
Lieferketten zu reduzieren, sollen Investitionen in europäische
Produktionskapazitäten gezielt gefördert werden. Darüber hinaus
fordern die Beteiligten eine stärkere Berücksichtigung von Resilienz-
und Standortkriterien bei Vergabe- und Erstattungssystemen.
Biotechnologie-Offensive vorantreiben
Die Erklärung unterstreicht die strategische Bedeutung der
Biotechnologie für Europas Zukunft. Verbesserte
Finanzierungsmöglichkeiten für Wachstumsunternehmen, schnellere
Genehmigungsverfahren und stärkere Forschungsnetzwerke sollen
dazu beitragen, Europa als führenden Biotechnologiestandort zu
positionieren.
Nationale Standortpolitik stärken
Die Unterzeichner betonen, dass ein wettbewerbsfähiger
europäischer Pharma- und Biotechstandort starke nationale
Rahmenbedingungen voraussetzt. Dazu gehören innovations- und
produktionsfreundliche Erstattungsregelungen, Bürokratieabbau,
Digitalisierung sowie langfristige Investitions- und
Planungssicherheit.
„Europa muss jetzt die richtigen Weichen stellen, um seine Rolle als
globaler Innovations- und Produktionsstandort im Pharmabereich zu
behaupten. Medizinischer Fortschritt, Versorgungssicherheit und
wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit müssen gemeinsam gedacht
werden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Mit ihrem Appell richten sich die Beteiligten an die Europäische
Kommission, das Europäische Parlament, den Rat der Europäischen
Union sowie die Bundesregierung. Sie fordern eine ambitionierte
Umsetzung des EU-Pharma-Pakets und des Critical Medicines Act
sowie eine Überarbeitung der kommunalen Abwasserrichtlinie und
des geplanten European Biotech Act. So kann Europas
Gesundheitswirtschaft nachhaltig gestärkt werden. Der Pharma
Summit Brüssel 2026 sendet damit ein klares Signal: Für
Seite 2/3
Gemeinsame
Pressemitteilung
vom 24. Juni 2026
Innovationsstärke, für eine sichere Arzneimittelversorgung und für
einen wettbewerbsfähigen Pharmastandort in Bayern, Deutschland
und Europa.
Die Erklärung findet sich hier: https://www.pharmainitiative-bayern.
de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Gem.-Erkl.-Pharma-
Summit-2026.pdf
Ansprechpartner:innen:
BIO Deutschland e.V.
Website: www.biodeutschland.org
Pressekontakt: Dr. Claudia Englbrecht,
Tel. +49 30 2332164-32, englbrecht@biodeutschland.org
BPI - Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.
Website: www.bpi.de
Pressekontakt: Herrmann Hofmann,
Tel. +49 176 12790936, hhofmann@bpi.de
Pharmainitiative Bayern
Website: www.pharmainitiative-bayern.de
Pressekontakt: Dr. Cordula Weiß
Tel. 089 92691-35, weiss@lv-bayern.vci.de
Pharma Deutschland e.V.
Website: www.pharmadeutschland.de
Pressekontakt: Hannes Hönemann,
Tel. +49 171 56 18 203, hoenemann@pharmadeutschland.de
Pro Generika e.V.
Website: www.progenerika.de
Pressekontakt: Anna Steinbach,
Tel. +49 151 40792101, steinbach@progenerika.de
vfa – Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.
Website: www.vfa.de
Pressekontakt: Dr. Jochen Stemmler,
Tel. +49 30 20604-203, j.stemmler@vfa.de
Seite 3/3
Gemeinsame
Pressemitteilung
vom 24. Juni 2026
https://www.pharmainitiative-bayern.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Gem.-Erkl.-Pharma-Summit-2026.pdf
https://www.pharmainitiative-bayern.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Gem.-Erkl.-Pharma-Summit-2026.pdf
https://www.pharmainitiative-bayern.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Gem.-Erkl.-Pharma-Summit-2026.pdf
https://www.biodeutschland.org
mailto:englbrecht@biodeutschland.org
https://www.bpi.de/startseite
https://www.pharmainitiative-bayern.de/
https://www.pharmadeutschland.de/
mailto:hoenemann@pharmadeutschland.de
https://www.progenerika.de/
https://www.vfa.de
mailto:j.stemmler@vfa.de
25.06.2026
Datei
KI im Market Access 2027: Agentische Pipelines
Do
29
Okt
Veranstaltung
PD
OTC-Daten werden zunehmend in digitale Gesundheitsanwendungen wie ePA und E-Rezept eingebunden. Erfahren Sie, welche Chancen sich daraus für Arzneimitteltherapiesicherheit und Versorgung ergeben.
Mi
09
Sep
Veranstaltung
PD
Mehr Verfahren, gleiche Ressourcen: JCA und AMNOG mit Agentischer KI
Do
15
Okt
Veranstaltung
PD
KI im Market Access 2026: Realitätscheck und Ausblick
Do
01
Okt
Veranstaltung
PD
Official address Domenico Scarlattilaan 6 ● 1083 HS Amsterdam ● The Netherlands
An agency of the European Union
Address for visits and deliveries Refer to www.ema.europa.eu/how-to-find-us
Send us a question Go to www.ema.europa.eu/contact Telephone +31 (0)88 781 6000
© European Medicines Agency, 2026. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.
22 June 20261
EMA/PRAC/98634/2026
Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC)
PRAC recommendations on signals
Adopted at the 4-7 May 2026 PRAC meeting
This document provides an overview of the recommendations adopted by the Pharmacovigilance Risk
Assessment Committee (PRAC) on the signals discussed during the meeting of 4-7 May 2026 (including
the signal European Pharmacovigilance Issues Tracking Tool [EPITT]2 reference numbers).
PRAC recommendations to provide supplementary information are directly actionable by the concerned
marketing authorisation holders (MAHs). PRAC recommendations for regulatory action (e.g.
amendment of the product information) are submitted to the Committee for Medicinal Products for
Human Use (CHMP) for endorsement when the signal concerns Centrally Authorised Products (CAPs),
and to the Co-ordination Group for Mutual Recognition and Decentralised Procedures – Human (CMDh)
for information in the case of Nationally Authorised Products (NAPs). Thereafter, MAHs are expected to
take action according to the PRAC recommendations.
When appropriate, the PRAC may also recommend the conduct of additional analyses by the Agency or
Member States.
MAHs are reminded that in line with Article 16(3) of Regulation No (EU) 726/2004 and Article 23(3) of
Directive 2001/83/EC, they shall ensure that their product information is kept up to date with the
current scientific knowledge including the conclusions of the assessment and recommendations
published on the European Medicines Agency (EMA) website (currently acting as the EU medicines
webportal).
For CAPs, at the time of publication, PRAC recommendations for update of product information have
been agreed by the CHMP at their plenary meeting (18-21 May 2026) and corresponding variations will
be assessed by the CHMP.
For nationally authorised medicinal products, it is the responsibility of the National Competent
Authorities (NCAs) of the Member States to oversee that PRAC recommendations on signals are
adhered to.
Variations for CAPs are handled according to established EMA procedures. MAHs are referred to the
available guidance. Variations for NAPs (including via mutual recognition and decentralised procedures)
are handled at national level in accordance with the provisions of the Member States.
1 Expected publication date. The actual publication date can be checked on the webpage dedicated to PRAC
recommendations on safety signals.
2 The relevant EPITT reference number should be used in any communication related to a signal.
https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/pharmacovigilance-post-authorisation/signal-management/prac-recommendations-safety-signals
https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/pharmacovigilance-post-authorisation/signal-management/prac-recommendations-safety-signals
https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/pharmacovigilance-post-authorisation/signal-management/prac-recommendations-safety-signals
PRAC recommendations on signals
EMA/PRAC/98634/2026 Page 2/5
The timeline recommended by PRAC for submission of variations following signal assessment is
applicable to both innovator and generic medicinal products, unless otherwise specified.
For procedural aspects related to the handling of PRAC recommendations on signals (e.g. submission
requirements, contact points, etc.) please refer to the Questions and Answers on signal management.
https://www.ema.europa.eu/documents/other/questions-answers-signal-management_en.pdf
PRAC recommendations on signals
EMA/PRAC/98634/2026 Page 3/5
1. Recommendations for update of the product information3
1.1. Pancreatin – Infection due to viral transmission
Authorisation procedure Non-centralised
EPITT No 20205
PRAC Rapporteur Dennis Lex
Date of adoption 7 May 2026
Recommendation [see also section 3]
Having considered the available evidence in EudraVigilance and literature including epidemiological
studies, PRAC has agreed that all MAHs of pancreatin-containing medicinal products should submit a
variation within 2 months from the publication of the PRAC recommendation, to amend the product
information as described below (new text underlined):
Summary of product characteristics
4.4 Special warnings and precautions for use
The current text should be replaced with the following (FR/IT):
Hepatitis E virus infection
Despite measures taken during manufacturing to reduce the risk, the presence of hepatitis E virus
(HEV) in medicinal products containing pancreas powder extracts of animal (porcine) origin is possible.
A cross-sectional study has suggested a higher HEV seroprevalence in patients with cystic fibrosis
using pancreatic enzyme replacement therapy than in individuals who do not use pancreatin. This
study is subject to important limitations including uncertainty with regards to the timing of past
infection, as well as the potential for other sources of HEV. As a precaution, immunosuppressed
patients receiving high daily dosing should be advised about symptoms of viral hepatitis and to seek
medical attention if such symptoms occur.
Package leaflet
2. What you need to know before you take [product name]
The current text should be replaced with the following (FR/IT):
Hepatitis E virus infection
This medicine is of animal (pig) origin. Although steps are taken during manufacturing to reduce the
risk, the presence of hepatitis E virus in this medicine is possible. Hepatitis E is a virus that can be
present in pigs, which can be spread to humans and may cause infection of the liver.
A study has suggested that people with cystic fibrosis who have taken this medicine may be more
likely to have had hepatitis E in the past. However, this study has important limitations. For example,
it is unclear when the past infection happened or what the source of the infection was.
3 Translations in all official EU languages of the new product information adopted by PRAC are also available to MAHs on the
EMA website.
https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory/post-authorisation/pharmacovigilance/signal-management/prac-recommendations-safety-signals
PRAC recommendations on signals
EMA/PRAC/98634/2026 Page 4/5
As a precaution, if you have a weakened immune system and you are also taking high doses of this
medicine, your doctor will tell you about the symptoms of infection with hepatitis E. Talk to your doctor
if you develop signs of an infection especially fever, nausea, unusual or changes in stomach pain, or
yellowing of the skin or eyes.
2. Recommendations for submission of supplementary
information
INN Signal (EPITT No) PRAC
Rapporteur
Action for MAH MAH
Amoxicillin;
amoxicillin /
clavulanic acid
Encephalopathy
(20264)
Jan
Neuhauser
(AT)
Amoxicillin: assess in
the next PSUR
(submission by 5 June
2027)
Sandoz/Novartis
Ospamox
Dennis Lex
(DE)
Amoxicillin / clavulanic
acid: assess in the next
PSUR (submission by 5
June 2027)
GlaxoSmithKline
Dapagliflozin;
dapagliflozin /
metformin;
dapagliflozin /
saxagliptin;
dapagliflozin /
sitagliptin
Lichen sclerosus
(20259)
Mari Thörn
(SE)
Supplementary
information requested
(submission by 29 July
2026)
AstraZeneca AB
Exenatide; insulin
icodec /
semaglutide;
semaglutide
Peripheral
neuropathies (20270)
Mari Thörn
(SE)
Exenatide: no action Not applicable
Semaglutide and insulin
icodec / semaglutide:
supplementary
information requested
(submission by 22 July
2026)
Novo Nordisk
A/S
Ixekizumab Behcet’s syndrome
(20269)
Dirk
Mentzer
(DE)
Supplementary
information requested
(submission by 29 July
2026)
Eli Lilly and
Company
(Ireland)
Limited
Semaglutide;
insulin icodec /
semaglutide
Gastrointestinal
volvulus (20260)
Mari Thörn
(SE)
Supplementary
information requested
(submission by 29 July
2026)
Novo Nordisk
A/S
PRAC recommendations on signals
EMA/PRAC/98634/2026 Page 5/5
INN Signal (EPITT No) PRAC
Rapporteur
Action for MAH MAH
Tocilizumab Cutaneous vasculitis
(20261)
Dirk
Mentzer
(DE)
Supplementary
information requested
(submission by 29 July
2026)
Roche
Registration
GmbH, Celltrion
Healthcare
Hungary Kft.,
Fresenius Kabi
Deutschland
GmbH, STADA
Arzneimittel AG,
Gedeon Richter
Plc.
3. Other recommendations
INN Signal (EPITT No) PRAC
Rapporteur
Action for MAH MAH
Benzodiazepines
(including fixed-
dose
combinations)4
Miscarriage
associated with in
utero exposure to
benzodiazepines
(including fixed-dose
combinations)
(20272)
Tiphaine
Vaillant
(FR)
No action at this stage Not applicable
Pancreatin Infection due to viral
transmission (20205)
Dennis Lex
(DE)
∙ See section 1.1
∙ All MAHs of
pancreatin-
containing
medicinal
products
∙ Review quality
process and submit
outcome of assessment
to the relevant national
competent authorities
∙ Concerned
specific MAHs
4 Alprazolam; bromazepam; brotizolam; chlordiazepoxide; cinolazepam; clobazam; clonazepam; clotiazepam; clorazepate;
cloxazolam; delorazepam; diazepam; estazolam; ethyl loflazepate; etizolam; flunitrazepam; flurazepam; ketazolam;
loprazolam; lorazepam; lormetazepam; medazepam; mexazolam; midazolam; nitrazepam; nordazepam; oxazepam;
pinazepam; prazepam; remimazolam; temazepam; tofisopam; triazolam; as well as fixed-dose combinations: amitriptyline
hydrochloride / medazepam; amitriptyline / chlordiazepoxide; bromazepam / propantheline bromide; chlordiazepoxide /
clidinium bromide; clidinium bromide / diazepam; cyclobarbital calcium / diazepam; diazepam / gamma-amino-beta-
hydroxybutyric acid; diazepam / isopropamide iodide; diazepam / octatropine methylbromide; diazepam / otilonium
bromide; diazepam / sulpiride; diazepam / sulpiride / pyridoxine hydrochloride; trimebutine maleate / medazepam
1. Recommendations for update of the product information2F
1.1. Pancreatin – Infection due to viral transmission
Recommendation [see also section 3]
2. Recommendations for submission of supplementary information
3. Other recommendations
23.06.2026
Datei
PD
Pressemitteilung
Nr. 20 vom 19. Juni 2026
Seite 1 von 5
Hausanschrift
Mauerstraße 29, 10117 Berlin
Postanschrift
11055 Berlin
Tel. +49 (0)30 18441-2442/2225
pressestelle@bmg.bund.de
www.bmg.bund.de
www.x.com/BMG_Bund
www.facebook.com/BMG.Bund
Finanzentwicklung der GKV im 1. Quartal 2026
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind in den ersten drei
Monaten des laufenden Jahres mit rund 7,6 Prozent deutlich stärker als die
Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) mit rund 4,1 Prozent gestiegen.
Das führt weiterhin zu einem hohen Druck auf die Beitragssätze. Zwar
haben die 93 gesetzlichen Krankenkassen im 1. Quartal 2026 einen
Überschuss in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erzielt. Dieser Überschuss ist
jedoch Ergebnis der Beitragssatzanhebungen zum Jahresbeginn und dient
vorrangig der Auffüllung der Finanzreserven der Krankenkassen auf das
gesetzliche Mindestniveau. Die Finanzreserven der Krankenkassen
betrugen zum Quartalsende rund 6,18 Milliarden Euro. Dies entspricht
rund 0,2 Monatsausgaben und liegt damit – im Durchschnitt über alle
Kassen – erstmals seit dem 3. Quartal 2024 wieder auf Höhe der gesetzlich
vorgesehenen Mindestreserve.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken: „Die Finanzergebnisse für
das 1. Quartal unterstreichen die extrem angespannte Lage in der
gesetzlichen Krankenversicherung. Die Ausgaben steigen nahezu doppelt so
stark wie die Einnahmen. Diese vom Schätzerkreis unerwartet
ungebrochene Ausgabenentwicklung führt nochmal zu einer höheren
Finanzierungslücke im kommenden Jahr von insgesamt 19 Milliarden Euro.
Um Beitragssteigerungen auszuschließen, muss das Entlastungsvolumen
des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes um weitere 2,5 Milliarden Euro
erhöht werden. Das sollte gemeinsames Ziel im parlamentarischen
Verfahren sein. Bei diesem Finanzvolumen ist es unvermeidbar, dass alle
Leistungsbereiche einen Beitrag leisten. Der Reformdruck ist gewaltig, doch
bietet er auch die Chance, unser Gesundheitssystem zukunftsfest und
nachhaltig finanzierbar aufzustellen.“
Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von
94,4 Milliarden Euro standen im 1. Quartal 2026 Ausgaben in Höhe von
93,1 Milliarden Euro gegenüber. Die Ausgaben für Leistungen und
Nr. 20 vom 19. Juni 2026
Seite 2 von 5
Verwaltungskosten verzeichneten bei einer gleichbleibenden Anzahl von
Versicherten einen Zuwachs von 7,7 Prozent. Der durchschnittlich von den
Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz entsprach Ende März
3,13 Prozent und lag damit oberhalb des Ende Oktober 2025 für das Jahr
2026 bekanntgegebenen durchschnittlichen ausgabendeckenden
Zusatzbeitragssatzes von 2,9 Prozent. Ursächlich hierfür ist, dass viele
Krankenkassen auch weiterhin gezwungen sind, einen höheren
Zusatzbeitragssatz zu erheben, als zur Deckung der laufenden Ausgaben
nötig ist, um so ihre in den Jahren 2024 und 2025 aufgrund der unerwartet
hohen Ausgabendynamik stark gesunkenen Finanzreserven auf das
gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau aufzufüllen.
Ergebnis des Gesundheitsfonds
Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15. Januar 2026 über eine
Liquiditätsreserve von rund 7,1 Milliarden Euro verfügte, verzeichnete im
ersten Quartal 2026 ein Defizit von 3,0 Milliarden Euro. Der größere Teil
dieses Defizits ist saisonüblich: So fließen die Ausgaben des
Gesundheitsfonds als monatliche Zuweisungen in konstanter Höhe an die
Krankenkassen, während die Einnahmen unterjährig erheblich schwanken
und insbesondere im 4. Quartal aufgrund der Verbeitragung von
Jahressonderzahlungen wie dem Weihnachtsgeld höher ausfallen. Die
Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) stiegen im Vergleich zum Vorjahr
um 4,1 Prozent.
Entwicklungen bei den Ausgaben
Die Krankenkassen verzeichneten im 1. Quartal 2026 einen weiterhin
äußerst dynamischen Anstieg der Leistungsausgaben und
Verwaltungskosten von 7,7 Prozent. Die Leistungsausgaben stiegen dabei
um 8,0 Prozent und damit ähnlich stark wie im Vorjahr und weiterhin
deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Die Verwaltungskosten
stagnierten auf dem Vorjahresniveau. In absoluten Zahlen stiegen die
Leistungsausgaben der Krankenkassen um 6,6 Milliarden Euro, und die
Verwaltungskosten verminderten sich um eine Million Euro.
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind im 1. Quartal um
9,3 Prozent bzw. 2,5 Milliarden Euro gestiegen und stellen damit den
maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik dar. Der prozentuale
Zuwachs liegt mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der jährlichen
Zuwächse im Zeitraum 2013-2024 und nochmals leicht über der Dynamik
im bisherigen Rekordjahr 2025. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die
Krankenhäuser im Zeitraum von November 2025 bis Oktober 2026 von
Nr. 20 vom 19. Juni 2026
Seite 3 von 5
Rechnungszuschlägen zur Finanzierung der Soforttransformationskosten
in Höhe von 3,25% des Rechnungsbetrags profitieren. Zum Ausgleich der
entstehenden Kosten stellt der Bund dem Gesundheitsfonds insgesamt
4 Milliarden Euro in Form zusätzlicher Bundesmittel bereit. Im 1. Quartal
2026 wurden 789 Millionen Euro an die Krankenhäuser ausgezahlt,
während im vergangenen Jahr bereits rund 483 Millionen Euro an die
Krankenhäuser gezahlt wurden. Doch auch bereinigt um diesen Effekt und
trotz der mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung
in der Pflege Ende vergangenen Jahres verabschiedeten Begrenzung der
Anstiege der Landesbasisfallwerte sowie der Budgets psychiatrischer und
psychosomatischer Krankenhäuser liegt das Wachstum im
Krankenhausbereich mit bereinigt 6,4 Prozent gegenüber dem ersten
Quartal 2025 deutlich oberhalb des langjährigen Mittels und deutlich
oberhalb der Zuwächse bei den beitragspflichtigen Einnahmen. Damit setzt
sich die strukturell beschleunigte Ausgabendynamik auch 2026 fort. Lag der
durchschnittliche Ausgabenzuwachs im Zeitraum 2013 bis 2022 bei rund
3,5 Prozent pro Jahr, wuchsen die Ausgaben in den folgenden Jahren im
Schnitt um 8,2 Prozent pro Jahr.
Die Aufwendungen für die Versorgung mit Arzneimitteln stiegen um
6,4 Prozent bzw. 0,9 Milliarden Euro und damit etwas stärker als im
Gesamtjahr 2025 (+5,7 Prozent). Auch in diesem Bereich liegt die
Ausgabendynamik damit deutlich oberhalb der Zuwächse bei den
beitragspflichtigen Einnahmen sowie oberhalb der durchschnittlichen
jährlichen Zuwächse im Zeitraum 2013 bis 2024. Innerhalb der Arzneimittel
verzeichnen die Aufwendungen für Arzneimittel im Rahmen der
ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung deutlich
überdurchschnittliche Zuwächse (+29,6 Prozent bzw. +242 Millionen Euro).
Auch die Ausgaben für ambulant-ärztliche Behandlungen, welche in den
ersten drei Monaten des Jahres 2026 um 7,3 Prozent bzw. 1,0 Milliarde Euro
wuchsen, zeigen eine gegenüber dem Vorjahresverlauf ungebrochen hohe
Dynamik weit oberhalb des langjährigen Durchschnitts. Für die weiterhin
hohe Rate sind neben dem Anstieg des bundeseinheitlichen
Orientierungspunktwerts um 2,80 Prozent und den Vergütungen und
Zuschlägen für Vermittlungsfälle (sog. TSVG-Konstellationen) auch
Sondervergütungen (z.B. für die Befüllung der elektronischen
Patientenakte) verantwortlich. Auch die Aufwendungen für die ambulante
spezialfachärztliche Behandlung (+18 Prozent bzw. +29 Millionen Euro),
und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (+17 Prozent bzw.
+38 Millionen Euro) sowie die Versorgung im Rahmen der
hausarztzentrierten Versorgung (+16 Prozent bzw. +94 Millionen Euro)
Nr. 20 vom 19. Juni 2026
Seite 4 von 5
zeigten ein deutlich überdurchschnittliches Wachstum. Bei der
Interpretation der Aufwüchse ist zu berücksichtigen, dass die Buchungen
im ärztlichen Bereich stets auch von Schätzungen geprägt sind, da
insbesondere für das 1. Quartal Abrechnungsdaten nur in sehr geringem
Umfang vorliegen.
Wie bereits in der Vergangenheit weist der personalintensive Bereich der
medizinischen Behandlungspflege erneut ein stark überdurchschnittliches
Wachstum von 11,2 Prozent (bzw. 0,3 Milliarden Euro) auf. Bereits seit 2013
ist dieser Bereich in jedem Jahr stärker als die GKV-Gesamtausgaben sowie
stärker als die beitragspflichtigen Einnahmen gewachsen.
Mit Ausnahme der Jahre 2017 und 2020 gilt dies auch für den Bereich
Heilmittel, der im 1. Quartal 2026 erneut ein weit überdurchschnittliches
Wachstum von 10,2 Prozent bzw. 357 Mio. Euro verzeichnet. Hierbei
steigen insbesondere die Aufwendungen für die Heilmittelversorgung mit
erweiterter Versorgungsverantwortung der Heilmittelerbringer (sog.
„Blankoverordnung“) in der Ergotherapie und Physiotherapie kräftig um
256 Millionen Euro, wenngleich hierbei zu beachten ist, dass ein Teil des
Aufwuchses in diesem Teilbereich eine Verlagerung aus der bisherigen
Heilmittelversorgung in diese neue Versorgungsform darstellt.
Die Ausgaben für Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen, die nach den
pandemiebedingten Einbrüchen des Jahres 2020 im Schnitt um rund
10,4 Prozent pro Jahr wuchsen, entwickelten sich mit einer Steigerung von
9,0 Prozent bzw. 111 Millionen Euro ungebrochen dynamisch fort. Damit
lag das prozentuale Wachstum in diesem Bereich im 1. Quartal rund
dreimal so hoch wie im Schnitt der Jahre 2013 bis 2019.
Auch die Aufwendungen für Fahrkosten verzeichnen mit 9,2 Prozent
(237 Millionen Euro) eine hohe Wachstumsrate. Innerhalb des Bereichs
weisen vor allem die Aufwendungen für Fahrten mit Rettungswagen
(+9,9 Prozent bzw. +127 Millionen Euro) sowie die Aufwendungen für
Flugrettungen (+13,1 Prozent bzw. +9 Millionen Euro) hohe
Wachstumsraten auf.
Auch die meisten anderen größeren Ausgabenbereiche wie
Schutzimpfungen (+9,7 Prozent bzw. +80 Millionen Euro), Krankengeld
(+6,8 Prozent bzw. +374 Millionen Euro), Zahnärztliche Behandlungen ohne
Zahnersatz (+5,9 Prozent bzw. +221 Millionen Euro), Früherkennungs-
maßnahmen (+5,6 Prozent bzw. +45 Millionen Euro) und Hilfsmittel (+4,6
Prozent bzw. +138 Millionen Euro) weisen Zuwachsraten auf, die oberhalb
Nr. 20 vom 19. Juni 2026
Seite 5 von 5
der Zuwächse bei den beitragspflichtigen Einnahmen liegen. Damit liegt die
Ausgabendynamik in der Breite der GKV-Ausgabenbereiche seit einigen
Jahren weit oberhalb dessen, was durch die gesamtwirtschaftliche Dynamik
bei Löhnen, Gehältern und Renten der GKV-Mitglieder erwirtschaftet
werden kann.
Die Verwaltungskosten der Krankenkassen entwickeln sich sowohl im
Teilbereich der sächlichen Verwaltungskosten (-1,9 Prozent bzw.
- 24 Millionen Euro) als auch der persönlichen Verwaltungskosten
(+3,3 Prozent bzw. +92 Millionen Euro) wesentlich moderater als die
Leistungsausgaben. Mit einem Zuwachs von durchschnittlich 2,5 Prozent
pro Jahr seit 2013 liegen die Zuwächse bei den Verwaltungskosten in der
Regel deutlich unterhalb der Zuwächse bei den beitragspflichtigen
Einnahmen (durchschnittlicher Zuwachs von 4,2 Prozent pro Jahr), so dass
die Verwaltungsausgaben nicht zum Aufwachsen der strukturellen Lücke
zwischen Ausgaben- und Einnahmenwachstum in der gesetzlichen
Krankenversicherung beitragen.
Weitere Entwicklung
Bei der Interpretation der Daten des 1. Quartals ist grundsätzlich zu
berücksichtigen, dass die Ausgaben in vielen Leistungsbereichen,
insbesondere bei Ärzten und Zahnärzten, von Schätzungen geprägt sind, da
Abrechnungsdaten häufig noch nicht oder nur teilweise vorliegen. Daher
sind die Rechnungsergebnisse des 1. Quartals noch mit Vorsicht zu
interpretieren. Die Finanzergebnisse für das 1. Halbjahr 2026 werden Ende
August vorliegen.
Anlage 1
Finanzielle Entwicklung in der Gesetzlichen Krankenversicherung einschließlich der landwirtschaftlichen
Krankenkasse1 im 1. Quartal 2026
Ausgaben der Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent – Veränderungsraten
Leistungsbereich
GKV
absolut
GKV
je
Vers.
AOK
je Vers
BKK
je Vers
IKK
je Vers
KBS
je Vers
EK
je Vers.
LKV
je Vers.
Ärztliche Behandlung2 7,3 7,3 7,3 7,4 8,9 10,8 6,9 8,4
Behandlung durch Zahnärzte ohne Zahnersatz 5,9 6,0 5,2 6,6 5,6 5,3 6,2 10,3
Zahnersatz 1,1 1,2 -0,6 2,9 3,3 10,6 1,4 3,9
Arznei- und Verbandmittel 6,4 6,4 6,9 7,5 7,8 11,0 5,5 -0,0
Hilfsmittel 4,6 4,6 5,0 4,9 5,5 9,3 4,0 4,3
Heilmittel 10,2 10,2 9,0 12,4 13,6 17,7 9,6 16,7
Krankenhausbehandlung3 9,3 9,4 8,9 10,8 11,9 13,3 9,2 8,2
Krankengeld 6,8 6,8 6,7 8,0 6,7 5,5 6,5 -5,8
Fahrkosten 9,2 9,3 9,4 12,2 14,5 12,2 7,5 14,9
Vorsorge- u. Rehabilitationsmaßnahmen 9,0 9,1 9,5 8,9 13,4 12,7 8,2 6,1
Schutzimpfungen 9,7 9,8 10,1 10,2 14,0 18,4 8,2 16,0
Früherkennungsmaßnahmen 5,6 5,6 3,6 5,5 4,4 5,2 7,5 9,0
Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft4 2,7 2,8 2,4 3,4 -5,2 -2,6 3,5 10,7
Medizinische Behandlungspflege5 11,2 11,3 11,5 11,5 23,0 21,7 9,0 11,4
Summe der Leistungsausgaben 8,0 8,0 7,9 8,8 10,0 12,3 7,5 6,9
Netto-Verwaltungskosten (Netto-Vwk) -0,0 0,0 -1,3 -1,9 6,8 2,5 1,5 -0,9
Netto-Vwk ohne Altersrückstellungen -0,8 -0,7 -1,8 -1,7 6,7 2,5 -0,2 -0,0
Summe der Leistungsausgaben und Netto-Vwk 7,7 7,7 7,5 8,4 9,9 11,9 7,3 6,5
Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen (absolut in Mio. EUR)
Ausgaben/Einnahmen GKV AOK BKK IKK KBS EK LKV
Ausgaben insgesamt 93.084 34.283 13.540 6.283 2.138 36.117 723
Einnahmen insgesamt 94.393 34.489 13.853 6.403 2.223 36.684 741
davon:
Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds6 77.887 28.997 11.180 5.229 1.859 30.622 0
Mittel aus dem Einkommensausgleich 15.242 5.262 2.609 1.137 351 5.883 0
Beitragseinnahmen7 334 0 0 0 0 0 334
Sonstige Einnahmen8 930 230 63 37 12 180 407
Überschuss/Defizit (-) 1.309 206 312 120 84 567 18
Einnahmen und Ausgaben des Gesundheitsfonds
Ausgaben/Einnahmen in Mio. EUR
Veränderung zum Vorjahreszeitraum
in Prozent
Ausgaben insgesamt 93.583 7,0
davon:
Zuweisungen an die Krankenkassen9 78.063 6,0
Ausgaben für Zahlungen aus dem Einkommensausgleich 15.404 11,8
Zuweisungen inkl. Zahlungen aus dem Einkommensausgleich 93.467 6,9
Innovationsfonds - Finanzierungsanteil 25 0,0
Strukturfonds - Finanzierung 83 289,3
Netto-Verwaltungskosten des Gesundheitsfonds 12 -9,7
Einnahmen insgesamt 90.601 9,2
davon:
Beiträge (ohne Zusatzbeiträge) 69.990 4,1
Zusatzbeiträge nach § 242 SGB V 14.523 19,2
Beiträge insgesamt 84.513 6,4
Bundeszuschüsse 6.078 68,8
Überschuss/Defizit (-) -2.982
1 Die landwirtschaftliche Krankenversicherung (LKV) nimmt nicht an dem zum 01.01.2009 eingeführten Gesundheitsfonds teil.
2 einschließlich Integrierte Versorgung, Behandlung durch Belegärzte in Krankenhäusern, ärztliche Behandlung in Hochschulambulanzen, ärztliche Beratung und Behandlung bei Emp-
fängnisverhütung, Sterilisation, Schwangerschaftsabbruch sowie ohne Dialysesachkosten und ohne von den Versicherten geleistete Zuzahlungen.
3 einschließlich stationärer Entbindung
4 ohne stationäre Entbindung
5 Ehemals als Behandlungspflege/häusliche Krankenpflege bezeichnet.
6 von den Krankenkassen ausgewiesene Zuweisungen für den Berichtszeitraum einschließlich Forderungen und Verpflichtungen
7 Der Wert bezieht sich hauptsächlich auf die Beitragseinnahmen der LKV, die nicht am Gesundheitsfonds teilnimmt; die übrigen Kassenarten erhalten Zuweisungen aus dem Gesund-
heitsfonds.
8 Bei der LKV insbesondere Zuschüsse des Bundes für die landwirtschaftlichen Altenteiler sowie bei allen Krankenkassen insbesondere Erstattungen von Dritten und Vermögenserträge.
9 ausgezahlte Zuweisungen des Bundesamtes für Soziale Sicherung für den Berichtszeitraum
Anlage 2
Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung
Anteile an den Ausgaben insgesamt im 1. Quartal 2026
1 ohne ärztliches Honorar
2 ohne stationäre Entbindung und ärztliche Leistungen
Leistungsbereich
1. Quartal 2025
in Mio. Euro
1. Quartal 2026
in Mio. Euro
Abs. Differenz in Mio. Euro
aktueller Zeitraum zu
Vorjahreszeitraum
Ärztliche Behandlung 13.417 14.390 973
Zahnärztliche Behandlung ohne Zahnersatz 3.754 3.975 221
Zahnersatz 1.030 1.041 12
Arzneimittel 14.282 15.189 908
Hilfsmittel 3.021 3.160 138
Heilmittel 3.511 3.867 357
Krankenhausbehandlung 27.243 29.787 2.544
Krankengeld 5.532 5.905 374
Fahrkosten 2.578 2.815 237
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen 1.223 1.333 111
Schutzimpfungen1 828 908 80
Früherkennung 804 849 45
Schwangerschaft / Mutterschaft2 383 393 10
Medizinische Behandlungspflege 2.843 3.162 318
Sonstige Leistungsausgaben 2.189 2.432 242
Ausgaben für Leistungen insgesamt 82.636 89.208 6.572
Sonstige Aufwendungen 629 644 14
Netto-Verwaltungskosten 3.234 3.233 -1
Ausgaben insgesamt 86.499 93.084 6.585
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
d
a
r
u
n
t
e
r
:
Überschriften
Ausgaben der Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent – Veränderungsraten
Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen (absolut in Mio. EUR)
Einnahmen und Ausgaben des Gesundheitsfonds
Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung
Anteile an den Ausgaben insgesamt im 1. Quartal 2026
22.06.2026
Datei
PD
MDR/IVDR simplification
proposal provides a more
proportionate approach
to life cycle oversight
June 2026
Europe requires efficient, innovation-friendly, and well-
governed regulations to ensure safe and effective medical
technologies for patients and health systems. Effective
healthcare delivery is vital for Europe’s prosperity and the
competitiveness of its medical technology industry, which
supplies essential devices in Europe and globally.
The In Vitro Diagnostic Medical Devices Regulation (IVDR)
and Medical Devices Regulation (MDR) represented an
important step forward in strengthening patient safety.
However, the lack of predictability, process inefficiencies
and increased administrative burden are currently
reducing device availability and hindering the sector's
competitiveness, especially for SMEs. The regulations
have increased costs and complexity, particularly around
life cycle assessment. By the end of five years, IVD
manufacturers will spend at least 70% more and MD
manufacturers 50% more on maintenance and re-
certification compared to previous directives1. Serious
incident reports have risen by over 20%, while corrective
actions increased by only 1%, indicating that more
reporting has not translated into improved device safety.
This has not led to proportionally more corrective actions,
suggesting redundancy2.
The European Commission’s proposal to amend MDR
and IVDR, published on 16 December 2025, offers a
chance to improve the efficiency and sustainability of
the EU’s regulatory system. This paper sets out how
the proposed oversight and reporting changes deliver
a stronger, more proportionate regulatory system, with
patient safety kept constant throughout. It focuses on
the oversight and reporting dimensions of the
proposal and complements the wider debate on
delivering the Commission's simplification objectives.
Strengthening the regulatory system
with smarter oversight
Even with every simplification measure in place,
Europe will keep a stringent pre- and post-market
system, comparable to other major jurisdictions.
1 MedTech Europe 2024 Regulatory Survey: key findings and insights
2 While serious incident reports increased by 20% (reporBng is done on potenBal serious incidents), correcBve acBons rose by only 1%, showing that more
reporBng does not automaBcally lead to a need for acBon and safer products.
Source: European Commission. (2025). Commission staff working document: Evalua7on of Regula7on (EU) 2017/745 on medical devices and Regula7on (EU)
2017/746 on in vitro diagnos7c medical devices. Accompanying the proposal for a regulaBon of the European Parliament and of the Council amending
RegulaBons (EU) 2017/745 and (EU) 2017/746 as regards simplifying and reducing the burden of the rules on medical devices and in vitro diagnosBc medical
devices. European Commission. hRps://ec.europa.eu/transparency/documents-register/detail?ref=SWD(2025)1051&lang=en
The simplification proposal strengthens current
regulatory oversight mechanisms by ensuring that
focus and attention is concentrated where it matters
most. By removing duplication and low-value
administrative processes, the revision proposal frees
up capacity to detect safety signals earlier, scrutinise
high-risk products and areas requiring improved
compliance more closely, and intervene more
effectively to protect patients.
This approach delivers more targeted and effective
regulation, while enabling safe and innovative devices
to reach EU patients.
The revision proposal shifts MDR/IVDR to a more risk-
based, targeted approach:
• Targeted safety oversight for earlier
intervention: the revision proposal maintains the
core oversight while making the mechanisms
more targeted like periodic certificate reviews
(replacing recertification), annual surveillance,
pre-approval of device changes, continuous
reporting (including risk-based updates to
periodic safety reports and summary of safety
and performance), targeted technical
documentation review, as well as representative
device assessment.
This means that Notified Bodies can adapt their
quality management system auditing methods,
tailor their scrutiny based on risk (e.g. through
unannounced audits), compliance history, and
post-market signals, ensuring focused scrutiny on
quality systems with poor compliance. When the
oversight is targeted at the areas that need
improvement it can help catch issues earlier and
intervene more quickly before issues escalate.
• Resources are directed to safety signals: By
replacing duplicative processes, such as routine
technical documentation sampling and fixed re-
certification cycles, with a more efficient risk-
based method, the proposal reduces
administrative burden and frees up capacity. This
allows regulators and Notified Bodies to focus on
meaningful surveillance of safety data, post-
market signals, and devices where concerns
actually exist, rather than on repetitive, low-value
administrative tasks across all devices,
irrespective of their risk, establishment level and
history on the market.
https://www.medtecheurope.org/resource-library/medtech-europe-2024-regulatory-survey-key-findings-and-insights/
https://ec.europa.eu/transparency/documents-register/detail?ref=SWD(2025)1051&lang=en
• Authorities can act more quickly and effectively
when issues arise: Greater flexibility in audits and
oversight, including risk-based surveillance,
remote audits, transparency through EUDAMED
and targeted unannounced audits, enables lean,
resource-friendly and more proportionate
oversight. Clearer processes, structured dialogue
with notified bodies, and better integration of
post-market surveillance data further support
more timely and effective decision-making.
Notified Bodies and competent authorities retain all
oversight tools, including unannounced audits, and can
also deploy them where they are genuinely needed.
This concentrates qualified resources on the controls
that catch real risks, rather than on routine tasks that
add little to patient safety. It allows for focused, timely
detection of risks and more effective usage of
qualified resources.
Continuous life cycle assessment:
foundations of the system stay solid
The MDR/IVDR introduced a life cycle based system that
treats safety and performance as an ongoing regulatory
outcome rather than a one‑time market access decision.
The European Commission’s proposal preserves the core
principles and architecture that ensure a robust life cycle
assessment:
• Manufacturers remain responsible for the safety and
performance of their devices across the entire
product life cycle from design to real-world use:
through continuous monitoring, verification, validation,
post-market surveillance, trending, preventive,
corrective actions, continuous design improvement,
and risk management. This is supported by robust
quality and risk management principles, among others,
via compliance with international standards used
widely across the industry (such as those for quality
control and risk management). These mechanisms
make safety and performance a core part of every
process throughout the entire device life cycle. The
MDR and IVDR revision proposal builds on these
obligations rather than altering them.
• Notified Bodies maintain their oversight role as
independent and competent entities through
conformity assessment and surveillance: Notified
Bodies verify compliance before and after placing on
the market by assessing technical documentation,
auditing manufacturers’ quality systems including but
not limited to their post-market surveillance system.
Their oversight ensures that life cycle controls,
including risk management principles, continuous
state of the art consideration and post-market
surveillance and vigilance-processes/measures, are
effectively implemented and maintained.
• The proposal maintains the core role and objectives of
Notified Bodies’ activities while changing the
frequency of some Notified Body tasks to make them
less redundant and more risk based.
Competent authorities remain responsible for market
oversight, vigilance, and enforcement: they monitor
safety issues at system level, assess serious incidents and
trends, coordinate responses, and take enforcement
action where needed. Through tools such as unique
device identification (UDI) and the European Database on
Medical Devices (EUDAMED), they benefit from enhanced
traceability and transparency, enabling faster and more
coordinated intervention. These responsibilities are
unchanged, and new provisions are proposed to
strengthen market surveillance through a Europe-wide
coordination mechanism and provision of expert groups
to support assessment by Competent Authorities.
Conclusion
The European Commission’s proposed changes aim to
reduce duplication and improve regulatory efficiency,
while maintaining robust oversight for patient health
and safety. The proposal sharpens the system by
directing oversight to where risk actually sits, while
manufacturer responsibility, Notified Bodies’
independent assessments, and competent authorities’
enforcement remain firmly in place.
The proposal enhances safeguards through a more
targeted, risk-based approach, removing
unnecessary administrative layers while preserving
intervention where needed. This results in a more
effective and patient-centred framework that not only
maintains safety standards but also strengthens
protection by focusing oversight on areas with the
greatest public health impact. At the same time, by
adjusting redundant reporting mechanisms, it
supports a more competitive manufacturing sector
which is better able to provide new and essential
devices for patients and healthcare systems.
A simpler system is not a shortcut on safety. It
is the condition for safety, and for a resilient
healthcare system.
22.06.2026
Datei
PD