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Helsinki-Verfahren zur Klassifizierung von Epilepsie Alarmen
Die DKMA hat insgesamt 14 Stellungnahmen erhalten. Eine Mehrheit der Beteiligten ist der Ansicht, dass die Alarme gemäß Regel 11 mindestens der Klasse IIa zuzuordnen sind. Uneinigkeit besteht jedoch hinsichtlich der möglichen Anwendung von Regel 10, weshalb aus Sicht der DKMA weiterer Klärungsbedarf besteht. Die Behörde kommt zu dem Schluss, dass die derzeitige Klassifizierung der Produkte als Klasse I durch den Hersteller nicht zutreffend sei. Vielmehr seien die Produkte nach Regel 11 mindestens der Klasse IIa zuzuordnen. Ob zusätzlich Regel 10 Anwendung findet, bliebe offen. Mehrere Mitgliedstaaten haben darüber hinaus darauf hingewiesen, dass die als Alarm 1, 2 und 3 in Verkehr gebrachten Systeme jeweils aus mehreren physischen Einheiten mit eigenständigen, aber miteinander verbundenen Funktionen bestehen. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, ob diese Einheiten als separate Medizinprodukte in Verkehr gebracht werden sollten oder könnten, was teilweise zu einer Einstufung einzelner Komponenten als Klasse I führen könnte. Die DKMA ist auf diese Fragestellung im Rahmen der vorliegenden Untersuchung nicht vertieft eingegangen, widerspricht dieser Sichtweise jedoch nicht grundsätzlich. Gleichzeitig stellt sie klar, dass das derzeitige Inverkehrbringen als integriertes Produkt nicht als rechtswidrig angesehen wird und die Bewertung auf dieser Grundlage fortgeführt wird. Im Rahmen von Schritt 23 des Helsinki-Verfahrens fordert die DKMA die Beteiligten auf, weitere Stellungnahmen oder zusätzliche Informationen einzureichen. Die Frist hierfür endet am 17. August 2026. Zur Vorbereitung einer abgestimmten AESGP-Stellungnahme wird um Rückmeldung bis zum 3. Juli 2026 an Marie Anton ( anton@pharmadeutschland.de ) und Dr. Heike Wollersen ( wollersen@pharmadeutschland.de ) gebeten. Ergänzend hat die DKMA eine Zusammenfassung der eingegangenen Rückmeldungen veröffentlicht sowie ein Fragen-und-Antworten-Dokument mit zusätzlichen Informationen, das im Anschluss an eine Anfrage einer anderen Aufsichtsbehörde erstellt wurde.
01.06.2026 Beitrag PD
Zunehmender Tabakkonsum bei Jugendlichen und verfestigte Abhängigkeit im Erwachsenenalter
Obwohl sich langfristig ein stark rückläufiger Trend beim Zigarettenkonsum pro Kopf zeigt, zeichnete sich von 2023 auf 2025 wieder ein leichter Anstieg ab. Laut BIÖG führt vor allem das Vapen Jugendlichen verstärkt zum Rauchen: Der Anteil der Konsumentinnen und Konsumenten von Mehrweg-E-Zigaretten sei bei männlichen Jugendlichen seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen, bei Mädchen sogar von 1,8 auf 7,8 Prozent. Auch diese Produkte gelten - wie klassische Nikotinprodukte – als stark gesundheitsschädlich und bergen ein hohes Abhängigkeitspotential. „Nikotinabhängigkeit ist keine Frage mangelnder Disziplin, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die gezielte Unterstützung erfordert." Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin Mit der Verabschiedung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) wurde am vergangenen Freitag die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) zur Rauchentwöhnungsberatung beschlossen – ein wichtiger Schritt Richtung Prävention und Behandlung. „Wichtig ist, diese beschlossenen pDLs jetzt auch schnell und unbürokratisch umzusetzen“, so Brakmann. Tabakkonsum ist nachweislich eine der Hauptursachen für vorzeitige Sterblichkeit sowie zahlreiche chronische Erkrankungen und verursacht jährlich über 127.000 Todesfälle. Die volkswirtschaftlichen Kosten tabakbedingter Erkrankungen belaufen sich auf über 97 Milliarden Euro jährlich. Von den 80,9 Prozent Nichtrauchenden in Deutschland sind 22 Prozent ehemalige Raucherinnen und Raucher. Viele schaffen den Sprung in die Rauchfreiheit, allerdings brauchen sie im Schnitt sechs Anlaufversuche. Die Schwierigkeit besteht an der Verknüpfung des Rauchkonsums im Alltag – der erste Kaffee, die Mittagspause, das Warten am Bahnhof. Mit dem Beschluss zur Erstattungsfähigkeit von Arzneimitteln zur Rauchentwöhnung für Menschen mit schwerer Tabakabhängigkeit hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im vergangenen Jahr die Einordnung als therapiebedürftige Suchterkrankung unterstrichen. Seitdem können Patientinnen und Patienten bestimmte Arzneimittel zur Rauchentwöhnung auf ärztliche Verordnung erhalten. Dazu zählen rezeptfreie Nikotinpräparate wie Kaugummis, Pflaster und Lutschtabletten sowie verschreibungspflichtige Präparate mit dem Wirkstoff Varencilin zur Linderung von Entzugssymptomen. Zuvor galten diese Mittel verharmlosend als „Lifestyle-Arzneimittel“ und waren von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke nehmen eine zentrale Rolle bei der Rauchentwöhnung ein. Sie ermöglichen einen niedrigschwelligen Start in den Ausstieg und unterstützen eigenverantwortliche Schritte in die Rauchfreiheit. Pharma Deutschland betont daher Apotheken als zentrale Anlaufstelle für Information, Beratung und Begleitung. Ergänzend können digitale Anwendungen wie Apps die Entwöhnung unterstützen, da sie die Möglichkeit bieten, das Rauchverhalten sowie Erfolge zu dokumentieren und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Jede Zigarette weniger wirkt sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Pharma Deutschland setzt sich daher für eine schnelle und unbürokratische Umsetzung der neuen pharmazeutischen Dienstleitungen zur Rauchentwöhnungsberatung ein, sowie für mehr Aufklärung, eine stärkere Förderung der Rauchentwöhnung sowie den Ausbau evidenzbasierter und niedrigschwelliger Unterstützungsangebote. Der Weltnichtrauchertag („World No Tobacco Day“) wurde 1987 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen und wird jährlich am 31. Mai begangen. Er soll weltweit auf die gesundheitlichen Gefahren des Tabakkonsums und das hohe Suchtpotenzial von Nikotin aufmerksam machen.
29.05.2026 Beitrag
Achtung Versichertenverunsicherung! Krankenkassen sprechen von Explosion der Arzneimittelpreise - die eigenen Daten zeigen das Gegenteil
Während Krankenkassen in der aktuellen politischen Debatte um das GKV-Spargesetz immer neue Eingriffe in den Arzneimittelmarkt fordern und steigende Preise zum zentralen Problem erklären, zeigen ihre eigenen Datengrundlagen ein deutlich differenzierteres Bild. Selbst in dem Bereich patentgeschützter Arzneimittel, der besonders häufig als Beleg für eine aus dem Ruder laufende Entwicklung herangezogen wird, lässt sich aus dem Preisindex kein pauschales Explosionsnarrativ ableiten. „Die Krankenkassen müssen aufpassen, dass ihnen ihre widersprüchliche Kommunikation nicht um die Ohren fliegt”, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. “Mit ihrer Kommunikation verspielen die Krankenkassen systematisch Vertrauen und beschädigen die Grundlage für einen gesundheitspolitischen Diskurs mit allen Beteiligten. Wer dem Alarmismus gegenüber den eigenen Analysen den Vorzug gibt, verunsichert die eigenen Versicherten.“ Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin Hinzu kommt, dass in der Debatte regelmäßig mit Kosten einzelner neuer Hochpreisarzneimittel argumentiert wird. Solche Beispiele sind rechnerisch korrekt, sie taugen aber nicht dazu, die Preisentwicklung des gesamten Marktes zu beschreiben, weil sie seltene Extremfälle stark übergewichten und dadurch ein verzerrtes Bild erzeugen. „Mit Einzelfällen und ungewichteten Werten lässt sich schnell ein Schreckensbild zeichnen“, so Brakmann. „Aber aus wenigen Fällen wird noch keine allgemeine Preisexplosion.“ Pharma Deutschland warnt deshalb davor, auf dieser Grundlage weitere Spargesetze zu legitimieren. Wenn das GKV-Spargesetz den Zugang zu Therapien zusätzlich erschwert, droht am Ende eine Behandlung nach Kassenlage statt nach medizinischem Bedarf. Der Verband fordert eine faktenbasierte Debatte über Arzneimittelpreise, Arzneimittelausgaben und demografische Entwicklung. Wer tragfähige Entscheidungen treffen will, muss zwischen Preisentwicklung, Ausgabenanstieg, Strukturveränderungen und gezielter Versorgung schwerkranker Menschen unterscheiden – statt alles in ein populäres Explosionsnarrativ zu pressen.
29.05.2026 Beitrag
EMA aktualisiert ihren Leitfaden zu Dateninhalten für die Arzneimittel Produkt-Datenbank
Der Implementation Guide für die PMS Datenbank gibt in 8 Kapiteln sowie ergänzenden Dokumenten eine detaillierte Anleitung für alle Beteiligten zur inhaltlichen Pflege der PMS-Datenbank innerhalb des SPOR-Projektes der EMA. Eine Vielzahl von Anwendung sind an die Daten und Informationen in der PMS-Datenbank angebunden, so auch die EU-Datenbank zu Lieferengpässen ( European Shortages Monitoring Platform - ESMP). In die PMS-Datenbank sind hier eine Reihe von speziellen Informationen durch den Zulassungsinhaber zu übermitteln, wie die einzelnen Packungsgrößen und Informationen zu den Herstellern und deren Prozessen. Der Implementation Guide wird bei Bedarf aktualisiert, um Änderungen an den beschriebenen Prozessen widerzuspiegeln. Dies stellt sicher, dass die Leitlinien aktuell und relevant für die Praxis der Branche und der nationalen Zulassungsbehörden bleiben und dass die Nutzer stets mit den neuesten verfügbaren Informationen arbeiten. Kapitel 3 gibt Anleitungen zum Prozess der elektronischen Einreichung von Humanarzneimitteln im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gemäß den ISO-IDMP-Standards, z.B. in die PMS-Datenbank unter Verwendung der FHIR-Spezifikation. Der Implementation Guide umfasst den gesamten Prozess von der ersten Einreichung eines Zulassungsantrags bis hin zu den Wartungsmaßnahmen (z. B. Änderungen und Verlängerungen), die während des Lebenszyklus des Arzneimittels durchgeführt und gemeldet werden. Er behandelt auch den Prozess zur Bereitstellung neuer Daten oder zur Korrektur von bereits zugelassenen Arzneimitteln. Version 3.4 des Kapitels 3 führte einen aktualisierten Abschnitt für Manufactoring Business Operations (MBOs) mit zusätzlichen Informationen ein, die klarstellen, welche Geschäftsabläufe vom Zulassungsinhaber (MAH) im Rahmen des Anreicherungsprozesses eingereicht werden sollten. Version 3.5 wurde veröffentlicht, um den MBOs-Abschnitt erneut zu aktualisieren und zwei neue MBOs aufzunehmen (Qualitätskontrolle der Master/Working Cell Bank oder Virus Seed sowie Vorbereitung der Master Cell Bank und/oder Master Virus Seed). Außerdem wurde der Begriff „Physical importation“ entfernt, da er nicht mehr relevant ist. Die aktuelle Version 3.6 erklärt, dass MAHs für die „Manufacturer Authorisation Reference Number“ den Wert „To be provided“ einreichen dürfen, falls dieser nicht bekannt ist. Dennoch sollte der korrekte Wert bis Ende Dezember 2026 angegeben werden. Save the Date Am 9. Juni 2026 veranstaltet die EMA erneut den Product Management Service (PMS) information day 2026 . Der Vormittag ist eine öffentliche Veranstaltung der über die Veranstaltungsseite per Livestream verfolgt werden kann. Der Nachmittag ist hingegen den eingeladenen Teilnehmern vor Ort bei der EMA in Amsterdam vorbehalten, er wird nicht live übertragen. Die EMA hat bereits auf der Veranstaltungsseite jeweils die Tagesordnung für den Vormittag und den Nachmittag veröffentlicht Pharma Deutschland wird seine Mitglieder kontinuierlich über die weitere Entwicklung der IT-Projekte auf europäischer Ebene unterrichten.
29.05.2026 Beitrag PD
Ein Jahr European Vaccines Hub for Pandemic Readiness
Der EVH ist ein 2025 gegründetes, von der EU gefördertes Konsortium, das die europäische Pandemievorsorge stärken soll. Ziel ist es, Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel gegen potenziell pandemierelevante Erreger im Krisenfall schneller verfügbar zu machen. Dafür vernetzt der EVH führende europäische Institutionen entlang der gesamten Impfstoffentwicklungskette – von der frühen Forschung über präklinische und klinische Studien bis hin zu Regulierung, Herstellung und Bereitstellung. Das PEI spielt in diesem Verbund eine wichtige Rolle. Es bringt seine wissenschaftliche, regulatorische und praktische Expertise in verschiedenen Bereichen der Pandemievorbereitung ein. Im ersten Projektjahr konnten bereits mehrere konkrete Fortschritte erzielt werden. Dazu gehört unter anderem der Aufbau einer strukturierten Datenbank europäischer Hersteller von Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern. Diese bildet eine wichtige Grundlage, um Produktionskapazitäten innerhalb der EU besser zu analysieren und im Krisenfall gezielt nutzen zu können. Ein weiterer wichtiger Beitrag des PEI erfolgt über das am Institut angesiedelte Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI). Das ZEPAI war maßgeblich an der Entwicklung eines EVH-Impfstoffbereitschaftsplans beteiligt. Dieser soll die Fähigkeit der EU stärken, auf zukünftige Epidemien und Pandemien vorbereitet zu sein. Im Mittelpunkt stehen dabei Impfstoff-Prototypen sowie skalierbare Technologien, die im Ernstfall schneller angepasst und eingesetzt werden können. Gleichzeitig profitiert der EVH von den Erfahrungen des ZEPAI in der Zusammenarbeit mit Herstellern und beim Aufbau komplexer Bereitschaftsstrukturen. Auch im regulatorischen und wissenschaftlichen Bereich hat das PEI bereits wichtige Impulse gesetzt. So wirkte das Institut an einer Strategie zur frühzeitigen Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen mit. Darüber hinaus arbeiten Forschende des PEI gemeinsam mit Partnern an Modellimpfstoffen auf Basis rekombinanter Masernimpfviren. Zusätzlich bringt das Institut seine Expertise zu komplexen Tiermodellen in die Impfstoffforschung des EVH ein. Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen den praktischen Nutzen einer koordinierten europäischen Pandemiebereitschaft. Aktuelle Infektionsfälle, etwa mit Hanta- oder Ebolaviren, zeigen, dass gesundheitliche Bedrohungen weiterhin bestehen und eine enge Zusammenarbeit in Europa notwendig ist. Der EVH schafft dafür wichtige Strukturen und stärkt die Handlungsfähigkeit der EU im Krisenfall nachhaltig. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des PEI .
29.05.2026 Beitrag
EMA: Erneute Aktualisierung der neuen Zusammensetzung der Grippeimpfstoffe 2026/2027
Die EMA EU-Empfehlungen zur Zusammensetzung saisonaler Influenzaimpfstoffe basieren auf der Grundlage von Beobachtungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO); diese stützen sich auf regelmäßige Überwachungsaktivitäten hinsichtlich der Verbreitung und der Eigenschaften verschiedener Influenzaviren weltweit. Die Empfehlungen sind nun ein zweites Mal für die Saison 2026/2027 ergänzt worden. Es wurden weitere Empfehlungen für geeignete A/H3N2-Viren für saisonale zellbasierte Impfstoffe sowie für geeignete Viren der B-Linie für saisonale attenuierte Influenza-Lebendimpfstoffe aufgenommen. Auch Anhang I (Reagenzien zur Impfstoffstandardisierung) wurde aktualisiert, siehe Dokument „ Amended EU recommendations for the seasonal influenza vaccine composition for the season 2026/2027 “. Alle weiteren wichtigen Informationen sind auf der Webseite der EMA verfügbar.
29.05.2026 Beitrag
Branchen-Barometer Pharmazie: Berufseinstieg in die Pharma-Branche
In der von Pharma Deutschland in Auftrag gegebenen Studie wurden im Wintersemester 2025/2026 insgesamt 1000 Studierende an 10 Hochschulen zu Bekanntheit, Image und Interesse an der Pharma-Branche befragt. Die Studierenden stammten aus relevanten Fachrichtungen wie Pharmazie, Naturwissenschaften, Medizin, Ingenieurwesen sowie Wirtschaft mit einem Durchschnittsalter von etwa 23 Jahren. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl die Wahrnehmung zentraler Branchenkennzahlen als auch das Informationsverhalten der Studierenden bei der Arbeitgeberwahl, ihre bevorzugten Berufsfelder sowie Erwartungen und Vorbehalte gegenüber der Branche. Die Ergebnisse zeigen, dass grundlegende Stärken der Pharma‑Branche – etwa ihre hohe Forschungsintensität, die wirtschaftliche Bedeutung und die Stabilität der Arbeitsplätze – grundsätzlich bekannt sind, allerdings vor allem bei Studierenden mit direktem Fachbezug. In anderen Disziplinen ist das Wissen darüber deutlich geringer. Besonders auffällig ist, dass Aspekte wie Umwelt- und Nachhaltigkeitsengagement der Branche kaum wahrgenommen werden, obwohl diese Themen für die Arbeitgeberwahl der Studierenden eine wichtige Rolle spielen. Hier besteht aus Sicht der Untersuchung ein Kommunikationsdefizit. Im Hinblick auf das Informationsverhalten wird deutlich, dass sich rund 90 % der Studierenden gegen Ende ihres Studiums aktiv mit potenziellen Arbeitgebern auseinandersetzen, leistungsstarke Kandidatinnen und Kandidaten jedoch bereits deutlich früher beginnen, den Arbeitsmarkt zu sondieren. Die Initiative geht dabei zunehmend von den Studierenden aus, die gezielt Arbeitgeber auswählen. Hauptinformationsquellen sind digitale Kanäle, insbesondere Internetrecherchen, Jobportale, Unternehmens- und Karrierewebseiten sowie soziale Medien. Persönliche Kontakte oder Kooperationen im Studium spielen demgegenüber eine geringere Rolle. Die Pharma‑Branche wird insgesamt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, insbesondere aufgrund finanzieller Anreize, hoher Arbeitsplatzsicherheit und guter Karrierechancen. Auch das innovative, forschungsnahe Arbeitsumfeld wird positiv hervorgehoben. Gleichzeitig werden jedoch auch deutliche Nachteile benannt wie Bürokratie und hoher Leistungsdruck.
29.05.2026 Beitrag
Haben Apotheken Zukunft?
Zunächst führten die Präsidentin der Apothekerkammer Bayern, Franziska Scharpf, sowie der Geschäftsführer OTC-Markt von Pharma Deutschland, Lutz Boden, mit einem jeweiligen Impuls in die Thematik ein, bevor die Diskussion mit den Vortragenden und geführt von Frau Professor Dr. Ulrike Holzgrabe, Seniorprofessorin für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Universität Würzburg, die Herausforderungen, aber auch die Chancen für die Vor-Ort-Apotheken und damit auch für die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland intensiv diskutiert wurden. Es ist offensichtlich, der Versorgungsbedarf steigt, während sich die Ressourcen spürbar verknappen oder gar endlich werden. Apotheken vor Ort können hier unter geeigneten Voraussetzungen zukünftig im Sinne von Patienten und der Gesellschaft eine noch bessere Rolle einnehmen. Ein wesentlicher Baustein ist und könnten zukünftig noch mehr sein: die Selbstmedikation, optimiert durch die Apotheke. Ein wichtiges Ziel ist es, diese erste Stufe einer primären Versorgung zu stärken und weiter auszubauen. In diesem Zuge sind Maßnahmen zur Prävention zu entwickeln und umzusetzen. Point-of-Care-Test, Impfungen, pharmazeutische Dienstleistungen sollten Eingang in den Versorgungsalltag finden. Außerdem könnten weitere sog. OTC-Switches, also neue rezeptfreie Arzneimittel, das Angebotsspektrum der Apotheke vergrößern. Das aktuell verabschiedete Apothekenreformgesetz ist nicht das Ende einer Entwicklung. Vielmehr ist es als Startrampe für weitere Leistungsangebote zu nutzen. Bei alledem müssen die bestehenden und die neuen Prozesse digital Hand in Hand mit der persönlichen Patientenansprache gehen. Die Apotheke der Zukunft wird sich noch besser auf die Menschen und ihre Bedürfnisse einzustellen haben. Sie sind dort abzuholen, wo sie sich bewegen, also auch im Netz. Dies gilt nicht nur, aber im Besonderen für die jüngeren Generationen. Arzneimittelversorgung und Apotheke gehört zusammen. Selbstmedikation und Apotheke passen zusammen. Der Schlüssel, um den Herausforderungen im Gesundheitssystem erfolgreich zu begegnen, liegt in der Zusammenarbeit der Heilberufe und aller weiteren Stakeholder. Noch einmal zur Ausgangsfrage: Haben Apotheken Zukunft? Ja, denn sie sind ohne Alternative. Apotheken verbinden Kompetenz, Nähe, Verantwortung und auch Technologie. So wird Vertrauen in die therapeutischen Leistungen geschaffen und sukzessive Gesundheitskompetenz aufgebaut.
29.05.2026 Beitrag
Zulassung: Aktualisierung der Einreichfristen zu unterschiedlichen Verfahren
Verfahren bei der EMA folgen vorher definierten Abläufen und Zeitplänen. Um Antragstellern eine bessere Planung ihrer Einreichungen zu ermöglichen, veröffentlicht die EMA regelmäßig aktualisierte Zeitpläne für unterschiedliche Verfahren. Nun wurden folgende Timetables aktualisiert: Timetable: Annual reassessment Timetable: Annual reassessment - ATMP Timetable: Annual renewal application of conditional marketing authorisation Timetable: Annual renewal application of conditional marketing authorisation - ATMP Die aktualisierten Verfahrenszeitpläne können auf der Webseite der EMA abgerufen werden.
28.05.2026 Beitrag PD
Frauen leisten mehr für ihre Gesundheit, fühlen sich aber schlechter versorgt
Vor diesem Hintergrund fordert Pharma Deutschland eine stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in Forschung und Versorgung – unter anderem durch bessere Datengrundlagen und eine konsequentere Einbindung von Frauen in klinische Studien. In aktuellen Befragungen gaben 76 Prozent der Frauen an, sich Sorgen, um ihre Gesundheit zu machen, bei den Männern sind es mit 74,3 Prozent fast gleich viele. Nur rund die Hälfte der Frauen (51,4 Prozent) gaben an, mit ihrer gesundheitlichen Verfassung zufrieden zu sein, bei den Männern sind es 55,4 Prozent. Zugleich zeigen die Umfrageergebnisse, dass Frauen sich stärker eigeninitiativ um ihre Gesundheit kümmern, so greifen sie beispielsweise deutlich häufiger zu rezeptfreien Arzneimitteln: 25,4 Prozent der Frauen tun dies mindestens einmal wöchentlich, dagegen sind es nur 19,3 Prozent der Männer. Auch Nahrungsergänzungsmittel werden von Frauen deutlich häufiger konsumiert als von Männern – 59,4 Prozent zu 43 Prozent. Diese hohe Eigenverantwortung geht jedoch nicht mit einer höheren Zufriedenheit im Hinblick auf die medizinische Versorgung einher. Frauen sind mit ärztlichen Behandlungen wesentlich seltener zufrieden als Männer. So waren 62,2 Prozent der Frauen in den letzten zwölf Monaten mit ärztlichen Behandlungen insgesamt zufrieden, bei Männern waren es rund 70,6 Prozent. Weiterhin gaben nur 60,6 Prozent der Frauen an, großes Vertrauen in ihre Ärztinnen und Ärzte zu haben, bei den Männern waren es dagegen 71 Prozent. Besonders deutlich wird diese Differenz beim Thema Kostendruck: Fast jede zweite Frau (44,5 Prozent) hat das Gefühl, dass ihnen Ärztinnen und Ärzte schon einmal Behandlungen aus Kostengründen vorenthalten wollten – bei den Männern empfinden dies nur gut ein Drittel (36 Prozent). Hinzu kommen Informationsdefizite: Mehr als die Hälfte der Frauen (53,2 Prozent) fühlt sich nicht ausreichend über geschlechtsspezifische Krankheitsbilder informiert, etwa zu Endometriose oder Unterschieden bei der Erkennung von Herzinfarkten. Entsprechend bewerten Frauen auch die Informationslage insgesamt etwas kritischer: 55,6 Prozent sind mit Informationen zu Medikamenten aus Praxis und Apotheke zufrieden, bei Männern sind es 62,5 Prozent. Nur 36 Prozent der befragten Frauen vertrauen darauf, im Krankheitsfall umfassend versorgt zu werden; bei Männern liegt dieser Wert bei 46 Prozent. Die Zufriedenheit mit der Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland ist bei Frauen 47,2 Prozent, bei Männern 57,9 Prozent. “Die Ergebnisse zeigen deutlich: Der Gender Health Gap ist nicht nur eine Frage individueller Wahrnehmung, sondern Ausdruck systematischer Unterschiede in Nutzung, Erfahrung und Bewertung der Gesundheitsversorgung. Wir erkennen deutlich, dass sich Frauen nachweislich mehr Sorgen um ihre Gesundheit machen. Wenn sie dann aber zugleich Defizite bei Information, Vertrauen und Versorgung erleben, führt das nachvollziehbar zu wachsender Unzufriedenheit“, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin Pharma Deutschland. Umso wichtiger ist es, die strukturellen Ursachen anzugehen. “Es muss mehr Datenerhebung zur Frauengesundheit stattfinden und gleichzeitig müssen Frauen in klinischen Studien stärker berücksichtigt werden.” Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin Pharma Deutschland blickt regelmäßig auf aktuelle Entwicklungen zu Fragen im Bereich Frauengesundheit und setzt sich für die Förderung geschlechtsspezifischer Ansätze in Forschung, Entwicklung und Prävention ein. Dazu zählt auch die Entwicklung passender Präventions- und Versorgungsangebote. Gesundheitsmonitor Frauengesundheit Frauen bewerten ihre Gesundheitsversorgung deutlich kritischer Mehr erfahren
28.05.2026 Beitrag
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