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Gesetzentwurf zur nationalen Umsetzung der KI-Verordnung veröffentlicht
Mit dem aktuellen Gesetzentwurf zur Durchführung der EU-KI-Verordnung (Drucksache 21/4594) schafft die Bundesregierung eine verbindliche Grundlage für den Einsatz von KI-Systemen in Deutschland. Das zentrale Ziel des Gesetzes ist es, ein hohes Schutzniveau für Grundrechte, Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten und gleichzeitig Deutschland als attraktiven Standort für KI-Innovationen zu stärken. Um dieses Ziel effizient zu erreichen, wurde die Bundesnetzagentur (BNetzA) als zentrale nationale Marktüberwachungsbehörde und Kontaktstelle benannt. Durch diese Bündelung der Zuständigkeiten sollen klare Ansprechpartner für Unternehmen geschaffen und wertvolle Synergieeffekte mit anderen Digitalgesetzen, wie dem Data Act, genutzt. Ein entscheidender Baustein für die technologische Weiterentwicklung sind die neu geschaffenen KI-Reallabore (Regulatory Sandboxes). Diese sollen Entwicklern eine kontrollierte Umgebung bieten, um innovative KI-Systeme unter behördlicher Aufsicht zu testen, noch bevor diese offiziell in den Verkehr gebracht werden. Die Koordination dieser Labore liegt ebenfalls in den Händen der BNetzA. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Start-ups, die einen vorrangigen Zugang zu diesen Testfeldern erhalten sollen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Im Vergleich zum vorangegangenen Referentenentwurf vom September 2025 wurden im finalen Text Konkretisierungen vorgenommen. Während die grundsätzliche Ausrichtung erhalten blieb, wurde die institutionelle Unabhängigkeit der Aufsicht innerhalb der BNetzA weiter präzisiert. Ein interessanter Aspekt bleibt die Handhabung von Sanktionen: Um die staatliche Handlungsfähigkeit nicht zu gefährden, sieht der Gesetzentwurf vor, dass gegen öffentliche Stellen des Bundes im Regelfall keine Geldbußen verhängt werden. Stattdessen setzt man konsequent auf die Instrumente der Rechts- und Fachaufsicht. Zusätzlich wird die Sicherheit für Informanten gestärkt, indem Verstöße gegen die KI-Verordnung explizit in den Schutzbereich des Hinweisgeberschutzgesetzes aufgenommen werden.
11.03.2026 Beitrag PD
Ausschuss Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Zu Beginn präsentierte Hannes Hönemann (Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit) die aktuelle Civey-Umfrage zur Selbstmedikation. Im Anschluss erläuterte der Ausschussvorsitzende Dr. Traugott Ullrich (Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG) die Hintergründe der geplanten OTC-Strategie von Pharma Deutschland und zeigte anhand zahlreicher Kennzahlen deutlich auf, wie groß der Handlungsbedarf im deutschen Gesundheitssystem ist. Das zentrale Fazit lautet: die Apotheke vor Ort als erste Anlaufstelle stärken und die Beratung klar in den Mittelpunkt rücken. Ebenfalls wurde auf den Selbstmedikations-Summit “Selbstverständlich Selbstmedikation” , der am 23. September 2026 in Berlin erstmals stattfinden und künftig jährlich fortgeführt werden soll, angekündigt. Hannes Hönemann informierte über Neuerungen der Verbandswebsite seit ihrem Redesign im Dezember 2025 und präsentierte aktuelle Benchmarkzahlen zur Sichtbarkeit. Die Ausschussmitglieder verabredeten für die nächste Sitzung einen umfassenden Programmpunkt zum veränderten Kommunikations- und Informationsverhalten, einschließlich der Rolle von KI und aktueller Werbewirkungsforschung. Die außerordentlichen Mitglieder werden die Perspektive der Medienschaffenden in die Diskussion einbringen. Im Anschluss an die Sitzung nahmen die Ausschussmitglieder an einer Werksführung bei der BERLIN-CHEMIE AG teil. Der Ausschuss bedankt sich herzlich bei der BERLIN-CHEMIE AG für die großartige Gastfreundschaft – und spricht ein besonderes Lob für die Kantine aus.
11.03.2026 Beitrag
Pharmaindustrie wächst gegen den Trend
Wachstum in der Krise Seit dem Ende der Coronapandemie stagniert die deutsche Gesamtwirtschaft: 2023 und 2024 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt leicht, 2025 stand unter dem Strich nur ein Mini-Wachstum von 0,2 %, die Prognose für 2026 liegt bei lediglich 0,4 %. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, Fachkräftemangel und eine anhaltend hohe Inflation bremsen Industrie und Konsum, während die Eurozone insgesamt schwach, aber doch robuster wächst. ​Ganz anders die Pharmabranche: Sie verzeichnet steigende Produktion, wachsende Beschäftigung und hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung und neue Anlagen. Nach Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft entfallen rund 3 % der Bruttowertschöpfung des deutschen Verarbeitenden Gewerbes auf die Pharmaindustrie, die Produktivität je Beschäftigten liegt mit gut 200.000 Euro deutlich über vielen anderen Industriezweigen. „Die Pharmaindustrie ist ein Wachstumsanker in einer sonst schwächelnden Industrie“, heißt es dazu in einer Branchenanalyse und diese Rolle gewinnt mit Blick auf den demografischen Wandel und den medizinischen Fortschritt weiter an Gewicht. Beschäftigung und Fachkräfte Die Beschäftigung in der Pharmaindustrie ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und das entgegen dem Trend in vielen anderen Industriebranchen. 2024 arbeiteten rund 133.000 Menschen in Unternehmen, die pharmazeutische Erzeugnisse herstellen, die Zahl der Beschäftigten lag damit leicht über dem Vorjahresniveau. Zählt man die gesamte chemisch-pharmazeutische Industrie, kommen rund 145.000 Erwerbstätige zusammen; Pharma Deutschland spricht von einem Jobgaranten innerhalb der industriellen Gesundheitswirtschaft. Damit ist die Branche nicht nur ein wichtiger Träger hochqualifizierter Industriejobs, sondern auch ein zentraler Arbeitgeber für akademische Fachkräfte in MINT-Berufen und in der Gesundheitsforschung. Die forschenden Pharmaunternehmen allein beschäftigen rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland, davon mehr als 20.000 in Forschung und Entwicklung – ein Anteil, den kaum eine andere Industrie erreicht. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel spürbar - schon heute fehlen in pharmarelevanten Berufen rund 176.000 qualifizierte Kräfte. Besonders betroffen sind produktionsnahe Berufe wie Chemie- und Pharmatechnik, aber auch Forschung, Entwicklung und IT, in manchen Bereichen bleibt fast jede vierte Stelle unbesetzt. „Wir sind eine Wachstumsbranche und unser größtes Risiko ist derzeit nicht fehlende Nachfrage, sondern fehlendes Personal“, warnt Dorothee Brakmann. „Wenn es uns nicht gelingt, international Talente zu gewinnen, inländische Potenziale besser zu nutzen und Ausbildungskapazitäten auszubauen, drohen ausgerechnet in einer Schlüsselindustrie Engpässe, die Innovation und Versorgung bremsen.“ Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin Internationaler Druck nimmt zu Die robuste Entwicklung ist kein Selbstläufer. Branchenvertreter warnen, dass Europa seinen Innovationsvorsprung in den Life Sciences bereits eingebüßt hat, während die USA und China ihre Position ausbauen. Die USA verfolgen eine klare "America First" Linie mit dem Ziel, die Arzneimittelpreise in den USA zu senken und die Produktion im eigenen Land zu stärken. Dabei geraten transatlantische Handelbeziehungen durch eine unberechenbare Zollpolitik zunehmend ins Wanken, deutsche Arzneimittelexporte werden gefährdet. Gleichzeitig wird die Senkung hoher Arzneimittelpreise in den USA mit extrem hoher Geschwindigkeit über Most favored nation vorangetrieben. Mit reellen Konsequenzen von Umsatzrückgängen, fehlenden Investitionsmitteln für Forschung und Entwicklung sowie Auswirkungen auf Markteintritte in anderen Ländern. Diese Entwicklungen werden den Makt langfristig und grundlegend verändern, denn hohe Arzneimittelpreise sind in den USA ein Dauerthema, welchem man sich bereits vor Trump mit dem Inflation Reduction Act angenommen hat. ​China ist längst nicht mehr nur Werkbank, sondern investiert massiv in Biotechnologie und Hightech-Pharma und verzeichnet einen rasanten Anstieg von Patentanmeldungen. Deutsche Pharmaexporte sind außerdem stark auf einzelne Märkte konzentriert: Knapp ein Viertel aller Exporte pharmazeutischer Erzeugnisse gingen 2024 in die USA, was Chancen, aber auch Abhängigkeiten schafft. ​„Andere Regionen setzen auf Geschwindigkeit, klare Prioritäten und massive Investitionsanreize“, sagt Brakmann. „Wenn wir in Deutschland weiter auf Fragmentierung, lange Verfahren und ständig wechselnde Kostendämpfungsmaßnahmen setzen, wandern Forschung, klinische Studien und Produktionsentscheidungen dorthin ab, wo die Bedingungen verlässlicher sind.“ Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin Bürokratie und Fragmentierung als Standortbremsen Neben dem globalen Wettbewerb belasten hausgemachte Faktoren die Unternehmen. Die Pharmaindustrie ist nach Einschätzung von Branchenökonomen die mit Abstand am stärksten mit bürokratischen Kosten belastete Industrie. ​Hinzu kommt die Fragmentierung des europäischen Binnenmarkts. Statt eines integrierten Marktes mit über 400 Millionen Menschen sehen Unternehmen 27 nationale Teilmärkte mit jeweils eigenen Regularien, insbesondere bei Digitalisierung und Datennutzung. Das erschwert es, Datensätze für Forschung zu bündeln, digitale Gesundheitsanwendungen auszurollen und Skaleneffekte in der Versorgung zu realisieren. ​Brakmann fordert deshalb ein konsequentes Umdenken: „Wir brauchen ein Regulierungsmoratorium für Bürokratie, die keinen Mehrwert für Patientensicherheit oder Versorgungsqualität bringt.“ Effizienz, Standardisierung und digitale Verfahren müssten zur Leitlinie werden – vom Zulassungsverfahren über Preisverhandlungen bis hin zur Dokumentation in Klinik und Praxis. Pharmadialog und Greiner-Kommission als Lackmustest Mit dem 2025 gestarteten Pharma- und Medizintechnikdialog reagiert die Bundesregierung auf die wachsende Bedeutung der industriellen Gesundheitswirtschaft. In mehreren Arbeitsgruppen werden derzeit Vorschläge zu Versorgungssicherheit, Finanzierung, Digitalisierung, klinischer Forschung, Produktionsbedingungen und Fachkräftesicherung diskutiert; sie sollen in eine nationale Pharma- und Medizintechnikstrategie einfließen, die bis Ende 2026 im Kabinett beschlossen werden soll. Allerdings liegt derzeit der Fokus zu sehr auf Kostendämpfung und wenig auf Standortsucherubg und Resilienz. Parallel dazu arbeitet die von Prof. Jürgen Greiner geleitete FinanzKommission Gesundheit an Empfehlungen für eine dauerhaft tragfähige Finanzierung von GKV und Gesundheitswesen, deren zentrale Ergebnisse für Ende März angekündigt sind. Aus Branchensicht ist entscheidend, dass Sparvorschläge und Effizienzanreize nicht zulasten der Innovations- und Investitionsfähigkeit im Arzneimittelbereich gehen – und dass der Beitrag der Industrie zur Beschäftigungspolitik mitgedacht wird. „Der Pharmadialog und die Greiner-Kommission entscheiden mit darüber, ob Deutschland die industrielle Gesundheitswirtschaft als Wachstumsprojekt begreift oder sie erneut vor allem als Kostenblock behandelt." Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin Es brauche klare Zusagen: keine weiteren kurzfristigen Belastungsgesetze für Arzneimittelhersteller, verlässliche Erstattungsregeln und gezielte Anreize für Investitionen in Forschung, Produktion, Digitalisierung und Qualifizierung. Was jetzt auf der Agenda stehen muss Aus Sicht von Unternehmen und Verbänden zeichnet sich ein Bündel an nationalen, prioritären Handlungsfeldern ab: Erstens braucht es eine Innovationsstrategie, die Schlüsseltechnologien wie Biotechnologie, personalisierte Medizin und digitale Therapien systematisch stärkt – von der Grundlagenforschung über klinische Studien bis zum Marktzugang. Zweitens muss die Finanzierung von Start-ups und Wachstumsunternehmen verbessert werden, damit junge Firmen nicht in die USA oder nach Asien abwandern. ​Drittens sind wettbewerbsfähige Energie- und Steuerbedingungen notwendig, um großvolumige Produktions- und Investitionsentscheidungen am Standort Deutschland zu halten. Viertens ist ein entschiedener Bürokratieabbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich, einschließlich beschleunigter Genehmigungen für Produktionsanlagen und klinische Studien sowie praktikabler Regelungen für Datennutzung und Registerforschung. Fünftens muss die Fachkräftesicherung zur zentralen Säule der Standortpolitik werden – mit schnelleren Anerkennungsverfahren, gezielter MINT-Förderung, lebenslangem Lernen und einer modernen Einwanderungspolitik für qualifizierte Fachkräfte. ​„Jetzt ist die Zeit für große technologisch-medizinische Durchbrüche – aber sie werden nur dort stattfinden, wo der Staat sie nicht permanent ausbremst“, so Brakmann. „Wenn Politik und Branche die Chance richtig nutzen, kann die Pharmaindustrie in den nächsten Jahren zu einem der wichtigsten Wachstumsmotoren Deutschlands werden – wirtschaftlich, beschäftigungspolitisch und gesundheitspolitisch.“ Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin
11.03.2026 Beitrag
IQVIA™ Marktbericht
Pharma-Gesamtmarkt und Klinikmarkt: Im vierten Quartal 2025 steigt der Umsatz mit Arzneimitteln im gesamten Pharmamarkt (Apotheke und Klinik) um 5,7%. Der Absatz zeigt sich schwach rückläufig mit -0,7%. Im Jahr 2025 wurden über insgesamt 100,7 Mrd. Zähleinheiten (ZE; i.e. Kapseln, Hübe, Portionsbeutel etc.) im Wert von 67,9 Mrd. Euro an Patientinnen und Patienten abgegeben. Im Jahr 2025 schwankte die monatliche Umsatzentwicklung im Kliniksegment stärker als im Apothekensegment. So zeigte sich im ersten Halbjahr mit einschließlich Juli der klinische Bereich in jedem der sieben Monate mit Umsatzzuwächsen, auch im zweistelligen Bereich (Januar und März); die restlichen Monate begannen mit einem vergleichsweise starken Rücklauf von knappen –6% im August und erreichte im weiteren monatlichen Verlauf auch nicht mehr die vermehrten Zuwachsquoten des 1. Halbjahres. Im Apothekensegment sind die monatlichen Entwicklungen über das ganze Jahr hinweg positiv und verlaufen von Januar bis zum Dezember in einem monatlichen Zickzackkurs, der nur am Ende Q2/Anfang Q3 schwächer im mittleren bis oberen einstelligen Bereich verläuft. Auch die Absatzentwicklungen schwanken im Apothekensegment über das Jahr, wobei jeder zweite Monat ab Februar eine rückläufige Entwicklung aufzeigt. Im Kliniksegment sind die Absatztrends insg. in sechs Monaten über das Gesamtjahr hinweg rückläufig. In beiden Marktsegmenten ist der November der schwächste Monat bzw. der Mengenausgabe. Der Apothekenmarkt verbucht 2025 ein kumuliertes Umsatzwachstum von knappen 6% im Vgl. zum Vorjahr. Dies entspricht dem Wert von 58.4 Mrd. Euro; über 1.67 Mrd. Packungen an Arzneimitteln wurden an die Patienten abgegeben. Versus Vorjahr ist dieser Absatz rückläufig (-2,4%). Die GKV-Arzneimittelausgaben belaufen sich im Jahr 2025 auf 59.3 Mrd. Euro. Dieser Wert liegt um 4,6% über dem des Vorjahreszeitraumes. Der Absatz nach Packungen entwickelt sich in dieser Marktbetrachtung mit knapp 735 Mio. abgegebenen Packungen als leicht rückläufig (-1,3%). Die führenden zehn Arzneimittelgruppen im Klinikmarkt vereinen zum Ende des dritten Quartals dieses Jahres etwas 62,5 % (5.99 Mrd. Euro) des Gesamtumsatzes im stationären Sektor (Klinik) auf sich. Vier von den Top10 der umsatzstärksten Arzneimittelgruppen in diesem Segment entwickelten sich 2025 rückläufig. Am stärksten betroffen davon ist die Gruppe der L04C Interleukin Inhibitoren (-24,1%), die klassischerweise bei chronisch-entzündlichen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Die stärksten Umsatzzuwachsraten und zwar im zweistelligen Bereich von jeweils mehr als +20% erreichen die die Sonstigen Antineoplastika (+22,5%) und die Arzneimittelgruppe N07X (+20,5%), zu denen bspw. Mittel gegen neuropathische Schmerzen gehören. Bei den Top10 der absatzstärksten Medikamentengruppen im Kliniksegment zeigt die Hälfte eine Rückwärtsentwicklung am Ende des Q4/2025; am stärksten rückläufig sind Emollentia/Hautschutzpräparate (-12,5%) sowie Wundheilmittel (- 4,6%). Apotheken-Gesamtmarkt: Der Apothekenmarkt verbucht 2025 eine kumulierte Umsatzzuwachsrate von knapp unter +6%. Die Absatzfortschreibung zeigt sich 2025 insgesamt rückläufig vs. VJ mit -2,4%. In den zwölf Monaten des Jahres 2025 wurden im Apothekenmarkt mehr als 1.67 Mrd. Packungen im Wert von 58.4 Mrd. Euro (Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, inkl. Impfstoffe und Testdiagnostika) an Patienten abgegeben. Hierbei spielt der gesunkene Herstellerabschlag für patentgeschützte Präparate und patentfreie Arzneimittel ohne Generika-Konkurrenz eine Rolle. In allen zwölf Monaten des Jahres 2025 zeigt sich eine positive monatliche Umsatzzuwachsrate, die allerdings unterschiedlich ausgeprägt ist. Besonders hohe Wachstumsraten sind Mitte des Jahres im Mai, Juni und Juli zu erkennen; wobei der Dezember letztendlich die höchsten Umsatzentwicklung zeigt. Schwächere Umsatzraten, nämlich im unteren einstelligen Bereich, zeigen die Monate Februar, April, August und November. Die monatlichen Absatztrends sind entgegen der positiven Umsatzentwicklungen en gros rückläufig. Nur im Q1/2025 sowie im Dezember sind positive Veränderungsraten beim Absatz zu sehen. Der schwächste Absatzmonat ist der November, der die schon im April beginnende, rückläufige Absatzentwicklung beendet. Das Marktsegment der rezeptpflichtigen Präparate wächst im Gesamtjahr 2025 im Apothekenmarkt um +6,7% nach Umsatz, während die Absatzveränderung bei –0,3% stagniert. Dies Entwicklung äußert sich in dem kumulierten Marktvolumen von 51,7 Mrd. Euro Umsatz und 804 Mio. veräußerten Rx-Arzneimittelpackungen. Relativ hohe Wachstumsraten nach Umsatz und Absatz im zweistelligen Bereich zeigt das Segment der patentgeschützten Produkte. Biologika zeigen bspw. einen um 17,3% gestiegenen Absatz vs. Vorjahr und +12,6% Umsatzwachstum. Mengenmäßig entwickelten sich auch die Biosimilars mit +18,3% sehr positiv; ihr Umsatzzuwachs betrug 2025 +7,2 %. 2025 wurden 868,2 Mio. Packungen rezeptfreie Arzneimittel aus Apotheken und über den Versandhandel abgegeben, was sich auch in diesem Markt als rückläufige Absatzentwicklung und zwar von –4,2% gegenüber Vorjahr darstellt. Das kumulierte Umsatzwachstum stagniert im OTC-Apothkenmarkt mit einer –0,3%-igen Veränderungsrate vs. Vorjahr, was 6,6 Mrd. Euro entspricht. Die monatliche Umsatzbetrachtung zeigt, dass im OTC-Apothekenmarkt nur in den ersten drei Monaten positiv Zuwachsraten zu verzeichnen waren, die restlichen Monate verbleiben im unteren bis mittlerem, einstelligen Bereich. Auch die monatlichen Absatzzentwicklungsquoten des Jahres 2025 sind insgesamt betrachtet rückläufig außer dem Q1/2025 und sinken auf noch niedrigere Quoten als die monatlichen Umsatzentwicklungen. HINWEIS: Die Basis der hier dargestellten Umsatzwerte bildet soweit nicht anders vermerkt der Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers abzüglich der Herstellerabschläge und der gemeldeten Rabatte aus Erstattungsbeträgen nach § 130b SGB V. Einsparungen aus Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 SGB V sind nicht berücksichtigt. GKV-Markt: Die GKV-Arzneimittelausgaben abzüglich der Abschläge von Herstellern (§ 130a Abs. 1 SGB V) und Apotheken (ohne Berücksichtigung von Einsparungen aus Rabattverträgen) belaufen sich im Jahr 2025 auf 59.3 Mrd. Euro. Dieser Wert liegt um +4,6% über dem Vorjahr. Der Absatz beläuft sich im gleichen Segment und Zeitraum auf 735 Mio. abgegebene Packungen, was -1,3% weniger ist als im Vorjahr. Innerhalb der zehn umsatzstärksten Arzneimittelgruppen im GKV-Markt des Jahres 2025 legt die Gruppe A10S der GLP-1 Agonisten/Antidiabetika am stärksten zu (+56% nach Umsatz und +24,2% nach Absatz). Zweistellige Zuwächse nach Wert gibt es zudem bei den SGL2-Hemmern/Antidiabetes mit +15% und den zielgerichteten Krebstherapeutika der Gruppe L01H mit etwas über +12%. Von den zehn absatzstärksten Produktgruppen im GKV-Markt weisen die Lipidregulatoren mit knapp +9% Zuwachs nach Umsatz und +5,5% Zuwachs nach Absatz die stärksten Veränderungsraten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. Die Einsparungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen belaufen sich im Gesamtjahr 2025 auf insgesamt 10.85 Mio. Euro (+13% vs. VJ). Auch für die privaten Krankenversicherungen steigen die Einsparungen durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen. Dieses berechnete Volumen beläuft sich auf 1.6 Mrd. Euro* (+14%). Im Krankenhaus sinken die Herstellerzwangsabschläge und Rabatte im Jahr 2025 um –40 % auf 286 Mio. Euro. * berechnetes Einsparvolumen ohne Berücksichtigung von späteren Einreichungen, Beihilfeleistungen etc. HINWEIS: Die Basis der hier dargestellten Umsatzwerte bildet der Apothekenverkaufspreis abzüglich der Herstellerabschläge und der gemeldeten Rabatte aus Erstattungsbeträgen nach § 130b SGB V sowie der Apothekennachlässe. Einsparungen aus Rabattverträgen § 130a Abs. 8 SGB V sind nicht berücksichtigt.
11.03.2026 Beitrag PD
EMDN-Schulungsveranstaltung
Die Europäische Kommission organisiert am 4. Juni 2026 in Triest, Italien, die dritte Schulungsveranstaltung zur Europäischen Medizinprodukte Nomenklatur (EMDN). Die Sitzung beginnt voraussichtlich um 10 Uhr und endet um 16 Uhr; eine endgültige Bestätigung der Zeiten steht noch aus. Das Thema der dritten Schulung lautet „Navigieren durch Aktualisierungen und praktische Anwendungen der Nomenklatur“ . Die Veranstaltung bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich vertieft mit den jüngsten Entwicklungen der EMDN auseinanderzusetzen und sich mit Fachkollegen auszutauschen. Eine Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich. Eine Registrierung ist erforderlich; die Kommission hat bislang jedoch noch keine Anmeldefrist bekannt gegeben.
11.03.2026 Beitrag PD
Parlament erhält Briefing zur Überarbeitung der EU Medizinprodukteverordnung
Der Wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments (EPRS) unterstützt die Mitglieder und Ausschüsse des Parlaments mit unabhängigen, objektiven und verlässlichen Analysen zu politischen Themen der Europäischen Union. Am 10. März 2026 wurde das Briefing-Dokument „Medical devices: Simplifying the rules“ veröffentlicht, das zentrale Aspekte des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zur Überarbeitung der Medizinprodukteverordnung (MDR) zusammenfasst. Das Papier enthält folgende Schwerpunkte: Problemstellung: Herausforderungen der aktuellen Fassung der MDR und Gründe für die Überarbeitung. Wesentliche Punkte des Vorschlags: zentrale Änderungsvorschläge, die die Kommission zur Vereinfachung und Verbesserung des Systems vorsieht. Bisherige Position des Parlaments: frühere Resolution und Wiederholung der Forderung durch Fragen der Abgeordneten an die Kommission. Positionen anderer EU Institutionen: Standpunkte von Rat und vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss im aktuellen Verfahren. Vorbereitung des Vorschlags: unterschiedliche Initiativen, auf denen der Entwurf beruht. Hintergrundinformationen: Kontext zur Regulierung von Medizinprodukten und bisherigen Entwicklungen. Das Briefing ermöglicht einen strukturierten Überblick über das Verfahren und unterstützt die parlamentarische Arbeit, indem es die relevanten Informationen kompakt darstellt.
11.03.2026 Beitrag PD
Arzneimittelkosten bleiben auch 2025 im Rahmen: Pharma Deutschland widerspricht Kassen-Alarmismus
Besonders dynamisch entwickeln sich vielmehr andere Bereiche wie Krankenhausbehandlungen, Heilmittel, Reha und personalintensive Pflegeleistungen. Dass der relative Anteil der Arzneimittelausgaben seit Jahren schon stabil bleibt, ist bemerkenswert: Die Bevölkerung altert, der medizinische Fortschritt bringt immer mehr – oft personalisierte – Therapien hervor, und die pharmazeutische Industrie steht zugleich unter enormem Druck und in scharfer globaler Konkurrenz. Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, erklärt dazu: „Seit Jahren erzählen die Krankenkassen die Geschichte von der angeblichen Kostenexplosion bei Medikamenten und werden einmal mehr widerlegt. Der Arzneimittelbereich geht anteilig leicht zurück, während andere Sektoren anteilig zunehmen. Die GKV hat kein Pharma-Problem. Die entscheidenden Stellschrauben liegen in Strukturen und nicht im selektiven Abschöpfen eines einzelnen Industriezweigs." "Wer die industrielle Basis des Gesundheitswesens schwächt, entlastet vielleicht kurzfristig die GKV-Bilanzen, zahlt dafür aber langfristig mit weniger Innovation, und geringerer Resilienz des Standorts.“ Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin
10.03.2026 Beitrag
Vertreter von Pharma Deutschland zu Gast bei AGON Pharma in Wendlingen
Als unabhängiges Labor mit über 30 Jahren Expertise in Arzneimittel-Entwicklung, Zulassung, Analytik und Stabilitätsprüfung präsentierte AGON Pharma sein umfangreiches Leistungsportfolio und die Rolle als flexibler Service-Partner für pharmazeutische Projekte. Schwerpunkte der Firma sind unter anderem die Betreuung und Pflege von Zulassungsdossiers sowie Stabilitätsprüfungen von Arzneimitteln bis hin zur Freigabeanalytik. Im Zentrum des Besuchs standen Gespräche über die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und die Auswirkungen aktueller EU-Gesetzgebungsverfahren auf Forschung, Entwicklung und Zulassungspraxis. Dabei wurde intensiv über die Herausforderungen gesprochen, die sich aus neuen regulatorischen Anforderungen – wie etwa der EU-Abwasser-Richtlinie – für Unternehmen der Branche ergeben, sowie über die Notwendigkeit eines innovationsfreundlichen Rahmens für mittelständische Unternehmen. Ein Highlight des Besuchs war die exklusive Führung durch die modernen Laboranlagen von AGON Pharma. Dabei erhielten die Gäste detaillierte Einblicke in die laborchemischen Prozesse, Prüfverfahren und die technische Ausstattung, die hohe Qualitätsstandards in der Analytik und Arzneimittelentwicklung sicherstellen. Die Vertreter von Pharma Deutschland bedankten sich für den offenen Dialog und die praxisnahen Einblicke. „Der direkte Austausch mit regionalen Pharmaunternehmen wie AGON Pharma ist essenziell, um die Rahmenbedingungen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland und Europa weiter zu verbessern“, so Michael Hennrich und Simone Ahlvers nach dem Besuch.
10.03.2026 Beitrag
Finanzentwicklung der GKV
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen steigen in den vorläufigen Rechnungsergebnissen des Jahres 2025 – wie bereits im Jahr 2024 – um rund 7,8 Prozent und damit deutlich stärker als die Beitragseinnahmen mit rund 5,3 Prozent. Das führt zu einem hohen Druck auf die Beitragssätze, weshalb die Krankenkassen ihre Zusatzbeitragssätze zu Jahresbeginn 2025 stark angehoben hatten. Die 93 gesetzlichen Krankenkassen haben im letzten Jahr einen Überschuss in Höhe von 3,5 Milliarden Euro erzielt. Diese Überschüsse dienen jedoch vorrangig der Auffüllung ihrer Finanzreserven auf das gesetzliche Mindestniveau. Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen zum Ende des Jahres 2025 rund 5,1 Milliarden Euro. Dies entspricht 0,18 Monatsausgaben und liegt damit weiterhin unterhalb der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve in Höhe von 0,2 Monatsausgaben. Ergebnis des Gesundheitsfonds: Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15. Januar 2026 über eine Liquiditätsreserve von rund 7,1 Milliarden Euro verfügte, verzeichnete im vorläufigen Rechnungsergebnis 2025 ein Defizit von 0,6 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent. Verantwortlich für die gute Einnahmenentwicklung sind insbesondere die deutlich gestiegenen beitragspflichtigen Löhne und Gehälter. Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 355,9 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 352,4 Milliarden Euro gegenüber. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten verzeichneten bei einer gleichbleibenden Anzahl von Versicherten einen Zuwachs von 7,8 Prozent. Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz entsprach Ende Dezember 2,94 Prozent und lag damit deutlich oberhalb des Ende Oktober 2024 für das Jahr 2025 bekanntgegebenen durchschnittlichen ausgabendeckenden Zusatzbeitragssatzes von 2,5 Prozent. Entwicklungen bei den Ausgaben: Die Krankenkassen verzeichneten im vorläufigen Rechnungsergebnis 2025 einen weiterhin äußerst dynamischen Anstieg der Leistungsausgaben und Verwaltungskosten von 7,8 Prozent. Die Leistungsausgaben stiegen dabei um 7,9 Prozent und damit ähnlich stark wie im Jahr 2024 und weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Die Verwaltungskosten stiegen um 4,7 Prozent. In absoluten Zahlen stiegen die Leistungsausgaben der Krankenkassen um 24,6 Milliarden Euro und die Verwaltungskosten um 602 Millionen Euro. Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind 2025 um 9,6 Prozent bzw. 9,7 Milliarden Euro gestiegen und stellen damit den maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik dar. Der prozentuale Zuwachs liegt mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der jährlichen Zuwächse im Zeitraum 2013-2024 und übertrifft die Dynamik im bisherigen Rekordjahr 2024. Die Aufwendungen für die Versorgung mit Arzneimitteln stiegen um 5,9 Prozent bzw. 3,2 Milliarden Euro und bleiben damit gegenüber dem bisherigen Jahresverlauf nahezu unverändert. Innerhalb der Arzneimittel verzeichnen die Aufwendungen für Arzneimittel im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung deutlich überdurchschnittliche Zuwächse (27,1 Prozent bzw. 858 Millionen Euro). Auch die Arzneimittelausgaben steigen damit stärker als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2024. Auch die Ausgaben für ambulant-ärztliche Behandlungen , welche im Jahr 2025 um 7,6 Prozent bzw. 3,8 Milliarden Euro wuchsen, zeigen eine gegenüber dem bisherigen Jahresverlauf ungebrochen hohe Dynamik weit oberhalb des langjährigen Durchschnitts. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken: „ Die vorläufigen Finanzergebnisse unterstreichen die schwierige Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit 2024 steigen die Ausgaben wesentlich stärker als die Einnahmen, auch in diesem Jahr. Zwar konnten wir die Finanzlage in 2026 mit einem Maßnahmenpaket kurzfristig stabilisieren und große Beitragssatzsprünge zum Jahreswechsel vermeiden. Doch ab 2027 sind in der GKV jedes Jahr Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwarten. Unser zentrales politisches Ziel ist und bleibt die nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze, indem wir den Entwicklungen der vergangenen Jahre endlich etwas entgegensetzen. Ende März legt die FinanzKommission Gesundheit dafür ihre Vorschläge vor. Auf dieser Grundlage starten wir zügig den Gesetzgebungs- und Reformprozess. Allen Entscheidungsträgern muss bewusst sein, dass dafür alle Akteure des Gesundheitswesens ihren Beitrag leisten werden müssen. Nur so können die Haushalte und die Unternehmen vor weiter steigenden Beitragslasten bewahrt werden. Der Reformdruck ist gewaltig, doch bietet er auch die Chance unser Gesundheitssystem zukunftsfest und nachhaltig finanzierbar aufzustellen. Diese notwendigen und tiefgreifenden Reformen treiben wir jetzt voran. “ Weitere Entwicklung: Die Festsetzung der von den Krankenkassen erhobenen kassenindividuellen Zusatzbeitragssätze liegt in der Entscheidung der Krankenkassen. Zum 1. Januar 2026 haben 43 Krankenkassen ihre Beitragssätze erhöht, bei 47 Krankenkassen ist der Zusatzbeitragssatz unverändert geblieben und zwei Krankenkassen haben ihren Zusatzbeitragssatz zum Jahresbeginn gesenkt. Der von den Krankenkassen zum 1. Januar 2026 durchschnittlich erhobene Zusatzbeitragssatz liegt mit 3,13 Prozent oberhalb des vom BMG bekanntgegebenen durchschnittlichen ausgabendeckenden Zusatzbeitragssatz. Hierfür ist insbesondere ursächlich, dass die Krankenkassen ihre Finanzreserven, die im Laufe des Jahres 2024 aufgrund der unerwartet starken Ausgabenentwicklung nahezu vollständig abgeschmolzen wurden, wieder auffüllen müssen. Viele Krankenkassen konnten auch 2025 ihre Finanzreserven noch nicht auf das Niveau der gesetzlichen Mindestreserve auffüllen und erheben auch in 2026 höhere Zusatzbeiträge als dies zur Deckung der laufenden Ausgaben notwendig wäre. Die endgültigen Finanzergebnisse der Krankenkassen für das Gesamtjahr 2025 werden ebenso wie die Daten des 1. Quartals 2026 Mitte Juni 2026 vorliegen.
10.03.2026 Beitrag PD
Pharma Deutschland reicht Stellungnahme zum EU Biotech Act I ein
In seiner Stellungnahme begrüßt Pharma Deutschland ausdrücklich, dass der Biotech Act die Gesundheitsbiotechnologie als strategisches Zukunftsfeld in den Mittelpunkt rückt. Aus Sicht des Verbandes ist dies ein wichtiger Schritt, um Europas Innovationskraft, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld zu stärken. Zu den wesentlichen Punkten der Stellungnahme zählen insbesondere: Schnellere und besser koordinierte Genehmigungsverfahren, vor allem bei klinischen Prüfungen, um den Forschungsstandort Europa attraktiver zu machen. Schnellere und besser koordinierte Genehmigungsverfahren, vor allem bei klinischen Prüfungen, um den Forschungsstandort Europa attraktiver zu machen. Mehr Digitalisierung und weniger Bürokratie in der klinischen Forschung, etwa durch medienbruchfreie Verfahren, One-Stop-Shop-Strukturen und praxistaugliche elektronische Prozesse. Verbesserte Finanzierungsbedingungen für biotechnologische Innovationen, von Start-ups und Scale-ups bis hin zum Biomanufacturing. Stärkere regulatorische Unterstützung für KI, Reallabore und datengetriebene Forschung, damit innovative Technologien schneller in die Anwendung gelangen können. Planungssicherheit und klare Kommunikation im Zusammenspiel mit anderen laufenden EU-Gesetzgebungsvorhaben, insbesondere mit Blick auf klinische Prüfungen und das EU-Pharma-Paket. Das Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission, an dem sich Pharma Deutschland auch beteiligen wird, ist weiterhin offen. Daher wird Pharma Deutschland im nächsten Schritt eine englische Stellungnahme mit konkreten Änderungsvorschlägen erarbeiten, die gegenüber den Stakeholdern in Brüssel (EU-Kommission, EU-Abgeordnete etc.) eingereicht werden kann. Weitere konkrete Anmerkungen oder Änderungsvorschläge, gerne mit Bezug auf die konkreten Artikel/Abschnitte in der Gesetzgebung sind willkommen und können bis spätestens Ende März an Anna Wehage ( wehage@pharmadeutschland.de ) übermittelt werden, damit sie in die laufende politische Begleitung des Verfahrens einfließen können. Die deutschen Texte zur Gesetzgebung werden erst im Mai erwartet. Pharma Deutschland wird den Gesetzgebungsprozess zum EU Biotech Act weiterhin eng begleiten und sich dafür einsetzen, dass die Perspektive der pharmazeutischen Industrie in den weiteren Beratungen angemessen berücksichtigt wird.
10.03.2026 Beitrag
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