Der Selbstmedikationsmarkt in Deutschland ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Er zeigt, wie wichtig Eigenverantwortung und frei verkäufliche Arzneimittel für die Bevölkerung sind. Pharma Deutschland ordnet die aktuellen Kennzahlen und Entwicklungen ein.

Was ist der Selbstmedikationsmarkt (OTC-Markt)?

Der abgebildete Selbstmedikationsmarkt, auch OTC-Markt genannt, umfasst rezeptfreie, apothekenpflichtige, aber auch freiverkäufliche (auch außerhalb der Apotheke verkehrsfähige) Arzneimittel. Zum Selbstmedikationsmarkt zählen zudem Produkte, die nicht dem Arzneimittelrecht unterliegen, wie stoffliche Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und andere Gesundheitsmittel. 

Stoffliche Medizinprodukte sind Produkte, die bei gesundheitlichen Beschwerden helfen, ohne wie Arzneimittel über einen Wirkstoff im Körper zu wirken. Ihre Wirkung ist physikalisch, zum Beispiel indem sie schützen, befeuchten oder einen Film auf Haut oder Schleimhaut bilden.

Gesundheitsmittel sind Produkte, die die Gesundheit unterstützen oder das Wohlbefinden fördern. Dazu zählen u. a. Nahrungsergänzungsmittel mit z. B. Vitaminen oder Mineralstoffen.

Diese Produktgruppen bilden zusammen einen zentralen Bestandteil des modernen Gesundheitsmarktes und ermöglichen Patientinnen und Patienten eine eigenverantwortliche Vorsorge und Behandlung alltäglicher Beschwerden. Die Apotheken weisen im Rahmen ihrer heilberuflichen Beratung auf die Möglichkeiten, aber auch auf die Grenzen der Selbstmedikation hin und nehmen damit eine wichtige Lostenfunktion ein.

 

 

OTC Markt im Überblick (2025)

Der OTC‑Markt zeigt 2025 eine moderate Umsatzsteigerung bei differenzierten Entwicklungen nach Segmenten. Während Gesundheitsmittel beim Umsatz deutlich zulegen, entwickelt sich der Umsatz rezeptfreier Arzneimittel nur geringfügig bei leicht sinkendem Absatz.

OTC-Markt steigt moderat – deutlich unterschiedliche Trends je Segment

Der OTC‑Markt entwickelt sich 2025 insgesamt moderat positiv, während die Absatzentwicklung uneinheitlich verläuft. Es zeigen jedoch deutlich unterschiedliche Trends innerhalb der einzelnen Segmente. So entfällt der größte Umsatzanteil auf die rezeptfreien Arzneimittel. Das entsprechende Wachstum fällt jedoch gering aus. Der Absatz geht gar zurück. Gesundheitsmittel leisten sowohl wert‑ als auch mengenmäßig den stärksten Wachstumsbeitrag. Stoffliche Medizinprodukte bleiben ein vergleichweise kleineres Segment mit stabiler Entwicklung.

Einordnung von Pharma Deutschland

Insgesamt verdeutlichen die Zahlen eine strukturelle Verschiebung innerhalb des OTC‑Marktes. Wachstum entsteht zunehmend differenziert nach Segmenten und weniger gleichmäßig über alle Produktgruppen hinweg. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung einer differenzierten Betrachtung der Marktentwicklung im Bereich der Selbstmedikation.

 

Markt rezeptfreier Arzneimittel (2025)

Rezeptfreie Arzneimittel bleiben 2025 das nach Umsatz und Absatz stärkste Segment innerhalb des OTC‑Marktes.

Rezeptfreie Arzneimittel: Größter Teilmarkt, aber nur geringes Wachstum

Der Markt rezeptfreier Arzneimittel entwickelt sich 2025 wirtschaftlich verhalten. Der Umsatz liegt bei 8.407 Mio. Euro, das entspricht jedoch lediglich einem leichten Plus von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der Markt rezeptfreier Arzneimittel entwickelt sich deutlich schwächer als der OTC‑Gesamtmarkt (+3,5 %) und verliert relativ an Dynamik gegenüber anderen Teilmärkten der Selbstmedikation.

Beim Absatz zeigt sich eine negative Entwicklung: 2025 werden 790 Mio. Packungen rezeptfreier Arzneimittel abgegeben, das sind −2,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Einordnung von Pharma Deutschland

Zwar stellen OTC‑Arzneimittel weiterhin den größten Umsatzanteil im Selbstmedikationsmarkt, doch das Wachstum bleibt mit +0,6 % deutlich begrenzt, während die Packungsmengen um 2,2 % zurückgehen. Dieser Absatzrückgang bei rezeptfreien Arzneimitteln ist der zentrale dämpfende Faktor im OTC‑Markt.

 

Markt Stoffliche Medizinprodukte (2025)

Der Markt für stoffliche Medizinprodukte entwickelt sich 2025 insgesamt positiv. Während der Umsatz spürbar steigt, fällt das Absatzwachstum moderater aus.

Stoffliche Medizinprodukte wachsen 2025 moderat – Umsatz legt stärker zu als Absatz

Der Markt für stoffliche Medizinprodukte zeigt im Jahr 2025 eine moderate, aber stabile Entwicklung. Insgesamt werden 110 Millionen Packungen abgesetzt, was einem leichten Absatzplus von 0,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig steigt der Umsatz auf 1,29 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 3,5 %. Damit entwickelt sich der Markt wertmäßig dynamischer als mengenmäßig.

Den größten Anteil am Markt haben stoffliche Medizinprodukte in der Selbstmedikation in Apotheken, sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz. Hier zeigt sich eine insgesamt stetige Entwicklung mit moderaten Wachstumsraten. Der Versandhandel gewinnt weiter an Bedeutung und weist überdurchschnittliche Zuwächse auf, bleibt jedoch im Gesamtmarkt weiterhin ein kleinerer Absatzkanal.

Verordnete rezeptfreie stoffliche Medizinprodukte spielen mengen‑ und wertmäßig eine untergeordnete Rolle, zeigen aber ebenfalls leichte Zuwächse. Der sogenannte Mass Market trägt weiterhin einen relevanten Anteil zum Gesamtumsatz und ‑absatz bei.

Einordnung von Pharma Deutschland

In der Gesamtbetrachtung bestätigt sich, dass stoffliche Medizinprodukte im Jahr 2025 ein eigenständiges und wachsendes Segment innerhalb der Selbstmedikation darstellen. Das Umsatzwachstum übertrifft dabei deutlich die Entwicklung der Packungsmengen, was auf eine zunehmende Wertorientierung im Markt hindeutet.

 

Markt Gesundheitsmittel (2025)

Der Markt für Gesundheitsmittel entwickelt sich 2025 dynamisch. Sowohl Umsatz als auch Absatz verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse.

Gesundheitsmittel mit deutlichem Wachstum – Umsatz und Absatz legen 2025 spürbar zu

Der Markt für Gesundheitsmittel zeigt im Jahr 2025 eine ausgesprochen positive Entwicklung. Insgesamt werden 754 Millionen Packungen abgesetzt, was einem Absatzplus von 4,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig steigt der Umsatz auf 3,59 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 8,8 %. Damit wächst das Segment sowohl mengen‑ als auch wertmäßig deutlich und zählt zu den dynamischsten Teilmärkten der Selbstmedikation.

Den größten Anteil am Markt haben Gesundheitsmittel im Mass Market, der sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz die höchsten Volumina aufweist und ebenfalls kräftig zulegt. Gleichzeitig zeigen Gesundheitsmittel in der Selbstmedikation in Apotheken eine stabile Entwicklung mit moderaten Wachstumsraten. Der Versandhandel gewinnt weiter an Bedeutung und weist überdurchschnittliche Zuwächse auf, bleibt jedoch im Gesamtmarkt weiterhin von nachgeordneter Bedeutung.

Verordnete rezeptfreie Gesundheitsmittel spielen mengen‑ und wertmäßig nur eine geringe Rolle, tragen jedoch ebenfalls leicht positiv zur Marktentwicklung bei. Insgesamt zeigt sich ein breit getragenes Wachstum über nahezu alle Absatzkanäle hinweg.

Einordnung von Pharma Deutschland

In der Gesamtbetrachtung bestätigt sich, dass Gesundheitsmittel im Jahr 2025 ein klar wachsendes und wirtschaftlich relevantes Segment innerhalb der Selbstmedikation darstellen. Das überdurchschnittliche Umsatzwachstum bei gleichzeitig deutlichem Absatzplus weist auf eine hohe Nachfrage und eine zunehmende Wertschöpfung im Segment hin. Demnach ist besteht für diese Produkte eine hohe Verbraucherakzeptanz und das Segment gewinnt an wirtschaftlicher Bedeutung.

Selbstmedikation mit apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Arzneimitteln, stofflichen Medizinprodukten sowie Gesundheitsmitteln im Apothekenmarkt inkl. Versandhandel (2025)

Der Markt für Selbstmedikation mit apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Arzneimitteln, stofflichen Medizinprodukten sowie Gesundheitsmitteln erreichte 2025 im Apothekenmarkt inklusive Versandhandel ein Umsatzvolumen von 10,15 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 7,1 Prozent. Gleichzeitig ging der Absatz leicht zurück: Insgesamt wurden 818 Millionen Packungseinheiten verkauft, was einem Minus von 1,2 Prozent entspricht.

Den größten Anteil am Selbstmedikationsmarkt haben weiterhin die apothekenpflichtigen rezeptfreien Arzneimittel. Sie erzielten einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro und vereinen damit 66,3 Prozent des Gesamtmarktes auf sich. Beim Absatz liegt ihr Anteil bei 72,4 Prozent beziehungsweise 592 Millionen Packungseinheiten. Während der Umsatz leicht um 0,7 Prozent stieg, verringerte sich der Absatz um 2,0 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich die Gesundheitsmittel. Mit einem Umsatz von knapp 2,0 Milliarden Euro und einem Wachstum von 9,6 Prozent stellen sie inzwischen 21 Prozent des Marktumsatzes. Auch beim Absatz legte das Segment um 2,6 Prozent auf 126 Millionen Packungseinheiten zu. Gesundheitsmittel sind damit der wichtigste Wachstumstreiber innerhalb der Selbstmedikation.

Die stofflichen Medizinprodukte erzielten einen Umsatz von 931 Millionen Euro, was einem Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ihr Marktanteil liegt bei rund 10 Prozent des Umsatzes und 8 Prozent des Absatzes. Die verkaufte Menge stieg um 1,4 Prozent auf 66 Millionen Packungseinheiten.

Die kleinste Kategorie bilden die freiverkäuflichen Arzneimittel. Sie erreichten einen Umsatz von 346 Millionen Euro und einen Absatz von 34 Millionen Packungseinheiten. Beide Kennzahlen gingen zurück: Der Umsatz sank um 2,3 Prozent, der Absatz um 5,5 Prozent. Ihr Marktanteil liegt sowohl beim Umsatz als auch beim Absatz bei rund 4 Prozent.

Einordnung von Pharma Deutschland

Der Selbstmedikationsmarkt ist 2025 deutlich gewachsen, . Apothekenpflichtige rezeptfreie Arzneimittel bleiben mit Abstand das wichtigste Segment, während Gesundheitsmittel die stärksten Wachstumsimpulse liefern. Insgesamt zeigt sich ein robuster Markt, in dem insbesondere höherwertige Produkte und Gesundheitsangebote die Umsatzentwicklung tragen. Durch Selbstmedikation werden bereits heute erhebliche Ressourcen eingespart beziehungsweise optimiert. Im Gesundheitssystem zum Beispiel durch Vermeidung von Arztbesuchen, volkswirtschaftlich zum Beispiel durch Vermeidung von Fehlzeiten. Bei leichten Gesundheitsstörungen können eine durch Apotheken begleitete Selbstmedikation anstelle einer ärztlichen Konsultation erhebliche Effizienzreserven bei Patienten, Arztpraxen, Kostenträgern und letztlich für die gesamte Gesellschaft realisiert werden.

Freiverkäufliche Arzneimittel, Gesundheitsmittel und stoffliche Medizinprodukte nach Vertriebskanälen (2025)

Der Markt für freiverkäufliche Arzneimittel, Gesundheitsmittel und stoffliche Medizinprodukte erreichte 2025 über alle Vertriebskanäle hinweg ein Umsatzvolumen von 5,24 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 7,6 Prozent. Der Absatz stieg gleichzeitig um 2,9 Prozent auf 938 Millionen Packungseinheiten. Die Entwicklung zeigt, dass die Nachfrage nach Produkten der Selbstmedikation weiterhin hoch ist und sowohl der stationäre als auch der onlinebasierte Vertrieb von dieser Entwicklung profitieren.

Die Gesundheitsmittel stellen das größte Segment dar. Mit einem Umsatz von 1,61 Milliarden Euro und einem Absatz von 620 Millionen Packungseinheiten entfallen auf sie die höchsten Werte aller betrachteten Produktgruppen. Besonders bedeutend ist dabei der Mass Market, also der Vertrieb über Drogerien, Verbrauchermärkte und ähnliche Kanäle. Hier wurden Gesundheitsmittel im Wert von 1,61 Milliarden Euro umgesetzt, begleitet von einem Absatzwachstum von 4,6 Prozent. Auch der Versandhandel und die Apotheken verzeichneten in diesem Segment steigende Umsätze und Absatzmengen.

Bei den stofflichen Medizinprodukten dominiert dagegen weiterhin die Apotheke als Vertriebskanal. In Apotheken wurden Umsätze von 688 Millionen Euro erzielt, während der Versandhandel auf 243 Millionen Euro kam. Zusammen entfällt damit der überwiegende Teil des Marktvolumens auf die klassischen Apothekenkanäle. Während die Umsätze in allen Vertriebskanälen zunahmen, fiel das Wachstum im Versandhandel mit 8,5 Prozent besonders deutlich aus. Auch beim Absatz legten Apotheken und Versandhandel zu.

Die Entwicklung bei den freiverkäuflichen Arzneimitteln zeigt ein differenziertes Bild. Der größte Umsatz wird weiterhin in Apotheken erzielt (263 Millionen Euro), allerdings ging dieser gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent zurück. Im Versandhandel stieg der Umsatz dagegen leicht um 1,1 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der Mass Market bleibt sowohl beim Umsatz als auch beim Absatz ein wichtiger Vertriebskanal, verzeichnete jedoch Rückgänge von 5,2 Prozent beim Umsatz und 3,8 Prozent beim Absatz.

Insgesamt verdeutlichen die Zahlen die unterschiedlichen Stärken der Vertriebskanäle: Während Gesundheitsmittel vor allem im Mass Market nachgefragt werden, spielen Apotheken und Versandhandel insbesondere bei stofflichen Medizinprodukten eine zentrale Rolle. Zugleich gewinnt der Versandhandel in mehreren Produktgruppen weiter an Bedeutung und verzeichnet häufig höhere Wachstumsraten als der stationäre Vertrieb.

Einordnung Pharma Deutschland

Der Markt für Gesundheitsmittel, stoffliche Medizinprodukte und freiverkäufliche Arzneimittel ist 2025 weiter gewachsen. Wachstumstreiber sind vor allem Gesundheitsmittel sowie der Versandhandel, der in mehreren Segmenten überdurchschnittliche Zuwächse erzielt. Apotheken bleiben insbesondere bei stofflichen Medizinprodukten der wichtigste Vertriebskanal, während der Mass Market vor allem im Bereich der Gesundheitsmittel seine führende Position behauptet. Insgesamt zeigt sich ein stabiler und diversifizierter Selbstmedikationsmarkt mit unterschiedlichen Vertriebsschwerpunkten je Produktgruppe.

Top 10 Indikationen rezeptfreier Arzneimittel (2025)

Die Top-10-Indikationen rezeptfreier Arzneimittel zeigen, in welchen Bereichen Patientinnen und Patienten besonders häufig auf Selbstmedikation setzen. Der Schwerpunkt liegt eher auf akuten sowie in aller Regel gut einschätzbaren Beschwerden wie Erkältungssymptomen, Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Haut- und Wundversorgung.

Einordnung Pharma Deutschland

Rezeptfreie Arzneimittel leisten einen wichtigen Beitrag zur niedrigschwelligen Gesundheitsversorgung und ermöglichen eine schnelle, eigenverantwortliche Behandlung im Alltag.  Optimiert durch die heilberufliche Beratung in der Apotheke wird so zugleich die Gesundheitskompetenz der Menschen gestärkt.  Insgesamt werden somit bereits heute im erheblichen Maße Arztressourcen geschont und das Gesundheitssystem entlastet. Jedoch könnte mit Selbstmedikation noch ein deutlich größeres Effizienzpotenzial gehoben werden. Dazu braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, eine starke Apotheke und innovationsfreundliche Strukturen für rezeptfreie Arzneimittel.

 

Top 10 ärztliche Verordnungen rezeptfreier Arzneimittel nach Indikationsgruppen (2025)

Die Top-10-Indikationsgruppen ärztlicher Verordnungen rezeptfreier Arzneimittel zeigen, dass OTC-Präparate nicht nur in der eigenverantwortlichen Selbstmedikation, sondern auch weiterhin in der ärztlichen Versorgung eine hohe Bedeutung haben. Mit dem Grünen Rezept haben sie ein geeignetes Instrument für eine verbindliche und sichere Empfehlung an ihre Patientinnen und Patienten

Einordnung Pharma Deutschland

Rezeptfreie Arzneimittel ermöglichen ärztliche Therapieentscheidungen, apothekerliche Empfehlungen und Beratungen und selbstbestimmte Behandlungen. Sie sind zugleich ein Beleg für ihren therapeutischen Nutzen.

Rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke im Überblick (2025)

Der Markt für rezeptfreie Arzneimittel (apothekenpflichtige und freiverkäufliche) aus der Apotheke zeigte sich im Jahr 2025 mit unterschiedlichen Entwicklungen bei Umsatz und Absatz. Der Gesamtumsatz lag bei rund 8,2 Milliarden Euro und damit leicht über dem Vorjahresniveau (+0,7 Prozent). Demgegenüber ging der Absatz auf rund 731 Millionen Packungen zurück (-2,0 Prozent). 

Den größten Anteil am Markt hat weiterhin die Selbstmedikation. Sie erreichte 2025 einen Umsatz von rund 6,78 Milliarden Euro und verzeichnete damit ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Der Absatz sank jedoch um 2,2 Prozent auf rund 626 Millionen Packungen. Innerhalb der Selbstmedikation entfällt der weitaus größte Teil auf apothekenpflichtige Arzneimittel. 

Im OTX-Markt (ärztlich verordnete, rezeptfreie Arzneimittel), stieg der Umsatz um 1,6 Prozent auf rund 1,43 Milliarden Euro. Gleichzeitig ging der Absatz um 1,4 Prozent auf rund 104 Millionen Packungen zurück. 

Fazit aus Sicht von Pharma Deutschland

Die Zahlen unterstreichen die anhaltend hohe Bedeutung rezeptfreier Arzneimittel für die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur niedrigschwelligen Versorgung, zur Stärkung der Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten und zur Entlastung des Gesundheitssystems. Umso wichtiger ist es, die Rahmenbedingungen für die Selbstmedikation und die Versorgung über Apotheken verlässlich zu gestalten.

Rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel in der Apotheke (inkl. Versandhandel) seit 2021

Seit 2021 zeigt sich bei rezeptfreien, apothekenpflichtigen Arzneimitteln in der Apotheke vor Ort und im Versandhandel zunächst eine deutliche Wachstumsphase, die sich bis 2024 fortsetzte. Der Gesamtumsatz mit rezeptfreien, apothekenpflichtigen Arzneimitteln in Selbstmedikation und Verordnung stieg von rund 6,46 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf rund 8,23 Milliarden Euro im Jahr 2024. Damit erreichte der Markt 2024 den höchsten Wert im betrachteten Zeitraum seit 2021. Im Jahr 2025 ging der Umsatz hingegen auf rund 7,84 Milliarden Euro zurück, lag aber weiterhin deutlich über dem Niveau von 2021.

Die Entwicklung wird vor allem durch den Bereich der Selbstmedikation geprägt. Der Umsatz rezeptfreier, apothekenpflichtiger Arzneimittel stieg hier von rund 5,29 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf rund 6,76 Milliarden Euro im Jahr 2024. Im Jahr 2025 sank er auf rund 6,44 Milliarden Euro. Auch die verordneten rezeptfreien, apothekenpflichtigen Arzneimittel verzeichneten zwischen 2021 und 2024 einen Anstieg von rund 1,17 Milliarden Euro auf rund 1,47 Milliarden Euro, bevor der Umsatz 2025 auf rund 1,40 Milliarden Euro zurückging.

Beim Absatz zeigt sich ein anderes Bild. Nach 652 Millionen Packungseinheiten im Jahr 2021 stieg der Gesamtabsatz 2022 deutlich auf 743 Millionen Packungseinheiten und blieb 2023 nahezu stabil. 2024 erhöhte er sich nochmals auf 759 Millionen Packungseinheiten. Im Jahr 2025 fiel der Absatz jedoch auf 695 Millionen Packungseinheiten zurück. Damit liegt der Absatz zwar weiterhin über dem Niveau von 2021, aber deutlich unter dem Höchstwert von 2024.

Auch in den einzelnen Segmenten ist dieser Rückgang sichtbar. Der Absatz rezeptfreier, apothekenpflichtiger Arzneimittel in der Selbstmedikation sank 2025 auf 592 Millionen Packungseinheiten, nachdem er 2024 noch bei 649 Millionen gelegen hatte. Bei den verordneten rezeptfreien, apothekenpflichtigen Arzneimitteln ging der Absatz von 110 Millionen Packungseinheiten im Jahr 2024 auf 102 Millionen im Jahr 2025 zurück. Die Entwicklung verdeutlicht, dass der Markt nach den starken Zuwächsen der Jahre 2022 bis 2024 im Jahr 2025 mengenmäßig spürbar nachgegeben hat.

Fazit aus Sicht von Pharma Deutschland

Die Entwicklung seit 2021 zeigt die hohe Relevanz rezeptfreier Arzneimittel für die Versorgung in der Apotheke. Trotz des Rückgangs im Jahr 2025 bleibt das Umsatzniveau deutlich über dem Ausgangswert von 2021. Aus Sicht von Pharma Deutschland unterstreicht dies die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Selbstmedikation, die Beratung in der Apotheke und die Versorgung mit rezeptfreien Arzneimitteln. Sie tragen wesentlich dazu bei, Patientinnen und Patienten niedrigschwellig zu versorgen und das Gesundheitssystem zu entlasten.

 

Hinweis: Aufgrund der Darstellung auf Millionen- oder Millarden Basis kann der Einfluss von Nachkommastellen nicht dargestellt werden (Rundungsfehler). Die Berechnungen  sind stets unter Berücksichtigung von Nachkommastellen erfolgt.

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