„Wissen wirkt“ – dieser Leitsatz prägt die Arbeit von InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH seit Jahrzehnten. Davon konnte sich unsere Regionalbeauftragte Nicole Westig bei einem Besuch am Unternehmenssitz im hessischen Heppenheim selbst ein Bild machen. Das familiengeführte Unternehmen hat sich auf die Neu‑ und Weiterentwicklung von Arzneimitteln spezialisiert und ist heute Marktführer bei Kinderarzneimitteln in Deutschland.
Wie Geschäftsführer Dr. Markus Rudolph im Gespräch erläuterte, deckt InfectoPharm mit seinem Penicillinsaft für Kinder 100 Prozent des deutschen Marktes ab – ein eindrucksvolles Beispiel für die besondere Versorgungsverantwortung des Unternehmens. Ein weiteres zentrales Produkt ist Ritalin, das Infectopharm von Novartis übernommen hat und das zu den bekanntesten Arzneimitteln in der Behandlung von ADHS zählt.
Mit rund 450 Mitarbeitenden ist InfectoPharm jedoch deutlich breiter aufgestellt: Das Portfolio umfasst neben Kinderarzneimitteln auch Präparate für die Dermatologie, den HNO‑Bereich, das Krankenhausgeschäft sowie seit Kurzem auch digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – etwa zur Behandlung von Tinnitus.
Bemerkenswert ist auch der Vertriebsansatz des Unternehmens: Infectopharm verzichtet bewusst auf einen klassischen Außendienst und setzt stattdessen konsequent auf Wissensvermittlung. In Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte, Hebammen sowie Apotheker‑Beratungsteams vermittelt das Unternehmen medizinische Expertise und stärkt die qualitätsgesicherte Versorgung. Mit Erfolg: In seiner 35‑jährigen Unternehmensgeschichte wurde Infectopharm in den vergangenen Jahren mehrfach als eines der innovativsten Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet.
Umso größer ist derzeit die Sorge angesichts des geplanten GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Insbesondere die Ausweitung des Preismoratoriums droht, die Versorgung mit Kinderarzneimitteln erheblich zu gefährden. Die geplante Regelung koppelt die Preise neuer Präparate an den jeweils niedrigsten Altpreis – mit gravierenden Folgen für kindgerechte und sichere Darreichungsformen.
So könnten beispielsweise Vitamin‑D‑Tropfen für Säuglinge oder Arzneimittel gegen Reisekrankheit bei Kindern wirtschaftlich nicht mehr hergestellt werden. Die Konsequenz: Unternehmen wie InfectoPharm müssten bewährte Präparate vom Markt nehmen, weil deren Herstellung politisch unter die Produktionskosten gedrückt wird. Leidtragende wären vor allem Kinder, für die es im Zweifel keine geeigneten Therapieoptionen mehr gäbe.
Vor diesem Hintergrund hat InfectoPharm einen offenen Brief an Bundesregierung und Bundestag gerichtet, um auf die drohenden Versorgungslücken bei vulnerablen Patientengruppen aufmerksam zu machen.
Auch die Hessenschau hat über die Situation und die Position von InfectoPharm berichtet.