02.06.2026

RKI: Neue Ergebnisse des Forschungsprojekts IMPRESS

Neue RKI-Befragung zeigt: Hohe Impfakzeptanz bei Eltern kleiner Kinder, zugleich bestehen Wissenslücken und alltagsbedingte Hürden.
  • Gesellschaft & Politik
  • Produktion & Versorgung
Autor:innen
Dr. Nicole Armbrüster, 
Petra ten Haaf
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat neue Ergebnisse des Forschungsprojekts IMPRESS „Impfverhalten verstehen, Preparedness steigern“ veröffentlicht. Eltern von Kindern unter 7 Jahren wurden nach ihrer Einstellung in verschiedenen Bereichen gegenüber Impfungen befragt. Ziel dieses Impfakzeptanz-Monitorings ist es, Gründe des (Nicht-) Impfens besser zu verstehen und Ansatzpunkte zu finden, die Inanspruchnahme von Impfungen zu erhöhen.

Im Rahmen des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ erhebt das RKI regelmäßig aktuelle Informationen zum Gesundheitszustand der Bevölkerung in Deutschland. Dieses Panel wird für die Datenerhebung von IMPRESS genutzt, um einerseits die Inanspruchnahme von Impfungen zu erfassen, aber auch soziale und verhaltensbezogene Aspekte zu berücksichtigen. Zusammen mit den Versorgungsdaten, die im Rahmen der KV-Impfsurveillance erfasst und analysiert werden, ist es das Ziel ein umfassendes Bild der Impfsituation in Deutschland zu gewinnen. Das Projekt IMPRESS soll außerdem dazu beitragen, die Preparedness von Impfprogrammen zu steigern.

Nun wurden neue Ergebnisse mit dem Schwerpunkt „Eltern von Kindern unter 7 Jahren“ veröffentlicht. Insgesamt wurden 614 Eltern zu verschiedenen Aspekten zu verschiedenen Bereichen befragt:

  1. Verhaltensbezogene und soziale Treiber von Impfungen (BeSD-Framework der WHO)
  2. Inanspruchnahme der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (DTP)
  3. Gesundheitskompetenz und Wissen

Zusammenfassend stellt sich heraus, dass Eltern von Kindern unter 7 Jahren Impfungen in allen Altersgruppen als wichtig für die Gesundheit ihres Kindes halten. Die Sicherheit von Kinderimpfungen wird von den meisten als hoch und die Barrieren im Zugang zu Impfungen als gering empfunden. Etwa 20 % der befragten Eltern stufen Impfungen allerdings in Bezug auf Fahrtkosten, Zeit und organisatorischer Betreuung durchaus als eher aufwändig ein. Hieraus lässt sich schließen, dass trotz gutem Zugang zu Impfungen alltagsbezogene Herausforderungen bestehen (z. B. Vereinbarkeit mit dem Beruf). 

Etwa 6 von 10 Kindern waren altersgerecht gegen DTP geimpft, weniger als 1 von 10 Kindern war zum Zeitpunkt der Befragung ungeimpft. Gut 71 % der befragten Eltern möchten, dass ihr Kind die empfohlenen Impfungen aus dem Impfkalender erhält, nur weniger als 1 von 10 Elternteilen wollen das jüngste Kind dagegen gar nicht impfen lassen. Gegenüber Kinderärzten wird von den Eltern ein hohes Vertrauen ausgesprochen, so dass die ärztlichen Empfehlungen und konkrete Erinnerungen an einzelne Impfungen eine große Rolle bei der Impfinanspruchnahme spielen.

Hinsichtlich einer impfbezogenen Gesundheitskompetenz fiel diese im Mittel in die Kategorie „eher niedrig“. Nur 3 von 10 Eltern verfügen über eine eher hohe und 2 von 10 über eine hohe Gesundheitskompetenz. Die Mehrheit der Eltern von Kindern unter 7 Jahren zeigte Unsicherheit gegenüber gängigen Impfmythen wie dem vermeintlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus oder der Überlastung des Immunsystems durch zu viele (zu frühe) Impfungen. Das RKI leitet hieraus den Handlungsbedarf ab, dass verbreitete Impfmythen entkräftet (Debunking) und die Gesundheitskompetenz von Eltern gestärkt werden muss. 

Die gesamten Ergebnisse sind auf der Webseite des RKI zu finden.

Ihr Kontakt

Dr. Nicole Armbrüster

Referentin Spezielle Produktgruppen / Nahrungsergänzungsmittel / Kinderarzneimittel
Biologin

Petra ten Haaf

Referentin GKV-Arzneimittelversorgung / Basismarkt
Apothekerin
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