Therapieallergene werden bei bestimmten Allergien eingesetzt, um den Körper schrittweise an das Allergen zu gewöhnen. Einige dieser Präparate enthalten Aluminiumverbindungen als Wirkverstärker. Das PEI hat die verfügbare wissenschaftliche Datenlage erneut bewertet, um zu prüfen, ob davon gesundheitliche Risiken ausgehen.
Die wichtigste Aussage lautet: Nach dem heutigen Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass Kinder oder Erwachsene durch eine übliche subkutane Allergen-Immuntherapie mit aluminiumhaltigen Präparaten gefährdet werden. Weder aus klinischen Daten noch aus den in Deutschland ausgewerteten Meldungen zu Nebenwirkungen ergab sich ein Sicherheitssignal.
Aluminium wird nicht auf einmal in großen Mengen in den Blutkreislauf aufgenommen. Nach der Injektion wird es nur langsam aus dem Gewebe freigesetzt. Modellrechnungen des PEI zeigen, dass die zusätzliche Aluminiumaufnahme durch eine einzelne Behandlung über mehrere Jahre im Vergleich zur alltäglichen Aufnahme über Nahrung als gering und gesundheitlich vertretbar eingeschätzt wird. Auch ein erhöhtes Risiko, durch diese Präparate neue Allergien zu entwickeln, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht erkennen.
Bekannt sind vor allem lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, zum Beispiel kleine Knötchen oder Entzündungsreaktionen. Solche Reaktionen können vorkommen, gelten aber insgesamt als selten. Hinweise auf schwerwiegende Folgen wie neurologische Schäden oder Knochenschäden wurden in den ausgewerteten Meldedaten nicht gefunden.
Besondere Aufmerksamkeit ist nur in zwei Situationen sinnvoll: wenn jemand gleichzeitig mit mehreren aluminiumhaltigen Allergenpräparaten behandelt wird oder wenn die Behandlung über sehr viele Jahre beziehungsweise lebenslang fortgesetzt werden soll, etwa in Einzelfällen bei Insektengiftallergien. In solchen Fällen sollte die Aluminiumbelastung individuell neu bewertet werden.
Insgesamt kommt das PEI zu dem Schluss, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis aluminiumhaltiger Therapieallergene positiv ist. Für die übliche Anwendung überwiegt also der erwartete Nutzen die bekannten und nach aktuellem Wissen begrenzten Risiken.
Weitere Informationen können der Webseite des PEI entnommen werden.