Im Rahmen der HTAD-Tage vom 18.-22. Mai 2026 stand die Veröffentlichung der HTAD-Roadmaps am Mittwoch im Vordergrund. Unter Federführung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) legt die Bundesregierung die ersten Versionen der Roadmaps für die Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) vor:
Mit diesen Technologie-Roadmaps legt das BMFTR erstmals für sechs zentrale Schlüsseltechnologien integrierte und ressortgeeinte Planungsgrundlagen vor. Wesentlichen Input dazu haben die Länder, Wirtschaft und Wissenschaft geliefert. Die Roadmaps verbinden technologiepolitische Ziele mit konkreten Meilensteinen, messbaren Indikatoren und benannten Umsetzungspartnern und gehen damit deutlich über bisherige strategische Veröffentlichungen des Hauses hinaus.
Im Zuge der HDTA-Tage wurden die einzelnen Roadmaps heute nach einer Begrüßung von Bundestechnologieministerin Bär online vorgestellt. In einer kompakten Session wurde ein Einblick in die Struktur der sechs Roadmaps, in die Meilensteine und einen Ausblick auf die nächsten Schritte gegeben. Die Veranstaltung wurde per Livestream übertragen.
Dabei hat die Bundesregierung besonders bei der Biotechnologie vier sehr ambitionierte Ziele:
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Künstliche Intelligenz. Die Roadmap umfasst hier vier wichtige Ziele:
Die Bundesregierung plant, mit ihrer KI-Offensive bis 2030 10 % der Wirtschaftsleistung KI-basiert zu erwirtschaften, die Arbeitsproduktivität zu erhöhen und KI zu einem wichtigen Werkzeug in zentralen Forschungs- und Anwendungsfeldern zu machen. In einem ersten Schritt sollen bis 2028 verstärkt KI-Testzentren und Reallabore eingerichtet werden.
Auch die anderen Roadmaps sind auf der Webseite des BMFTR verfügbar. Mit der Veröffentlichung der Roadmaps wurde auch eine gemeinsame Konsultationsphase von sechs Wochen für alle Vorhaben gestartet. Die Roadmaps werden als lebende Dokumente bezeichnet, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Alle Stakeholder sind aufgerufen, dazu beizutragen.
Es ist sehr zu begrüßen, dass der Pharmadialog von Anfang 2026 so schnell und so umfassend durch die Bundesregierung aufgenommen und in Form der jetzt vorgestellten Roadmaps umgesetzt werden soll. Die einzelnen Zwischenziele und auch die Gesamtabsicht sind jedoch sehr ambitioniert und es bleiben noch einige Fragen offen. So zum Beispiel wie eine Stärkung des Pharmastandorts Deutschland und hier besonders der pharmazeutischen Industrie gelingen will, wenn man gleichzeitig Entscheidungen und Gesetze auf den Weg bringt, die so einem Ziel maßgeblich im Wege stehen. Dies geht einher mit der Frage, wie und durch wen diese Vorhaben im Umfeld der aktuellen Sparmaßnahmen finanziert werden sollen? Letztendlich bleibt festzuhalten, dass diese Roadmaps nur umgesetzt werden können, wenn Wissenschaft, Wirtschaft, die pharmazeutische Industrie sowie Politik und Gesellschaft „an einem Strang ziehen“.