Mit dem Ansatz, statt Strukturreformen die notwendige Stabilisierung der GKV-Finanzen u.a. durch langfristig angelegte Eingriffe bei Pharmaunternehmen zu erzeugen, bremst die Bundesregierung das Wirtschaftswachstum aus.
Die Erhöhung und Dynamisierung des Herstellerabschlags und andere, 1:1 aus der Wunschliste der Krankenkassen übernommenen Maßnahmen, belasten die Pharmaindustrie strukturell und überproportional stark.
Dazu sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland: "Um die große Verärgerung der deutschen Pharmaindustrie über das GKV-Spargesetz zu verstehen, muss man zum 12. November 2025 zurückblicken. Damals wurde im Bundeskanzleramt der Startschuss für eine Stärkung des Standortes Deutschland für die Pharma- und Medizintechnikbranche gegeben – für mehr Wirtschaftswachstum. Weder im anschließenden Pharmadialog noch im vorliegenden Entwurf des GKV-Spargesetzes sind Punkte zu finden, die sich auch nur ansatzweise als Unterstützungsmaßnahme der Pharmabranche deuten lassen.
"Stattdessen beschließt die Bundesregierung ein Gesetzentwurf, der Investitionshemmnisse erzeugt, die Versorgung trifft und damit volkswirtschaftlich an einem der wenigen Äste sägt, die das Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik tragen.”
Parallel dazu wird wortreich für mehr Wirtschaftswachstum geworben. So forderte die Wirtschaftsministerin jüngst mehr ‚Luft zum Atmen‘ für Betriebe und kritisierte die zu hohe Abgabenlast. Wenn jedoch Wort und Tat so drastisch auseinandergehen, schadet dies dem Wirtschaftsstandort massiv. Pharma Deutschland betont, dass die Pharmaindustrie weiterhin darüber gesprächsbereit ist, wie das System der Gesundheitsfinanzierung strukturell nachhaltig verbessert werden kann, ohne die Arzneimittel-Grundversorgung und Innovationsfähigkeit akut zu gefährden und gleichzeitig die GKV-Finanzen zu schonen.