29.05.2026

Haben Apotheken Zukunft?

Zur Ausgestaltung einer zeitgemäßen Versorgung der Bevölkerung.
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Autor:innen
Lutz Boden
Der Markt der Arzneimittelversorgung befindet sich im Wandel. Neben den klassischen Vor-Ort-Apotheken treten zunehmend neue Anbieter auf – von nationalen und internationalen Versandapotheken bis hin zu großen Drogerieketten und digitalen Plattformen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Apotheken in Deutschland seit Jahren ab. Vor diesem Hintergrund ging der Health Care Bayern e.V. im Rahmen einer Online-Veranstaltung am 28. Mai den wichtigen Fragen für das gesamte Gesundheitswesen nach: Welche Rolle werden Apotheken künftig in der Versorgung der Bevölkerung spielen? Wie lässt sich die Arzneimittelversorgung auch in Zukunft verlässlich und sicher gewährleisten? Welche Aufgaben können Apotheken im Gesundheitssystem heute bereits übernehmen – und welche könnten ihnen künftig zukommen?

Zunächst führten die Präsidentin der Apothekerkammer Bayern, Franziska Scharpf, sowie der Geschäftsführer OTC-Markt von Pharma Deutschland, Lutz Boden, mit einem jeweiligen Impuls in die Thematik ein, bevor die Diskussion mit den Vortragenden und geführt von Frau Professor Dr. Ulrike Holzgrabe, Seniorprofessorin für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Universität Würzburg, die Herausforderungen, aber auch die Chancen für die Vor-Ort-Apotheken und damit auch für die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland intensiv diskutiert wurden.

Es ist offensichtlich, der Versorgungsbedarf steigt, während sich die Ressourcen spürbar verknappen oder gar endlich werden. Apotheken vor Ort können hier unter geeigneten Voraussetzungen zukünftig im Sinne von Patienten und der Gesellschaft eine noch bessere Rolle einnehmen. Ein wesentlicher Baustein ist und könnten zukünftig noch mehr sein: die Selbstmedikation, optimiert durch die Apotheke. Ein wichtiges Ziel ist es, diese erste Stufe einer primären Versorgung zu stärken und weiter auszubauen. In diesem Zuge sind Maßnahmen zur Prävention zu entwickeln und umzusetzen. Point-of-Care-Test, Impfungen, pharmazeutische Dienstleistungen sollten Eingang in den Versorgungsalltag finden. Außerdem könnten weitere sog. OTC-Switches, also neue rezeptfreie Arzneimittel, das Angebotsspektrum der Apotheke vergrößern.

Das aktuell verabschiedete Apothekenreformgesetz ist nicht das Ende einer Entwicklung. Vielmehr ist es als Startrampe für weitere Leistungsangebote zu nutzen. Bei alledem müssen die bestehenden und die neuen Prozesse digital Hand in Hand mit der persönlichen Patientenansprache gehen. Die Apotheke der Zukunft wird sich noch besser auf die Menschen und ihre Bedürfnisse einzustellen haben. Sie sind dort abzuholen, wo sie sich bewegen, also auch im Netz. Dies gilt nicht nur, aber im Besonderen für die jüngeren Generationen.

Arzneimittelversorgung und Apotheke gehört zusammen. Selbstmedikation und Apotheke passen zusammen. Der Schlüssel, um den Herausforderungen im Gesundheitssystem erfolgreich zu begegnen, liegt in der Zusammenarbeit der Heilberufe und aller weiteren Stakeholder.

Noch einmal zur Ausgangsfrage: Haben Apotheken Zukunft? Ja, denn sie sind ohne Alternative. Apotheken verbinden Kompetenz, Nähe, Verantwortung und auch Technologie. So wird Vertrauen in die therapeutischen Leistungen geschaffen und sukzessive Gesundheitskompetenz aufgebaut.

Ihr Kontakt

Lutz Boden

Geschäftsführer OTC-Markt
Fachapotheker für Arzneimittelinformation

Dr. Maria Verheesen

Referentin Selbstmedikation
Apothekerin
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