28.05.2026 Pressemeldung

Frauen leisten mehr für ihre Gesundheit, fühlen sich aber schlechter versorgt

Umfrage zum Internationalen Tag der Frauengesundheit belegt eine geringere Zufriedenheit trotz großer Eigenverantwortung
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Frauen kümmern sich intensiver um ihre Gesundheit als Männer: Sie greifen häufiger eigenverantwortlich zu rezeptfreien Medikamenten, sowie zu Nahrungsergänzungsmitteln. Gleichzeitig haben Frauen deutlich weniger Vertrauen in ärztliche Behandlungen und fühlen sich häufiger unzureichend versorgt, wie eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland zeigt.

Vor diesem Hintergrund fordert Pharma Deutschland eine stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in Forschung und Versorgung – unter anderem durch bessere Datengrundlagen und eine konsequentere Einbindung von Frauen in klinische Studien.

In aktuellen Befragungen gaben 76 Prozent der Frauen an, sich Sorgen, um ihre Gesundheit zu machen, bei den Männern sind es mit 74,3 Prozent fast gleich viele. Nur rund die Hälfte der Frauen (51,4 Prozent) gaben an, mit ihrer gesundheitlichen Verfassung zufrieden zu sein, bei den Männern sind es 55,4 Prozent. Zugleich zeigen die Umfrageergebnisse, dass Frauen sich stärker eigeninitiativ um ihre Gesundheit kümmern, so greifen sie beispielsweise deutlich häufiger zu rezeptfreien Arzneimitteln: 25,4 Prozent der Frauen tun dies mindestens einmal wöchentlich, dagegen sind es nur 19,3 Prozent der Männer. Auch Nahrungsergänzungsmittel werden von Frauen deutlich häufiger konsumiert als von Männern – 59,4 Prozent zu 43 Prozent.

Diese hohe Eigenverantwortung geht jedoch nicht mit einer höheren Zufriedenheit im Hinblick auf die medizinische Versorgung einher. Frauen sind mit ärztlichen Behandlungen wesentlich seltener zufrieden als Männer. So waren 62,2 Prozent der Frauen in den letzten zwölf Monaten mit ärztlichen Behandlungen insgesamt zufrieden, bei Männern waren es rund 70,6 Prozent. Weiterhin gaben nur 60,6 Prozent der Frauen an, großes Vertrauen in ihre Ärztinnen und Ärzte zu haben, bei den Männern waren es dagegen 71 Prozent.

Besonders deutlich wird diese Differenz beim Thema Kostendruck: Fast jede zweite Frau (44,5 Prozent) hat das Gefühl, dass ihnen Ärztinnen und Ärzte schon einmal Behandlungen aus Kostengründen vorenthalten wollten – bei den Männern empfinden dies nur gut ein Drittel (36 Prozent).

Hinzu kommen Informationsdefizite: Mehr als die Hälfte der Frauen (53,2 Prozent) fühlt sich nicht ausreichend über geschlechtsspezifische Krankheitsbilder informiert, etwa zu Endometriose oder Unterschieden bei der Erkennung von Herzinfarkten. Entsprechend bewerten Frauen auch die Informationslage insgesamt etwas kritischer: 55,6 Prozent sind mit Informationen zu Medikamenten aus Praxis und Apotheke zufrieden, bei Männern sind es 62,5 Prozent. Nur 36 Prozent der befragten Frauen vertrauen darauf, im Krankheitsfall umfassend versorgt zu werden; bei Männern liegt dieser Wert bei 46 Prozent. Die Zufriedenheit mit der Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland ist bei Frauen 47,2 Prozent, bei Männern 57,9 Prozent.

“Die Ergebnisse zeigen deutlich: Der Gender Health Gap ist nicht nur eine Frage individueller Wahrnehmung, sondern Ausdruck systematischer Unterschiede in Nutzung, Erfahrung und Bewertung der Gesundheitsversorgung. Wir erkennen deutlich, dass sich Frauen nachweislich mehr Sorgen um ihre Gesundheit machen. Wenn sie dann aber zugleich Defizite bei Information, Vertrauen und Versorgung erleben, führt das nachvollziehbar zu wachsender Unzufriedenheit“, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin Pharma Deutschland.

Umso wichtiger ist es, die strukturellen Ursachen anzugehen.

“Es muss mehr Datenerhebung zur Frauengesundheit stattfinden und gleichzeitig müssen Frauen in klinischen Studien stärker berücksichtigt werden.”
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

Pharma Deutschland blickt regelmäßig auf aktuelle Entwicklungen zu Fragen im Bereich Frauengesundheit und setzt sich für die Förderung geschlechtsspezifischer Ansätze in Forschung, Entwicklung und Prävention ein. Dazu zählt auch die Entwicklung passender Präventions- und Versorgungsangebote.

Gesundheitsmonitor

Frauengesundheit

Frauen bewerten ihre Gesundheitsversorgung deutlich kritischer

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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