15.05.2026

Europäische Kommission: EU-Initiative für Resilienz im Bereich der globalen Gesundheit vorgestellt

Neue EU-Initiative soll Gesundheitssysteme weltweit widerstandsfähiger machen.
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Anna Wehage
Die Europäische Kommission hat in dieser Woche die neue „Global Health Resilience Initiative“ vorgestellt. Ziel ist es, die internationale Gesundheitsvorsorge zu verbessern, globale Lieferketten abzusichern und Gesundheitssysteme weltweit krisenfester zu machen.

Mit der neuen Global Health Resilience Initiative will sich die Europäische Union als starker Partner im internationalen Gesundheitswesen positionieren. Die Initiative soll demnach dazu beitragen, zukünftige Gesundheitskrisen schneller zu erkennen, besser darauf zu reagieren und Gesundheitssysteme weltweit langfristig widerstandsfähiger zu machen.

Die Initiative definiert fünf strategische Schwerpunkte:

  • eine effizientere und besser koordinierte globale Gesundheitsarchitektur, 
  • widerstandsfähige und national gesteuerte Gesundheitssysteme, 
  • stärkere internationale Prävention und Krisenvorsorge, 
  • diversifizierte Lieferketten und Produktionskapazitäten für medizinische Produkte, 
  • sowie die Bekämpfung von Gesundheitsdesinformation und die Förderung wissenschaftsbasierter Kommunikation.

Besonderes Augenmerk legt die EU dabei auf den Ausbau globaler Produktionskapazitäten für Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika. Gleichzeitig sollen Lieferketten unabhängiger und weniger anfällig für geopolitische Krisen werden. 

Zur Umsetzung der Initiative stehen bereits finanzielle Mittel bereit. Über das EU-Instrument Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument – Global Europe wurden bislang mehr als 6 Milliarden Euro für Gesundheitsinvestitionen mobilisiert. Gesundheit zählt zudem zu den zentralen Säulen der europäischen Global-Gateway-Strategie. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Investitionen in Afrika: Über die sogenannte Team Europe Initiative MAV+ („Manufacturing and Access to Vaccines, Medicines and Health Technologies“) wurden bereits rund 2 Milliarden Euro investiert, um die lokale Produktion von Impfstoffen und medizinischen Produkten auf dem afrikanischen Kontinent auszubauen. 

Auch multilaterale Organisationen profitieren von zusätzlichen Mitteln. So hat die EU zuletzt dem Global Fund eine Unterstützung von 700 Millionen Euro zugesagt. Darüber hinaus stellten die EU und ihre Mitgliedstaaten in den Jahren 2024 und 2025 gemeinsam 1,7 Milliarden Euro für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereit. 

Im Bereich Forschung und Innovation wurden über Horizon Europe bislang nahezu 1 Milliarde Euro für gesundheitsbezogene Forschungsprojekte bereitgestellt. Ergänzend dazu investierte das EU4Health-Programm zwischen 2022 und 2024 mehr als 130 Millionen Euro in internationale Gesundheitsprojekte. Für humanitäre Gesundheitsmaßnahmen flossen zwischen 2022 und 2025 zusätzlich 745 Millionen Euro.

Mit neun geplanten Flagship-Initiativen, die ab 2026 umgesetzt werden sollen, verfolgt die Initiative das Ziel, globale Gesundheitskrisen künftig koordinierter und effizienter zu bewältigen. Gleichzeitig will die EU das Vertrauen in Wissenschaft stärken und gegen Falschinformationen im Gesundheitsbereich vorgehen.

Detailliertere Infos finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission.

Ihr Kontakt

Anna Wehage

Referentin nationale und europäische Gesetzgebung / Internationales / Fälschungsschutz
Zeichenfläche 1