29.05.2026

Ein Jahr European Vaccines Hub for Pandemic Readiness

Nach dem Start des European Vaccines Hub im vergangenen Jahr zeigt sich: Europa rückt bei der Pandemievorsorge enger zusammen
  • Forschung & Entwicklung
  • Produktion & Versorgung
  • Regulierung & Zulassung
Autor:innen
Dr. Nicole Armbrüster
Um Europas Impfbereitschaft und Reaktionsfähigkeit in Pandemiezeiten zu stärken, wurde im letzten Jahr der Europäische Impfstoff-Hub (EVH) ins Leben gerufen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bringt hier seine wissenschaftliche und regulatorische Expertise mit ein, um Impfstoffe im Krisenfall schneller verfügbar zu machen. Bereits im ersten Jahr wurden wichtige Grundlagen geschaffen, etwa für Produktionskapazitäten und Impfstoff-Prototypen. Bei ihrer Jahrestagung vom 19.-21. Mai 2026 in Marburg stellten die Partner aktuelle Fortschritte und nächste Schritte vor. Der EVH stärkt damit nachhaltig die europäische Handlungsfähigkeit bei künftigen Gesundheitsnotlagen.

Der EVH ist ein 2025 gegründetes, von der EU gefördertes Konsortium, das die europäische Pandemievorsorge stärken soll. Ziel ist es, Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel gegen potenziell pandemierelevante Erreger im Krisenfall schneller verfügbar zu machen. Dafür vernetzt der EVH führende europäische Institutionen entlang der gesamten Impfstoffentwicklungskette – von der frühen Forschung über präklinische und klinische Studien bis hin zu Regulierung, Herstellung und Bereitstellung.

Das PEI spielt in diesem Verbund eine wichtige Rolle. Es bringt seine wissenschaftliche, regulatorische und praktische Expertise in verschiedenen Bereichen der Pandemievorbereitung ein. Im ersten Projektjahr konnten bereits mehrere konkrete Fortschritte erzielt werden. Dazu gehört unter anderem der Aufbau einer strukturierten Datenbank europäischer Hersteller von Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern. Diese bildet eine wichtige Grundlage, um Produktionskapazitäten innerhalb der EU besser zu analysieren und im Krisenfall gezielt nutzen zu können.

Ein weiterer wichtiger Beitrag des PEI erfolgt über das am Institut angesiedelte Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI). Das ZEPAI war maßgeblich an der Entwicklung eines EVH-Impfstoffbereitschaftsplans beteiligt. Dieser soll die Fähigkeit der EU stärken, auf zukünftige Epidemien und Pandemien vorbereitet zu sein. Im Mittelpunkt stehen dabei Impfstoff-Prototypen sowie skalierbare Technologien, die im Ernstfall schneller angepasst und eingesetzt werden können. Gleichzeitig profitiert der EVH von den Erfahrungen des ZEPAI in der Zusammenarbeit mit Herstellern und beim Aufbau komplexer Bereitschaftsstrukturen.

Auch im regulatorischen und wissenschaftlichen Bereich hat das PEI bereits wichtige Impulse gesetzt. So wirkte das Institut an einer Strategie zur frühzeitigen Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen mit. Darüber hinaus arbeiten Forschende des PEI gemeinsam mit Partnern an Modellimpfstoffen auf Basis rekombinanter Masernimpfviren. Zusätzlich bringt das Institut seine Expertise zu komplexen Tiermodellen in die Impfstoffforschung des EVH ein.

Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen den praktischen Nutzen einer koordinierten europäischen Pandemiebereitschaft. Aktuelle Infektionsfälle, etwa mit Hanta- oder Ebolaviren, zeigen, dass gesundheitliche Bedrohungen weiterhin bestehen und eine enge Zusammenarbeit in Europa notwendig ist. Der EVH schafft dafür wichtige Strukturen und stärkt die Handlungsfähigkeit der EU im Krisenfall nachhaltig. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des PEI.

Ihr Kontakt

Dr. Nicole Armbrüster

Referentin Spezielle Produktgruppen / Nahrungsergänzungsmittel / Kinderarzneimittel
Biologin
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