Die Bundesregierung will Deutschland zum führenden Biotechnologie-Standort machen.
Mit der Hightech Agenda Deutschland und der Biotech-Roadmap sollen Investitionen in Forschung und Entwicklung gesteigert, klinische Studien ausgebaut und neue Technologien wie Gen- und Zelltherapien sowie KI-basierte Wirkstoffentwicklung vorangebracht werden.
Parallel dazu sieht der Entwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz weitreichende Eingriffe vor.
Dazu gehören insbesondere ein dynamischer Herstellerabschlag, neue Preis-Mengen-Regelungen und zusätzliche Rabattmechanismen. Diese Instrumente sollen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzen, betreffen aber vor allem innovative Arzneimittel.
Aus Sicht der Industrie entsteht dadurch ein Zielkonflikt.
Während die Roadmap auf bessere Rahmenbedingungen für Investitionen setzt, schaffen zusätzliche Abschläge und Preisregulierungen ein schwer kalkulierbares Umfeld. Dies kann die Attraktivität des Standorts Deutschland für Unternehmen und Investoren mindern.
Besonders betroffen sind Zukunftsbereiche wie Gen- und Zelltherapien und klinische Forschung.
Die geplanten Regelungen könnten dazu führen, dass innovative Therapien verzögert oder gar nicht erst in Deutschland auf den Markt kommen. Gleichzeitig schwächt dies die Voraussetzungen, um international wettbewerbsfähig in klinischer Forschung zu bleiben.
Auch bei Impfstoffen und digitalen Gesundheitsanwendungen sehen Experten Risiken.
Zusätzliche Abschläge für innovative Impfstoffe sowie mengenabhängige Kürzungen bei digitalen Anwendungen setzen Anreize entgegen den politischen Zielen der Stärkung von Resilienz und Digitalisierung im Gesundheitswesen.
