05.06.2026 Pressemeldung

Risiken für Engpässe bei wichtigen Wirkstoffen nehmen zu

Unternehmen berichten von deutlich gestiegenen Beschaffungskosten und zunehmenden Unsicherheiten
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Der Ukraine-Krieg und der Konflikt an der Straße von Hormus sorgen bei der Lieferung von Roh- und Hilfsstoffen sowie der Beschaffung von Verpackungsmaterialien für massiv steigende Kosten für die Pharmaunternehmen in Deutschland. Auch kommt es aktuell bereits zu Lieferverzögerungen.

Eine Abfrage von Pharma Deutschland unter seinen Mitgliedsunternehmen hat ergeben, dass die Branche aktuell noch nicht von Produktionsausfällen in Deutschland betroffen ist – Unternehmen berichten aber, dass die Beschaffung deutlich schwieriger und teurer geworden ist. Dazu tragen auch die massiv gestiegenen Öl- und Gaspreise bei. Gleichzeitig wird befürchtet, dass es bei der Belieferung von bestimmten versorgungskritischen Wirkstoffen zu Lieferausfällen kommen könnte.

Dazu sagt Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender Pharma Deutschland: "Viele Unternehmen treffen in der aktuellen Krisensituation Vorkehrungen, um weiter die notwendigen Medikamente in Deutschland zu produzieren und anbieten zu können. Wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten. Klar ist aber: Die Kosten für die Unternehmen steigen. Die Kostensteigerungen können wir allerdings aufgrund von Preismoratorien und Rabattverträgen kaum bis gar nicht weitergeben.“

„Wenn der Gesetzgeber in dieser kritischen Situation mit den Plänen zur GKV-Beitragssatzstabilisierung die Daumenschrauben für die Hersteller noch weiter anziehen will, gefährdet er nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der Branche, sondern auch die Patientenversorgung. Denn kein Unternehmen kann sich leisten, in die Verlustzone zu rutschen."
Jörg Wieczorek Vorstandsvorsitzender

Die angespannte Lage zeigt sich auch bei zentralen Industrierohstoffen. Laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe fehlen derzeit bis zu 40 Prozent Helium auf dem europäischen Markt. Auch der Verband der Chemischen Industrie berichtet von zunehmenden Risiken für die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel.

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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