Bremens Senatorin für Gesundheit und Frauen, Claudia Bernhard (Linke), verweist darauf, dass diagnostische und therapeutische Verfahren meist auf männlichen Referenzwerten basieren, weil Frauen in der Forschung seltener berücksichtigt würden als Männer. «Das führt dazu, dass Symptome bei Frauen übersehen oder falsch interpretiert werden und eine adäquate Behandlung dann eventuell spät einsetzt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Unterschiede zeigen sich demnach besonders deutlich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bremen fordert deshalb gemeinsam mit anderen Bundesländern, die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen stärker im Bereich der Forschung und Versorgung zu berücksichtigen. Ein Ziel ist, die Besonderheiten bei Frauen - etwa abweichende Symptome und Verläufe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen - bekannter zu machen.
«Man kann es nicht oft genug sagen - es herrscht immer noch ein Ungleichgewicht in der Diagnostik und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen den Geschlechtern», so die Senatorin. «Ich erwarte durch einen gemeinsamen Beschluss Beachtung der Thematik im Bereich der medizinischen Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen», sagte sie mit Blick auf die Konferenz.
Die Gesundheitsministerinnen, -minister und -senatorinnen setzen sich demnach dafür ein, dass Erkenntnisse über die besonderen Symptome und Verläufe bei Frauen in die Aus-, Fort- und Weiterbildung des medizinischen Personals aufgenommen werden. «Sie unterstützen zudem die geschlechtersensible Ausrichtung von Forschung, Vorsorge und Behandlung» berichtete Bernhard.
Für die Zukunft zeigt sich die Senatorin zuversichtlich. «Es ist zu erwarten, dass sich die Versorgungssituation in den kommenden Jahren schrittweise verbessert.» Aber: «Eine umfassende Gleichberechtigung wird erst dann erreicht sein, wenn geschlechterspezifische Unterschiede systematisch in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und Forschung berücksichtigt und umgesetzt werden.»