August 2026

Pharmaunternehmen in Deutschland

Pharmaunternehmen sichern die Arzneimittelversorgung, schaffen Jobs und treiben Innovationen voran. Die Seite gibt einen kompakten Überblick über Branche, Aufgaben und Bedeutung in Deutschland.

Die Pharmaunternehmen stehen für eine Schlüsselindustrie in Deutschland: Mehrere hundert Firmen forschen, produzieren und vertreiben Arzneimittel, sichern Arbeitsplätze und treiben Innovationen im Gesundheitswesen voran. Die Unternehmen arbeiten dabei eng mit allen wichtigen Playern der Branche zusammen – darunter Forschungseinrichtungen, Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Krankenkassen sowie Patientinnen- und Patientenorganisationen –, um Menschen zuverlässig mit sicheren, wirksamen und bezahlbaren Medikamenten zu versorgen.

Was sind Pharmaunternehmen?

Pharmaunternehmen entwickeln, produzieren und vertreiben Arzneimittel und Impfstoffe – mit dem Ziel, Krankheiten zu verhindern, zu lindern oder zu heilen und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Die zentralen Aufgaben von Pharmaunternehmen sind:

  • Forschung und Entwicklung: Pharmaunternehmen suchen nach neuen Wirkstoffen, verbessern bestehende Therapien und entwickeln neue Darreichungsformen.
  • Zulassung und Studien: Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, führen die Pharmaunternehmen gemeinsam etwa mit wissenschaftlichen Einrichtungen präklinische Prüfungen und mehrere Phasen klinischer Studien durch. 
  • Produktion und Qualitätssicherung: Unternehmen stellen Arzneimittel unter strengen Vorgaben wie Good Manufacturing Practice (GMP) her und sichern Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit durch umfangreiche Kontrollen und Qualitätsmanagement.
  • Versorgung und Distribution: Sie sorgen dafür, dass Arzneimittel kontinuierlich verfügbar sind und über Großhandel, Apotheken und Kliniken die Patientinnen und Patienten erreichen.
  • Information und Sicherheit im Markt: Pharmaunternehmen stellen Fachinformationen für Ärztinnen, Apotheker und andere Gesundheitsberufe bereit und überwachen nach Markteinführung laufend Nebenwirkungen (Pharmakovigilanz).

Wie viele Pharmaunternehmen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es laut Erhebung des Statistischen Bundesamtes etwa 670 pharmazeutische Unternehmen (Stand 2023). Über 84 % dieser Unternehmen sind Kleinst‑, Klein- oder mittlere Unternehmen (KMU).​ Mehr als die Hälfte davon sind Mitglied bei Pharma Deutschland.

Welche Pharmaunternehmen gibt es in Deutschland?

Die deutsche Pharmalandschaft ist sehr vielfältig – von international tätigen Großkonzernen über hochspezialisierte mittelständische Hersteller bis hin zu Generikaherstellern.

Beispiele großer Pharma- und Biopharma-Unternehmen:

  • Bayer, Leverkusen
  • Boehringer Ingelheim, Ingelheim
  • Merck KGaA, Darmstadt

Beispiele starker Generika- und OTC-Hersteller

  • STADA Arzneimittel AG, Bad Vilbel​
  • Hexal AG / Sandoz, Holzkirchen, mehrere Standorte
  • Ratiopharm / Teva, Ulm, Berlin
  • Berlin-Chemie AG, Berlin

Wichtige ausländische Konzerne mit großem Deutschland-Geschäft

  • Pfizer Deutschland GmbH, Berlin und Freiburg
  • Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
  • Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Pharma Deutschland bietet auf seiner Website eine umfangreiche Übersicht seiner Mitgliedsunternehmen und macht damit die Vielfalt der pharmazeutischen Industrie in Deutschland sichtbar

Welche wirtschaftliche Bedeutung haben Pharmaunternehmen in Deutschland?

Pharmaunternehmen sind eine Schlüsselindustrie für Deutschland: Sie schaffen hochqualifizierte Jobs, erwirtschaften überdurchschnittliche Wertschöpfung, investieren stark in Forschung und stärken damit den Hightech‑Standort:

  • Beschäftigung: In der deutschen Pharmaindustrie arbeiten mehr als 130.000 Menschen, vor allem in Forschung, Entwicklung und Produktion. Jeder Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie erzeugt zusätzliche Jobs in vor- und nachgelagerten Bereichen
  • Wertschöpfung: Die Branche trägt mit rund 30 Milliarden Euro pro Jahr direkt zur Bruttowertschöpfung bei und gehört damit zu den produktivsten Industriezweigen.
  • Forschung, Investitionen und Innovation: Die Pharmaindustrie gilt als forschungsintensivste Branche in Deutschland. Rund 17 Prozent des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung.
  • Export und Außenhandel: Deutsche Pharmaunternehmen erzielen ein Exportvolumen von über 60 Milliarden Euro jährlich und sind damit ein wichtiger Pfeiler der deutschen Exportwirtschaft.

Gesundheit ist zugleich Grundlage wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit: Arzneimittel und Impfstoffe helfen, dass Menschen länger gesund arbeiten können – das stützt Produktivität, soziale Sicherungssysteme und langfristig den Wohlstand.

Welche Jobs bieten Pharmaunternehmen in Deutschland?

Pharmaunternehmen in Deutschland bieten ein breites Spektrum an Jobs – von Labor und Produktion über Zulassung und Sicherheit bis hin zu Datenanalyse, Politikdialog und Marketing. Rund 60 % der Beschäftigten in der pharmazeutischen Industrie haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, gut 30 % ein Fach‑ oder Hochschulstudium, etwa 10 % sind angelernte Kräfte.​ Die Zukunftsperspektiven der Branchen werden als sehr gut eingeschätzt: Viele Unternehmen bilden selbst aus – etwa zur/zum Pharmakant, Chemielaborantin oder Industriekaufmann/-frau – und suchen kontinuierlich naturwissenschaftliche, technische und kaufmännische Fachkräfte.

Kernbereiche und typische Berufe:

  • Forschung & Entwicklung (F&E): Apotheker, Pharmazeutinnen, Chemiker, Biologinnen, Mediziner, pharmazeutische Wissenschaftlerinnen, Data Scientists, Bioinformatiker
  • Klinische Forschung: Clinical Research Associate (CRA), Clinical Project Manager, Medical Advisor, Study Nurse; Planung und Durchführung klinischer Studien
  • Produktion & Technik: Pharmakantinnen, Chemikanten, Ingenieurinnen für Pharmatechnik, Produktions- und Prozesstechniker, Instandhaltung, Supply-Chain- und Logistik-Fachkräfte
  • Qualität & Sicherheit: Qualitätskontrolle (QC), Qualitätssicherung (QA), „Qualified Person“ (Sachkundige Person), Expertinnen für Arzneimittelsicherheit (Pharmakovigilanz, Drug Safety)
  • Zulassung & Regulierung: Regulatory Affairs Manager, Fachleute für Arzneimittelzulassung und Lifecycle-Management von Produkten

Medizinische, kommunikative und datengetriebene Rollen

  • Medical Affairs & Medizinische Leitung: Medical Manager, Medical Director, Medical Scientific Liaison (MSL); Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Ärztinnen und Unternehmen
  • Wissenschaftskommunikation & Public Affairs: Corporate Affairs, Policy-/Government Affairs, Kommunikation, Medical Writing; Dialog mit Politik, Medien und Fachkreisen
  • Daten & Digitalisierung: Data Scientists, Data Engineers, Business-Intelligence-Developer, Spezialistinnen für digitale Gesundheitsanwendungen und Patienten-Apps

Vertrieb, Marketing und Marktzugang

  • Außendienst & Vertrieb: Pharmareferentinnen, Klinikreferenten, Key-Account-Manager; Information von Ärztinnen und Kliniken
  • Marketing & Market Access: Brand Manager, Market-Access-Manager, Pricing- und Erstattungsexpertinnen, Patient-Engagement-Manager
  • Kaufmännische Berufe: Industrie- und Bürokaufleute, Controlling, Einkauf, HR, IT, Recht; ähnlich wie in anderen Industrien, aber mit Gesundheitsfokus

Mit wem kooperieren Pharmaunternehmen in Deutschland?

Pharmaunternehmen arbeiten in Deutschland mit zahlreichen Partnern eng zusammen – von Forschungseinrichtungen über Arztpraxen und Apotheken bis hin zu Politik, Krankenkassen und Patient:innenorganisationen. 

  • Wissenschaft und Forschung
     
    • Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Institute (z. B. Helmholtz‑, Max‑Planck‑ oder Fraunhofer‑Institute) sind zentrale Partner bei der Wirkstoffforschung, klinischen Studien und der Entwicklung neuer Therapien.
    • Unternehmen kooperieren zudem mit Biotech‑Start-ups und mittelständischen Hightech‑Firmen, um innovative Technologien – etwa mRNA, Zell‑ und Gentherapien oder digitale Gesundheitslösungen – schneller in die Versorgung zu bringen
       
  • Ärzte und Ärztinnen, Apotheken und Selbstverwaltung
     
    • Für eine gute Arzneimittelversorgung arbeiten Pharmaunternehmen mit Ärzt:innen, Krankenhäusern und medizinischen Fachgesellschaften zusammen, etwa bei Studien, Versorgungsprojekten oder Leitlinien.
    • Enge Kooperation gibt es mit Apotheken und ihrem Großhandel, z. B. bei Lieferketten, Medikationsmanagement und der Einführung des E‑Rezepts; hier sind auch Kassenärztliche Vereinigungen sowie der Gemeinsame Bundesausschuss (G‑BA) wichtige Partner.
       
  • Politik, Behörden und Selbstkontrolle
     
    • Pharmaunternehmen stehen im kontinuierlichen Dialog mit Bundesregierung, Bundestag, Ländern und EU‑Institutionen, u. a. im Rahmen des Pharma‑ und Medizintechnikdialogs der Bundesregierung.
    • Sie arbeiten mit Zulassungs‑ und Aufsichtsbehörden wie EMA, BfArM und PEI zusammen und unterliegen freiwilligen Kodizes – etwa des Vereins „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ (FSA) zur Zusammenarbeit mit Fachkreisen und Patientenorganisationen.
       
  • Krankenkassen, Verbände und Allianzen
     
    • Mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen kooperieren Unternehmen z. B. in Versorgungsverträgen, Disease‑Management‑Programmen oder bei digitalen Versorgungsprojekten. Häufig entstehen dazu regionale oder bundesweite Bündnisse.
    • Über Verbände wie Pharma Deutschland vernetzen sich Unternehmen mit anderen Industrie‑ und Gesundheitsakteuren, um gemeinsame Positionen zu Versorgungssicherheit, Innovation und Standortpolitik zu entwickeln.
       
  • Patientinnen und Patienten, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft
     
    • Pharmaunternehmen arbeiten mit Patientenorganisationen zusammen, etwa um Studien patientenzentrierter zu gestalten, Informationsmaterialien zu entwickeln oder Versorgungslücken sichtbar zu machen; diese Zusammenarbeit ist durch Kodizes streng reguliert.
    • In Projekten zu seltenen Erkrankungen oder chronischen Volkskrankheiten engagieren sich Unternehmen gemeinsam mit Selbsthilfe, Politik und Fachkreisen, um die Rahmenbedingungen für Diagnose, Therapie und Versorgung nachhaltig zu verbessern.

Welche Rolle nimmt Pharma Deutschland ein?

Pharma Deutschland versteht sich als starke Stimme der pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Als mitgliederstärkster Branchenverband vertritt Pharma Deutschland rund 400 Unternehmen – vom mittelständischen Hersteller bis zum international tätigen Konzern – und bringt deren Perspektiven gegenüber Politik, Behörden, Medien und Öffentlichkeit ein.

Ziel von Pharma Deutschland ist es, die Rahmenbedingungen für eine verlässliche, innovative und bezahlbare Arzneimittelversorgung zu verbessern. Dafür bündelt der Verband die Positionen seiner Mitglieder, begleitet Gesetzgebungsverfahren und setzt sich für Versorgungssicherheit, resiliente Lieferketten, faire Wettbewerbsbedingungen, weniger Bürokratie und eine starke Anbietervielfalt ein.

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