Rund 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind gesetzlich krankenversichert. Entsprechend entfällt der überwiegende Teil der Arzneimittelverordnungen und Erstattungsausgaben im Erstattungsmarkt auf die GKV.
*Angaben ohne Impfstoffe
Der Erstattungsmarkt für Arzneimittel verzeichnete im Jahr ein Umsatzwachstum bei gleichzeitig leicht rückläufigem Absatz. Insgesamt wurden Arzneimittel im Wert von 73,2 Milliarden Euro zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV) abgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Umsatzanstieg von 4,9 Prozent. Das Umsatzwachstum ist allerdings im Vergleich zu den Ausgaben im stationären und ambulanten Bereich unterdurchschnittlich. Der Absatz lag bei 924 Millionen Packungseinheiten und damit 0,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Den größten Anteil am Erstattungsmarkt trägt weiterhin die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Auf sie entfallen 62,6 Milliarden Euro Umsatz, was einem Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die private Krankenversicherung (PKV) erzielte einen Umsatz von 10,6 Milliarden Euro und verzeichnete mit 8,9 Prozent das stärkere Wachstum. Beim Absatz wurden über die GKV 735 Millionen Packungseinheiten abgegeben, während die PKV auf 189 Millionen Packungseinheiten kam. Während der Absatz in der GKV um 1,3 Prozent zurückging, legte er in der PKV um 0,7 Prozent zu.
Generika und Biosimilars leisten einen wesentlichen Sparbeitrag bei den Arzneimittelausgaben.
Beim Absatz zeigt sich folgendes Bild: In der GKV wurden 554 Millionen Packungseinheiten generischer Arzneimittel abgegeben, gegenüber 176 Millionen Packungseinheiten bei Originalpräparaten. Auch in der PKV lagen Generika mit 104 Millionen Packungseinheiten leicht vor den Originalpräparaten mit 84 Millionen Packungseinheiten. Biosimilars spielen mengenmäßig weiterhin eine vergleichsweise kleine Rolle.
Darüber hinaus prägen verschiedene Steuerungsinstrumente den Erstattungsmarkt. Besonders bedeutend sind im GKV-Bereich Rabattverträge, Festbeträge und Erstatungsbeträge, auf die ein Umsatz von rund 73,1 Milliarden Euro an Einsparungen entfielen.
Der demografische Wandel führt zu einer steigenden Zahl älterer und chronisch erkrankter Menschen. Dadurch wächst der Bedarf an einer kontinuierlichen Arzneimittelversorgung. Auch die leitliniengerechte und frühzeitigere Behandlung vieler Erkrankungen trägt dazu bei, dass mehr Patientinnen und Patienten medikamentös versorgt werden.
Den Ausgabensteigerungen stehen jedoch erhebliche Einsparungen durch Generika und Biosimilars gegenüber. Darüber hinaus unterliegen neue Arzneimittel in Deutschland einer strengen frühen Nutzenbewertung sowie anschließenden Preisverhandlungen mit den Krankenkassen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Erstattungspreis den nachgewiesenen Zusatznutzen berücksichtigt und innovative Therapien zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen in die Versorgung gelangen.