OTC-Switches bezeichnen die Entlassung von Arzneimitteln aus der Verschreibungspflicht in die Apothekenpflicht. Sie ermöglichen Patientinnen und Patienten einen Zugang zu Arzneimitteln im Rahmen der Selbstmedikation in Verbindung mit der heilberuflichen Beratung in der Apotheke. Damit wird das Angebot rezeptfreier, apothekenpflichtiger Arzneimittel um geeignete Wirkstoffe oder Wirkstärken, bestimmte Darreichungsformen oder neue Anwendungsgebiete erweitert. Voraussetzung ist, dass Wirkstoff und Darreichungsform in der eigenverantwortlichen Selbstbehandlung sicher  angewendet werden können. Zudem müssen Patientinnen und Patienten ihre Beschwerden zuverlässig selbst einschätzen können, ohne dass eine Fehleinschätzung den Krankheitsverlauf verschlechtern könnte. In Verbindung mit der persönlichen Beratung in der Apotheke vor Ort tragen OTC-Switches zu einer sicheren, wirksamen und gut zugänglichen Arzneimittelversorgung bei. Ist ein Arzneimittel im Ausnahmefall nicht mehr für die Selbstmedikation geeignet, kann ein Re-Switch zurück in die Verschreibungspflicht erfolgen.

Switches in Deutschland seit 2005

Jahr        WirkstoffAnwendung
2025Naloxon-Nasensprayzur sofortigen Behandlung bei vermuteter oder bestätigter Überdosierung mit Opioiden
2025Wirkstoffkombination Prednisolon und Salicylsäureäußerlich bei leicht ausgeprägten entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut, z.B. Schuppenpflechte
2025Kombinationen aus Azelastin und FluticasonpropionatHeuschnupfen (nasale Form, Erwachsene)
2024RizatriptanMigräne
2024BilastinHeuschnupfen (Kinder von 6 bis 11 Jahren)
2022BilastinHeuschnupfen (Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren)
2022Dexibuprofenleichte bis mäßig starke Schmerzen
2022Kombinationen Ibuprofen und Paracetamolleichte bis mäßig starke Schmerzen
2022LevodropropizinReizhusten
2020SumatriptanMigräne
2020DesloratadinHeuschnupfen
2019DiclofenacSchmerzen (Pflaster; modifizierte Position)
2019LevocetiricinHeuschnupfen
2018Ibuprofen plus CoffeinSchmerzen
2017Aciclovir-Hydrocortison-KombinationLippenherpes
2017IbuprofenSchmerzen (Pflaster, 6 % Wirkstoffgehalt)
2016FluticasonHeuschnupfen (nasale Form)
2016MometasonHeuschnupfen (nasale Form)
2016RacecadotrilDurchfall (auch Kinder ab 12 J.)
2015LevonorgestrelNotfallkontrazeption
2015UlipristalNotfallkontrazeption
2015EsomeprazolSodbrennen und saures Aufstoßen
2015FlurbiprofenEntzündungen der Rachenschleimhaut
2015KetotifenAnwendung am Auge
2013RacecadotrilDurchfall (Erwachsene)
2013BenzydaminEntzündungen im Mund- und Rachenraum
2013Ibuprofen-Pseudo-ephedrin-KombinationErkältungssymptome
2012NicotinErhöhung Menge auf 15 mg je abgeteilter Form
2011OrlistatErweiterung der Position auf national zugelassene Arzneimittel
2010PantoprazolRefluxsymptome (von der EU-Kommission europaweit zugelassen)
2009AlmotriptanMigräne
2009OmeprazolSodbrennen und saures Aufstoßen
2009OrlistatAdipositas (von der EU-Kommission europaweit zugelassen)
2007HydrocortisonTopische Anwendung (Erhöhung der Einzeldosis)
2007DiclofenacErhöhung der Einzeldosis
2006NaratriptanMigräne
2005PenciclovirLippenherpes
2005IbuprofenMigräne mit oder ohne Aura
2005MiconazolPilzerkrankungen der Mundhöhle
2005MinoxidilHaarausfall

(*) Die Anwendungsbeschreibung ist als Kurzform dargestellt. Die ausführliche Anwendung und etwaige Einschränkungen sind der Arzneimittelverschreibungsversordnung (AMVV) zu entnehmen

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