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1. BfArM: Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht
Am heutigen Dienstag, 1. Juli 2014, tagte der Sachverständigenausschuss für
Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
2. Überarbeitung der Guideline on Excipients: EMA veröffentlicht Q&As
zu Benzalkoniumchlorid
Die Leitlinie der Kommission "Excipients in the label and package leaflet of medicinal
products for human use" wird derzeit überarbeitet. In diesem Zusammenhang
veröffentlichte die EMA ein weiteres Q&A-Dokument mit der Möglichkeit zur
Kommentierung. Es betrifft Benzalkoniumchlorid.
3. 28. Ausgabe des „SME Office Newsletter“ vom Juli 2014
veröffentlicht
Die Europäische Arzneimittelagentur EMA informiert mit dem „SME Office Newsletter“
quartalsweise über die Aktivitäten der Agentur. Der neueste Newsletter wurde kürzlich
veröffentlicht.
4. G-BA: Stellungnahmeverfahren zur Änderung der Anlagen IX und X
der AM-RL zur Festbetragsgruppenbildung begonnen: Tranche 2014-
05
Der G-BA hat folgende Stellungnahmeverfahren zur Änderung der Anlage IX und X der
Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) eingeleitet. Die Frist zur Stellungnahme läuft bis zum
1. August 2014.
5. G-BA-Stellungnahmeverfahren zu den Richtlinien über die
Früherkennung von Krankheiten (hier: Mukoviscidose) bei Kindern
bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres
Der G-BA gibt den maßgeblichen Spitzenorganisationen der Medizinproduktehersteller die
Gelegenheit zur Stellungnahme zum Screening auf Mukoviscidose (Zystische Fibrose)
6. EMA: Agenda des HMPC-Meetings veröffentlicht
Die EMA hat die Agenda des HMPC-Meetings vom 30. Juni und 1. Juli 2014 publiziert.
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1. Juli 2014
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7. Pharmeuropa: Neue Monografie-Entwürfe für das Europäische
Arzneibuch
In der Ausgabe 26.3 der Pharmeuropa sind neue Monografie-Entwürfe für das
Europäische Arzneibuch veröffentlicht worden.
________________________________________________________________________
1. BfArM: Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht
Am heutigen Dienstag, 1. Juli 2014, tagte der Sachverständigenausschuss für
Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Der Ausschuss ist nach § 48 AMG vor geplanten Umstufungen in der
Verschreibungspflicht (Entlassung oder Unterstellung) anzuhören.
Der Entwurf einer Geschäftsordnung des Ausschusses wurde vorgelegt und kann in den
kommenden Monaten kommentiert werden.
Folgende wesentliche Empfehlungen wurden verabschiedet:
Fluticason und seine Ester
Der Antrag auf Entlassung aus der Verschreibungspflicht nach § 48 AMG für
Fluticason und seine Ester
ausgenommen Fluticasonpropionat zur intranasalen Anwendung zur Prophylaxe
und Behandlung der allergischen Rhinitis in Packungsgrößen bis zu 3,0 mg
Fluticasonpropionat, sofern auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen angegeben
ist, dass die Anwendung auf Erwachsene beschränkt ist
wurde mehrheitlich angenommen.
Racecadotril
Der Antrag auf ergänzende Entlassung aus der Verschreibungspflicht nach § 48 für
Racecadotril
bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen gemeinsam mit oraler Rehydratation in
Konzentrationen von 30 mg je abgeteilter Form und in einer Gesamtmenge von bis
zu 540 mg je Packung
wurde mehrheitlich abgelehnt.
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Famciclovir
Der Antrag auf Entlassung aus der Verschreibungspflicht nach § 48 AMG für
Famciclovir
ausgenommen zur oralen Behandlung von rezidivierenden Episoden eines Herpes
labialis bei immunkompetenten Erwachsenen mit einer Einmaldosis von 1500 mg
und einer darauf begrenzten Packungsgröße
wurde abgelehnt
Racecadotril
Der Antrag auf ergänzende Entlassung aus der Verschreibungspflicht nach § 48 für
Racecadotril
bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen gemeinsam mit oraler Rehydratation in
Konzentrationen von 30 mg je abgeteilter Form und in einer Gesamtmenge von bis
zu 540 mg je Packung für eine maximale Anwendungsdauer von drei Tagen
wurde mehrheitlich abgelehnt.
Praziquantel
Der Antrag auf Rücknahme der Freistellung
a) bei Hunden und Katzen
b) bei Zierfischen der Ordnung Karpfenartige, Barschartige, Welsartige und
Zahnkärpflinge mit einem Wirkstoffgehalt bis zu 20 g je Packung
wurde angenommen.
Formal sind die Beschlüsse des Sachverständigenausschusses lediglich Empfehlungen
an den Verordnungsgeber, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), welches für die
Umsetzung der Empfehlungen im Rahmen der Arzneimittelverschreibungsverordnung
(AMVV) zuständig ist. Über die Einleitung des entsprechenden Änderungsverfahrens und
die damit verbundene Möglichkeit zur Stellungnahme für die Arzneimittel-Hersteller wird
der BAH unverzüglich berichten. Die Änderungsverordnung bedarf der Zustimmung des
Bundesrats. Der BAH steht mit den beteiligten Firmen in direktem Kontakt und für weitere
Fragen jederzeit zur Verfügung.
Die 73. Sitzung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht findet am
13. Januar 2015 statt.
(Dr. Elmar Kroth – kroth@bah-bonn.de)
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2. Überarbeitung der Guideline on Excipients: EMA veröffentlicht Q&As zu
Benzalkoniumchlorid
Die "Guideline on excipients in the label and package leaflet of medicinal products for
human use" aus dem Jahr 2003 gibt einen Überblick über Hilfsstoffe in Arzneimitteln und
über sicherheitsrelevante Hinweise zu Hilfsstoffen, die sich an den Verbraucher bzw.
Patienten richten und die in die Gebrauchsinformation und ggf. in die Kennzeichnung zu
übernehmen sind. Die Guideline wird derzeit überarbeitet, die Europäische
Arzneimittelagentur EMA hat im Februar 2014 die ersten Ergebnisse der Neubewertung
einzelner Hilfsstoffe in Form von Questions and Answers-Dokumenten veröffentlicht.
Gegenstand eines weiteren aktuellen Q&A-Dokuments ist Benzalkoniumchlorid. Zu dem
Papier kann Stellung genommen werden; Anmerkungen werden bis 1. September 2014
an die BAH-Geschäftsstelle erbeten.
Die Q&As zu Benzalkoniumchlorid finden sich auf den Internetseiten der EMA
(www.ema.europa.eu) in der Rubrik "What's New", 30. Juni 2014.
(Dr. Rose Schraitle – schraitle@bah-bonn.de)
3. 28. Ausgabe des „SME Office Newsletter“ vom Juli 2014 veröffentlicht
Die EMA hat die 28. Ausgabe des „SME Office Newsletter“ des SME-Büros vom Juli 2014
veröffentlicht. Er erscheint viermal jährlich und ist an kleine und mittlere Unternehmen
gerichtet. Er gibt einen guten Überblick über Dokumente und Aktivitäten aus dem
regulatorischen Bereich, die auf europäischer Ebene in den vergangenen Monaten
verabschiedet wurden bzw. stattfanden.
Der aktuelle SME Office Newsletter umfasst folgende Abschnitte:
Pharmaceutical development guidance
Non-clinical and clinical development guidance
Guidance for veterinary medicines
Guidance on pharmacovigilance (human medicines)
Launch of adaptive licensing (AL) pilot
Regulatory and procedural guidance
EU news
Meetings
Registered SMEs
The Agency is moving
Contact Details
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Derzeit sind 1.163 Unternehmen mit SME-Status registriert.
Der SME Office Newsletter vom Juli 2014 ist unter folgendem Link zu finden:
http://www.ema.europa.eu/ema/pages/includes/document/open_document.jsp?web
ContentId=WC500169483
(Dr. Rose Schraitle – schraitle@bah-bonn.de)
4. G-BA: Stellungnahmeverfahren zur Änderung der Anlagen IX und X der AM-RL
zur Festbetragsgruppenbildung begonnen: Tranche 2014-05
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte in seiner Sitzung am 10. Juni 2014 die
Einleitung folgender Stellungnahmeverfahren zur Änderung der Anlagen IX und X der AM-
RL beschlossen. Die AM-RL soll wie folgt geändert werden:
Änderung der Arzneimittel-Richtlinie in Anlage IX
- Festbetragsgruppenbildung
o Memantin, Gruppe 1, in Stufe 1 (Neubildung)
o Quetiapin, Gruppe 1, in Stufe 1 (Neubildung)
Änderung der Arzneimittel-Richtlinie in Anlage IX und X
- Festbetragsgruppenbildung
o Urologische Spasmolytika, Gruppe 1, in Stufe 3 (Neubildung)
o Aufhebung der Festbetragsgruppen „Oxybutynin, Gruppe 1“ in Stufe 1 und
„Trospiumchlorid, Gruppe 1“ in Stufe 1
Der G-BA weist darauf hin, dass die Bezeichnung der Darreichungsformen unter
Verwendung der zum Preis-/Produktstand (01.04.2014 bzw. 01.05.2014) aktuellen Liste
der „Standard Terms" der Europäischen Arzneibuchkommission (EDQM = European
Directorate for the Quality of Medicines) erfolgt.
Im Rahmen des Stellungnahmerechts nach § 35 Abs. 2 SGB V besteht die Möglichkeit zur
Stellungnahme bis zum 1. August 2014. Die Stellungnahmen sind – soweit nicht
ausdrücklich im Original angefordert – einschließlich Literatur in elektronischer Form (per
E-Mail oder per CD/DVD) als Worddatei bzw. PDF-Dateien (Literatur) zu richten an:
Gemeinsamer Bundesausschuss
Unterausschuss „Arzneimittel“
Wegelystr. 8
10623 Berlin
festbetragsgruppen@g-ba.de
mailto:off-label-use@g-ba.de
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BAH-Mitgliedsunternehmen können ihre Stellungnahmen bis spätestens Freitag, den 25.
Juli 2014 in elektronischer Form an stellungnahme@bah-bonn.de senden.
Die Stellungnahmen zu den Richtlinienentwürfen sollten durch wissenschaftliche Literatur
im Volltext und durch standardisierte und vollständige Literatur- bzw.
Anlagenverzeichnisse ergänzt werden. Der G-BA weist darauf hin, dass nur Literatur, die
im Volltext beigefügt ist, bei der Auswertung der Stellungnahmen berücksichtigt werden
kann. Der G-BA weist ferner darauf hin, dass mit der Abgabe einer Stellungnahme das
Einverständnis verbunden ist, dass diese in den Tragenden Gründen wiedergegeben
werden kann, die mit Abschluss der Beratungen im G-BA im Internet zugänglich gemacht
werden.
Bitte geben Sie in der Betreffzeile Ihrer E-Mail die oben genannte Tranche sowie die
Wirkstoffgruppe an.
Die Unterlagen zu den Stellungnahmeverfahren stehen im BAH-Mitgliederbereich in der
folgenden Rubrik zur Verfügung:
GKV
Arzneimittel-Richtlinie
Festbetragsgruppen
(RAin Anna Wierzchowski – wierzchowski@bah-bonn.de)
5. G-BA-Stellungnahmeverfahren zu den Richtlinien über die Früherkennung von
Krankheiten (hier: Mukoviscidose) bei Kindern bis zur Vollendung des 6.
Lebensjahres
Der Unterausschuss Methodenbewertung (UA) hat seine Beratungen zum Thema
„Screening auf Mukoviscidose (Zystische Fibrose)“ mit einem nunmehr vorgelegten
Beschlussentwurf weitestgehend abgeschlossen. Gem. § 92 Abs. 7 d Satz 1 Halbsatz 2
SGB V haben nunmehr die maßgeblichen Spitzenorganisationen der Medizinprodukte-
hersteller ein Stellungnahmerecht. Mit dem Beschlussentwurf wird der o.g. Richtlinie eine
Anlage 2a beigefügt, in der die Erstattung des Screenings auf Mucoviscidose zu Lasten
der gesetzlichen Krankenversicherungen geregelt ist.
Nach derzeitiger Evidenzlage − so der G-BA in seinen vorgelegten Dokumenten − könne
ein Screening auf Mukoviszidose zu einem frühen Zeitpunkt die körperliche Entwicklung
betroffener Kinder positiv beeinflussen. Aus einer indirekten Verknüpfung von
Studienergebnissen gebe es einen Hinweis darauf, dass der Ernährungszustand ein
prognostischer Faktor für das Langzeitüberleben ist. Das Schadenpotential des
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Screenings, beispielsweise durch falsch-positive Befunde, Identifikation von milden
Verlaufsformen oder Carrier, soll durch eine entsprechende Ausgestaltung des Screenings
soweit als möglich minimiert werden.
Das Screening auf Mukoviszidose soll allen Neugeborenen angeboten werden. Eine
zuverlässige und frühe Diagnosestellung nur anhand der Symptome kann bei
Mukoviszidose aufgrund der großen Variationsbreite in der Ausprägung der Symptomatik
unsicher sein. Mit einem Screening soll der Diagnosezeitpunkt vorverlegt werden, damit
möglichst früh mit einer Therapie begonnen werden kann. Eine kausale (heilende)
Therapie gibt es derzeit für Mukoviszidose nicht. Wesentliche Elemente der Therapie sind
die Vermeidung und Therapie häufiger Atemwegsinfektionen, die ausreichende Zufuhr von
Energie, Verdauungsenzymen und Vitaminen sowie sekretmobilisierende Maßnahmen.
Durch verschiedene Therapieeinsätze können Symptome verbessert oder gelindert, d.h.
wirksam behandelt werden, so dass die Lebenserwartung der Betroffenen in den letzten
Jahren kontinuierlich gestiegen ist.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird vom G-BA ein dreistufiges Screening empfohlen.
Das Mukoviszidose-Screening kann grundsätzlich auf verschiedene Arten durchgeführt
werden. Durch die serielle dreistufige Kombination von zwei biochemischen Tests (IRT
und PAP) mit einer DNA-Mutationsanalyse, so der G-BA, sei bei hoher Sensitivität die
Anzahl der erforderlichen Bestätigungstests sowie die Anzahl der identifizierten
heterozygoten Träger gering. Das Screening auf Mukoviszidose erfolgt aus derselben
Blutprobe, die für das Erweiterte Neugeborenen-Screening abgenommen wurde.
Die Stellungnahmefrist endet am 24. Juli 2014. Sollten BAH-Mitgliedsfirmen betroffen sein,
bittet der BAH um Rückmeldung in der Geschäftsstelle.
(RAin Dr. Angela Graf – graf@bah-bonn.de)
6. EMA: Agenda des HMPC-Meetings veröffentlicht
Die EMA hat auf ihrer Homepage (www.ema.europa.eu) mit Datum vom 1. Juli 2014 die
Tagesordnungspunkte der Sitzung des Herbal Medicinal Products Committee (HMPC)
vom 30. Juni und 1. Juli 2014 veröffentlicht.
Erwähnenswert ist insbesondere, dass die Monografie zu Kamillenblüten zur
Vorpublikation verabschiedet werden soll.
Die Agenda ist unter dem folgenden Link abrufbar:
http://www.ema.europa.eu/ema/pages/includes/document/open_document.jsp?web
ContentId=WC500169491
http://www.ema.europa.eu/
http://www.ema.europa.eu/ema/pages/includes/document/open_document.jsp?webContentId=WC500169491
http://www.ema.europa.eu/ema/pages/includes/document/open_document.jsp?webContentId=WC500169491
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Das Protokoll der Sitzung wird die EMA nach der Verabschiedung bei der nächsten
Sitzung Ende September 2014 publizieren.
(Dr. Barbara Steinhoff – steinhoff@bah-bonn.de)
7. Pharmeuropa: Neue Monografie-Entwürfe für das Europäische Arzneibuch
Folgende Monografie-Entwürfe für das Europäische Arzneibuch (Ph.Eur.) sind in der
Ausgabe 26.3 der Pharmeuropa publiziert worden:
Dienogest
Sitagliptin phosphate monohydrate tablets
5.3. Statistical analysis of results of biological assays and tests
Fentanyl
Mandarin epicarp and mesocarp
Phenoxyethanol
Purple coneflower herb expressed juice, stabilised with ethanol
Purple coneflower herb expressed juice, stabilised without ethanol
Pyrantel embonate
Tamoxifen citrate
Trimipramine maleate
Allergen products
Animal epithelia and outgrowths for allergen products
Aujeszky’s disease vaccine (inactivated) for pigs
Bovine viral diarrhoea vaccine (inactivated)
Calf coronavirus diarrhoea vaccine (inactivated)
Calf rotavirus diarrhoea vaccine (inactivated)
Clomipramine hydrochloride
Estradiol valerate
Feline calicivirosis vaccine (inactivated)
Feline leukaemia vaccine (inactivated)
Furunculosis vaccine (inactivated, oil-adjuvanted, injectable) for salmonids
Gefitinib
Hymenoptera venoms for allergen products
Mannheimia vaccine (inactivated) for cattle
Mannheimia vaccine (inactivated) for sheep
Methylprednisolone
Mites for allergen products
Moulds for allergen products
Neonatal piglet colibacillosis vaccine (inactivated)
Neonatal ruminant colibacillosis vaccine (inactivated)
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Newcastle disease vaccine (inactivated)
Nortriptyline hydrochloride
Pasteurella vaccine (inactivated) for sheep
Pollens for allergen products
Rabbit haemorrhagic disease vaccine (inactivated)
Rabies vaccine (inactivated) for veterinary use
Salmonella Enteritidis vaccine (inactivated) for chickens
Salmonella Typhimurium vaccine (inactivated) for chickens
Sumatriptan succinate
Vibriosis (cold-water) vaccine (inactivated) for salmonids
Vibriosis vaccine (inactivated) for salmonids
Yersiniosis vaccine (inactivated) for salmonids
Methacrylic acid - methyl methacrylate copolymer (1:1)
Methacrylic acid - ethyl acrylate copolymer (1:1)
Methacrylic acid - ethyl acrylate copolymer (1:1) dispersion 30 per cent
Methacrylic acid - methyl methacrylate copolymer (1:2)
Methyltestosterone
Pregabalin
Bovine leptospirosis vaccine (inactivated)
Canine leptospirosis vaccine (inactivated)
Feline chlamydiosis vaccine (inactivated)
Feline infectious enteritis (feline panleucopenia) vaccine (inactivated)
Feline viral rhinotracheitis vaccine (inactivated)
Foot-and-mouth disease (ruminants) vaccine (inactivated)
Infectious bovine rhinotracheitis vaccine (inactivated)
Porcine enzootic pneumonia vaccine (inactivated)
Vaccines for veterinary use
Chemical precursors for radiopharmaceutical preparations
Avian infectious bronchitis vaccine (inactivated)
Avian infectious bursal disease vaccine (inactivated)
Avian paramyxovirus 3 vaccine (inactivated) for turkeys
Egg drop syndrome '76 vaccine (inactivated)
Equine herpesvirus vaccine (inactivated)
Equine influenza vaccine (inactivated)
Fowl cholera vaccine (inactivated)
Porcine influenza vaccine (inactivated)
Porcine parvovirosis vaccine (inactivated)
Thiocolchicoside crystallised from ethanol
Thiocolchicoside hydrate
Zopiclone
Canine adenovirus vaccine (inactivated)
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Canine parvovirosis vaccine (inactivated)
Immunosera for veterinary use
Mycoplasma gallisepticum vaccine (inactivated)
Swine erysipelas vaccine (inactivated)
Horse-chestnut
Horse-chestnut dry extract, standardised
2.2.3. Potentiometric determination of pH
Albendazole
Andrographis herb
Introduction of the Production section in the monograph Sultamicillin tosilate dihydrate
Introduction of the Production section in the monographs for besilate salts
Review of the Production section in the monographs for diisetionate salts
Salbutamol
Salbutamol sulfate
Tylosin phosphate bulk solution for veterinary use
2.2.48. Raman spectroscopy
Acidum picrinicum for homoeopathic preparations
Histaminum for homoeopathic preparations
Rabeprazole sodium
Rabeprazole sodium hydrate
Haemophilus type b and meningococcal group C conjugate vaccine
Haemophilus type b conjugate vaccine
Meningococcal group C conjugate vaccine
Meningococcal polysaccharide vaccine
Pneumococcal polysaccharide conjugate vaccine (adsorbed)
Pneumococcal polysaccharide vaccine
Typhoid polysaccharide vaccine
Zu den aufgeführten Monografie-Entwürfen kann bis zum 30. September 2014 eine
Stellungnahme gegenüber der Geschäftsstelle der Deutschen Arzneibuch-(DAB-
)Kommission abgegeben werden. BAH-Mitgliedsfirmen, die Anmerkungen zu den
Monografie-Entwürfen haben, werden um Übersendung bis zum 10. September 2014 an
die BAH-Geschäftsstelle (steinhoff@bah-bonn.de) gebeten.
Aufgrund des Termins des Ausschusses Pharmazeutische Biologie der DAB-Kommission
bitten wir Sie uns Anmerkungen zu den Entwürfen zu pflanzlichen Zubereitungen bereits
bis zum 15. August 2014 zuzusenden.
Die Entwürfe aus Pharmeuropa können unter dem nachfolgenden Link
http://pharmeuropa.edqm.eu/TextsforComment/ problemlos und kostenfrei abgerufen
werden. Es ist lediglich erforderlich, dass man sich als Benutzer registriert und mit einem
BAH UM VIER
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Passwort einloggt. Danach kann man auf der linken Seite die „Pharmeuropa texts for
comment“ als Liste bzw. einzelne Texte abrufen oder aber mit der Suchfunktion auf der
rechten Seite in Pharmeuropa gezielt nach einzelnen Monografien suchen.
(Dr. Barbara Steinhoff – steinhoff@bah-bonn.de)
05.08.2014
Datei
PD
Beschluss
des Gemeinsamen Bundesausschusses
über die Einleitung eines
Stellungnahmeverfahrens zur Änderung der
Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL):
Anlage IX – Festbetragsgruppenbildung
Memantin, Gruppe 1, in Stufe 1 nach § 35 Abs. 1
SGB V
Vom 10. Juni 2014
Der Unterausschuss Arzneimittel hat in seiner Sitzung am 10. Juni 2014 die Einleitung eines
Stellungnahmeverfahrens zur Änderung der Richtlinie über die Verordnung von Arzneimitteln
in der vertragsärztlichen Versorgung (Arzneimittel-Richtlinie) in der Fassung vom
18. Dezember 2008 / 22. Januar 2009 (BAnz. Nr. 49a vom 31. März 2009), zuletzt geändert
am T. Monat JJJJ BAnz AT TT.MM.JJJJ V [V-Nr], beschlossen:
I. In Anlage IX der Arzneimittel-Richtlinie wird folgende Festbetragsgruppe „Memantin,
Gruppe 1“ in Stufe 1 eingefügt:
„Stufe: 1
Wirkstoff: Memantin
Festbetragsgruppe Nr.: 1
Status: verschreibungspflichtig
Gruppenbeschreibung: orale Darreichungsform
Darreichungsformen: Filmtabletten, Lösung zum Einnehmen,
Schmelztabletten, Tropfen zum Einnehmen (Lösung)“
II. Die Änderung der Richtlinie tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in
Kraft.
Die Tragenden Gründe zu diesem Beschluss werden auf den Internetseiten des
Gemeinsamen Bundesausschusses unter www.g-ba.de veröffentlicht.
http://www.g-ba.de/
2
Berlin, den 10. Juni 2014
Gemeinsamer Bundesausschuss
gemäß § 91 SGB V
Der Vorsitzende
Hecken
I. In Anlage IX der Arzneimittel-Richtlinie wird folgende Festbetragsgruppe „Memantin, Gruppe 1“ in Stufe 1 eingefügt:
II. Die Änderung der Richtlinie tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.
05.08.2014
Datei
PD
Tragende Gründe
zum Beschluss des Gemeinsamen
Bundesausschusses
über die Einleitung eines
Stellungnahmeverfahrens zur Änderung der
Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL):
Anlage IX – Festbetragsgruppenbildung
Memantin, Gruppe 1, in Stufe 1 nach § 35
Absatz 1 SGB V
Vom 10. Juni 2014
Inhalt
1. Rechtsgrundlage .......................................................................................................... 2
2. Eckpunkte der Entscheidung ...................................................................................... 2
3. Verfahrensablauf .......................................................................................................... 3
4. Anlage ........................................................................................................................... 5
2
1. Rechtsgrundlage
Nach § 35 Abs. 1 SGB V bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in den
Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 SGB V, für welche Gruppen von Arzneimitteln
Festbeträge festgesetzt werden können. In den Gruppen sollen Arzneimittel mit
(1) denselben Wirkstoffen,
(2) pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Wirkstoffen, insbesondere mit
chemisch verwandten Stoffen,
(3) therapeutisch vergleichbarer Wirkung, insbesondere Arzneimittelkombinationen
zusammengefasst werden.
Der Gemeinsame Bundesausschuss ermittelt auch die nach § 35 Abs. 3 SGB V notwendigen
rechnerischen mittleren Tages- oder Einzeldosen oder andere geeignete Vergleichsgrößen.
2. Eckpunkte der Entscheidung
Der Unterausschuss Arzneimittel hat in seiner Sitzung am 10. Juni 2014 beschlossen, ein
Stellungnahmeverfahren zur Neubildung der Festbetragsgruppe „Memantin, Gruppe 1“ in
Stufe 1 einzuleiten.
Die Anlage IX wird um folgende Festbetragsgruppe „Memantin, Gruppe 1“ in Stufe 1 ergänzt:
„Stufe: 1
Wirkstoff: Memantin
Festbetragsgruppe Nr.: 1
Status: verschreibungspflichtig
Gruppenbeschreibung: orale Darreichungsform
Darreichungsformen: Filmtabletten, Lösung zum Einnehmen,
Schmelztabletten, Tropfen zum Einnehmen (Lösung)“
Die der Neubildung der vorliegenden Festbetragsgruppe zugrundeliegenden Dokumente
sind den Tragenden Gründen als Anlage beigefügt.
Alle von der Festbetragsgruppe „Memantin, Gruppe 1“ umfassten Arzneimittel enthalten den
Wirkstoff Memantin, wobei keine hinreichenden Belege für unterschiedliche, für die Therapie
bedeutsame Bioverfügbarkeiten vorliegen, die gegen die Festbetragsgruppe in der
vorliegenden Form sprechen.
Als geeignete Vergleichsgröße im Sinne des § 35 Abs. 1 Satz 5 SGB V wird für die
vorliegende Festbetragsgruppe der Stufe 1 gemäß 4. Kapitel § 18 Satz 1 der
Verfahrensordnung des G-BA (VerfO) die reale Wirkstärke je abgeteilter Einheit bestimmt.
3
3. Verfahrensablauf
In seiner Sitzung am 10. Juni 2014 hat der Unterausschuss Arzneimittel über die Neubildung
der betreffenden Festbetragsgruppe beraten. Der Einleitung eines Stellungnahmeverfahrens
wurde zugestimmt und der Beschlussentwurf zur Einleitung des Stellungnahmeverfahrens
konsentiert. Der Unterausschuss hat nach 1. Kapitel § 10 Abs. 1 VerfO die Einleitung des
Stellungnahmeverfahrens einstimmig beschlossen.
Zeitlicher Beratungsverlauf:
Zum Zeitpunkt der Einleitung des Stellungnahmeverfahrens stellen die vorliegenden
Tragenden Gründe den aktuellen Stand der Zusammenfassenden Dokumentation dar,
welche den stellungnahmeberechtigten Organisationen zur Verfügung zu stellen sind
(1. Kapitel § 10 Abs. 2 VerfO).
Als Frist zur Stellungnahme wird ein Zeitraum von 4 Wochen vorgesehen.
Eine Stellungnahme zur Richtlinienänderung ist durch Literatur (z. B. relevante Studien) zu
begründen. Die zitierte Literatur ist obligat im Volltext inklusive einem standardisierten und
vollständigen Literatur- bzw. Anlagenverzeichnis der Stellungnahme beizufügen. Nur
Literatur, die im Volltext beigefügt ist, kann berücksichtigt werden.
Mit Abgabe einer Stellungnahme erklärt sich der Stellungnehmer einverstanden, dass diese
in den Tragenden Gründen bzw. in der Zusammenfassenden Dokumentation wiedergegeben
werden kann. Diese Dokumente werden jeweils mit Abschluss der Beratungen im
Gemeinsamen Bundesausschuss erstellt und in der Regel der Öffentlichkeit via Internet
zugänglich gemacht.
Stellungnahmeberechtigte nach § 35 Abs. 2 SGB V
Nach § 35 Abs. 2 SGB V ist Sachverständigen der medizinischen und pharmazeutischen
Wissenschaft und Praxis sowie der Arzneimittelhersteller und der Berufsvertretungen der
Apotheker vor der Entscheidung des G-BA Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
Zu diesem Zweck werden die entsprechenden Entwürfe den folgenden Organisationen sowie
den Verbänden der pharmazeutischen Unternehmen mit der Bitte um Weiterleitung
zugesendet.
Sitzung Datum Beratungsgegenstand
Unterausschuss
Arzneimittel
10.06.2014
Beratung, Konsentierung und Beschlussfassung zur
Einleitung des Stellungnahmeverfahrens hinsichtlich der
Änderung der AM-RL in Anlage IX
4
Folgende Organisationen werden angeschrieben:
Stellungnahmeberechtigte Organisation Adresse
Arzneimittelkommission der
Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Arzneimittelkommission der
Deutschen Apotheker (AMK)
Jägerstraße 49/50
10117 Berlin
Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände (ABDA)
Deutsches Apothekerhaus
Jägerstraße 49/50
10117 Berlin
Bundesverband der Arzneimittelhersteller
e. V. (BAH)
Ubierstraße 73
53173 Bonn
Bundesverband der Arzneimittelimporteure
e. V. (BAI)
EurimPark 8
83416 Saaldorf-Surheim
Bundesverband der
Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI)
Friedrichstraße 148
10117 Berlin
Pro Generika e. V. Unter den Linden 32-34
10117 Berlin
Verband Forschender
Arzneimittelhersteller e. V. (VFA)
Hausvogteiplatz 13
10117 Berlin
Prof. Dr. med. Reinhard Saller Gloriastraße 18a
CH – 8091 Zürich
Dr. Dr. Peter Schlüter Bahnhofstraße 2c
69502 Hemsbach
Darüber hinaus wird die Einleitung des Stellungnahmeverfahrens im Bundesanzeiger
bekannt gemacht.
Berlin, den 10. Juni 2014
Gemeinsamer Bundesausschuss
gemäß § 91 SGB V
Der Vorsitzende
Hecken
5
4. Anlage
6
7
8
1. Rechtsgrundlage
2. Eckpunkte der Entscheidung
3. Verfahrensablauf
Stellungnahmeberechtigte nach § 35 Abs. 2 SGB V
4. Anlage
05.08.2014
Datei
PD
- 2 -
Entwurfsstand: 22.07.14
Vorblatt
Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung, der Apothekenbetriebsordnung
und der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
A. Problem und Ziel
Da Arzneimittel mit bestimmten Stoffen oder mit Zubereitungen aus bestimmten Stoffen besonders hohe
Anwendungsrisiken haben, gilt für sie die Verschreibungspflicht. Die entsprechenden, in Anlage 1 der
Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) auf Grund des § 48 Absatz 1 und 2 des Arzneimittel-
gesetzes (AMG) genannten Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen weisen Wirkungen auf, die in der
medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannt sind, oder sie können die Gesundheit auch bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden, wenn sie ohne ärztliche, zahnärztliche oder tierärztliche
Überwachung angewendet werden, oder sie werden häufig in erheblichem Umfang nicht bestimmungs-
gemäß angewandt. Insbesondere auf Grund des wissenschaftlichen Fortschritts ist Anlage 1 der AMVV
regelmäßig anzupassen.
Arzneimittel mit den Wirkstoffen Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid dürfen auf Grund von § 3a
Absatz 1 AMVV nur auf gesonderten, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
ausgegebenen Vordrucken ("T-Rezepte") verschrieben werden. Im Hinblick auf die Optimierung der
Anwendungssicherheit dieser Arzneimittel werden drei neue Regelungen geschaffen.
Ferner erfolgt in Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Änderung
der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel.
Im Einzelnen ergeben sich folgende Neuregelungen:
Arzneimittelverschreibungsverordnung (Artikel 1)
a) Die verschreibende Person hat auf Rezepten, die in Deutschland eingelöst werden sollen, künftig
aa) die Telefonnummer und, soweit vorhanden, die Telefaxnummer zur Kontaktaufnahme, und
bb) soweit nicht ansonsten schriftlich mitgeteilt, die Dosierung der verschriebenen Arzneimittel
anzugeben.
b) Apotheken haben die Durchschriften von T-Rezepten künftig wöchentlich an das BfArM zu
übermitteln (bisher vierteljährlich).
c) Der Wirkstoff Chinin wird zur Anwendung beim Menschen vollständig der Verschreibungspflicht
unterstellt, der Wirkstoff Carbetocin wird auch im Hinblick auf Humanarzneimittel der
Verschreibungspflicht unterstellt.
d) Die Wirkstoffe Esomeprazol und Ketotifen werden partiell aus der Verschreibungspflicht entlassen, der
Wirkstoff Flurbiprofen wird zur Anwendung im Mund- und Rachenraum vollständig aus der Ver-
schreibungspflicht entlassen.
e) Ferner wird die Verschreibungspflicht für den Wirkstoff Dibotermin alfa auf den Bereich der Human-
arzneimittel ausgeweitet; infolge dessen kann in Anlage 1 die Position „Bone morphogenetic protein-2,
recombinant human“ gestrichen werden.
f) In Anlage 1 werden achtundvierzig neue Positionen eingefügt.
- 2 -
- 3 -
Apothekenbetriebsordnung (Artikel 2)
a) Auch auf den Durchschriften von T-Rezepten haben Apotheken künftig die nach § 17 Absatz 6 Satz 1
geforderten Angaben zu machen (u.a. zur Bezeichnung der abgebenden Apotheke sowie zum abge-
gebenen Arzneimittel) (Änderung des § 17 Absatz 6 Satz 1), und
b) Apotheken haben jedes Datum zu dokumentieren, zu dem ein Versand der Durchschriften von T-
Rezepten an das BfArM erfolgt ist (Änderung des § 17 Absatz 6b).
Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel (Artikel 3)
Arzneimittel mit dem Wirkstoff Thymol (Tierarzneimittel) werden aus der Apothekenpflicht entlassen.
B. Lösung
Erlass der Rechtsverordnung.
C. Alternativen
Keine.
D. Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand
Keine.
E. Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Keiner.
E 2. Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
● Pharmazeutische Unternehmer: ca. 15 Tausend Euro einmaliger Umstellungsaufwand.
● Verschreibende Personen: ca. 3,3 Mio. Euro einmaliger Umstellungsaufwand sowie marginaler
wiederkehrender Erfüllungsaufwand (zugleich Bürokratiekosten).
● Apotheken: ca. 0,51 Mio. Euro einmaliger Umstellungsaufwand sowie ca. 0,1 Mio. Euro jährlich
wiederkehrender Erfüllungsaufwand (zugleich Bürokratiekosten).
E 3. Erfüllungsaufwand für die Verwaltung:
Keiner.
F. Weitere Kosten
Auf Grund der ausnahmslosen Unterstellung des Wirkstoffes Chinin unter die Verschreibungspflicht (zur
Anwendung beim Menschen) und der (partiellen) Entlassung des Wirkstoffs Ketotifen aus der Verschrei-
bungspflicht ergibt sich auf Grund von dem BMG vorliegenden Informationen für das Jahr 2013 für die
gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Saldo künftig eine jährliche Entlastung von ca. 1,5 Mio. Euro;
für die Versicherten der GKV ergibt sich eine jährliche zusätzliche Belastung in der gleichen Höhe. Für die
Unternehmen der privaten Krankenversicherung, für Kliniken, pharmazeutische Unternehmer, Arzt-
praxen oder Apotheken entstehen durch den Erlass dieser Verordnung keine weiteren Kosten. Auswirkun-
gen auf das allgemeine Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
- 3 -
- 4 -
Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung, der Apothekenbetriebsordnung
und der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
Vom ………
Es verordnen
– das Bundesministerium für Gesundheit auf Grund des § 48 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1, 2 Buchstabe a und 7
in Verbindung mit Absatz 2 Satz 2 und 3 und Absatz 3 Satz 1 des Arzneimittelgesetzes, von denen § 48
Absatz 2 Satz 1 durch Artikel 1 Nummer 48 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa des Gesetzes vom 17. Juli 2009
(BGBI. l S. 1990) geändert und § 48 Absatz 2 Satz 2 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 40 des Gesetzes vom 19.
Oktober 2012 (BGBl. I S. 2192) geändert worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie und nach Anhörung von Sachverständigen,
– das Bundesministerium für Gesundheit auf Grund des § 21 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 des
Apothekengesetzes, von denen Absatz 1 zuletzt durch Artikel 34 der Verordnung vom 31. Oktober 2006
(BGBl. I S. 2407) und Absatz 2 durch Artikel 20 Nummer 12 Buchstabe b des Gesetzes vom 14. November
2003 (BGBl. I S. 2190) geändert worden ist,
– das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Grund des § 48 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1
und 2 in Verbindung mit Absatz 2 Satz 2, Absatz 3 Satz 1, Absatz 4 und 6 des Arzneimittelgesetzes, von
denen § 48 Absatz 2 Satz 1 durch Artikel 1 Nummer 48 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa des Gesetzes vom
17. Juli 2009 (BGBI. l S. 1990) geändert und § 48 Absatz 2 Satz 2 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 40 des
Gesetzes vom 19. Oktober 2012 (BGBl. I S. 2192) geändert worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundes-
ministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und nach Anhörung
von Sachverständigen,
- das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Grund des § 45 Absatz 1 Satz 2 in Verbin-
dung mit Satz 1 des Arzneimittelgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005
(BGBI. l S. 3394), im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesmini-
sterium für Wirtschaft und Energie und nach Anhörung von Sachverständigen sowie
- jeweils in Verbindung mit § 1 Absatz 2 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I
S. 3165) und dem Organisationserlass vom 17. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4310):
Artikel 1
Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung
Die Arzneimittelverschreibungsverordnung vom 21. Dezember 2005 (BGBl. I S. 3632), die zuletzt durch Artikel
1 der Verordnung vom 26. Mai 2014 (BGBl. I S. 598) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 2 Absatz 1 wird wie folgt geändert:
a) Nummer 1 wird wie folgt gefasst:
„1. Name, Vorname, Berufsbezeichnung und Anschrift der Praxis oder der Klinik der verschreibenden
ärztlichen, tierärztlichen oder zahnärztlichen Person (verschreibende Person) einschließlich einer
Telefonnummer und, soweit vorhanden, der Telefaxnummer zur Kontaktaufnahme,“.
- 4 -
- 5 -
b) Nummer 10 wird wie folgt gefasst:
„10. bei zur Anwendung beim Menschen bestimmten Arzneimitteln Dosierungsangaben, es sei denn,
es liegt dem Patienten oder der Patientin ein ärztlicher Medikationsplan, der das verordnete
Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung der ärztlichen
Person vor,“.
c) Nach Nummer 10 wird folgende Nummer 11 eingefügt:
„11. die eigenhändige Unterschrift der verschreibenden Person oder, bei Verschreibungen in
elektronischer Form, deren qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz“.
2. In § 3a Absatz 7 wird das Wort „vierteljährlich“ ersetzt durch das Wort „wöchentlich“.
3. Die Anlage 1 wird wie folgt geändert:
a) Die Position „Bone morphogenetic protein-2, recombinant human“ wird gestrichen.
b) Die Position „Carbetocin – zur Anwendung bei Tieren –“ wird wie folgt gefasst:
„Carbetocin“.
c) Die Position „Chinin – zur Anwendung bei Malaria – “ wird wie folgt gefasst:
„Chinin – zur Anwendung beim Menschen –“.
d) Die Position „Dibotermin alfa – zur Anwendung bei Tieren –“ wird wie folgt gefasst:
„Dibotermin alfa“.
e) Die Position „Esomeprazol“ wird wie folgt gefasst:
„Esomeprazol
– ausgenommen zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen in einer Einzeldosis von 20
mg und in einer Tageshöchstdosis von 20 mg für eine maximale Anwendungsdauer von 14 Tagen und
in einer maximalen Packungsgröße von 280 mg Wirkstoff –“.
f) Die Position
„Flurbiprofen
– ausgenommen als Lutschtablette zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung bei schmerzhaften
Entzündungen der Rachenschleimhaut und in einer Tageshöchstdosis von 50 mg –“
wird wie folgt gefasst:
„Flurbiprofen
– ausgenommen zur Anwendung im Mund- und Rachenraum zur kurzzeitigen symptomatischen
Behandlung bei schmerzhaften Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut in einer
Tageshöchstdosis von 50 mg –“.
g) Die Position „Ketotifen“ wird wie folgt gefasst:
„Ketotifen – ausgenommen Anwendung am Auge in einer Konzentration von bis zu 0,025% –“.
h) In Anlage 1 werden die folgenden Positionen jeweils alphabetisch in die bestehende Reihenfolge
eingefügt:
- 5 -
- 6 -
„Afatinib“,
„Aflibercept“,
„Alipogen Tiparvovec“,
„Alogliptin“,
„Avanafil“,
„Axitinib“,
„Bosutinib“,
„Bromelain-Proteasen-Konzentrat“,
„Canagliflozin und seine Derivate“,
„Cefalonium – zur Anwendung bei Tieren –“,
„Ceftarolinfosamil und seine Ester“,
„Chloroprocain“,
„Cholsäure“,
„Cobicistat“,
„Colestilan“,
„Colistimethat-Natrium und andere Colistimethat-Salze“,
„Crizotinib“,
„Dabrafenib“,
„Dapagliflozin und seine Ester“,
„Decitabin und seine Ester“,
„Defibrotid“,
„Elvitegravir und seine Ester“,
„Enzalutamid“,
„Ferumoxytol“,
„Imepitoin – zur Anwendung bei Tieren –“,
„Ingenolmebutat und seine Ester“,
„Insulin degludec“,
„Levosimendan“,
„Linaclotid“,
„Lipegfilgrastim“,
„Lixisenatid“,
„Lomitapid“,
„Loxapin“,
„MACI (matrix-induced autologous chondrocyte implantation)“,
„Mirabegron und seine Derivate“,
„Nalmefen und seine Ester“,
„Olacitinib – zur Anwendung bei Tieren –“,
„Olodaterol“,
„Pegloticase“,
- 6 -
- 7 -
„Ponatinib“,
„Regorafenib“,
„Ruxolitinib“,
„Sipuleucel-T“,
„Teduglutid“,
„Teriflunomid“,
„Vilanterol“,
„Vismodegib“,
„Zubereitung aus
Lidocain
und
Procain
– zur Behandlung von primärer vorzeitiger Ejakulation bei erwachsenen Männern –“.
Artikel 2
Änderung der Apothekenbetriebsordnung
Die Apothekenbetriebsordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. September 1995 (BGBl. I S.
1195), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 19. Februar 2013 (BGBl. I S. 312) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:
1. In § 17 Absatz 6 Satz 1 werden im Satzteil vor der Aufzählung nach dem Wort "Verschreibung" folgende
Worte eingefügt:
„und, falls es sich um eine Verschreibung nach § 3a Absatz 1 Satz 1 der Arzneimittelverschreibungs-
verordnung handelt, auf der Durchschrift der Verschreibung,".
2. § 17 Absatz 6b wird wie folgt geändert:
a) In Nummer 6 wird das Wort "und" durch ein Komma ersetzt.
b) In Nummer 7 wird der Punkt gestrichen und das Wort "und" angefügt.
c) Nach Nummer 7 wird folgende Nummer 8 angefügt:
„8. Datum des Versands der Durchschriften von Vordrucken nach § 3a Absatz 1 Satz 1 der Arz-
neimittelverschreibungsverordnung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.“
Artikel 3
Änderung der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
In der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel vom 24. November 1988
(BGBl. I S. 2150; 1989 I S. 254), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 21. Februar 2011 (BGBl. I S. 314)
geändert worden ist, wird in Anlage 1a nach der Position „Thymianöl, ätherisches" die Position „Thymol zur
Anwendung bei Bienen" eingefügt.
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Artikel 4
Inkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt vorbehaltlich des Absatzes 2 am [einsetzen: Datum des ersten Tages des ersten auf
die Verkündung folgenden Kalendermonats] in Kraft.
(2) Artikel 1 Nummer 1 Buchstabe a tritt am [einsetzen: Datum des ersten Tages des siebten auf die
Verkündung folgenden Kalendermonats] in Kraft.
__________________________
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Der Bundesminister für Gesundheit
Hermann Gröhe
Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Christian Schmidt
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Begründung
A. Allgemeiner Teil
I. Ziele und wesentliche Regelungen
Da Arzneimittel mit bestimmten Stoffen oder mit Zubereitungen aus bestimmten Stoffen besonders hohe
Anwendungsrisiken haben, gilt für sie die Verschreibungspflicht. Die entsprechenden, in Anlage 1 der
Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) auf Grund des § 48 Absatz 1 und 2 des Arzneimittel-
gesetzes (AMG) genannten Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen weisen Wirkungen auf, die in der
medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannt sind oder sie können die Gesundheit auch bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden, wenn sie ohne ärztliche, zahnärztliche oder tierärztliche
Überwachung angewendet werden, oder sie werden häufig in erheblichem Umfang nicht bestimmungs-
gemäß angewandt. Insbesondere auf Grund des wissenschaftlichen Fortschritts ist Anlage 1 der AMVV
regelmäßig anzupassen.
Arzneimittel mit den Wirkstoffen Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid dürfen auf Grund von § 3a
Absatz 1 AMVV nur auf gesonderten, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
ausgegebenen Vordrucken ("T-Rezepte") verschrieben werden. Im Hinblick auf die Optimierung der
Anwendungssicherheit dieser Arzneimittel werden drei neue Regelungen geschaffen.
Ferner erfolgt in Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Änderung
der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel.
Im Einzelnen ergeben sich folgende Neuregelungen:
Arzneimittelverschreibungsverordnung
a) Die verschreibende Person hat auf Rezepten, die in Deutschland eingelöst werden sollen, künftig
aa) die Telefonnummer und, soweit vorhanden, die Telefaxnummer zur Kontaktaufnahme, und
bb) die Dosierung der verschriebenen Arzneimittel
anzugeben.
b) Apotheken haben die Durchschläge von T-Rezepten künftig wöchentlich an das BfArM zu übermitteln
(bisher vierteljährlich).
c) Der Wirkstoff Chinin wird zur Anwendung beim Menschen vollständig der Verschreibungspflicht
unterstellt, der Wirkstoff Carbetocin wird auch im Hinblick auf Humanarzneimittel der
Verschreibungspflicht unterstellt.
d) Die Wirkstoffe Esomeprazol und Ketotifen werden partiell aus der Verschreibungspflicht entlassen, der
Wirkstoff Flurbiprofen wird zur Anwendung im Mund- und Rachenraum vollständig aus der Ver-
schreibungspflicht entlassen.
e) Ferner wird die Verschreibungspflicht für den Wirkstoff Dibotermin alfa auf den Bereich der Human-
arzneimittel ausgeweitet; infolge dessen kann in Anlage 1 die Position „Bone morphogenetic protein-2,
recombinant human“ gestrichen werden.
f) In Anlage 1 werden achtundvierzig neue Positionen eingefügt.
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Apothekenbetriebsordnung
a) Auch auf den Durchschriften von T-Rezepten haben Apotheken künftig die nach § 17 Absatz 6 Satz 1
geforderten Angaben zu machen (u.a. zur Bezeichnung der abgebenden Apotheke sowie zum abgege-
benen Arzneimittel) (Änderung des § 17 Absatz 6 Satz 1), und
b) Apotheken haben jedes Datum zu dokumentieren, zu dem ein Versand der Durchschriften von T-
Rezepten an das BfArM erfolgt ist (Änderung des § 17 Absatz 6b).
Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
Mit Artikel 3 werden im Rahmen der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirt-
schaft Arzneimittel mit dem Wirkstoff Thymol (zur Anwendung bei Bienen) aus der Apothekenpflicht
entlassen.
II. Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen
Um ein einheitliches Verbraucherschutzniveau sicherzustellen, ist es nicht vertretbar, Regelungen zur
Verschreibungspflicht bzw. der Apothekenpflicht von Arzneimitteln den pharmazeutischen Unterneh-
mern zu überlassen. Deshalb sind einheitliche staatliche Festlegungen erforderlich.
III. Erfüllungsaufwand und weitere Kosten
Erfüllungsaufwand
Für pharmazeutische Unternehmer
Für pharmazeutische Unternehmer entsteht ein geringer einmaliger Erfüllungsaufwand in Höhe von ca.
15 Tausend Euro (Entlassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Ketotifen aus der Verschreibungs-
pflicht, Unterstellung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Chinin unter die Verschreibungspflicht (zur
Anwendung beim Menschen), Entlassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Thymol – zur Anwen-
dung bei Bienen – aus der Apothekenpflicht). Den pharmazeutischen Unternehmern, die seit dem
Inkrafttreten der 13. AMVV-Änderungsverordnung neu zugelassene und von dieser Verordnung
betroffene Arzneimittel vermarkten, entstehen keine neuen Informationspflichten; diese Arzneimittel
unterliegen schon seit der Zulassung auf Grund von § 48 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 AMG oder, bei von der
EU-Kommission zugelassenen Arzneimitteln, auf Grund der Entscheidung der EU-Kommission der
Verschreibungspflicht ("neue" Arzneimittel mit in der Wissenschaft unbekannten Wirkungen).
Für verschreibende Personen
Den ca. 360 Tausend berufstätigen Ärztinnen und Ärzten entsteht ein einmaliger Erfüllungsaufwand in
Höhe von ca. 3,3 Mio. Euro im Hinblick auf die Kenntnisnahme neuer Vorgaben. Sie sind künftig
verpflichtet, auf inländischen Verschreibungen anzugeben
a) ihre Telefonnummer und, soweit vorhanden, ihre Telefaxnummer sowie
b) die Dosierung der verschriebenen Arzneimittel, sofern sie dem Patienten bzw. der Patientin keinen
Medikationsplan oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung zur Verfügung gestellt
haben.
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- 11 -
Diese Neuregelungen für Rezepte, die in D ausgestellt und eingelöst werden, erfolgen in Anlehnung an die
Regelungen für grenzüberschreitende Verschreibungen nach Art. 11 Abs. 1 der Richtlinie 2011/24/EU des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2011 über die Ausübung der Patientenrechte in der
grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung (ABl. L 88 vom 4.4.2011, S. 45) und der Durchführungs-
richtlinie 2012/52/EU der Kommission vom 20. Dezember 2012 mit Maßnahmen zur Erleichterung der
Anerkennung von in einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten ärztlichen Verschreibungen (ABl. L 356
vom 22.12.2012, S. 68). Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der verschreibenden Personen
a) die o.g. zusätzlichen Kontaktdaten bereits auf ihren Rezepten vorhält, und
b) den Patientinnen und Patienten die Dosierung verschriebener Arzneimittel bereits derzeit regelmäßig
mitteilt, sei es auf dem Rezept, auf Handzetteln oder in Form von Medikationsplänen.
Zahlen liegen zu beiden Sachverhalten nicht vor. Es kann aber unterstellt werden, dass der für diese
beiden neuen Vorgaben entstehende Erfüllungsaufwand (zugleich Bürokratiekosten) marginal ist. Die
Kosten für ggf. neu anzufertigende Rezeptformulare werden darüber hinaus dadurch minimiert, dass die
Regelung zur Aufbringung weiterer Kontaktdaten ein halbes Jahr später in Kraft treten soll als die übrigen
Regelungen.
Für Apotheken
Für öffentliche Apotheken und Klinik-Apotheken ergibt sich ein Erfüllungsaufwand in Form eines
einmaligen Umstellungsaufwandes in Höhe von ca. 510 Tausend Euro. Dieser geht darauf zurück, dass die
Apotheken zur Steigerung der Arzneimittelsicherheit im Hinblick auf die Behandlung von T-Rezepten
neue Vorgaben erhalten. Danach haben Apotheken künftig:
a) auf den Durchschlägen von T-Rezepten zusätzliche Angaben zu machen (u.a. zum Arzneimittel und
zur abgebenden Apotheke) und das Datum jedes Versands der Durchschrift von T-Rezepten an das
BfArM zu dokumentieren, und
b) die Durchschriften von T-Rezepten wöchentlich an das BfArM zu versenden.
Zusätzlich ergibt sich für die Apotheken ein jährlich wiederkehrender Erfüllungsaufwand (zugleich
Bürokratiekosten) in Höhe von ca. 100 Tausend Euro. Dieser geht zurück auf die Änderung des § 17 Absatz
6 Satz 1 ApBetrO, wonach die Apotheken künftig auf den Durchschriften der T-Rezepte zusätzliche
Angaben zu machen haben sowie auf die Änderung von § 17 Abs. 6b ApBetrO, wonach künftig zu
dokumentieren ist, wann der Versand der Durchschriften von T-Rezepten an das BfArM erfolgt ist.
Für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Verwaltung entsteht kein Erfüllungsaufwand.
Weitere Kosten für die GKV sowie für Patientinnen und Patienten
Basierend auf den dem Bundesministerium für Gesundheit vorliegenden Informationen zum
Verschreibungsgeschehen für das Jahr 2013 ergeben sich auf Grund dieser Verordnung für die GKV
künftig folgende finanzielle Folgen:
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a) Unterstellung von Chinin unter die Verschreibungspflicht/Entlassung von Ketotifen aus der
Verschreibungspflicht
Die vollständige Unterstellung von Chinin unter die Verschreibungspflicht dürfte für die GKV zu
geringen Mehrausgaben führen. Diese setzen sich zusammen aus dem Herstellerabgabepreis des Arz-
neimittels sowie den Zuschlägen von Großhandel und Apotheken und der Mehrwertsteuer abzüglich
der Zuzahlung der Versicherten und des Apothekenabschlags nach § 130 SGB V. Da Absatzzahlen über
einzelne nicht verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel nicht vorliegen und auch eine Einschät-
zung über das künftige Verschreibungsverhalten der Ärzte nicht möglich ist, können Angaben zu
künftigen GKV-Mehrausgaben nicht valide dargestellt werden, zumal die Anwendungsrisiken des
Wirkstoffs Chinin eine Rolle bei der künftigen Verschreibung spielen dürften. Im Jahr 2013 wurden
Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Chinin ca. 3.700 mal zu Lasten der GKV verschrieben.
Andererseits erfolgt durch die partielle Entlassung von Ketotifen aus der Verschreibungspflicht zuzah-
lungsbereinigt eine GKV-Entlastung in Höhe von ca. 2 Mio. Euro. Für die Unternehmen der PKV lie-
gen keine Zahlen vor.
Insgesamt dürfte sich danach für Arzneimittel mit den Wirkstoffen Chinin und Ketotifen (zur Anwen-
dung am Auge) eine GKV-Entlastung in Höhe von etwa 1,5 Mio. Euro ergeben. Käme es jedoch bei der
Ver schreibung von Chinin-haltigen Arzneimitteln zu einem Anstieg auf das Niveau vor dem grund-
sätzlichen Ausschluss nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus der GKV-Erstattung durch das
GKV-Modernisierungsgesetz (Inkrafttreten 1. Januar 2004), dann ergäben sich für die GKV Mehraus-
gaben von insgesamt ca. 5 bis 10 Mio. Euro.
b) Weitere Entlassung von Flurbiprofen aus der Verschreibungspflicht
Diese weitere Entlassung aus der Verschreibungspflicht bezieht sich auf Arzneimittel zur Anwendung
im Mund- und Rachenraum mit anderen Darreichungsformen als derjenigen der Lutschtablette; diese
Arzneimittel in Form der Lutschtablette unterliegen bereits jetzt schon nicht mehr der Verschrei-
bungspflicht. Jedoch sind im Hinblick auf diesen Wirkstoff derzeit keine Arzneimittel mit anderen
Darreichungsformen zur Anwendung im Mund- und Rachenraum am Markt verfügbar. Solche
Arzneimittel werden vermutlich erst am Markt platziert, nachdem diese Verordnung erlassen wurde.
Vor dem Hintergrund der Preise für entsprechende Arzneimittel in Form von Lutschtabletten wird
geschätzt, dass sich der Preis dieser künftig angebotenen Arzneimittel pro Packung bei etwa 10 Euro
bewegen wird. Auf Grund von Bestimmungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch werden GKV-
Patientinnen und -Patienten die Kosten für diese Arzneimittel selbst tragen müssen; dies gilt jedoch
schon bisher für die Kosten von Flurbiprofen-haltigen Arzneimitteln in Form von Lutschtabletten.
c) Entlassung von Esomeprazol aus der Verschreibungspflicht
Die partielle Entlassung des Wirkstoffs Esomeprazol aus der Verschreibungspflicht bedingt keine
finanziellen Mehraufwendungen für Patientinnen bzw. Patienten, pharmazeutische Unternehmer
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und Kostenträger, weil ein solches, nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel in Deutschland
derzeit noch nicht verfügbar ist. Solche Arzneimittel werden vermutlich erst am Markt platziert,
nachdem diese Verordnung erlassen wurde.
Sonstige Marktbeteiligte
Für Kliniken, pharmazeutische Unternehmer, verschreibende Personen und Apotheken entstehen durch
den Erlass dieser Verordnung keine weiteren Kosten. Auswirkungen auf das allgemeine Preisniveau,
insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
IV. Nachhaltigkeit
Mit dieser Verordnung wird vor allem das Ziel verfolgt, für die betroffenen Arzneimittel ein hohes Maß an
Anwendungssicherheit zu gewährleisten; die vorgesehenen Entlassungen aus der Verschreibungs- bzw.
Apothekenpflicht sind im Hinblick auf die Arzneimittelsicherheit vertretbar. Die große Mehrheit der
geplanten Neuregelungen dient dem Gesundheitsschutz und somit dem Zweck der Managementregel 4
der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.
V. Gleichstellungspolitische Bedeutung
Die Verordnung hat keine Relevanz für die Gleichstellung von Frau und Mann.
VI. Befristung
Im Interesse der Arzneimittelsicherheit ist es nicht vertretbar, die mit dieser Änderungsverordnung
verbundenen Regelungen zur Verschreibungspflicht zu befristen; auch die Entlassung von Thymol (zur
Anwendung bei Bienen) aus der Apothekenpflicht bedarf keiner Befristung.
VII. Vereinbarkeit mit EU-Recht
Artikel 1 (Änderung der AMVV) ist mit EU-Recht vereinbar, da die EU-Mitgliedstaaten befugt sind, in
Umsetzung der Artikel 70 bis 75 der Richtlinie 2001/83/EG bzw. Artikel 67 der Richtlinie 2001/82/EG die
Verschreibungspflicht für Arzneimittel jeweils in eigener Kompetenz zu regeln; davon ausgenommen sind
nur die nach der Verordnung (EG) Nr. 726/2004 von der EU-Kommission zugelassenen Arzneimittel sowie
die EU-weit verschreibungspflichtigen Tierarzneimittel für Lebensmittel liefernde Tiere.
Artikel 2 (Änderungen der Apothekenbetriebsordnung) ist mit EU-Recht vereinbar.
Artikel 3 (Änderung der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel) ist mit
EU-Recht vereinbar, weil die EU-Vorschriften keine Regelungen zur Frage der Apothekenpflicht von
Arzneimitteln enthalten.
- 13 -
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VIII. Zustimmungsbedürftigkeit und Einvernehmen
Die Rechtsverordnung wird erlassen auf Grund von § 48 Absatz 2 Satz 1 und Absatz 4 und § 45 Absatz 1 AMG
sowie § 21 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 des Apothekengesetzes mit Zustimmung des Bundesrates und,
da auch Neuregelungen zu Tierarzneimitteln erfolgen, gemeinsam mit dem Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft sowie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie. Die Sachverständigenausschüsse für Verschreibungspflicht und Apothekenpflicht wurden gehört.
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B. Besonderer Teil
Zu Artikel 1 (Änderung der AMVV)
Zu Nummer 1 (§ 2 Absatz 1)
Zu Buchstabe a
§ 2 Absatz 1 Nummer 1 AMVV wird erweitert. Es wird neu geregelt, dass verschreibende Personen auf
Rezepten, die dazu gedacht sind, in Deutschland eingelöst zu werden, eine Telefonnummer und, soweit
vorhanden, eine Telefaxnummer anzugeben haben. Die Neuregelung dient dazu, den Apotheken die
Kontaktaufnahme mit verschreibenden Personen zu erleichtern, wenn auf Grund von Unklarheiten bei
Verschreibungen Anlass zur Rücksprache besteht. Zu diesem Zweck wird die Angabe einer Telefonnum-
mer, und, soweit vorhanden, einer Telefaxnummer der Praxis bzw. der Organisationseinheit des Kran-
kenhauses oder eines medizinischen Versorgungszentrums vorgeschrieben.
Zu Buchstabe b
Die Regelung beinhaltet die künftige Verpflichtung für verschreibende Personen, auf Rezepten, die dazu
gedacht sind, in Deutschland eingelöst zu werden, grundsätzlich die Dosierung der verschriebenen
Arzneimittel anzugeben und wird in § 2 Absatz 1 als neue Nummer 10 eingefügt. Von der Verpflichtung
ausgenommen sind die Fälle, in denen die verschreibende Person dem Patienten bzw. der Patientin einen
Medikationsplan, der das bzw. die jeweils verordnete(n) Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende
schriftliche Dosierungsanweisung zur Verfügung gestellt hat.
Zu Buchstabe c
Es handelt sich um eine Folgeänderung zu Buchstabe b. Die bisherige Nummer 10 wird zu Nummer 11.
Zu Nummer 2 (Änderung § 3a Absatz 7)
Auf Grund der bisherigen Regelung, die für die Apotheken den vierteljährlichen Versand der Durch-
schriften von T-Rezepten an das BfArM vorsah, war nach Angaben des BfArM ein zeitnahes Eingreifen
zum Schutz des gefährdeten Personenkreises in vielen Fällen nicht möglich. Auf Grund der teilweise
bereits mehrere Monate zurückliegenden Verschreibungen und Abgaben von Arzneimitteln mit Wirk-
stoffen nach § 3a Absatz 1 Satz 1 AMVV konnte das BfArM nur mit erheblicher Verzögerung nachvoll-
ziehen, ob die Bestimmungen des § 3a AMVV eingehalten wurden. Die wöchentliche Vorlage der Rezept-
Durchschriften durch Apotheken bietet dem BfArM die Möglichkeit zu einer zeitnahen Prüfung der
Verschreibungspraxis und gegebenenfalls zu einem unmittelbaren Eingreifen bei offensichtlichen
Unstimmigkeiten. Der insgesamt geringfügige zusätzliche Aufwand für Apotheken ist vertretbar.
Zu Nummer 3 (Änderung Anlage 1)
Zu den Buchstaben a und d (Positionen „Bone morphogenetic protein-2, recombinant human“ und
„Dibotermin alfa – zur Anwendung bei Tieren –“)
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Bisher hat Anlage 1 die beiden o.g. Positionen für denselben Wirkstoff enthalten. Die erste Bezeichnung
dieses Stoffes lautet „Dibotermin alfa“; daher wird die Position „Bone morphogenetic protein-2, recom-
binant human“ gestrichen. Da aber entsprechende Human- und Tierarzneimittel am Markt verfügbar
sind, wird zur Klarstellung bei der Position „Dibotermin alfa – zur Anwendung bei Tieren –“ der Zusatz
gestrichen.
Zu Buchstabe b (Position „Carbetocin – zur Anwendung bei Tieren –“)
Für die humanmedizinische Anwendung wurde Carbetocin in Form des Fertigarzneimittels Pabal® im Jahr
2006 zugelassen und auf Grund der Anwendungsrisiken als verschreibungspflichtig eingestuft. Es ist
seither mit dieser Verkaufsabgrenzung in Verkehr. Aufgrund eines Formfehlers unterblieb seinerzeit die
Anpassung der entsprechenden Position. Dies wird hiermit nachgeholt.
Zu Buchstabe c (Position „Chinin – zur Anwendung bei Malaria –“)
Mit dieser Neuregelung wird ein entsprechendes Votum des Sachverständigenausschusses für Verschrei-
bungspflicht vom 14. Januar 2014 umgesetzt: Arzneimittel mit dem Wirkstoff Chinin werden zur Anwen-
dung beim Menschen ausnahmslos der Verschreibungspflicht unterstellt. Bisher waren entsprechende
Arzneimittel zur Prophylaxe und Therapie nächtlicher Wadenkrämpfen nicht verschreibungspflichtig.
Die Unterstellung von Chinin unter die Verschreibungspflicht erfolgt auf Grund von Risikoerwägungen:
Chinin kann dosisunabhängig zu schweren Blutbildveränderungen, insbesondere Thrombozytopenien,
führen. Außerdem sind u.a. Überempfindlichkeitsreaktionen mit z.T. schwerem Verlauf, immunologisch
vermittelte Hepatitis oder Nephritis, kardiale Reizleitungsstörungen einschließlich QT-Verlängerung
sowie zentralnervöse und Hör- und Sehstörungen beschrieben. Insbesondere QT-Verlängerungen stellen
für den Patienten bzw. die Patientin ein ernstes Risiko dar, weil sie zu schweren, potenziell tödlich
verlaufenden Herzrhythmusstörungen führen können.
Patienten und Patientinnen haben selbst keine Möglichkeit zu erkennen, ob diese Risiken bei ihnen
bestehen: Hypokaliämien, vorbestehende QT-Verlängerungen im EKG und die gleichzeitige Anwendung
anderer, ebenfalls QT-verlängernder Arzneimittel sind Gegenanzeigen für Anwendung von Chinin, die nur
ein Arzt bzw. eine Ärztin durch entsprechende Untersuchungen ausschließen kann. Der Ausschluss von
Kontraindikationen und Wechselwirkungen sowie das Potenzial von Nebenwirkungen auch im niedrigen
Dosisbereich erfordern eine Verschreibung und Überwachung der Anwendung durch ärztliche Personen.
Auch in anderen Nationen wurden regulatorische Maßnahmen im Hinblick auf die Anwendung von
Chinin bei nächtlichen Wadenkrämpfen ergriffen:
Chinin zur Prophylaxe und Therapie nächtlicher Wadenkrämpfe ist in Australien seit 2004 und in
Neuseeland seit 2007 nicht mehr zugelassen. Zu diesen Zeitpunkten waren in Neuseeland 45 Fälle von
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Thrombozytopenie beobachtet worden, darunter zwei Todesfälle, und in Australien 228 Fälle von
Thrombozytopenie, darunter sechs Todesfälle.
In den USA hat die Zulassungsbehörde FDA vor nicht zugelassenen Indikationen für Chinin gewarnt,
nachdem dort zwischen 2005 und 2008 unter Chinin 22 Fälle von hämatologischen Nebenwirkungen,
darunter 2 Todesfälle, beobachtet worden waren. Ähnliche Warnungen vor Off-Label-Gebrauch gab es
auch 2011 in Australien und Kanada. In den USA und in Neuseeland wurde zudem die Wirksamkeit bei
nächtlichen Wadenkrämpfen als nicht ausreichend belegt angesehen.
Die englische Arzneimittelbehörde hat 2010 in einer Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass Chinin
nicht zur Routinebehandlung von nächtlichen Wadenkrämpfen angewendet werden soll und nur nach
sorgfältiger Risikoabwägung und unter regelmäßiger Beurteilung des Nutzens eingesetzt werden sollte.
Frankreich schränkte 2012 auf ähnliche Weise die Anwendung von Chinin ein. In Frankreich und
Großbritannien ist Chinin zur Behandlung von nächtlichen Wadenkrämpfen verschreibungspflichtig.
Zu Buchstabe e (Position „Esomeprazol“)
Mit der Maßnahme wird der Wirkstoff Esomeprazol partiell (Packungen mit bis zu 14 Tabletten bzw.
Kapseln) aus der Verschreibungspflicht entlassen. Esomeprazol und das bereits in analoger Weise aus der
Verschreibungspflicht entlassene Omeprazol sind Enantiomere mit sehr ähnlichen pharmakologischen
und toxikologischen Eigenschaften.
Die Europäische Kommission hat das Arzneimittel Nexium control© mit dem Wirkstoff Esomeprazol zur
Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen in einer Einzeldosis von 20 mg und in einer Tages-
höchstdosis von 20 mg für eine maximale Anwendungsdauer von 14 Tagen und in einer maximalen
Packungsgröße von 280 mg als nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen. Diese Zulassungs-
entscheidung gilt in den EU-Mitgliedstaaten unmittelbar. Daher wird die AMVV insofern angepasst.
Zu Buchstabe f (Position „Flurbiprofen – ausgenommen als Lutschtablette zur kurzzeitigen symptoma-
tischen Behandlung bei schmerzhaften Entzündungen der Rachenschleimhaut und in einer Tages-
höchstdosis von 50 mg –“)
Mit dieser Neuregelung wird ein entsprechendes Votum des Sachverständigenausschusses für Verschrei-
bungspflicht vom 25. Juni 2013 umgesetzt. Arzneimittel mit diesem Wirkstoff zur Anwendung im Mund-
und Rachenraum, die nicht die Darreichungsform der Lutschtablette haben, werden aus der Verschrei-
bungspflicht entlassen. Bereits im Jahr 2004 wurden Arzneimittel mit dem Wirkstoff Flurbiprofen in Form
von Lutschtabletten aus der Verschreibungspflicht entlassen. Die weitere (partielle) Entlassung des Wirk-
stoffes Flurbiprofen aus der Verschreibungspflicht ist im Hinblick auf die Arzneimittelsicherheit ver-
tretbar.
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Am häufigsten treten bei der Anwendung solcher Arzneimittel (im Mund- und Rachenraum) gastro-
intestinale Störungen auf, die in den Produktinformationen von flurbiprofenhaltigen Arzneimitteln
genannt werden (u.a. Nausea, Abdominalschmerzen, Diarrhö). Dort wird der Patient bzw. die Patientin
außerdem auf die Möglichkeit allergischer Reaktionen wie Asthma, Schwellungen im Gesicht und
Hautreaktionen hingewiesen. Bei Einnahme der empfohlenen Maximaldosis liegt die Tagesdosis (43,75
mg) unterhalb der vorgesehenen Grenze von 50 mg. Auch bei Überdosierungen ist auf Grund des geringen
Wirkstoffgehaltes pro abgeteilter Form nicht mit ernsthaften Komplikationen zu rechnen. Ein Abhängig-
keitspotential ist nicht bekannt.
Flurbiprofen zur lokalen Anwendung ist in Deutschland bereits seit 2001 in Form von Lutschtabletten zur
kurzzeitigen symptomatischen Behandlung bei schmerzhaften Entzündungen der Rachenschleimhaut für
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, wobei die empfohlene maximale Anwendungsdauer
3 Tage beträgt. Die kurzzeitige Behandlung von Entzündungen der Rachenschleimhaut ist ein klassischer
Bereich der Selbstmedikation. Die akute virale Pharyngitis weist eine hohe Spontanheilungsrate auf. Das
Risiko, dass Patienten bzw. Patientinnen die Symptomatik verkennen und eine schwerwiegendere Erkran-
kung unerkannt bleibt, ist als gering einzuschätzen.
Zu Buchstabe g (Position „Ketotifen“)
Mit dieser Neuregelung wird ein entsprechendes Votum des Sachverständigenausschusses für Verschrei-
bungspflicht vom 14. Januar 2014 umgesetzt.
In Form von Augentropfen sind Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ketotifen in Deutschland für die
symptomatische Behandlung einer jahreszeitlich bedingten allergischen Konjunktivitis zugelassen. Die
Anwendung erfolgt zweimal täglich und ist für Kinder ab dem dritten Lebensjahr vorgesehen.
Die Selbstdiagnose der saisonalen allergischen Konjunktivitis beruht primär auf der typischen Anamnese
und dem charakteristischen klinischen Erscheinungsbild der Erkrankung. Nach einer initialen Diagnose
durch einen Arzt bzw. eine Ärztin und dem Ansprechen auf die verordnete Behandlung können die
Patienten bzw. die Patientinnen das erneute Auftreten der Symptome leicht erkennen. In der Regel
erfordern die Symptome der saisonalen allergischen Konjunktivitis deshalb keinen Arztbesuch. Die
Verfügbarkeit und häufige Anwendung verschiedener Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren im
Rahmen der Selbstmedikation zeigen, dass die Selbstdiagnose der saisonalen allergischen Konjunktivitis
durch den Patienten oder die Patientin möglich und die Anwendung von Ketotifen ohne direkte Über-
wachung durch einen Arzt oder eine Ärztin sicher ist. Es gibt keine Hinweise darauf, dass bei bestim-
mungsgemäßer Anwendung von der Selbstmedikation mit diesem Wirkstoff direkte oder indirekte
Gefahren für den Patienten bzw. die Patientin ausgehen oder dass eine nicht bestimmungsgemäße
Anwendung in größerem Umfang erfolgt.
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Meldungen zu systemischen Nebenwirkungen betreffen überwiegend Überempfindlichkeitsreaktionen,
Geschmacksstörungen und Kopfschmerzen. Schwerwiegende systemische Nebenwirkungen sind auf
Grund der sehr geringen systemischen Verfügbarkeit nach lokaler Applikation am Auge unwahrscheinlich.
In der nationalen Datenbank zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind für Ketotifen in der
ophthalmologischen Anwendung lediglich zwei Fallberichte verzeichnet.
Zu Buchstabe h (Einfügung neuer Positionen in Anlage 1)
Zur Position „Afatinib“
Anwendung
Afatinib ist als Monotherapie zugelassen zur Behandlung von EGFR-TKI-naiven erwachsenen Patienten
und Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem und/oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungen-
karzinom (NSCLC) mit aktivierenden EGFR-Mutationen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Afatinib in der Europäischen Union (EU)
Zur Position „Aflibercept“
Anwendung
Aflibercept ist zugelassen zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makula-
degeneration (AMD) bei Erwachsenen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Aflibercept in der EU
Zur Position „Alipogen Tiparvovec“
Anwendung
Alipogen Tiparvovec ist zugelassen zur Anwendung bei Erwachsenen mit familiärer Lipoproteinlipa-
sedefizienz (LPLD), bei denen schwere oder multiple Pankreatitis-Schübe trotz fettarmer Ernährung
aufgetreten sind. Vor Anwendung von Alipogen Tiparvovec muss die Diagnose LPLD durch einen Gentest
abgesichert sein. Die Anwendung ist beschränkt auf Patienten und Patientinnen mit nachweisbaren
Mengen an LPL-Protein.
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Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung / Injektion intramuskulär
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Alipogen Tiparvovec in der EU
Zur Position „Alogliptin“
Anwendung
Alogliptin ist zugelassen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus bei Erwachsenen ab 18 Jahren, um
die Blutzuckerkontrolle in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Blutzuckersenkung, darunter
Insulin, zu verbessern, wenn diese, zusammen mit Diät und körperlicher Betätigung, für keine ausreichen-
de Blutzuckerkontrolle sorgen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Alogliptin in der EU
Zur Position „Avanafil“
Anwendung
Avanafil ist zugelassen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei erwachsenen Männern. Für die
Wirksamkeit von Avanafil ist eine sexuelle Stimulation erforderlich.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Tablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Avanafil in der EU
Zur Position „Axitinib“
Anwendung
Axitinib ist zugelassen zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (renal cell cancer, RCC)
bei erwachsenen Patienten und Patientinnen nach Versagen von vorangegangener Therapie mit Sunitinib
oder einem Zytokin.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Axitinib in der EU
Zur Position „Bosutinib“
Anwendung
Bosutinib ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit Philadelphia-Chromosom-positiver
chronischer myeloischer Leukämie (Ph+ CML) in der chronischen Phase, der akzelerierten Phase und der
Blastenkrise, die mit mindestens einem Tyrosinkinaseinhibitor vorbehandelt wurden und bei denen
Imatinib, Nilotinib und Dasatinib nicht als geeignete Behandlungsoption angesehen werden.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Bosutinib in der EU
Zur Position „Bromelain-Proteasen-Konzentrat“
Anwendung
Das Bromelain-Proteasen-Konzentrat ist zugelassen zur Entfernung des Verbrennungsschorfs (Eschar) bei
Erwachsenen mit tiefen thermischen Verletzungen (Grad IIb – III; „deep partial“ und „full thickness“).
Darreichungsform / Art der Anwendung
Pulver und Gel zur Herstellung eines Gels
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Bromelain-Proteasen-Konzentrat in der EU
Zur Position „Canagliflozin und seine Derivate“
Anwendung
Canagliflozin ist zugelassen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes-mellitus bei Erwachsenen im Alter ab 18
Jahren als:
Monotherapie
Bei Patienten und Patientinnen , bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend
kontrollieren und eine Anwendung von Metformin auf Grund von Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen
als ungeeignet erachtet wird.
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Kombinationstherapie
Zusammen mit anderen Blutzucker senkenden Arzneimitteln einschließlich Insulin, wenn diese den
Blutzucker, zusammen mit Diät und Bewegung, nicht ausreichend kontrollieren.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Canagliflozin und seiner Derivate in der EU
Zur Position „Cefalonium – zur Anwendung bei Tieren –“
Anwendung
Cefalonium ist zugelassen zur Anwendung bei Rindern zur Behandlung subklinischer Mastitiden zum
Zeitpunkt des Trockenstellens und zur Verhinderung bakterieller Neuinfektionen des Euters durch
Staphylococcus aureus, Streptococcus agalactiae, Streptococcus dysgalactiae, Streptococcus uberis,
Arcanobacterium pyogenes, Escherichia coli und Klebsiella spp. während der Trockenstehzeit.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Suspension zur intramammären Anwendung
Begründung
Cefalonium wurde im Rahmen eines dezentralen Zulassungsverfahrens erstmalig zugelassen; insofern
wurde die Verschreibungspflicht festgelegt. Die erstmalige Zulassung des Stoffes Cefalonium bei Tieren im
Geltungsbereich des AMG erfordert die Unterstellung unter die Verschreibungspflicht nach § 48 Absatz 2
Satz 1 Nummer 1 AMG.
Zur Position „Ceftarolinfosamil und seine Ester“
Anwendung
Ceftarolinfosamil ist zugelassen zur Anwendung bei Erwachsenen zur Behandlung von komplizierten
Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie zur Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Pulver zur Herstellung eines Konzentrats für eine Infusionslösung
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Ceftarolinfosamil und seiner Ester in der EU
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Zur Position „Chloroprocain”
Anwendung
Chloroprocain ist zugelassen zur Spinalanästhesie bei Erwachsenen, wobei die Dauer des geplanten
chirurgischen Eingriffs 40 Minuten nicht überschreiten sollte.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Chloroprocain im Geltungsbereich des AMG
Zur Position „Cholsäure”
Anwendung
Cholsäure ist zugelassen zur Behandlung von angeborenen Störungen der primären Gallensäuresynthese
aufgrund eines 3β-Hydroxy-Δ5-C27-steroid-Oxidoreductase-Mangels oder eines Δ4-3-Oxosteroid-5β-
Reductase-Mangels bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen im Alter von einem Monat bis 18 Jahren
und bei Erwachsenen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Cholsäure in der EU zur Behandlung von angeborenen
Störungen der primären Gallensäuresynthese auf Grund
• 3β-Hydroxy-Δ5-C27-steroid-Oxidoreductase-Mangel
• Δ4-3-Oxosteroid-5β-Reductase-Mangel
Zu den Positionen „Cobicistat“ und „Elvitegravir und seine Ester“
Anwendung
Das Kombinationsarzneimittel Stribild® enthält u.a. die Wirkstoffe Cobicistat und Elvitegravir und ist
zugelassen zur Behandlung von Infektion mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) bei
Erwachsenen im Alter ab 18 Jahren. Die Patienten bzw. Patientinnen dürfen nicht antiretroviral
vorbehandelt sein und bei ihnen darf HIV-1 keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit
Resistenzen gegen einen der antiretroviralen Wirkstoffe von Stribild® assoziiert sind.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen der Wirkstoffe Cobicistat sowie Elvitegravir in der EU
Zur Position „Colestilan“
Anwendung
Colestilan ist zugelassen zur Behandlung der Hyperphosphatämie bei Erwachsenen mit chronischer
Nierenerkrankung (Chronic Kidney Disease, CKD) im Stadium 5, die sich einer Hämodialyse oder
Peritonealdialyse unterziehen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette und Granulat
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Colestilan in der EU
Zur Position „Colistimethat-Natrium und andere Colistimethat-Salze“
Bei Colistimethat-Salzen handelt es sich nicht um neuartige Substanzen. Sie können jedoch ebenso wie der
verwandte Wirkstoff Colistin die Gesundheit auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden, wenn
sie ohne ärztliche, zahnärztliche oder tierärztliche Überwachung angewendet werden. Sie sind daher ge-
mäß AMG § 48 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a AMG ebenso der Verschreibungspflicht zu unter-
stellen.
Colistimethat-Salze sind aus chemischer Sicht keine Colistin-Salze und unterstehen folglich nicht
automatisch gemäß Anlage 1 (Einleitung, Satz 2) der für Colistin bereits geltenden Verschreibungspflicht,
sondern sind als gesonderte Position in der Anlage 1 aufzuführen.
Zur Position „Crizotinib“
Anwendung
Crizotinib ist zugelassen zur Anwendung bei Erwachsenen zur Behandlung des vorbehandelten
Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Bronchial-
karzinoms (non small cell lung cancer, NSCLC).
Darreichungsform / Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Crizotinib in der EU
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Zur Position „Dabrafenib“
Anwendung
Dabrafenib ist zugelassen zur Monotherapie von erwachsenen Patienten und Patientinnen mit BRAF-
V600-Mutation-positivem, nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Dabrafenib in der EU
Zur Position „Dapagliflozin und seine Ester“
Anwendung
Dapagliflozin ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Patientinnen ab einem Alter
von 18 Jahren mit Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle als:
Monotherapie
Wenn Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren bei Patienten und Patien-
tinnen, bei denen die Anwendung von Metformin auf Grund einer Unverträglichkeit als ungeeignet erach-
tet wird.
Add-on-Kombinationstherapie
In Kombination mit anderen Antidiabetika einschließlich Insulin, wenn diese den Blutzucker, zusammen
mit einer Diät und Bewegung, nicht ausreichend kontrollieren können.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Dapagliflozin und seiner Ester in der EU
Zur Position „Decitabin und seine Ester“
Anwendung
Decitabin ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen ab einem Alter von 65
Jahren mit neu diagnostizierter oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (gemäß der Klassifikation
der Weltgesundheitsorganisation) und für die eine Standard-Induktionstherapie nicht in Frage kommt.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Decitabin und seiner Ester in der EU
Zur Position „Defibrotid“
Anwendung
Defibrotid ist zugelassen für die Behandlung von schwerer hepatischer venookklusiver Erkrankung (VOD),
die auch als sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS) bezeichnet wird, bei hämatopoetischer Stammzell-
transplantation (HSCT). Es wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern im
Alter ab 1 Monat.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Defibrotid in der EU
Zur Position „Enzalutamid“
Anwendung
Enzalutamid ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem kastrationsresisten-
tem Prostatakarzinom, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fort-
schreitet.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Weichkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Enzalutamid in der EU
Zur Position „Ferumoxytol“
Anwendung
Ferumoxytol ist zugelassen zur intravenösen Behandlung von Eisenmangel-Anämie bei erwachsenen
Patienten und Patientinnen mit chronischer Nierenerkrankung. Die Diagnose eines Eisenmangels muss
auf entsprechenden Laborbefunden basieren.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Ferumoxytol in der EU
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Zur Position „Imepitoin – zur Anwendung bei Tieren –“
Anwendung
Imepitoin ist zugelassen zur Behandlung der idiopathischen Epilepsie bei Hunden.
Darreichungsform/Art der Anwendung
Tabletten zur oralen Anwendung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Imepitoin in der EU
Zur Position „Ingenolmebutat und seine Ester“
Anwendung
Ingenolmebutat ist zugelassen für die topische Behandlung von nicht-hyperkeratotischen, nicht-hyper-
trophen aktinischen Keratosen bei Erwachsenen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Gel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Ingenolmebutat und seiner Ester in der EU
Zur Position „Insulin degludec“
Anwendung
Insulin degludec ist zugelassen zur Behandlung des Diabetes mellitus bei Erwachsenen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Insulin degludec in der EU
Zur Position „Levosimendan“
Anwendung
Levosimendan ist zugelassen zur Kurzzeit-Behandlung von Erwachsenen mit akut dekompensierter
schwerer chronischer Herzinsuffizienz (ADHF), wenn eine konventionelle Therapie nicht ausreichend ist,
sowie in Fällen, in denen die Verabreichung von Inotropika als geeignet betrachtet wird.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Levosimendan im Geltungsbereich des AMG
Zur Position „Linaclotid“
Anwendung
Linaclotid ist zugelassen zur symptomatischen Behandlung des mittelschweren bis schweren Reizdarm-
syndroms mit Obstipation (RDS-O) bei Erwachsenen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Linaclotid in der EU
Zur Position „Lipegfilgrastim“
Anwendung
Lipegfilgrastim ist zugelassen zur Verkürzung der Dauer von Neutropenien und zur Verminderung der
Inzidenz von febriler Neutropenie bei erwachsenen Patienten und Patientinnen, die wegen einer malignen
Erkrankung eine zytotoxische Chemotherapie erhalten (mit Ausnahme von chronisch-myeloischer
Leukämie und myelodysplastischen Syndromen).
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Lipegfilgrastim in der EU
Zur Position „Lixisenatid“
Anwendung
Lixisenatid ist bei Erwachsenen zugelassen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus in Kombination
mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln und/oder Basalinsulin, wenn diese bei Diät und Bewegung
den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Darreichungsform/Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Lixisenatid in der EU
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Zur Position „Lomitapid“
Anwendung
Lomitapid ist zugelassen - begleitend zu einer fettarmen Diät und anderen lipidsenkenden Arzneimitteln
mit oder ohne Low-Density-Lipoprotein-Apherese (LDL-Apherese) - bei erwachsenen Patienten und
Patientinnen zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie (HoFH). Die Diagnose
HoFH sollte, wenn möglich, genetisch bestätigt werden. Andere Formen primärer Hyperlipoproteinämien
sowie sekundäre Ursachen von Hypercholesterinämien (z. B. nephrotisches Syndrom oder Hypothyreose)
müssen ausgeschlossen werden.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Lomitapid in der EU
Zur Position „Loxapin“
Anwendung
Loxapin ist zugelassen zur schnellen Kontrolle von leichter bis mittelschwerer Agitiertheit bei erwach-
senen Patienten und Patientinnen mit Schizophrenie oder bipolarer Störung.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Loxapin in der EU
Zur Position „MACI (matrix-induced autologous chondrocyte implantation)“
Anwendung
MACI ist zugelassen für die Wiederherstellung symptomatischer Vollschicht-Knorpeldefekte des Knies
(Grad 3 und 4 auf der modifizierten Outerbridge-Skala) mit einer Größe von 3-20 cm² bei erwachsenen
Patienten und Patientinnen mit geschlossener Wachstumsfuge.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Matrix zur Implantation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen von MACI in der EU
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Zur Position „Mirabegron und seine Derivate“
Anwendung
Mirabegron ist zugelassen zur symptomatischen Therapie von imperativem Harndrang, erhöhter
Miktionsfrequenz und/oder Dranginkontinenz, die bei Erwachsenen mit überaktiver Blase auftreten
können.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Retardtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Mirabegron in der EU
Zur Position „Nalmefen“
Anwendung
Nalmefen ist zugelassen zur Reduktion des Alkoholkonsums bei erwachsenen alkoholabhängigen
Patienten und Patientinnen, deren Alkoholkonsum sich auf einem hohen Risikoniveau befindet, bei denen
keine körperlichen Entzugserscheinungen vorliegen und für die keine sofortige Entgiftung erforderlich ist.
Dieses Arzneimittel sollte nur in Verbindung mit kontinuierlicher psychosozialer Unterstützung, die auf
Therapieadhärenz und eine Reduktion des Alkoholkonsums zielt, verschrieben werden. Die Behandlung
mit diesem Arzneimittel sollte nur bei Patienten und Patientinnen eingeleitet werden, deren Alkohol-
konsum sich zwei Wochen nach einer initialen Untersuchung weiterhin auf einem hohen Risikoniveau
befindet.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtabletten
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Nalmefen in der EU
Zur Position „Olacitinib“
Anwendung
Olacitinib ist bei Hunden zugelassen zur Behandlung einer atopischen Dermatitis und von bei allergischer
Dermatitis auftretendem Juckreiz.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Tabletten zur oralen Anwendung
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Olacitinib im Geltungsbereich des
AMG
Zur Position „Olodaterol“
Anwendung
Olodaterol ist indiziert als Bronchodilatator zur Dauerbehandlung bei chronischer obstruktiver
Lungenerkrankung (COPD).
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Lösung zur Inhalation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Olodaterol im Geltungsbereich des AMG
Zur Position „Pegloticase“
Anwendung
Pegloticase ist zugelassen zur Behandlung der schwer einschränkenden chronischen Gicht mit Bildung
von Gichtknoten bei erwachsenen Patienten und Patientinnen, die auch erosive Gelenkveränderungen
aufweisen können und die auf eine Behandlung mit der medizinisch angemessenen Höchstdosis von
Xanthinoxidase-Inhibitoren zur Normalisierung des Serum-Harnsäurespiegels nicht ansprechen oder bei
denen diese Arzneimittel kontraindiziert sind.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Pegloticase in der EU
Zur Position „Ponatinib“
Anwendung
Ponatinib ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit
• chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase, der akzelerierten Phase oder der
Blastenkrise, die gegenüber Dasatinib bzw. Nilotinib behandlungsresistent sind, die Dasatinib oder
Nilotinib nicht vertragen und bei denen eine anschließende Behandlung mit Imatinib klinisch nicht
geeignet ist, oder bei denen eine T315l-Mutation vorliegt,
• Philadelphia-Chromosom-positiver akuter Lymphoblastenleukämie (Ph+ ALL), die gegenüber
Dasatinib behandlungsresistent sind, die Dasatinib nicht vertragen und bei denen eine anschließende
Behandlung mit Imatinib klinisch nicht geeignet ist, oder bei denen eine T315l-Mutation vorliegt.
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Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Ponatinib in der EU
Zur Position „Regorafenib“
Anwendung
Regorafenib ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Patientinnen mit metasta-
siertem Kolorektalkarzinom (KRK), die zuvor mit anderen Therapien behandelt wurden und die für diese
Patienten und Patientinnen nicht geeignet sind (Fluoropyrimidin-basierte Chemotherapie, eine Anti-
VEGF-Therapie und eine Anti-EGFR-Therapie).
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Regorafenib in der EU
Zur Position „Ruxolitinib“
Anwendung
Ruxolitinib ist zugelassen für die Behandlung der krankheitsbedingten Splenomegalie oder krankheits-
bedingter Symptome bei Erwachsenen mit primärer Myelofibrose (auch bekannt als chronische idiopa-
thische Myelofibrose), Post-Polycythaemia-vera-Myelofibrose oder Post-Essentieller-Thrombozythämie-
Myelofibrose.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Tablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Ruxolitinib in der EU
Zur Position „Sipuleucel-T“
Anwendung
Sipuleucel-T ist zugelassen für die Behandlung von asymptomatischem oder minimal symptomatischem,
metastasierendem (nicht viszeral), kastrationsresistentem Prostatakarzinom bei Erwachsenen, bei denen
eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist.
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Darreichungsform / Art der Anwendung
Infusionsdispersion
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Sipuleucel-T in der EU
Zur Position „Teduglutid“
Anwendung
Teduglutid ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit Kurzdarmsyndrom. Nach einem chirur-
gischen Eingriff sollte zunächst eine Phase der intestinalen Adaption abgewartet werden und die Patienten
bzw. Patientinnen sollten sich in einer stabilen Phase befinden.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Teduglutid in der EU
Zur Position „Teriflunomid“
Anwendung
Teriflunomid ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit schubförmig-
remittierender Multipler Sklerose (MS).
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Teriflunomid in der EU
Zur Position „Vilanterol“
Anwendung
Der Wirkstoff Vilanterol ist zugelassen zur Behandlung von:
Asthma
Vilanterol in Kombination mit Fluticason und seinen Estern ist zugelassen für die regelmäßige Behand-
lung von Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, bei denen ein Kombinationspräparat
(langwirksamer Beta-2-Agonist und inhalatives Kortikosteroid) angezeigt ist (Patienten und Patientinnen,
die mit inhalativen Kortikosteroiden und einer Bedarfsmedikation mit inhalativen kurzwirksamen Beta-2-
Agonisten nicht ausreichend eingestellt sind).
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COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Vilanterol in Kombination mit Fluticason und seinen Estern ist angezeigt für die symptomatische Behand-
lung von Erwachsenen mit COPD mit einem FEV1< 70% des Normwerts (nach Anwendung eines Broncho-
dilatators), die trotz regelmäßiger bronchodilatatorischer Therapie Exazerbationen in der Vorgeschichte
aufweisen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Vilanterol im Kombinationsarzneimittels Relvar® Ellipta® in
der EU; der Kombinationspartner Fluticason einschliesslich seiner Ester untersteht bereits der Verschrei-
bungspflicht.
Zur Position „Vismodegib“
Anwendung
Vismodegib ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit:
• symptomatischem metastasiertem Basalzellkarzinom,
• lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, bei denen eine Operation oder Strahlentherapie nicht
geeignet ist.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Vismodegib in der EU
Zur Position „Zubereitung aus Lidocain und Procain – zur Behandlung von primärer vorzeitiger Ejakula-
tion bei erwachsenen Männern –“
Anwendung
Die Zubereitung aus Lidocain und Procain ist zugelassen zur Behandlung der primären vorzeitigen
Ejakulation bei erwachsenen Männern.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Spray zur Anwendung auf der Haut
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen der Zubereitung aus Lidocain und Procain zur Behandlung der primären
vorzeitigen Ejakulation bei erwachsenen Männern in der EU
Zu Artikel 2 (Änderung der Apothekenbetriebsordnung)
Zu Nummer 1 (§ 17 Absatz 6 Satz 1)
Zu den Buchstaben a, b und c
Die Apotheken werden mit dieser Regelung verpflichtet, auch auf der Durchschrift von T-Rezepten die
nach § 17 Absatz 6 Satz 1 geforderten Angaben zu machen (u.a. zur abgebenden Apotheke sowie zum
abgegebenen Arzneimittel). Dies ermöglicht dem BfArM eine verbesserte Zuordnung der Durchschriften
zu den abgebenden Apotheken. Eine Ermittlung der abgebenden Apotheke bei Unstimmigkeiten auf den
Durchschriften der T-Rezepte war in der Vergangenheit mangels entsprechender Angaben oft erschwert.
Zu Nummer 2 (§ 17 Absatz 6b)
Die Apotheken werden damit verpflichtet, das Versanddatum der Durchschriften von T-Rezepten zu
dokumentieren. Die Regelung dient dem Nachweis, dass die Durchschrift fristgerecht an das BfArM
versendet wurde. Seit lnkrafttreten des § 3a AMVV hat die Erfahrung gezeigt, dass ungefähr 4 - 8 % der
Durchschriften der Verschreibungen zu thalidomid- und lenalidomidhaltigen Arzneimitteln verspätet an
das BfArM zurückgesandt werden. Überdies ist nicht bekannt, ob in Einzelfällen Durchschriften gar nicht
zurückgeschickt werden. Da die Apotheken bereits bisher verpflichtet sind, die Belieferung von Verschrei-
bungen zu pomalidomid, lenalidomid- und thalidomidhaltigen Arzneimitteln zu dokumentieren, stellt es
für sie lediglich einen geringfügigen Mehraufwand dar, den Versand an das BfArM in der bereits vorhan-
denen Dokumentation mit Datum zu erfassen.
Zu Artikel 3 (Änderung der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel)
Es handelt sich um die Umsetzung eines Votums des Sachverständigenausschusses für Apothekenpflicht.
Die Entlassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Thymol (zur Anwendung bei Bienen) aus der Apo-
thekenpflicht ist aus Gründen der Arzneimittelsicherheit vertretbar, weil die Anwendung von Thymol bei
Bienen keine bzw. nur geringe Risiken für die Gesundheit von Mensch oder Tier birgt. Die Aufrechterhal-
tung der Apothekenpflicht für diese Arzneimittel ist nicht notwendig.
Zu Artikel 4 (Inkrafttreten)
Zu Absatz 1
Die Vorschrift regelt das grundsätzliche Inkrafttreten der Verordnung.
Zu Absatz 2
Die Regelung nach Artikel 1 Nummer 1 Buchstabe a tritt 6 Monate nach den übrigen Regelungen dieser
Verordnung in Kraft. Damit sollen für die verschreibenden Personen die Kosten für die Beschaffung neuer
Rezeptformulare minimiert werden.
05.08.2014
Datei
PD
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Entwurfsstand: 22.07.14
Vorblatt
Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung, der Apothekenbetriebsordnung
und der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
A. Problem und Ziel
Da Arzneimittel mit bestimmten Stoffen oder mit Zubereitungen aus bestimmten Stoffen besonders hohe
Anwendungsrisiken haben, gilt für sie die Verschreibungspflicht. Die entsprechenden, in Anlage 1 der
Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) auf Grund des § 48 Absatz 1 und 2 des Arzneimittel-
gesetzes (AMG) genannten Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen weisen Wirkungen auf, die in der
medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannt sind, oder sie können die Gesundheit auch bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden, wenn sie ohne ärztliche, zahnärztliche oder tierärztliche
Überwachung angewendet werden, oder sie werden häufig in erheblichem Umfang nicht bestimmungs-
gemäß angewandt. Insbesondere auf Grund des wissenschaftlichen Fortschritts ist Anlage 1 der AMVV
regelmäßig anzupassen.
Arzneimittel mit den Wirkstoffen Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid dürfen auf Grund von § 3a
Absatz 1 AMVV nur auf gesonderten, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
ausgegebenen Vordrucken ("T-Rezepte") verschrieben werden. Im Hinblick auf die Optimierung der
Anwendungssicherheit dieser Arzneimittel werden drei neue Regelungen geschaffen.
Ferner erfolgt in Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Änderung
der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel.
Im Einzelnen ergeben sich folgende Neuregelungen:
Arzneimittelverschreibungsverordnung (Artikel 1)
a) Die verschreibende Person hat auf Rezepten, die in Deutschland eingelöst werden sollen, künftig
aa) die Telefonnummer und, soweit vorhanden, die Telefaxnummer zur Kontaktaufnahme, und
bb) soweit nicht ansonsten schriftlich mitgeteilt, die Dosierung der verschriebenen Arzneimittel
anzugeben.
b) Apotheken haben die Durchschriften von T-Rezepten künftig wöchentlich an das BfArM zu
übermitteln (bisher vierteljährlich).
c) Der Wirkstoff Chinin wird zur Anwendung beim Menschen vollständig der Verschreibungspflicht
unterstellt, der Wirkstoff Carbetocin wird auch im Hinblick auf Humanarzneimittel der
Verschreibungspflicht unterstellt.
d) Die Wirkstoffe Esomeprazol und Ketotifen werden partiell aus der Verschreibungspflicht entlassen, der
Wirkstoff Flurbiprofen wird zur Anwendung im Mund- und Rachenraum vollständig aus der Ver-
schreibungspflicht entlassen.
e) Ferner wird die Verschreibungspflicht für den Wirkstoff Dibotermin alfa auf den Bereich der Human-
arzneimittel ausgeweitet; infolge dessen kann in Anlage 1 die Position „Bone morphogenetic protein-2,
recombinant human“ gestrichen werden.
f) In Anlage 1 werden achtundvierzig neue Positionen eingefügt.
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Apothekenbetriebsordnung (Artikel 2)
a) Auch auf den Durchschriften von T-Rezepten haben Apotheken künftig die nach § 17 Absatz 6 Satz 1
geforderten Angaben zu machen (u.a. zur Bezeichnung der abgebenden Apotheke sowie zum abge-
gebenen Arzneimittel) (Änderung des § 17 Absatz 6 Satz 1), und
b) Apotheken haben jedes Datum zu dokumentieren, zu dem ein Versand der Durchschriften von T-
Rezepten an das BfArM erfolgt ist (Änderung des § 17 Absatz 6b).
Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel (Artikel 3)
Arzneimittel mit dem Wirkstoff Thymol (Tierarzneimittel) werden aus der Apothekenpflicht entlassen.
B. Lösung
Erlass der Rechtsverordnung.
C. Alternativen
Keine.
D. Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand
Keine.
E. Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Keiner.
E 2. Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
● Pharmazeutische Unternehmer: ca. 15 Tausend Euro einmaliger Umstellungsaufwand.
● Verschreibende Personen: ca. 3,3 Mio. Euro einmaliger Umstellungsaufwand sowie marginaler
wiederkehrender Erfüllungsaufwand (zugleich Bürokratiekosten).
● Apotheken: ca. 0,51 Mio. Euro einmaliger Umstellungsaufwand sowie ca. 0,1 Mio. Euro jährlich
wiederkehrender Erfüllungsaufwand (zugleich Bürokratiekosten).
E 3. Erfüllungsaufwand für die Verwaltung:
Keiner.
F. Weitere Kosten
Auf Grund der ausnahmslosen Unterstellung des Wirkstoffes Chinin unter die Verschreibungspflicht (zur
Anwendung beim Menschen) und der (partiellen) Entlassung des Wirkstoffs Ketotifen aus der Verschrei-
bungspflicht ergibt sich auf Grund von dem BMG vorliegenden Informationen für das Jahr 2013 für die
gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Saldo künftig eine jährliche Entlastung von ca. 1,5 Mio. Euro;
für die Versicherten der GKV ergibt sich eine jährliche zusätzliche Belastung in der gleichen Höhe. Für die
Unternehmen der privaten Krankenversicherung, für Kliniken, pharmazeutische Unternehmer, Arzt-
praxen oder Apotheken entstehen durch den Erlass dieser Verordnung keine weiteren Kosten. Auswirkun-
gen auf das allgemeine Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
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Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung, der Apothekenbetriebsordnung
und der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
Vom ………
Es verordnen
– das Bundesministerium für Gesundheit auf Grund des § 48 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1, 2 Buchstabe a und 7
in Verbindung mit Absatz 2 Satz 2 und 3 und Absatz 3 Satz 1 des Arzneimittelgesetzes, von denen § 48
Absatz 2 Satz 1 durch Artikel 1 Nummer 48 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa des Gesetzes vom 17. Juli 2009
(BGBI. l S. 1990) geändert und § 48 Absatz 2 Satz 2 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 40 des Gesetzes vom 19.
Oktober 2012 (BGBl. I S. 2192) geändert worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie und nach Anhörung von Sachverständigen,
– das Bundesministerium für Gesundheit auf Grund des § 21 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 des
Apothekengesetzes, von denen Absatz 1 zuletzt durch Artikel 34 der Verordnung vom 31. Oktober 2006
(BGBl. I S. 2407) und Absatz 2 durch Artikel 20 Nummer 12 Buchstabe b des Gesetzes vom 14. November
2003 (BGBl. I S. 2190) geändert worden ist,
– das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Grund des § 48 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1
und 2 in Verbindung mit Absatz 2 Satz 2, Absatz 3 Satz 1, Absatz 4 und 6 des Arzneimittelgesetzes, von
denen § 48 Absatz 2 Satz 1 durch Artikel 1 Nummer 48 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa des Gesetzes vom
17. Juli 2009 (BGBI. l S. 1990) geändert und § 48 Absatz 2 Satz 2 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 40 des
Gesetzes vom 19. Oktober 2012 (BGBl. I S. 2192) geändert worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundes-
ministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und nach Anhörung
von Sachverständigen,
- das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Grund des § 45 Absatz 1 Satz 2 in Verbin-
dung mit Satz 1 des Arzneimittelgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005
(BGBI. l S. 3394), im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesmini-
sterium für Wirtschaft und Energie und nach Anhörung von Sachverständigen sowie
- jeweils in Verbindung mit § 1 Absatz 2 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I
S. 3165) und dem Organisationserlass vom 17. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4310):
Artikel 1
Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung
Die Arzneimittelverschreibungsverordnung vom 21. Dezember 2005 (BGBl. I S. 3632), die zuletzt durch Artikel
1 der Verordnung vom 26. Mai 2014 (BGBl. I S. 598) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 2 Absatz 1 wird wie folgt geändert:
a) Nummer 1 wird wie folgt gefasst:
„1. Name, Vorname, Berufsbezeichnung und Anschrift der Praxis oder der Klinik der verschreibenden
ärztlichen, tierärztlichen oder zahnärztlichen Person (verschreibende Person) einschließlich einer
Telefonnummer und, soweit vorhanden, der Telefaxnummer zur Kontaktaufnahme,“.
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- 5 -
b) Nummer 10 wird wie folgt gefasst:
„10. bei zur Anwendung beim Menschen bestimmten Arzneimitteln Dosierungsangaben, es sei denn,
es liegt dem Patienten oder der Patientin ein ärztlicher Medikationsplan, der das verordnete
Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung der ärztlichen
Person vor,“.
c) Nach Nummer 10 wird folgende Nummer 11 eingefügt:
„11. die eigenhändige Unterschrift der verschreibenden Person oder, bei Verschreibungen in
elektronischer Form, deren qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz“.
2. In § 3a Absatz 7 wird das Wort „vierteljährlich“ ersetzt durch das Wort „wöchentlich“.
3. Die Anlage 1 wird wie folgt geändert:
a) Die Position „Bone morphogenetic protein-2, recombinant human“ wird gestrichen.
b) Die Position „Carbetocin – zur Anwendung bei Tieren –“ wird wie folgt gefasst:
„Carbetocin“.
c) Die Position „Chinin – zur Anwendung bei Malaria – “ wird wie folgt gefasst:
„Chinin – zur Anwendung beim Menschen –“.
d) Die Position „Dibotermin alfa – zur Anwendung bei Tieren –“ wird wie folgt gefasst:
„Dibotermin alfa“.
e) Die Position „Esomeprazol“ wird wie folgt gefasst:
„Esomeprazol
– ausgenommen zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen in einer Einzeldosis von 20
mg und in einer Tageshöchstdosis von 20 mg für eine maximale Anwendungsdauer von 14 Tagen und
in einer maximalen Packungsgröße von 280 mg Wirkstoff –“.
f) Die Position
„Flurbiprofen
– ausgenommen als Lutschtablette zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung bei schmerzhaften
Entzündungen der Rachenschleimhaut und in einer Tageshöchstdosis von 50 mg –“
wird wie folgt gefasst:
„Flurbiprofen
– ausgenommen zur Anwendung im Mund- und Rachenraum zur kurzzeitigen symptomatischen
Behandlung bei schmerzhaften Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut in einer
Tageshöchstdosis von 50 mg –“.
g) Die Position „Ketotifen“ wird wie folgt gefasst:
„Ketotifen – ausgenommen Anwendung am Auge in einer Konzentration von bis zu 0,025% –“.
h) In Anlage 1 werden die folgenden Positionen jeweils alphabetisch in die bestehende Reihenfolge
eingefügt:
- 5 -
- 6 -
„Afatinib“,
„Aflibercept“,
„Alipogen Tiparvovec“,
„Alogliptin“,
„Avanafil“,
„Axitinib“,
„Bosutinib“,
„Bromelain-Proteasen-Konzentrat“,
„Canagliflozin und seine Derivate“,
„Cefalonium – zur Anwendung bei Tieren –“,
„Ceftarolinfosamil und seine Ester“,
„Chloroprocain“,
„Cholsäure“,
„Cobicistat“,
„Colestilan“,
„Colistimethat-Natrium und andere Colistimethat-Salze“,
„Crizotinib“,
„Dabrafenib“,
„Dapagliflozin und seine Ester“,
„Decitabin und seine Ester“,
„Defibrotid“,
„Elvitegravir und seine Ester“,
„Enzalutamid“,
„Ferumoxytol“,
„Imepitoin – zur Anwendung bei Tieren –“,
„Ingenolmebutat und seine Ester“,
„Insulin degludec“,
„Levosimendan“,
„Linaclotid“,
„Lipegfilgrastim“,
„Lixisenatid“,
„Lomitapid“,
„Loxapin“,
„MACI (matrix-induced autologous chondrocyte implantation)“,
„Mirabegron und seine Derivate“,
„Nalmefen und seine Ester“,
„Olacitinib – zur Anwendung bei Tieren –“,
„Olodaterol“,
„Pegloticase“,
- 6 -
- 7 -
„Ponatinib“,
„Regorafenib“,
„Ruxolitinib“,
„Sipuleucel-T“,
„Teduglutid“,
„Teriflunomid“,
„Vilanterol“,
„Vismodegib“,
„Zubereitung aus
Lidocain
und
Procain
– zur Behandlung von primärer vorzeitiger Ejakulation bei erwachsenen Männern –“.
Artikel 2
Änderung der Apothekenbetriebsordnung
Die Apothekenbetriebsordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. September 1995 (BGBl. I S.
1195), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 19. Februar 2013 (BGBl. I S. 312) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:
1. In § 17 Absatz 6 Satz 1 werden im Satzteil vor der Aufzählung nach dem Wort "Verschreibung" folgende
Worte eingefügt:
„und, falls es sich um eine Verschreibung nach § 3a Absatz 1 Satz 1 der Arzneimittelverschreibungs-
verordnung handelt, auf der Durchschrift der Verschreibung,".
2. § 17 Absatz 6b wird wie folgt geändert:
a) In Nummer 6 wird das Wort "und" durch ein Komma ersetzt.
b) In Nummer 7 wird der Punkt gestrichen und das Wort "und" angefügt.
c) Nach Nummer 7 wird folgende Nummer 8 angefügt:
„8. Datum des Versands der Durchschriften von Vordrucken nach § 3a Absatz 1 Satz 1 der Arz-
neimittelverschreibungsverordnung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.“
Artikel 3
Änderung der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
In der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel vom 24. November 1988
(BGBl. I S. 2150; 1989 I S. 254), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 21. Februar 2011 (BGBl. I S. 314)
geändert worden ist, wird in Anlage 1a nach der Position „Thymianöl, ätherisches" die Position „Thymol zur
Anwendung bei Bienen" eingefügt.
- 7 -
- 8 -
Artikel 4
Inkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt vorbehaltlich des Absatzes 2 am [einsetzen: Datum des ersten Tages des ersten auf
die Verkündung folgenden Kalendermonats] in Kraft.
(2) Artikel 1 Nummer 1 Buchstabe a tritt am [einsetzen: Datum des ersten Tages des siebten auf die
Verkündung folgenden Kalendermonats] in Kraft.
__________________________
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Der Bundesminister für Gesundheit
Hermann Gröhe
Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Christian Schmidt
- 8 -
- 9 -
Begründung
A. Allgemeiner Teil
I. Ziele und wesentliche Regelungen
Da Arzneimittel mit bestimmten Stoffen oder mit Zubereitungen aus bestimmten Stoffen besonders hohe
Anwendungsrisiken haben, gilt für sie die Verschreibungspflicht. Die entsprechenden, in Anlage 1 der
Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) auf Grund des § 48 Absatz 1 und 2 des Arzneimittel-
gesetzes (AMG) genannten Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen weisen Wirkungen auf, die in der
medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannt sind oder sie können die Gesundheit auch bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden, wenn sie ohne ärztliche, zahnärztliche oder tierärztliche
Überwachung angewendet werden, oder sie werden häufig in erheblichem Umfang nicht bestimmungs-
gemäß angewandt. Insbesondere auf Grund des wissenschaftlichen Fortschritts ist Anlage 1 der AMVV
regelmäßig anzupassen.
Arzneimittel mit den Wirkstoffen Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid dürfen auf Grund von § 3a
Absatz 1 AMVV nur auf gesonderten, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
ausgegebenen Vordrucken ("T-Rezepte") verschrieben werden. Im Hinblick auf die Optimierung der
Anwendungssicherheit dieser Arzneimittel werden drei neue Regelungen geschaffen.
Ferner erfolgt in Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Änderung
der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel.
Im Einzelnen ergeben sich folgende Neuregelungen:
Arzneimittelverschreibungsverordnung
a) Die verschreibende Person hat auf Rezepten, die in Deutschland eingelöst werden sollen, künftig
aa) die Telefonnummer und, soweit vorhanden, die Telefaxnummer zur Kontaktaufnahme, und
bb) die Dosierung der verschriebenen Arzneimittel
anzugeben.
b) Apotheken haben die Durchschläge von T-Rezepten künftig wöchentlich an das BfArM zu übermitteln
(bisher vierteljährlich).
c) Der Wirkstoff Chinin wird zur Anwendung beim Menschen vollständig der Verschreibungspflicht
unterstellt, der Wirkstoff Carbetocin wird auch im Hinblick auf Humanarzneimittel der
Verschreibungspflicht unterstellt.
d) Die Wirkstoffe Esomeprazol und Ketotifen werden partiell aus der Verschreibungspflicht entlassen, der
Wirkstoff Flurbiprofen wird zur Anwendung im Mund- und Rachenraum vollständig aus der Ver-
schreibungspflicht entlassen.
e) Ferner wird die Verschreibungspflicht für den Wirkstoff Dibotermin alfa auf den Bereich der Human-
arzneimittel ausgeweitet; infolge dessen kann in Anlage 1 die Position „Bone morphogenetic protein-2,
recombinant human“ gestrichen werden.
f) In Anlage 1 werden achtundvierzig neue Positionen eingefügt.
- 9 -
- 10 -
Apothekenbetriebsordnung
a) Auch auf den Durchschriften von T-Rezepten haben Apotheken künftig die nach § 17 Absatz 6 Satz 1
geforderten Angaben zu machen (u.a. zur Bezeichnung der abgebenden Apotheke sowie zum abgege-
benen Arzneimittel) (Änderung des § 17 Absatz 6 Satz 1), und
b) Apotheken haben jedes Datum zu dokumentieren, zu dem ein Versand der Durchschriften von T-
Rezepten an das BfArM erfolgt ist (Änderung des § 17 Absatz 6b).
Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel
Mit Artikel 3 werden im Rahmen der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirt-
schaft Arzneimittel mit dem Wirkstoff Thymol (zur Anwendung bei Bienen) aus der Apothekenpflicht
entlassen.
II. Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen
Um ein einheitliches Verbraucherschutzniveau sicherzustellen, ist es nicht vertretbar, Regelungen zur
Verschreibungspflicht bzw. der Apothekenpflicht von Arzneimitteln den pharmazeutischen Unterneh-
mern zu überlassen. Deshalb sind einheitliche staatliche Festlegungen erforderlich.
III. Erfüllungsaufwand und weitere Kosten
Erfüllungsaufwand
Für pharmazeutische Unternehmer
Für pharmazeutische Unternehmer entsteht ein geringer einmaliger Erfüllungsaufwand in Höhe von ca.
15 Tausend Euro (Entlassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Ketotifen aus der Verschreibungs-
pflicht, Unterstellung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Chinin unter die Verschreibungspflicht (zur
Anwendung beim Menschen), Entlassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Thymol – zur Anwen-
dung bei Bienen – aus der Apothekenpflicht). Den pharmazeutischen Unternehmern, die seit dem
Inkrafttreten der 13. AMVV-Änderungsverordnung neu zugelassene und von dieser Verordnung
betroffene Arzneimittel vermarkten, entstehen keine neuen Informationspflichten; diese Arzneimittel
unterliegen schon seit der Zulassung auf Grund von § 48 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 AMG oder, bei von der
EU-Kommission zugelassenen Arzneimitteln, auf Grund der Entscheidung der EU-Kommission der
Verschreibungspflicht ("neue" Arzneimittel mit in der Wissenschaft unbekannten Wirkungen).
Für verschreibende Personen
Den ca. 360 Tausend berufstätigen Ärztinnen und Ärzten entsteht ein einmaliger Erfüllungsaufwand in
Höhe von ca. 3,3 Mio. Euro im Hinblick auf die Kenntnisnahme neuer Vorgaben. Sie sind künftig
verpflichtet, auf inländischen Verschreibungen anzugeben
a) ihre Telefonnummer und, soweit vorhanden, ihre Telefaxnummer sowie
b) die Dosierung der verschriebenen Arzneimittel, sofern sie dem Patienten bzw. der Patientin keinen
Medikationsplan oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung zur Verfügung gestellt
haben.
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Diese Neuregelungen für Rezepte, die in D ausgestellt und eingelöst werden, erfolgen in Anlehnung an die
Regelungen für grenzüberschreitende Verschreibungen nach Art. 11 Abs. 1 der Richtlinie 2011/24/EU des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2011 über die Ausübung der Patientenrechte in der
grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung (ABl. L 88 vom 4.4.2011, S. 45) und der Durchführungs-
richtlinie 2012/52/EU der Kommission vom 20. Dezember 2012 mit Maßnahmen zur Erleichterung der
Anerkennung von in einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten ärztlichen Verschreibungen (ABl. L 356
vom 22.12.2012, S. 68). Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der verschreibenden Personen
a) die o.g. zusätzlichen Kontaktdaten bereits auf ihren Rezepten vorhält, und
b) den Patientinnen und Patienten die Dosierung verschriebener Arzneimittel bereits derzeit regelmäßig
mitteilt, sei es auf dem Rezept, auf Handzetteln oder in Form von Medikationsplänen.
Zahlen liegen zu beiden Sachverhalten nicht vor. Es kann aber unterstellt werden, dass der für diese
beiden neuen Vorgaben entstehende Erfüllungsaufwand (zugleich Bürokratiekosten) marginal ist. Die
Kosten für ggf. neu anzufertigende Rezeptformulare werden darüber hinaus dadurch minimiert, dass die
Regelung zur Aufbringung weiterer Kontaktdaten ein halbes Jahr später in Kraft treten soll als die übrigen
Regelungen.
Für Apotheken
Für öffentliche Apotheken und Klinik-Apotheken ergibt sich ein Erfüllungsaufwand in Form eines
einmaligen Umstellungsaufwandes in Höhe von ca. 510 Tausend Euro. Dieser geht darauf zurück, dass die
Apotheken zur Steigerung der Arzneimittelsicherheit im Hinblick auf die Behandlung von T-Rezepten
neue Vorgaben erhalten. Danach haben Apotheken künftig:
a) auf den Durchschlägen von T-Rezepten zusätzliche Angaben zu machen (u.a. zum Arzneimittel und
zur abgebenden Apotheke) und das Datum jedes Versands der Durchschrift von T-Rezepten an das
BfArM zu dokumentieren, und
b) die Durchschriften von T-Rezepten wöchentlich an das BfArM zu versenden.
Zusätzlich ergibt sich für die Apotheken ein jährlich wiederkehrender Erfüllungsaufwand (zugleich
Bürokratiekosten) in Höhe von ca. 100 Tausend Euro. Dieser geht zurück auf die Änderung des § 17 Absatz
6 Satz 1 ApBetrO, wonach die Apotheken künftig auf den Durchschriften der T-Rezepte zusätzliche
Angaben zu machen haben sowie auf die Änderung von § 17 Abs. 6b ApBetrO, wonach künftig zu
dokumentieren ist, wann der Versand der Durchschriften von T-Rezepten an das BfArM erfolgt ist.
Für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Verwaltung entsteht kein Erfüllungsaufwand.
Weitere Kosten für die GKV sowie für Patientinnen und Patienten
Basierend auf den dem Bundesministerium für Gesundheit vorliegenden Informationen zum
Verschreibungsgeschehen für das Jahr 2013 ergeben sich auf Grund dieser Verordnung für die GKV
künftig folgende finanzielle Folgen:
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a) Unterstellung von Chinin unter die Verschreibungspflicht/Entlassung von Ketotifen aus der
Verschreibungspflicht
Die vollständige Unterstellung von Chinin unter die Verschreibungspflicht dürfte für die GKV zu
geringen Mehrausgaben führen. Diese setzen sich zusammen aus dem Herstellerabgabepreis des Arz-
neimittels sowie den Zuschlägen von Großhandel und Apotheken und der Mehrwertsteuer abzüglich
der Zuzahlung der Versicherten und des Apothekenabschlags nach § 130 SGB V. Da Absatzzahlen über
einzelne nicht verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel nicht vorliegen und auch eine Einschät-
zung über das künftige Verschreibungsverhalten der Ärzte nicht möglich ist, können Angaben zu
künftigen GKV-Mehrausgaben nicht valide dargestellt werden, zumal die Anwendungsrisiken des
Wirkstoffs Chinin eine Rolle bei der künftigen Verschreibung spielen dürften. Im Jahr 2013 wurden
Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Chinin ca. 3.700 mal zu Lasten der GKV verschrieben.
Andererseits erfolgt durch die partielle Entlassung von Ketotifen aus der Verschreibungspflicht zuzah-
lungsbereinigt eine GKV-Entlastung in Höhe von ca. 2 Mio. Euro. Für die Unternehmen der PKV lie-
gen keine Zahlen vor.
Insgesamt dürfte sich danach für Arzneimittel mit den Wirkstoffen Chinin und Ketotifen (zur Anwen-
dung am Auge) eine GKV-Entlastung in Höhe von etwa 1,5 Mio. Euro ergeben. Käme es jedoch bei der
Ver schreibung von Chinin-haltigen Arzneimitteln zu einem Anstieg auf das Niveau vor dem grund-
sätzlichen Ausschluss nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus der GKV-Erstattung durch das
GKV-Modernisierungsgesetz (Inkrafttreten 1. Januar 2004), dann ergäben sich für die GKV Mehraus-
gaben von insgesamt ca. 5 bis 10 Mio. Euro.
b) Weitere Entlassung von Flurbiprofen aus der Verschreibungspflicht
Diese weitere Entlassung aus der Verschreibungspflicht bezieht sich auf Arzneimittel zur Anwendung
im Mund- und Rachenraum mit anderen Darreichungsformen als derjenigen der Lutschtablette; diese
Arzneimittel in Form der Lutschtablette unterliegen bereits jetzt schon nicht mehr der Verschrei-
bungspflicht. Jedoch sind im Hinblick auf diesen Wirkstoff derzeit keine Arzneimittel mit anderen
Darreichungsformen zur Anwendung im Mund- und Rachenraum am Markt verfügbar. Solche
Arzneimittel werden vermutlich erst am Markt platziert, nachdem diese Verordnung erlassen wurde.
Vor dem Hintergrund der Preise für entsprechende Arzneimittel in Form von Lutschtabletten wird
geschätzt, dass sich der Preis dieser künftig angebotenen Arzneimittel pro Packung bei etwa 10 Euro
bewegen wird. Auf Grund von Bestimmungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch werden GKV-
Patientinnen und -Patienten die Kosten für diese Arzneimittel selbst tragen müssen; dies gilt jedoch
schon bisher für die Kosten von Flurbiprofen-haltigen Arzneimitteln in Form von Lutschtabletten.
c) Entlassung von Esomeprazol aus der Verschreibungspflicht
Die partielle Entlassung des Wirkstoffs Esomeprazol aus der Verschreibungspflicht bedingt keine
finanziellen Mehraufwendungen für Patientinnen bzw. Patienten, pharmazeutische Unternehmer
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und Kostenträger, weil ein solches, nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel in Deutschland
derzeit noch nicht verfügbar ist. Solche Arzneimittel werden vermutlich erst am Markt platziert,
nachdem diese Verordnung erlassen wurde.
Sonstige Marktbeteiligte
Für Kliniken, pharmazeutische Unternehmer, verschreibende Personen und Apotheken entstehen durch
den Erlass dieser Verordnung keine weiteren Kosten. Auswirkungen auf das allgemeine Preisniveau,
insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
IV. Nachhaltigkeit
Mit dieser Verordnung wird vor allem das Ziel verfolgt, für die betroffenen Arzneimittel ein hohes Maß an
Anwendungssicherheit zu gewährleisten; die vorgesehenen Entlassungen aus der Verschreibungs- bzw.
Apothekenpflicht sind im Hinblick auf die Arzneimittelsicherheit vertretbar. Die große Mehrheit der
geplanten Neuregelungen dient dem Gesundheitsschutz und somit dem Zweck der Managementregel 4
der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.
V. Gleichstellungspolitische Bedeutung
Die Verordnung hat keine Relevanz für die Gleichstellung von Frau und Mann.
VI. Befristung
Im Interesse der Arzneimittelsicherheit ist es nicht vertretbar, die mit dieser Änderungsverordnung
verbundenen Regelungen zur Verschreibungspflicht zu befristen; auch die Entlassung von Thymol (zur
Anwendung bei Bienen) aus der Apothekenpflicht bedarf keiner Befristung.
VII. Vereinbarkeit mit EU-Recht
Artikel 1 (Änderung der AMVV) ist mit EU-Recht vereinbar, da die EU-Mitgliedstaaten befugt sind, in
Umsetzung der Artikel 70 bis 75 der Richtlinie 2001/83/EG bzw. Artikel 67 der Richtlinie 2001/82/EG die
Verschreibungspflicht für Arzneimittel jeweils in eigener Kompetenz zu regeln; davon ausgenommen sind
nur die nach der Verordnung (EG) Nr. 726/2004 von der EU-Kommission zugelassenen Arzneimittel sowie
die EU-weit verschreibungspflichtigen Tierarzneimittel für Lebensmittel liefernde Tiere.
Artikel 2 (Änderungen der Apothekenbetriebsordnung) ist mit EU-Recht vereinbar.
Artikel 3 (Änderung der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel) ist mit
EU-Recht vereinbar, weil die EU-Vorschriften keine Regelungen zur Frage der Apothekenpflicht von
Arzneimitteln enthalten.
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VIII. Zustimmungsbedürftigkeit und Einvernehmen
Die Rechtsverordnung wird erlassen auf Grund von § 48 Absatz 2 Satz 1 und Absatz 4 und § 45 Absatz 1 AMG
sowie § 21 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 des Apothekengesetzes mit Zustimmung des Bundesrates und,
da auch Neuregelungen zu Tierarzneimitteln erfolgen, gemeinsam mit dem Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft sowie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie. Die Sachverständigenausschüsse für Verschreibungspflicht und Apothekenpflicht wurden gehört.
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B. Besonderer Teil
Zu Artikel 1 (Änderung der AMVV)
Zu Nummer 1 (§ 2 Absatz 1)
Zu Buchstabe a
§ 2 Absatz 1 Nummer 1 AMVV wird erweitert. Es wird neu geregelt, dass verschreibende Personen auf
Rezepten, die dazu gedacht sind, in Deutschland eingelöst zu werden, eine Telefonnummer und, soweit
vorhanden, eine Telefaxnummer anzugeben haben. Die Neuregelung dient dazu, den Apotheken die
Kontaktaufnahme mit verschreibenden Personen zu erleichtern, wenn auf Grund von Unklarheiten bei
Verschreibungen Anlass zur Rücksprache besteht. Zu diesem Zweck wird die Angabe einer Telefonnum-
mer, und, soweit vorhanden, einer Telefaxnummer der Praxis bzw. der Organisationseinheit des Kran-
kenhauses oder eines medizinischen Versorgungszentrums vorgeschrieben.
Zu Buchstabe b
Die Regelung beinhaltet die künftige Verpflichtung für verschreibende Personen, auf Rezepten, die dazu
gedacht sind, in Deutschland eingelöst zu werden, grundsätzlich die Dosierung der verschriebenen
Arzneimittel anzugeben und wird in § 2 Absatz 1 als neue Nummer 10 eingefügt. Von der Verpflichtung
ausgenommen sind die Fälle, in denen die verschreibende Person dem Patienten bzw. der Patientin einen
Medikationsplan, der das bzw. die jeweils verordnete(n) Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende
schriftliche Dosierungsanweisung zur Verfügung gestellt hat.
Zu Buchstabe c
Es handelt sich um eine Folgeänderung zu Buchstabe b. Die bisherige Nummer 10 wird zu Nummer 11.
Zu Nummer 2 (Änderung § 3a Absatz 7)
Auf Grund der bisherigen Regelung, die für die Apotheken den vierteljährlichen Versand der Durch-
schriften von T-Rezepten an das BfArM vorsah, war nach Angaben des BfArM ein zeitnahes Eingreifen
zum Schutz des gefährdeten Personenkreises in vielen Fällen nicht möglich. Auf Grund der teilweise
bereits mehrere Monate zurückliegenden Verschreibungen und Abgaben von Arzneimitteln mit Wirk-
stoffen nach § 3a Absatz 1 Satz 1 AMVV konnte das BfArM nur mit erheblicher Verzögerung nachvoll-
ziehen, ob die Bestimmungen des § 3a AMVV eingehalten wurden. Die wöchentliche Vorlage der Rezept-
Durchschriften durch Apotheken bietet dem BfArM die Möglichkeit zu einer zeitnahen Prüfung der
Verschreibungspraxis und gegebenenfalls zu einem unmittelbaren Eingreifen bei offensichtlichen
Unstimmigkeiten. Der insgesamt geringfügige zusätzliche Aufwand für Apotheken ist vertretbar.
Zu Nummer 3 (Änderung Anlage 1)
Zu den Buchstaben a und d (Positionen „Bone morphogenetic protein-2, recombinant human“ und
„Dibotermin alfa – zur Anwendung bei Tieren –“)
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Bisher hat Anlage 1 die beiden o.g. Positionen für denselben Wirkstoff enthalten. Die erste Bezeichnung
dieses Stoffes lautet „Dibotermin alfa“; daher wird die Position „Bone morphogenetic protein-2, recom-
binant human“ gestrichen. Da aber entsprechende Human- und Tierarzneimittel am Markt verfügbar
sind, wird zur Klarstellung bei der Position „Dibotermin alfa – zur Anwendung bei Tieren –“ der Zusatz
gestrichen.
Zu Buchstabe b (Position „Carbetocin – zur Anwendung bei Tieren –“)
Für die humanmedizinische Anwendung wurde Carbetocin in Form des Fertigarzneimittels Pabal® im Jahr
2006 zugelassen und auf Grund der Anwendungsrisiken als verschreibungspflichtig eingestuft. Es ist
seither mit dieser Verkaufsabgrenzung in Verkehr. Aufgrund eines Formfehlers unterblieb seinerzeit die
Anpassung der entsprechenden Position. Dies wird hiermit nachgeholt.
Zu Buchstabe c (Position „Chinin – zur Anwendung bei Malaria –“)
Mit dieser Neuregelung wird ein entsprechendes Votum des Sachverständigenausschusses für Verschrei-
bungspflicht vom 14. Januar 2014 umgesetzt: Arzneimittel mit dem Wirkstoff Chinin werden zur Anwen-
dung beim Menschen ausnahmslos der Verschreibungspflicht unterstellt. Bisher waren entsprechende
Arzneimittel zur Prophylaxe und Therapie nächtlicher Wadenkrämpfen nicht verschreibungspflichtig.
Die Unterstellung von Chinin unter die Verschreibungspflicht erfolgt auf Grund von Risikoerwägungen:
Chinin kann dosisunabhängig zu schweren Blutbildveränderungen, insbesondere Thrombozytopenien,
führen. Außerdem sind u.a. Überempfindlichkeitsreaktionen mit z.T. schwerem Verlauf, immunologisch
vermittelte Hepatitis oder Nephritis, kardiale Reizleitungsstörungen einschließlich QT-Verlängerung
sowie zentralnervöse und Hör- und Sehstörungen beschrieben. Insbesondere QT-Verlängerungen stellen
für den Patienten bzw. die Patientin ein ernstes Risiko dar, weil sie zu schweren, potenziell tödlich
verlaufenden Herzrhythmusstörungen führen können.
Patienten und Patientinnen haben selbst keine Möglichkeit zu erkennen, ob diese Risiken bei ihnen
bestehen: Hypokaliämien, vorbestehende QT-Verlängerungen im EKG und die gleichzeitige Anwendung
anderer, ebenfalls QT-verlängernder Arzneimittel sind Gegenanzeigen für Anwendung von Chinin, die nur
ein Arzt bzw. eine Ärztin durch entsprechende Untersuchungen ausschließen kann. Der Ausschluss von
Kontraindikationen und Wechselwirkungen sowie das Potenzial von Nebenwirkungen auch im niedrigen
Dosisbereich erfordern eine Verschreibung und Überwachung der Anwendung durch ärztliche Personen.
Auch in anderen Nationen wurden regulatorische Maßnahmen im Hinblick auf die Anwendung von
Chinin bei nächtlichen Wadenkrämpfen ergriffen:
Chinin zur Prophylaxe und Therapie nächtlicher Wadenkrämpfe ist in Australien seit 2004 und in
Neuseeland seit 2007 nicht mehr zugelassen. Zu diesen Zeitpunkten waren in Neuseeland 45 Fälle von
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Thrombozytopenie beobachtet worden, darunter zwei Todesfälle, und in Australien 228 Fälle von
Thrombozytopenie, darunter sechs Todesfälle.
In den USA hat die Zulassungsbehörde FDA vor nicht zugelassenen Indikationen für Chinin gewarnt,
nachdem dort zwischen 2005 und 2008 unter Chinin 22 Fälle von hämatologischen Nebenwirkungen,
darunter 2 Todesfälle, beobachtet worden waren. Ähnliche Warnungen vor Off-Label-Gebrauch gab es
auch 2011 in Australien und Kanada. In den USA und in Neuseeland wurde zudem die Wirksamkeit bei
nächtlichen Wadenkrämpfen als nicht ausreichend belegt angesehen.
Die englische Arzneimittelbehörde hat 2010 in einer Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass Chinin
nicht zur Routinebehandlung von nächtlichen Wadenkrämpfen angewendet werden soll und nur nach
sorgfältiger Risikoabwägung und unter regelmäßiger Beurteilung des Nutzens eingesetzt werden sollte.
Frankreich schränkte 2012 auf ähnliche Weise die Anwendung von Chinin ein. In Frankreich und
Großbritannien ist Chinin zur Behandlung von nächtlichen Wadenkrämpfen verschreibungspflichtig.
Zu Buchstabe e (Position „Esomeprazol“)
Mit der Maßnahme wird der Wirkstoff Esomeprazol partiell (Packungen mit bis zu 14 Tabletten bzw.
Kapseln) aus der Verschreibungspflicht entlassen. Esomeprazol und das bereits in analoger Weise aus der
Verschreibungspflicht entlassene Omeprazol sind Enantiomere mit sehr ähnlichen pharmakologischen
und toxikologischen Eigenschaften.
Die Europäische Kommission hat das Arzneimittel Nexium control© mit dem Wirkstoff Esomeprazol zur
Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen in einer Einzeldosis von 20 mg und in einer Tages-
höchstdosis von 20 mg für eine maximale Anwendungsdauer von 14 Tagen und in einer maximalen
Packungsgröße von 280 mg als nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen. Diese Zulassungs-
entscheidung gilt in den EU-Mitgliedstaaten unmittelbar. Daher wird die AMVV insofern angepasst.
Zu Buchstabe f (Position „Flurbiprofen – ausgenommen als Lutschtablette zur kurzzeitigen symptoma-
tischen Behandlung bei schmerzhaften Entzündungen der Rachenschleimhaut und in einer Tages-
höchstdosis von 50 mg –“)
Mit dieser Neuregelung wird ein entsprechendes Votum des Sachverständigenausschusses für Verschrei-
bungspflicht vom 25. Juni 2013 umgesetzt. Arzneimittel mit diesem Wirkstoff zur Anwendung im Mund-
und Rachenraum, die nicht die Darreichungsform der Lutschtablette haben, werden aus der Verschrei-
bungspflicht entlassen. Bereits im Jahr 2004 wurden Arzneimittel mit dem Wirkstoff Flurbiprofen in Form
von Lutschtabletten aus der Verschreibungspflicht entlassen. Die weitere (partielle) Entlassung des Wirk-
stoffes Flurbiprofen aus der Verschreibungspflicht ist im Hinblick auf die Arzneimittelsicherheit ver-
tretbar.
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Am häufigsten treten bei der Anwendung solcher Arzneimittel (im Mund- und Rachenraum) gastro-
intestinale Störungen auf, die in den Produktinformationen von flurbiprofenhaltigen Arzneimitteln
genannt werden (u.a. Nausea, Abdominalschmerzen, Diarrhö). Dort wird der Patient bzw. die Patientin
außerdem auf die Möglichkeit allergischer Reaktionen wie Asthma, Schwellungen im Gesicht und
Hautreaktionen hingewiesen. Bei Einnahme der empfohlenen Maximaldosis liegt die Tagesdosis (43,75
mg) unterhalb der vorgesehenen Grenze von 50 mg. Auch bei Überdosierungen ist auf Grund des geringen
Wirkstoffgehaltes pro abgeteilter Form nicht mit ernsthaften Komplikationen zu rechnen. Ein Abhängig-
keitspotential ist nicht bekannt.
Flurbiprofen zur lokalen Anwendung ist in Deutschland bereits seit 2001 in Form von Lutschtabletten zur
kurzzeitigen symptomatischen Behandlung bei schmerzhaften Entzündungen der Rachenschleimhaut für
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, wobei die empfohlene maximale Anwendungsdauer
3 Tage beträgt. Die kurzzeitige Behandlung von Entzündungen der Rachenschleimhaut ist ein klassischer
Bereich der Selbstmedikation. Die akute virale Pharyngitis weist eine hohe Spontanheilungsrate auf. Das
Risiko, dass Patienten bzw. Patientinnen die Symptomatik verkennen und eine schwerwiegendere Erkran-
kung unerkannt bleibt, ist als gering einzuschätzen.
Zu Buchstabe g (Position „Ketotifen“)
Mit dieser Neuregelung wird ein entsprechendes Votum des Sachverständigenausschusses für Verschrei-
bungspflicht vom 14. Januar 2014 umgesetzt.
In Form von Augentropfen sind Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ketotifen in Deutschland für die
symptomatische Behandlung einer jahreszeitlich bedingten allergischen Konjunktivitis zugelassen. Die
Anwendung erfolgt zweimal täglich und ist für Kinder ab dem dritten Lebensjahr vorgesehen.
Die Selbstdiagnose der saisonalen allergischen Konjunktivitis beruht primär auf der typischen Anamnese
und dem charakteristischen klinischen Erscheinungsbild der Erkrankung. Nach einer initialen Diagnose
durch einen Arzt bzw. eine Ärztin und dem Ansprechen auf die verordnete Behandlung können die
Patienten bzw. die Patientinnen das erneute Auftreten der Symptome leicht erkennen. In der Regel
erfordern die Symptome der saisonalen allergischen Konjunktivitis deshalb keinen Arztbesuch. Die
Verfügbarkeit und häufige Anwendung verschiedener Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren im
Rahmen der Selbstmedikation zeigen, dass die Selbstdiagnose der saisonalen allergischen Konjunktivitis
durch den Patienten oder die Patientin möglich und die Anwendung von Ketotifen ohne direkte Über-
wachung durch einen Arzt oder eine Ärztin sicher ist. Es gibt keine Hinweise darauf, dass bei bestim-
mungsgemäßer Anwendung von der Selbstmedikation mit diesem Wirkstoff direkte oder indirekte
Gefahren für den Patienten bzw. die Patientin ausgehen oder dass eine nicht bestimmungsgemäße
Anwendung in größerem Umfang erfolgt.
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Meldungen zu systemischen Nebenwirkungen betreffen überwiegend Überempfindlichkeitsreaktionen,
Geschmacksstörungen und Kopfschmerzen. Schwerwiegende systemische Nebenwirkungen sind auf
Grund der sehr geringen systemischen Verfügbarkeit nach lokaler Applikation am Auge unwahrscheinlich.
In der nationalen Datenbank zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind für Ketotifen in der
ophthalmologischen Anwendung lediglich zwei Fallberichte verzeichnet.
Zu Buchstabe h (Einfügung neuer Positionen in Anlage 1)
Zur Position „Afatinib“
Anwendung
Afatinib ist als Monotherapie zugelassen zur Behandlung von EGFR-TKI-naiven erwachsenen Patienten
und Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem und/oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungen-
karzinom (NSCLC) mit aktivierenden EGFR-Mutationen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Afatinib in der Europäischen Union (EU)
Zur Position „Aflibercept“
Anwendung
Aflibercept ist zugelassen zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makula-
degeneration (AMD) bei Erwachsenen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Aflibercept in der EU
Zur Position „Alipogen Tiparvovec“
Anwendung
Alipogen Tiparvovec ist zugelassen zur Anwendung bei Erwachsenen mit familiärer Lipoproteinlipa-
sedefizienz (LPLD), bei denen schwere oder multiple Pankreatitis-Schübe trotz fettarmer Ernährung
aufgetreten sind. Vor Anwendung von Alipogen Tiparvovec muss die Diagnose LPLD durch einen Gentest
abgesichert sein. Die Anwendung ist beschränkt auf Patienten und Patientinnen mit nachweisbaren
Mengen an LPL-Protein.
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Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung / Injektion intramuskulär
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Alipogen Tiparvovec in der EU
Zur Position „Alogliptin“
Anwendung
Alogliptin ist zugelassen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus bei Erwachsenen ab 18 Jahren, um
die Blutzuckerkontrolle in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Blutzuckersenkung, darunter
Insulin, zu verbessern, wenn diese, zusammen mit Diät und körperlicher Betätigung, für keine ausreichen-
de Blutzuckerkontrolle sorgen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Alogliptin in der EU
Zur Position „Avanafil“
Anwendung
Avanafil ist zugelassen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei erwachsenen Männern. Für die
Wirksamkeit von Avanafil ist eine sexuelle Stimulation erforderlich.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Tablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Avanafil in der EU
Zur Position „Axitinib“
Anwendung
Axitinib ist zugelassen zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (renal cell cancer, RCC)
bei erwachsenen Patienten und Patientinnen nach Versagen von vorangegangener Therapie mit Sunitinib
oder einem Zytokin.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Axitinib in der EU
Zur Position „Bosutinib“
Anwendung
Bosutinib ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit Philadelphia-Chromosom-positiver
chronischer myeloischer Leukämie (Ph+ CML) in der chronischen Phase, der akzelerierten Phase und der
Blastenkrise, die mit mindestens einem Tyrosinkinaseinhibitor vorbehandelt wurden und bei denen
Imatinib, Nilotinib und Dasatinib nicht als geeignete Behandlungsoption angesehen werden.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Bosutinib in der EU
Zur Position „Bromelain-Proteasen-Konzentrat“
Anwendung
Das Bromelain-Proteasen-Konzentrat ist zugelassen zur Entfernung des Verbrennungsschorfs (Eschar) bei
Erwachsenen mit tiefen thermischen Verletzungen (Grad IIb – III; „deep partial“ und „full thickness“).
Darreichungsform / Art der Anwendung
Pulver und Gel zur Herstellung eines Gels
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Bromelain-Proteasen-Konzentrat in der EU
Zur Position „Canagliflozin und seine Derivate“
Anwendung
Canagliflozin ist zugelassen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes-mellitus bei Erwachsenen im Alter ab 18
Jahren als:
Monotherapie
Bei Patienten und Patientinnen , bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend
kontrollieren und eine Anwendung von Metformin auf Grund von Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen
als ungeeignet erachtet wird.
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Kombinationstherapie
Zusammen mit anderen Blutzucker senkenden Arzneimitteln einschließlich Insulin, wenn diese den
Blutzucker, zusammen mit Diät und Bewegung, nicht ausreichend kontrollieren.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Canagliflozin und seiner Derivate in der EU
Zur Position „Cefalonium – zur Anwendung bei Tieren –“
Anwendung
Cefalonium ist zugelassen zur Anwendung bei Rindern zur Behandlung subklinischer Mastitiden zum
Zeitpunkt des Trockenstellens und zur Verhinderung bakterieller Neuinfektionen des Euters durch
Staphylococcus aureus, Streptococcus agalactiae, Streptococcus dysgalactiae, Streptococcus uberis,
Arcanobacterium pyogenes, Escherichia coli und Klebsiella spp. während der Trockenstehzeit.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Suspension zur intramammären Anwendung
Begründung
Cefalonium wurde im Rahmen eines dezentralen Zulassungsverfahrens erstmalig zugelassen; insofern
wurde die Verschreibungspflicht festgelegt. Die erstmalige Zulassung des Stoffes Cefalonium bei Tieren im
Geltungsbereich des AMG erfordert die Unterstellung unter die Verschreibungspflicht nach § 48 Absatz 2
Satz 1 Nummer 1 AMG.
Zur Position „Ceftarolinfosamil und seine Ester“
Anwendung
Ceftarolinfosamil ist zugelassen zur Anwendung bei Erwachsenen zur Behandlung von komplizierten
Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie zur Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Pulver zur Herstellung eines Konzentrats für eine Infusionslösung
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Ceftarolinfosamil und seiner Ester in der EU
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Zur Position „Chloroprocain”
Anwendung
Chloroprocain ist zugelassen zur Spinalanästhesie bei Erwachsenen, wobei die Dauer des geplanten
chirurgischen Eingriffs 40 Minuten nicht überschreiten sollte.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Chloroprocain im Geltungsbereich des AMG
Zur Position „Cholsäure”
Anwendung
Cholsäure ist zugelassen zur Behandlung von angeborenen Störungen der primären Gallensäuresynthese
aufgrund eines 3β-Hydroxy-Δ5-C27-steroid-Oxidoreductase-Mangels oder eines Δ4-3-Oxosteroid-5β-
Reductase-Mangels bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen im Alter von einem Monat bis 18 Jahren
und bei Erwachsenen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Cholsäure in der EU zur Behandlung von angeborenen
Störungen der primären Gallensäuresynthese auf Grund
• 3β-Hydroxy-Δ5-C27-steroid-Oxidoreductase-Mangel
• Δ4-3-Oxosteroid-5β-Reductase-Mangel
Zu den Positionen „Cobicistat“ und „Elvitegravir und seine Ester“
Anwendung
Das Kombinationsarzneimittel Stribild® enthält u.a. die Wirkstoffe Cobicistat und Elvitegravir und ist
zugelassen zur Behandlung von Infektion mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) bei
Erwachsenen im Alter ab 18 Jahren. Die Patienten bzw. Patientinnen dürfen nicht antiretroviral
vorbehandelt sein und bei ihnen darf HIV-1 keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit
Resistenzen gegen einen der antiretroviralen Wirkstoffe von Stribild® assoziiert sind.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen der Wirkstoffe Cobicistat sowie Elvitegravir in der EU
Zur Position „Colestilan“
Anwendung
Colestilan ist zugelassen zur Behandlung der Hyperphosphatämie bei Erwachsenen mit chronischer
Nierenerkrankung (Chronic Kidney Disease, CKD) im Stadium 5, die sich einer Hämodialyse oder
Peritonealdialyse unterziehen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette und Granulat
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Colestilan in der EU
Zur Position „Colistimethat-Natrium und andere Colistimethat-Salze“
Bei Colistimethat-Salzen handelt es sich nicht um neuartige Substanzen. Sie können jedoch ebenso wie der
verwandte Wirkstoff Colistin die Gesundheit auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden, wenn
sie ohne ärztliche, zahnärztliche oder tierärztliche Überwachung angewendet werden. Sie sind daher ge-
mäß AMG § 48 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a AMG ebenso der Verschreibungspflicht zu unter-
stellen.
Colistimethat-Salze sind aus chemischer Sicht keine Colistin-Salze und unterstehen folglich nicht
automatisch gemäß Anlage 1 (Einleitung, Satz 2) der für Colistin bereits geltenden Verschreibungspflicht,
sondern sind als gesonderte Position in der Anlage 1 aufzuführen.
Zur Position „Crizotinib“
Anwendung
Crizotinib ist zugelassen zur Anwendung bei Erwachsenen zur Behandlung des vorbehandelten
Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Bronchial-
karzinoms (non small cell lung cancer, NSCLC).
Darreichungsform / Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Crizotinib in der EU
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Zur Position „Dabrafenib“
Anwendung
Dabrafenib ist zugelassen zur Monotherapie von erwachsenen Patienten und Patientinnen mit BRAF-
V600-Mutation-positivem, nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Dabrafenib in der EU
Zur Position „Dapagliflozin und seine Ester“
Anwendung
Dapagliflozin ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Patientinnen ab einem Alter
von 18 Jahren mit Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle als:
Monotherapie
Wenn Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren bei Patienten und Patien-
tinnen, bei denen die Anwendung von Metformin auf Grund einer Unverträglichkeit als ungeeignet erach-
tet wird.
Add-on-Kombinationstherapie
In Kombination mit anderen Antidiabetika einschließlich Insulin, wenn diese den Blutzucker, zusammen
mit einer Diät und Bewegung, nicht ausreichend kontrollieren können.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Dapagliflozin und seiner Ester in der EU
Zur Position „Decitabin und seine Ester“
Anwendung
Decitabin ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen ab einem Alter von 65
Jahren mit neu diagnostizierter oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (gemäß der Klassifikation
der Weltgesundheitsorganisation) und für die eine Standard-Induktionstherapie nicht in Frage kommt.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Decitabin und seiner Ester in der EU
Zur Position „Defibrotid“
Anwendung
Defibrotid ist zugelassen für die Behandlung von schwerer hepatischer venookklusiver Erkrankung (VOD),
die auch als sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS) bezeichnet wird, bei hämatopoetischer Stammzell-
transplantation (HSCT). Es wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern im
Alter ab 1 Monat.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Defibrotid in der EU
Zur Position „Enzalutamid“
Anwendung
Enzalutamid ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem kastrationsresisten-
tem Prostatakarzinom, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fort-
schreitet.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Weichkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Enzalutamid in der EU
Zur Position „Ferumoxytol“
Anwendung
Ferumoxytol ist zugelassen zur intravenösen Behandlung von Eisenmangel-Anämie bei erwachsenen
Patienten und Patientinnen mit chronischer Nierenerkrankung. Die Diagnose eines Eisenmangels muss
auf entsprechenden Laborbefunden basieren.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmalige Zulassung des Wirkstoffes Ferumoxytol in der EU
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Zur Position „Imepitoin – zur Anwendung bei Tieren –“
Anwendung
Imepitoin ist zugelassen zur Behandlung der idiopathischen Epilepsie bei Hunden.
Darreichungsform/Art der Anwendung
Tabletten zur oralen Anwendung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Imepitoin in der EU
Zur Position „Ingenolmebutat und seine Ester“
Anwendung
Ingenolmebutat ist zugelassen für die topische Behandlung von nicht-hyperkeratotischen, nicht-hyper-
trophen aktinischen Keratosen bei Erwachsenen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Gel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Ingenolmebutat und seiner Ester in der EU
Zur Position „Insulin degludec“
Anwendung
Insulin degludec ist zugelassen zur Behandlung des Diabetes mellitus bei Erwachsenen.
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Insulin degludec in der EU
Zur Position „Levosimendan“
Anwendung
Levosimendan ist zugelassen zur Kurzzeit-Behandlung von Erwachsenen mit akut dekompensierter
schwerer chronischer Herzinsuffizienz (ADHF), wenn eine konventionelle Therapie nicht ausreichend ist,
sowie in Fällen, in denen die Verabreichung von Inotropika als geeignet betrachtet wird.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Levosimendan im Geltungsbereich des AMG
Zur Position „Linaclotid“
Anwendung
Linaclotid ist zugelassen zur symptomatischen Behandlung des mittelschweren bis schweren Reizdarm-
syndroms mit Obstipation (RDS-O) bei Erwachsenen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Linaclotid in der EU
Zur Position „Lipegfilgrastim“
Anwendung
Lipegfilgrastim ist zugelassen zur Verkürzung der Dauer von Neutropenien und zur Verminderung der
Inzidenz von febriler Neutropenie bei erwachsenen Patienten und Patientinnen, die wegen einer malignen
Erkrankung eine zytotoxische Chemotherapie erhalten (mit Ausnahme von chronisch-myeloischer
Leukämie und myelodysplastischen Syndromen).
Darreichungsform / Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Lipegfilgrastim in der EU
Zur Position „Lixisenatid“
Anwendung
Lixisenatid ist bei Erwachsenen zugelassen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus in Kombination
mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln und/oder Basalinsulin, wenn diese bei Diät und Bewegung
den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Darreichungsform/Art der Anwendung
Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Lixisenatid in der EU
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Zur Position „Lomitapid“
Anwendung
Lomitapid ist zugelassen - begleitend zu einer fettarmen Diät und anderen lipidsenkenden Arzneimitteln
mit oder ohne Low-Density-Lipoprotein-Apherese (LDL-Apherese) - bei erwachsenen Patienten und
Patientinnen zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie (HoFH). Die Diagnose
HoFH sollte, wenn möglich, genetisch bestätigt werden. Andere Formen primärer Hyperlipoproteinämien
sowie sekundäre Ursachen von Hypercholesterinämien (z. B. nephrotisches Syndrom oder Hypothyreose)
müssen ausgeschlossen werden.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Lomitapid in der EU
Zur Position „Loxapin“
Anwendung
Loxapin ist zugelassen zur schnellen Kontrolle von leichter bis mittelschwerer Agitiertheit bei erwach-
senen Patienten und Patientinnen mit Schizophrenie oder bipolarer Störung.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Loxapin in der EU
Zur Position „MACI (matrix-induced autologous chondrocyte implantation)“
Anwendung
MACI ist zugelassen für die Wiederherstellung symptomatischer Vollschicht-Knorpeldefekte des Knies
(Grad 3 und 4 auf der modifizierten Outerbridge-Skala) mit einer Größe von 3-20 cm² bei erwachsenen
Patienten und Patientinnen mit geschlossener Wachstumsfuge.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Matrix zur Implantation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen von MACI in der EU
- 29 -
- 30 -
Zur Position „Mirabegron und seine Derivate“
Anwendung
Mirabegron ist zugelassen zur symptomatischen Therapie von imperativem Harndrang, erhöhter
Miktionsfrequenz und/oder Dranginkontinenz, die bei Erwachsenen mit überaktiver Blase auftreten
können.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Retardtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Mirabegron in der EU
Zur Position „Nalmefen“
Anwendung
Nalmefen ist zugelassen zur Reduktion des Alkoholkonsums bei erwachsenen alkoholabhängigen
Patienten und Patientinnen, deren Alkoholkonsum sich auf einem hohen Risikoniveau befindet, bei denen
keine körperlichen Entzugserscheinungen vorliegen und für die keine sofortige Entgiftung erforderlich ist.
Dieses Arzneimittel sollte nur in Verbindung mit kontinuierlicher psychosozialer Unterstützung, die auf
Therapieadhärenz und eine Reduktion des Alkoholkonsums zielt, verschrieben werden. Die Behandlung
mit diesem Arzneimittel sollte nur bei Patienten und Patientinnen eingeleitet werden, deren Alkohol-
konsum sich zwei Wochen nach einer initialen Untersuchung weiterhin auf einem hohen Risikoniveau
befindet.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtabletten
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Nalmefen in der EU
Zur Position „Olacitinib“
Anwendung
Olacitinib ist bei Hunden zugelassen zur Behandlung einer atopischen Dermatitis und von bei allergischer
Dermatitis auftretendem Juckreiz.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Tabletten zur oralen Anwendung
- 30 -
- 31 -
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Olacitinib im Geltungsbereich des
AMG
Zur Position „Olodaterol“
Anwendung
Olodaterol ist indiziert als Bronchodilatator zur Dauerbehandlung bei chronischer obstruktiver
Lungenerkrankung (COPD).
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Lösung zur Inhalation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Olodaterol im Geltungsbereich des AMG
Zur Position „Pegloticase“
Anwendung
Pegloticase ist zugelassen zur Behandlung der schwer einschränkenden chronischen Gicht mit Bildung
von Gichtknoten bei erwachsenen Patienten und Patientinnen, die auch erosive Gelenkveränderungen
aufweisen können und die auf eine Behandlung mit der medizinisch angemessenen Höchstdosis von
Xanthinoxidase-Inhibitoren zur Normalisierung des Serum-Harnsäurespiegels nicht ansprechen oder bei
denen diese Arzneimittel kontraindiziert sind.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Pegloticase in der EU
Zur Position „Ponatinib“
Anwendung
Ponatinib ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit
• chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase, der akzelerierten Phase oder der
Blastenkrise, die gegenüber Dasatinib bzw. Nilotinib behandlungsresistent sind, die Dasatinib oder
Nilotinib nicht vertragen und bei denen eine anschließende Behandlung mit Imatinib klinisch nicht
geeignet ist, oder bei denen eine T315l-Mutation vorliegt,
• Philadelphia-Chromosom-positiver akuter Lymphoblastenleukämie (Ph+ ALL), die gegenüber
Dasatinib behandlungsresistent sind, die Dasatinib nicht vertragen und bei denen eine anschließende
Behandlung mit Imatinib klinisch nicht geeignet ist, oder bei denen eine T315l-Mutation vorliegt.
- 31 -
- 32 -
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Ponatinib in der EU
Zur Position „Regorafenib“
Anwendung
Regorafenib ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Patientinnen mit metasta-
siertem Kolorektalkarzinom (KRK), die zuvor mit anderen Therapien behandelt wurden und die für diese
Patienten und Patientinnen nicht geeignet sind (Fluoropyrimidin-basierte Chemotherapie, eine Anti-
VEGF-Therapie und eine Anti-EGFR-Therapie).
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Regorafenib in der EU
Zur Position „Ruxolitinib“
Anwendung
Ruxolitinib ist zugelassen für die Behandlung der krankheitsbedingten Splenomegalie oder krankheits-
bedingter Symptome bei Erwachsenen mit primärer Myelofibrose (auch bekannt als chronische idiopa-
thische Myelofibrose), Post-Polycythaemia-vera-Myelofibrose oder Post-Essentieller-Thrombozythämie-
Myelofibrose.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Tablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Ruxolitinib in der EU
Zur Position „Sipuleucel-T“
Anwendung
Sipuleucel-T ist zugelassen für die Behandlung von asymptomatischem oder minimal symptomatischem,
metastasierendem (nicht viszeral), kastrationsresistentem Prostatakarzinom bei Erwachsenen, bei denen
eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist.
- 32 -
- 33 -
Darreichungsform / Art der Anwendung
Infusionsdispersion
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Sipuleucel-T in der EU
Zur Position „Teduglutid“
Anwendung
Teduglutid ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit Kurzdarmsyndrom. Nach einem chirur-
gischen Eingriff sollte zunächst eine Phase der intestinalen Adaption abgewartet werden und die Patienten
bzw. Patientinnen sollten sich in einer stabilen Phase befinden.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Teduglutid in der EU
Zur Position „Teriflunomid“
Anwendung
Teriflunomid ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit schubförmig-
remittierender Multipler Sklerose (MS).
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Filmtablette
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Teriflunomid in der EU
Zur Position „Vilanterol“
Anwendung
Der Wirkstoff Vilanterol ist zugelassen zur Behandlung von:
Asthma
Vilanterol in Kombination mit Fluticason und seinen Estern ist zugelassen für die regelmäßige Behand-
lung von Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, bei denen ein Kombinationspräparat
(langwirksamer Beta-2-Agonist und inhalatives Kortikosteroid) angezeigt ist (Patienten und Patientinnen,
die mit inhalativen Kortikosteroiden und einer Bedarfsmedikation mit inhalativen kurzwirksamen Beta-2-
Agonisten nicht ausreichend eingestellt sind).
- 33 -
- 34 -
COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Vilanterol in Kombination mit Fluticason und seinen Estern ist angezeigt für die symptomatische Behand-
lung von Erwachsenen mit COPD mit einem FEV1< 70% des Normwerts (nach Anwendung eines Broncho-
dilatators), die trotz regelmäßiger bronchodilatatorischer Therapie Exazerbationen in der Vorgeschichte
aufweisen.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Vilanterol im Kombinationsarzneimittels Relvar® Ellipta® in
der EU; der Kombinationspartner Fluticason einschliesslich seiner Ester untersteht bereits der Verschrei-
bungspflicht.
Zur Position „Vismodegib“
Anwendung
Vismodegib ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit:
• symptomatischem metastasiertem Basalzellkarzinom,
• lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, bei denen eine Operation oder Strahlentherapie nicht
geeignet ist.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Hartkapsel
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen des Wirkstoffes Vismodegib in der EU
Zur Position „Zubereitung aus Lidocain und Procain – zur Behandlung von primärer vorzeitiger Ejakula-
tion bei erwachsenen Männern –“
Anwendung
Die Zubereitung aus Lidocain und Procain ist zugelassen zur Behandlung der primären vorzeitigen
Ejakulation bei erwachsenen Männern.
Darreichungsform/ Art der Anwendung
Spray zur Anwendung auf der Haut
- 34 -
Begründung
Erstmaliges Inverkehrbringen der Zubereitung aus Lidocain und Procain zur Behandlung der primären
vorzeitigen Ejakulation bei erwachsenen Männern in der EU
Zu Artikel 2 (Änderung der Apothekenbetriebsordnung)
Zu Nummer 1 (§ 17 Absatz 6 Satz 1)
Zu den Buchstaben a, b und c
Die Apotheken werden mit dieser Regelung verpflichtet, auch auf der Durchschrift von T-Rezepten die
nach § 17 Absatz 6 Satz 1 geforderten Angaben zu machen (u.a. zur abgebenden Apotheke sowie zum
abgegebenen Arzneimittel). Dies ermöglicht dem BfArM eine verbesserte Zuordnung der Durchschriften
zu den abgebenden Apotheken. Eine Ermittlung der abgebenden Apotheke bei Unstimmigkeiten auf den
Durchschriften der T-Rezepte war in der Vergangenheit mangels entsprechender Angaben oft erschwert.
Zu Nummer 2 (§ 17 Absatz 6b)
Die Apotheken werden damit verpflichtet, das Versanddatum der Durchschriften von T-Rezepten zu
dokumentieren. Die Regelung dient dem Nachweis, dass die Durchschrift fristgerecht an das BfArM
versendet wurde. Seit lnkrafttreten des § 3a AMVV hat die Erfahrung gezeigt, dass ungefähr 4 - 8 % der
Durchschriften der Verschreibungen zu thalidomid- und lenalidomidhaltigen Arzneimitteln verspätet an
das BfArM zurückgesandt werden. Überdies ist nicht bekannt, ob in Einzelfällen Durchschriften gar nicht
zurückgeschickt werden. Da die Apotheken bereits bisher verpflichtet sind, die Belieferung von Verschrei-
bungen zu pomalidomid, lenalidomid- und thalidomidhaltigen Arzneimitteln zu dokumentieren, stellt es
für sie lediglich einen geringfügigen Mehraufwand dar, den Versand an das BfArM in der bereits vorhan-
denen Dokumentation mit Datum zu erfassen.
Zu Artikel 3 (Änderung der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel)
Es handelt sich um die Umsetzung eines Votums des Sachverständigenausschusses für Apothekenpflicht.
Die Entlassung von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Thymol (zur Anwendung bei Bienen) aus der Apo-
thekenpflicht ist aus Gründen der Arzneimittelsicherheit vertretbar, weil die Anwendung von Thymol bei
Bienen keine bzw. nur geringe Risiken für die Gesundheit von Mensch oder Tier birgt. Die Aufrechterhal-
tung der Apothekenpflicht für diese Arzneimittel ist nicht notwendig.
Zu Artikel 4 (Inkrafttreten)
Zu Absatz 1
Die Vorschrift regelt das grundsätzliche Inkrafttreten der Verordnung.
Zu Absatz 2
Die Regelung nach Artikel 1 Nummer 1 Buchstabe a tritt 6 Monate nach den übrigen Regelungen dieser
Verordnung in Kraft. Damit sollen für die verschreibenden Personen die Kosten für die Beschaffung neuer
Rezeptformulare minimiert werden.
05.08.2014
Datei
PD
Working document QAS/13.517
January 2013
RESTRICTED
PROPOSED UPDATED TEXT FOR
WHO GOOD MANUFACTURING PRACTICES FOR
PHARMACEUTICAL PRODUCTS: MAIN PRINCIPLES
(JANUARY 2013)
DRAFT FOR COMMENTS
© World Health Organization 2013
All rights reserved.
This draft is intended for a restricted audience only, i.e. the individuals and organizations having received this draft. The draft
may not be reviewed, abstracted, quoted, reproduced, transmitted, distributed, translated or adapted, in part or in whole, in
any form or by any means outside these individuals and organizations (including the organizations' concerned staff and
member organizations) without the permission of the World Health Organization. The draft should not be displayed on any
web site.
Please send any request for permission to:
Dr Sabine Kopp, Medicines Quality Assurance Programme, Quality Assurance and Safety: Medicines, Department of
Essential Medicines and Health Products, World Health Organization, CH-1211 Geneva 27, Switzerland. Fax: (41-22) 791
4730; e-mail: kopps@who.int.
The designations employed and the presentation of the material in this draft do not imply the expression of any opinion
whatsoever on the part of the World Health Organization concerning the legal status of any country, territory, city or area or
of its authorities, or concerning the delimitation of its frontiers or boundaries. Dotted lines on maps represent approximate
border lines for which there may not yet be full agreement.
The mention of specific companies or of certain manufacturers’ products does not imply that they are endorsed or
recommended by the World Health Organization in preference to others of a similar nature that are not mentioned. Errors
and omissions excepted, the names of proprietary products are distinguished by initial capital letters.
All reasonable precautions have been taken by the World Health Organization to verify the information contained in this
draft. However, the printed material is being distributed without warranty of any kind, either expressed or implied. The
responsibility for the interpretation and use of the material lies with the reader. In no event shall the World Health
Organization be liable for damages arising from its use.
This draft does not necessarily represent the decisions or the stated policy of the World Health Organization.
Please address any comments on this proposal by 29 March 2013 to Dr S. Kopp, Medicines Quality
Assurance Programme, World Health Organization, 1211 Geneva 27, Switzerland, fax: (+41 22) 791 4730
or e-mail: kopps@who.int with a copy to gaspardm@who.int.
We are sending out our working documents electronically only and they are also laced on the
Medicines web site for comment. If you do not already receive our documents please let us have your
e-mail address (to bonnyw@who.int) and we will add it to our electronic mailing list.
Working document QAS/13.517
page 2
SCHEDULE FOR THE PROPOSED ADOPTION PROCESS OF DOCUMENT QAS/13.517:
PROPOSED UPDATED TEXT FOR WHO GOOD MANUFACTURING PRACTICES FOR
PHARMACEUTICAL PRODUCTS: MAIN PRINCIPLES
WHO Expert Committee on Specifications for
Pharmaceutical Preparations recommended update of
good manufacturing practices for pharmaceutical
products: main principles
8-12 October 2012
Drafting of newly updated paragraphs by Dr A.J. van
Zyl, South Africa.
November-December 2012
Working document sent out for comment January 2013
Compilation of feedback April 2013
Discussion with expert group/inspectors May-June 2013
Recirculation, if necessary
Presentation to forty-eighth meeting of the WHO Expert
Committee on Specifications for Pharmaceutical
Preparations
October 2013
Any further action as necessary …
Working document QAS/13.517
page 3
1. INTRODUCTION
During 2012 the Secretariat was made aware that the current good manufacturing practices
(GMP) for pharmaceutical products: main principles published as Annex 3 in the WHO
Technical Report Series, No. 961, 2011, would need updating.
(http://www.who.int/medicines/areas/quality_safety/quality_assurance/production/en/index.ht
ml → Quality assurance of pharmaceuticals: a compendium of guidelines and related
materials)
The WHO Expert Committee on Specifications for Pharmaceutical Preparations discussed the
need for an update during its forty-seventh meeting and agreed to pursue this accordingly.
Attached please find a table with the current and newly proposed text. The paragraphs that
would need to be updated have been identified as being in the following sections:
Section 1
Section 2
Section 7
Section 17
Working document QAS/13.517
page 4
Proposed updated text for
WHO good manufacturing practices for pharmaceutical products: main principles
1. Pharmaceutical quality system
Current WHO good manufacturing practices
(GMP) text as published in WHO Technical
Report Series, No. 961, 2001, Annex 3.
Proposed WHO text – 2013
1. Quality assurance
1.1 Principle. QA is a wide-ranging concept
covering all matters that individually or
collectively influence the quality of a
product. It is the totality of the arrangements
made with the object of ensuring that
pharmaceutical products are of the quality
required for their intended use. QA,
therefore, incorporates GMP and other
factors, including those outside the scope of
this guide such as product design and
development.
1.2 The system of QA appropriate to the
manufacture of pharmaceutical products
should ensure that:
(a) pharmaceutical products are designed
and developed in a way that takes account of
the requirements of GMP and other
associated codes such as those of good
laboratory practice (GLP)7and good clinical
practice (GCP);
(b) production and control operations are
clearly specified in a written form and GMP
requirements are adopted;
(c) managerial responsibilities are clearly
specified in job descriptions;
(d) arrangements are made for the
manufacture, supply and use of the
correct starting and packaging materials;
(e) all necessary controls on starting
materials, intermediate products, and bulk
products and other in-process controls,
calibrations, and validations are carried out;
(f) the finished product is correctly
processed and checked, according to
the defined procedures;
(g) pharmaceutical products are not sold or
1. Pharmaceutical quality system
1.1 Principle. Quality management is a wide-
ranging concept covering all matters that
individually or collectively influence the
quality of a product. It is the totality of the
arrangements made with the object of
ensuring that pharmaceutical products are of
the quality required for their intended use.
Quality management, therefore, incorporates
good manufacturing practices (GMP) and
other factors, including those outside the
scope of this guide such as product design and
development.
1.2 GMP applies to the life-cycle stages from
the manufacture of investigational medicinal
products, technology transfer, commercial
manufacturing through to product
discontinuation. The pharmaceutical quality
system (PQS) can extend to the
pharmaceutical development life-cycle stage
and should facilitate innovation and continual
improvement and strengthen the link between
pharmaceutical development and
manufacturing activities. All parts of the PQS
should be adequately staffed with competent
personnel, and should have suitable and
sufficient premises, equipment and facilities.
1.3 The PQS appropriate to the manufacture
of pharmaceutical products should ensure that:
(a) product realization is achieved by
designing, planning, implementing,
maintaining and continuously improving a
system that allows the consistent delivery of
products with appropriate quality attributes;
(b) product and process knowledge is
managed throughout all life-cycle stages;
Working document QAS/13.517
page 5
supplied before the authorized persons (see
also sections 9.11 & 9.12) have certified that
each production batch has been produced
and controlled in accordance with the
requirements of the marketing authorization
and any other regulations relevant to the
production, control and release of
pharmaceutical products;
(h) satisfactory arrangements exist to ensure,
as far as possible, that the pharmaceutical
products are stored by the manufacturer,
distributed, and subsequently handled so that
quality is maintained throughout their shelf-
life;
(i) here is a procedure for self-inspection
and/or quality audit that regularly appraises
the effectiveness and applicability of the QA
system;
(j) deviations are reported, investigated and
recorded;
(k) there is a system for approving changes
that may have an impact on product quality;
(l) regular evaluations of the quality of
pharmaceutical products should be
conducted with the objective of verifying the
consistency of the process and ensuring its
continuous improvement; and
(m) there is a system for QRM.
1.3 The manufacturer must assume
responsibility for the quality of the
pharmaceutical products to ensure that they
are fit for their intended use, comply with
the requirements of the marketing
authorization and do not place patients at
risk due to inadequate safety, quality or
efficacy. The attainment of this quality
objective is the responsibility of senior
management and requires the participation
and commitment of staff in many different
departments and at all levels within the
company, the company’s suppliers, and the
distributors. To achieve the quality objective
reliably there must be a comprehensively
designed and correctly implemented system
of QA incorporating GMP and QC. It should
be fully documented and its effectiveness
monitored. All parts of the QA system
should be adequately staffed with competent
(c) pharmaceutical products are designed and
developed in a way that takes account of the
requirements of GMP and other associated
codes such as those of good laboratory
practice (GLP) and good clinical practice
(GCP);
(d) production and control operations are
clearly specified in a written form and GMP
requirements are adopted;
(e) managerial responsibilities are clearly
specified in job descriptions;
(f) arrangements are made for the
manufacture, supply and use of the correct
starting and packaging materials, the selection
and monitoring of suppliers and for verifying
that each delivery is from the approved supply
chain;
(g) all necessary controls on starting materials,
intermediate products, and bulk products and
other in-process controls, calibrations and
validations are carried out;
(h) the finished product is correctly processed
and checked, according to the defined
procedures;
(i) pharmaceutical products are not sold or
supplied before the authorized persons (see
also sections 9.11 & 9.12) have certified that
each production batch has been produced and
controlled in accordance with the
requirements of the marketing authorization
and any other regulations relevant to the
production, control and release of
pharmaceutical products;
(j) processes are in place to assure the
management of outsourced activities;
(k) satisfactory arrangements exist to ensure,
as far as possible, that the pharmaceutical
products are stored by the manufacturer,
distributed and subsequently handled so that
quality is maintained throughout their shelf-
life;
(l) there is a procedure for self-inspection
and/or quality audit that regularly appraises
the effectiveness and applicability of the PQS;
(m) products and processes are monitored
with a view to taking preventive action to
avoid potential deviations occurring in the
future. Deviations are reported, investigated
and recorded;
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personnel, and should have suitable and
sufficient premises, equipment and facilities.
1.4 QRM is a systematic process for the
assessment, control, communication and
review of risks to the quality of the
medicinal product. It can be applied both
proactively and retrospectively.
1.5 QRM should ensure that:
— the evaluation of the risk to quality is
based on scientific knowledge, experience
with the process and ultimately links to the
protection of the patient; and
— the level of effort, formality and
documentation of the QRM process is
commensurate with the level of risk.
(n) arrangements are in place for the
prospective evaluation and approving of
planned changes and their approval prior to
implementation taking into account regulatory
notification and approval where required.
After implementation of any change, an
evaluation is undertaken to confirm the quality
objectives were achieved and that there was
no unintended deleterious impact on product
quality;
(o) regular evaluations of the quality of
pharmaceutical products should be conducted
with the objective of verifying the consistency
of the process and ensuring its continuous
improvement;
(p) a state of control is established and
maintained by developing and using effective
monitoring and control systems for process
performance and product quality;
(q) continual improvement is facilitated
through the implementation of quality
improvements appropriate to the current level
of process and product knowledge;
(r) there is a system for quality risk
management (QRM);
(s) an appropriate level of root cause analysis
is applied during the investigation of
deviations, suspected product defects and
other problems. Most likely root cause(s)
should be identified and appropriate corrective
actions and/or preventative actions (CAPAs)
should be identified and taken. The
effectiveness of CAPAs should be monitored
and assessed.
1.3 The manufacturer must assume
responsibility for the quality of the
pharmaceutical products to ensure that they
are fit for their intended use, comply with the
requirements of the marketing authorization
and do not place patients at risk due to
inadequate safety, quality or efficacy. The
attainment of this quality objective is the
responsibility of senior management and
requires the participation and commitment of
staff in many different departments and at all
levels within the company, the company’s
suppliers and the distributors.
Working document QAS/13.517
page 7
1.4 Senior management has the ultimate
responsibility to ensure an effective PQS is in
place, adequately resourced and that roles,
responsibilities, and authorities are defined,
communicated and implemented throughout
the organization. Senior management’s
leadership and active participation in the PQS
is essential. This leadership should ensure the
support and commitment of staff at all levels
and sites within the organization to the PQS.
1.5 There should be periodic management
review, with the involvement of senior
management, of the operation of the PQS to
identify opportunities for continual
improvement of products, processes and the
system itself.
1.6 The PQS should be defined and
documented. A quality manual or equivalent
documentation should be established and
should contain a description of the quality
management system including management
responsibilities.
Quality risk management
1.7 QRM is a systematic process for the
assessment, control, communication and
review of risks to the quality of the medicinal
product. It can be applied both proactively and
retrospectively.
1.8 QRM should ensure that:
— the evaluation of the risk to quality is based
on scientific knowledge, experience with
the process and ultimately links to the
protection of the patient;
— the level of effort, formality and
documentation of the QRM process is
commensurate with the level of risk.
Product quality review
1.6 Regular, periodic or rolling quality
reviews of all medicinal products, including
export-only products, should be conducted
Product quality review
1.6 Regular, periodic or rolling quality
reviews of all medicinal products, including
export-only products, should be conducted
Working document QAS/13.517
page 8
with the objective of verifying the
consistency of the existing process, the
appropriateness of current specifications for
both starting materials and finished product
to highlight any trends and to identify
product and process improvements. Such
reviews should normally be conducted and
documented annually, taking into account
previous reviews, and should include at
least:
(i) a review of starting materials and
packaging materials used for the product,
especially those from new sources;
(ii) a review of critical in-process controls
and finished product results;
(iii) a review of all batches that failed to
meet established specification(s) and their
investigation;
(iv) a review of all significant deviations or
non-conformances, the related investigations
and the effectiveness of resultant corrective
and preventive actions taken;
(v) a review of all changes made to the
processes or analytical methods;
(vi) a review of dossier variations submitted,
granted or refused;
(vii) a review of the results of the stability
monitoring programme and any adverse
trends;
(viii) a review of all quality-related returns,
complaints and recalls and the investigations
performed at the time;
(ix) a review of adequacy of any other
previous corrective actions on product
process or equipment;
(x) for new dossiers and variations to the
dossiers, a review of postmarketing
commitments;
(xi) the qualification status of relevant
equipment and utilities, e.g. heating,
ventilation and air-conditioning (HVAC),
water, or compressed gases; and
(xii) a review of technical agreements to
ensure that they are up to date.
The manufacturer and marketing
authorization holder, where different, should
evaluate the results of this review and an
assessment should be made whether
with the objective of verifying the consistency
of the existing process, the appropriateness of
current specifications for both starting
materials and finished product to highlight any
trends and to identify product and process
improvements. Such reviews should normally
be conducted and documented annually,
taking into account previous reviews, and
should include at least:
(i) a review of starting materials and
packaging materials used for the product,
especially those from new sources;
(ii) a review of critical in-process controls and
finished product results;
(iii) a review of all batches that failed to meet
established specification(s) and their
investigation;
(iv) a review of all significant deviations or
non-conformances, the related investigations
and the effectiveness of resultant corrective
and preventive actions taken;
(v) a review of all changes made to the
processes or analytical methods;
(vi) a review of dossier variations submitted,
granted or refused;
(vii) a review of the results of the stability
monitoring programme and any adverse
trends;
(viii) a review of all quality-related returns,
complaints and recalls and the investigations
performed at the time;
(ix) a review of adequacy of any other
previous corrective actions on product process
or equipment;
(x) for new dossiers and variations to the
dossiers, a review of post-marketing
commitments;
(xi) the qualification status of relevant
equipment and utilities, e.g. heating,
ventilation and air-conditioning (HVAC),
water or compressed gases;
(xii) a review of technical agreements to
ensure that they are up to date.
The manufacturer and marketing authorization
holder, where different, should evaluate the
results of this review and an assessment
should be made as to whether corrective and
preventive action or any revalidation should
Working document QAS/13.517
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corrective and preventive action or any
revalidation should be undertaken. Reasons
for such corrective actions should be
documented.
Agreed corrective and preventive actions
should be completed in a timely and
effective manner. There should be
management procedures for the ongoing
management and review of these actions and
the effectiveness of these procedures should
be verified during self-inspection.
Quality reviews may be grouped by product
type, e.g. solid dosage forms, liquid dosage
forms, or sterile products, where
scientifically justified. Where the marketing
authorization holder is not the manufacturer,
there should be a technical agreement in
place between the various parties that
defines their respective responsibilities in
producing the quality review. The authorized
person responsible for final batch
certification, together with the marketing
authorization holder, should ensure that the
quality review is performed in a timely
manner and is accurate.
be undertaken. Reasons for such corrective
actions should be documented.
Agreed corrective and preventive actions
should be completed in a timely and effective
manner. There should be management
procedures for the ongoing management and
review of these actions and the effectiveness
of these procedures should be verified during
self-inspection.
Quality reviews may be grouped by product
type, e.g. solid dosage forms, liquid dosage
forms, or sterile products, where scientifically
justified. Where the marketing authorization
holder is not the manufacturer, there should be
a technical agreement in place between the
various parties that defines their respective
responsibilities in producing the quality
review. The authorized person responsible for
final batch certification, together with the
marketing authorization holder, should ensure
that the quality review is performed in a
timely manner and is accurate.
Working document QAS/13.517
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2. Good manufacturing practices for
pharmaceutical products
2.1 GMP is that part of QA which ensures
that products are consistently produced and
controlled to the quality standards
appropriate to their intended use and as
required by the marketing authorization.
GMP are aimed primarily at diminishing the
risks inherent in any pharmaceutical
production.
Such risks are essentially of two types:
cross-contamination (in particular of
unexpected contaminants) and mix ups
(confusion) caused by, for example, false
labels being put on containers. Under GMP:
(a) all manufacturing processes are clearly
defined, systematically reviewed in the light
of experience, and shown to be capable of
consistently manufacturing pharmaceutical
products of the required quality that comply
with their specifications;
(b) qualification and validation are
performed;
(c) all necessary resources are provided,
including:
(i) appropriately qualified and trained
personnel;
(ii) adequate premises and space;
(iii) suitable equipment and services;
(iv) appropriate materials, containers and
labels;
(v) approved procedures and instructions;
(vi) suitable storage and transport;
(vii) adequate personnel, laboratories and
equipment for in-process controls;
(d) instructions and procedures are written in
clear and unambiguous language,
specifically applicable to the facilities
provided;
(e) operators are trained to carry out
procedures correctly;
(f) records are made (manually and/or by
recording instruments) during manufacture
to show that all the steps required by the
defined procedures and instructions have in
fact been taken and that the quantity and
2. Good manufacturing practices for
pharmaceutical products
2.1 GMP is that part of quality management
which ensures that products are consistently
produced and controlled to the quality
standards appropriate to their intended use and
as required by the marketing authorization.
GMP is concerned with both production and
quality control. GMP are aimed primarily at
diminishing the risks inherent in any
pharmaceutical production. Such risks are
essentially of two types: cross-contamination
(in particular of unexpected contaminants) and
mix ups (confusion) caused by, for example,
false labels being put on containers. Under
GMP:
(a) all manufacturing processes are clearly
defined, systematically reviewed in the light
of experience, and shown to be capable of
consistently manufacturing pharmaceutical
products of the required quality that comply
with their specifications;
(b) qualification and validation are performed;
(c) all necessary resources are provided,
including:
(i) appropriately qualified and trained
personnel,
(ii) adequate premises and space,
(iii) suitable equipment and services,
(iv) appropriate materials, containers
and labels,
(v) approved procedures and
instructions,
(vi) suitable storage and transport,
(vii) adequate personnel, laboratories
and equipment for in-process controls;
(d) instructions and procedures are written in
clear and unambiguous language, specifically
applicable to the facilities provided;
(e) procedures are carried out correctly and
operators are trained to do so;
(f) records are made (manually and/or by
recording instruments) during manufacture to
show that all the steps required by the defined
procedures and instructions have in fact been
taken and that the quantity and quality of the
product are as expected. Any significant
deviations are fully recorded and investigated
Working document QAS/13.517
page 11
quality of the product are as expected; any
significant deviations are fully recorded and
investigated;
(g) records covering manufacture and
distribution, which enable the complete
history of a batch to be traced, are retained in
a comprehensible and accessible form;
(h) the proper storage and distribution of the
products minimizes any risk to their quality;
(i) a system is available to recall any batch
of product from sale or supply;
(j) complaints about marketed products are
examined, the causes of quality defects
investigated, and appropriate measures taken
in respect of the defective products to
prevent recurrence.
with the objective of determining the root
cause and appropriate corrective and
preventive action implemented;
(g) records covering manufacture and
distribution, which enable the complete
history of a batch to be traced, are retained in
a comprehensible and accessible form;
(h) the proper storage and distribution of the
products minimizes any risk to their quality
and takes account of good distribution practice
(GDP);
(i) a system is available to recall any batch of
product from sale or supply;
(j) complaints about marketed products are
examined, the causes of quality defects
investigated and appropriate measures taken in
respect of the defective products to prevent
recurrence.
Working document QAS/13.517
page 12
Proposed updated text for
WHO good manufacturing practices for pharmaceutical products: main principles
7. Contract production and analysis
Current WHO good manufacturing practices
(GMP) text as published in WHO Technical
Report Series, No. 961, 2001, Annex 3.
Proposed WHO text
7.1 Principle. Contract production and
analysis must be correctly defined, agreed
and controlled in order to avoid
misunderstandings that could result in a
product or work or analysis of unsatisfactory
quality.
General
7.2 All arrangements for contract production
and analysis, including any proposed changes
in technical or other arrangements, should be
in accordance with the marketing
authorization for the product concerned.
7.3 The contract should permit the contract
giver to audit the facilities of the contract
acceptor.
7.4 In the case of contract analysis, the final
approval for release must be given by the
authorized person.
7.1 Principle. Contract production and
analysis must be correctly defined, agreed
and controlled in order to avoid
misunderstandings that could result in a
product or work or analysis of unsatisfactory
quality.
General
7.2 All arrangements for contract production
and analysis, including any proposed changes
in technical or other arrangements, should be
in accordance with the marketing
authorization for the product concerned.
7.3 The contract should permit the contract
giver to audit the facilities and activities of
the contract acceptor or mutually agreed
subcontractors.
7.4 In the case of contract analysis, the final
approval for release must be given by the
authorized person.
The contract giver
7.5 The contract giver is responsible for
assessing the competence of the contract
acceptor in successfully carrying out the
work or tests required, for approval for
contract activities, and for ensuring by means
of the contract that the principles of GMP
described in this guide are followed.
7.6 The contract giver should provide the
contract acceptor with all the information
necessary to carry out the contracted
operations correctly in accordance with the
The contract giver
7.5 The PQS of the contract giver should
include the control and review of any
outsourced activities. The contract giver is
responsible for assessing the legality,
suitability and competence of the contract
acceptor to successfully carry out the work or
tests required, for approval for contract
activities, and for ensuring by means of the
contract that the principles of GMP
incorporating QRM principles are followed.
Working document QAS/13.517
page 13
marketing authorization and any other legal
requirements. The contract giver should
ensure that the contract acceptor is fully
aware of any problems associated with the
product, work or tests that might pose a
hazard to premises, equipment, personnel,
other materials or other products.
7.7 The contract giver should ensure that all
processed products and materials delivered
by the contract acceptor comply with their
specifications or that the product has been
released by the authorized person.
7.6 The contract giver should provide the
contract acceptor with all the information
necessary to carry out the contracted
operations correctly in accordance with the
marketing authorization and any other legal
requirements. The contract giver should
ensure that the contract acceptor is fully
aware of any problems associated with the
product, work or tests that might pose a
hazard to premises, equipment, personnel,
other materials or other products.
7.7 The contract giver should review and
assess the records and the results related to
the outsourced activities. The contract giver
should ensure that all processed products and
materials delivered by the contract acceptor
have been processed in accordance with
GMP and the marketing authorization;
comply with their specifications and that the
product has been released by the authorized
person.
7.8 The contract giver should monitor and
review the performance of the contract
acceptor including the implementation of any
needed improvement.
The contract acceptor
7.8 The contract acceptor must have adequate
premises, equipment, knowledge, and
experience and competent personnel to carry
out satisfactorily the work ordered by the
contract giver. Contract manufacture may be
undertaken only by a manufacturer who
holds a manufacturing authorization.
7.9 The contract acceptor should not pass to a
third party any of the work entrusted to him
or her under the contract without the contract
giver’s prior evaluation and approval of the
arrangements. Arrangements made between
the contract acceptor and any third party
should ensure that the manufacturing and
analytical information is made available in
the same way as between the original
contract giver and contract acceptor.
The contract acceptor
7.8 The contract acceptor must have adequate
premises, equipment, knowledge, experience
and competent personnel to carry out
satisfactorily the work ordered by the
contract giver. Contract manufacture may be
undertaken only by a manufacturer who
holds a manufacturing authorization.
7.9 The contract acceptor should not pass to a
third party any of the work entrusted to him
or her under the contract without the contract
giver’s prior evaluation and approval of the
arrangements. Arrangements made between
the contract acceptor and any third party
should ensure that the manufacturing and
analytical information is made available in
the same way as between the original
contract giver and contract acceptor.
Working document QAS/13.517
page 14
7.10 The contract acceptor should refrain
from any activity that may adversely affect
the quality of the product manufactured
and/or analysed for the contract giver.
7.10 The contract acceptor should refrain
from any activity (including unauthorized
changes outside the terms of the contract)
that may adversely affect the quality of the
product manufactured and/or analysed for the
contract giver.
7.12 The contract acceptor should understand
that his or her activities may be subject to
inspection by competent authorities.
The contract
7.11 There must be a written contract
between the contract giver and the contract
acceptor which clearly establishes the
responsibilities of each party.
7.12 The contract must clearly state the way
in which the authorized person, in releasing
each batch of product for sale or issuing the
certificate of analysis, exercises his or her
full responsibility and ensures that each batch
has been manufactured in, and checked for,
compliance with the requirements of the
marketing authorization.
7.13 Technical aspects of the contract should
be drawn up by competent persons suitably
knowledgeable in pharmaceutical
technology, analysis and GMP.
7.14 All arrangements for production and
analysis must be in accordance with the
marketing authorization and agreed by both
parties.
7.15 The contract should describe clearly
who is responsible for purchasing, testing
and releasing materials and for undertaking
production and QC, including in-process
controls, and who has responsibility for
sampling and analysis. In the case of contract
analysis, the contract should state whether or
not the contract acceptor should take samples
at the premises of the manufacturer.
7.16 Manufacturing, analytical, distribution
records and reference samples should be kept
The contract
7.11 There must be a written contract
between the contract giver and the contract
acceptor which clearly establishes the
responsibilities of each party, covering the
outsourced activities, the products or
operations to which they are related,
communication processes relating to the
outsourced activities and any technical
arrangements made in connection with it.
7.12 The contract must clearly state the way
in which the authorized person, in releasing
each batch of product for sale or issuing the
certificate of analysis, exercises his or her
full responsibility and ensures that each batch
has been manufactured in, and checked for,
compliance with the requirements of the
marketing authorization.
7.13 Technical aspects of the contract should
be drawn up by competent persons suitably
knowledgeable in pharmaceutical
technology, analysis and GMP.
7.14 All arrangements for production and
analysis must be in accordance with the
marketing authorization and agreed by both
parties.
7.15 The contract should describe clearly
who is responsible for contracted activities,
e.g. knowledge management, technology
transfer, supply chain, subcontracting, testing
and releasing materials and, undertaking
production and quality control (QC),
including in-process controls, and who has
Working document QAS/13.517
page 15
by, or be available to, the contract giver. Any
records relevant to assessing the quality of a
product in the event of complaints or a
suspected defect must be accessible and
specified in the defect/recall procedures of
the contract giver.
7.17 The contract should describe the
handling of starting materials, intermediate
and bulk products and finished products if
they are rejected. It should also describe the
procedure to be followed if the contract
analysis shows that the tested product must
be rejected.
responsibility for sampling and analysis. In
the case of contract analysis, the contract
should state whether or not the contract
acceptor should take samples at the premises
of the manufacturer.
7.16 Manufacturing, analytical, distribution
records and reference samples should be kept
by, or be available to, the contract giver. Any
records relevant to assessing the quality of a
product in the event of complaints or a
suspected defect or to investigating in the
case of a suspected falsified product must be
accessible and specified in the procedures of
the contract giver.
7.17 The contract should describe the
handling of starting materials, intermediate
and bulk products and finished products if
they are rejected. It should also describe the
procedure to be followed if the contract
analysis shows that the tested product must
be rejected.
Working document QAS/13.517
page 16
WHO good manufacturing practices for pharmaceutical products: main principles
17. Good practices in quality control
Current WHO good manufacturing practices
(GMP) text as published in WHO Technical
Report Series, No. 961, 2001, Annex 3.
Proposed WHO text
17.1 QC is the part of GMP concerned with
sampling, specifications and testing, and with
the organization and documentation which
ensure that the necessary and relevant tests
are actually carried out and that materials are
not released for use, nor products released for
sale or supply, until their quality has been
judged to be satisfactory. QC is not confined
to laboratory operations, but may be involved
in many decisions concerning the quality of
the product.
17.2 The independence of QC from
production is considered fundamental.
17.3 Each manufacturer should have a QC
function. The QC function should be
independent of other departments and under
the authority of a person with appropriate
qualifications and experience, who has one or
several control laboratories at his or her
disposal. Adequate resources must be
available to ensure that all the QC
arrangements are effectively and reliably
carried out. The basic requirements for QC
are as follows:
(a) adequate facilities, trained personnel and
approved procedures must be available for
sampling, inspecting, and testing starting
materials, packaging materials, and
intermediate, bulk, and finished products, and
where appropriate for monitoring
environmental conditions for GMP purposes;
(b) samples of starting materials, packaging
materials, intermediate products, bulk
products and finished products must be taken
by methods and personnel approved of by the
QC department;
(c) qualification and validation;
(d) records must be made (manually and/or
by recording instruments) demonstrating that
17.1 QC is the part of GMP concerned with
sampling, specifications and testing, and with
the organization and documentation which
ensure that the necessary and relevant tests
are actually carried out and that materials are
not released for use, nor products released for
sale or supply, until their quality has been
judged to be satisfactory. QC is not confined
to laboratory operations, but may be involved
in many decisions concerning the quality of
the product.
17.2 The independence of QC from
production is considered fundamental.
17.3 Each manufacturer should have a QC
function. The QC function should be
independent of other departments and under
the authority of a person with appropriate
qualifications and experience, who has one or
several control laboratories at his or her
disposal. Adequate resources must be
available to ensure that all the QC
arrangements are effectively and reliably
carried out. The basic requirements for QC
are as follows:
(a) adequate facilities, trained personnel and
approved procedures must be available for
sampling, inspecting, and testing starting
materials, packaging materials, and
intermediate, bulk, and finished products, and
where appropriate for monitoring
environmental conditions for GMP purposes;
(b) samples of starting materials, packaging
materials, intermediate products, bulk
products and finished products must be taken
by methods and personnel approved of by the
QC department;
(c) qualification and validation;
(d) records must be made (manually and/or
Working document QAS/13.517
page 17
all the required sampling, inspecting and
testing procedures have actually been carried
out and that any deviations have been fully
recorded and investigated;
(e) the finished products must contain
ingredients complying with the qualitative
and quantitative composition of the product
described in the marketing authorization; the
ingredients must be of the required purity, in
their proper container and correctly labelled;
(f) records must be made of the results of
inspecting and testing the materials and
intermediate, bulk and finished products
against specifications; product assessment
must include a review and evaluation of the
relevant production documentation and an
assessment of deviations from specified
procedures;
(g) sufficient samples of starting materials
and products must be retained to permit
future examination of the product if
necessary; the retained product must be kept
in its final pack unless the pack is
exceptionally large.
17.4 QC as a whole will also have other
duties, such as to establish, validate and
implement all QC procedures, to evaluate,
maintain, and store the reference standards
for substances, to ensure the correct labelling
of containers of materials and products, to
ensure that the stability of the active
pharmaceutical ingredients (APIs) and
products is monitored, to participate in the
investigation of complaints related to the
quality of the product, and to participate in
environmental monitoring. All these
operations should be carried out in
accordance with written procedures and,
where necessary, recorded.
17.5 QC personnel must have access to
production areas for sampling and
investigation as appropriate.
by recording instruments) demonstrating that
all the required sampling, inspecting and
testing procedures have actually been carried
out and that any deviations have been fully
recorded and investigated;
(e) the finished products must contain
ingredients complying with the qualitative
and quantitative composition of the product
described in the marketing authorization; the
ingredients must be of the required purity, in
their proper container and correctly labelled;
(f) records must be made of the results of
inspecting and testing the materials and
intermediate, bulk and finished products
against specifications; product assessment
must include a review and evaluation of the
relevant production documentation and an
assessment of deviations from specified
procedures;
(g) sufficient reference samples of starting
materials and products must be retained to
permit future examination of the product if
necessary; the retained product must be kept
in its final pack unless the pack is
exceptionally large.
17.4 QC as a whole will also have other
duties such as to establish, validate and
implement all QC procedures, to evaluate,
maintain, and store the reference standards
for substances, to ensure the correct labelling
of containers of materials and products, to
ensure that the stability of the active
pharmaceutical ingredients (APIs) and
products is monitored, to participate in the
investigation of complaints related to the
quality of the product and to participate in
environmental monitoring. All these
operations should be carried out in
accordance with written procedures and,
where necessary, recorded.
17.5 QC personnel must have access to
production areas for sampling and
investigation as appropriate.
***
05.08.2014
Datei
PD
Working document QAS/13.521
February 2013
RESTRICTED
GENERAL GUIDANCE FOR INSPECTORS
ON “HOLD-TIME” STUDIES
DRAFT FOR COMMENT
___________________________________________________________________________
© World Health Organization 2013
All rights reserved.
This draft is intended for a restricted audience only, i.e. the individuals and organizations having received this draft. The
draft may not be reviewed, abstracted, quoted, reproduced, transmitted, distributed, translated or adapted, in part or in
whole, in any form or by any means outside these individuals and organizations (including the organizations' concerned
staff and member organizations) without the permission of the World Health Organization. The draft should not be
displayed on any web site.
Please send any request for permission to:
Dr Matthias Stahl, Prequalification of Medicines Programme, Medicines Quality Assurance Programme, Quality
Assurance and Safety: Medicines, Department of Essential Medicines and Pharmaceutical Policies, World Health
Organization, CH-1211 Geneva 27, Switzerland; e-mail: stahlm@who.int.
The designations employed and the presentation of the material in this draft do not imply the expression of any opinion
whatsoever on the part of the World Health Organization concerning the legal status of any country, territory, city or
area or of its authorities, or concerning the delimitation of its frontiers or boundaries. Dotted lines on maps represent
approximate border lines for which there may not yet be full agreement.
The mention of specific companies or of certain manufacturers’ products does not imply that they are endorsed or
recommended by the World Health Organization in preference to others of a similar nature that are not mentioned.
Errors and omissions excepted, the names of proprietary products are distinguished by initial capital letters.
All reasonable precautions have been taken by the World Health Organization to verify the information contained in
this draft. However, the printed material is being distributed without warranty of any kind, either expressed or implied.
The responsibility for the interpretation and use of the material lies with the reader. In no event shall the World Health
Organization be liable for damages arising from its use.
This draft does not necessarily represent the decisions or the stated policy of the World Health Organization.
Should you have any comments on the attached text, please send these to
Dr Sabine Kopp, Manager, Medicines Quality Assurance Programme, Quality Assurance
and Safety: Medicines, World Health Organization, 1211 Geneva 27, Switzerland;
e-mail: kopps@who.int; fax: (+41 22) 791 4730 (kopps@who.int) and to
Ms Marie Gaspard (gaspardm@who.int), by 12 April 2013.
Working documents are sent out electronically and they will also be placed on the
Medicines web site for comment. If you do not already receive directly our draft
guidelines please let us have your e-mail address (to bonnyw@who.int) and we will
add it to our electronic mailing list.
Working document QAS/13.521
page 2
SCHEDULE FOR THE ADOPTION PROCESS OF DOCUMENT QAS/13.521
GENERAL GUIDANCE FOR INSPECTORS ON “HOLD-TIME” STUDIES
Date
Preparation of draft by Dr A.J. van Zyl,
South Africa, based on need identified by
the WHO Prequalification Programme
inspectors
November-December 2012
Preliminary internal review of draft
January 2013
Draft mailed for comments
February 2013
Collation of comments
April 2013
Review by inspectors collaborating with the
WHO Prequalification Programme
May 2013
Recirculation for comments
June 2013
Collation of comments
September 2013
Presentation to forty-eighth meeting of the
WHO Expert Committee on Specifications
for Pharmaceutical Preparations
14-18 October 2013
Further follow-up action as required
Working document QAS/13.521
page 3
CONTENTS
Introduction and background
Scope
Introduction and background
Manufacturers should ensure that the products that they manufacture are safe, effective
and of the quality required for their intended use. Products should be consistently
manufactured to the quality standards appropriate to their intended use and as required by
the marketing authorization. Systems should ensure that pharmaceutical products are
produced according to defined procedures that are validated and monitored.
Manufacturing processes should be shown to be capable of consistently manufacturing
pharmaceutical products of the required quality that comply with their specifications.
Arrangements should exist to ensure that the materials used, intermediate products, bulk
and finished products are stored under appropriate conditions. Storage should not have
any negative effect on the processing, stability, safety, efficacy or quality of the materials,
intermediate products, bulk and finished products. Good manufacturing practices require
that the maximum allowable hold time should be established to ensure that in-process and
bulk product can be held, pending the next processing step, without any adverse effect to
the quality of the material. These time periods must be supported by adequate data to
demonstrate that the product will be stable throughout the approved shelf-life.
Normally bulk products should not be stored for a period of 25% or more of the approved
shelf-life (prior to packing into the final containers) unless these are tested, with stability-
indicating methods, prior to packaging.
Working document QAS/13.521
page 4
Scope
This document does not intend to prescribe a process for establishing hold times, but
reflects aspects that should be considered in the design of the hold-time study.
Manufacturers should gather sufficient data to demonstrate that a product:
- remains stable before processing to the next stage;
- meets the acceptance criteria for the finished product;
- meets its stability specifications.
The quality and stability of starting materials, intermediate products, bulk and finished
products should be ensured at all stages of manufacture.
Maximum allowable hold times should therefore be established for starting materials,
intermediate products, bulk and finished products on the basis of tests related to storage
conditions. Data to justify the hold time can be collected during development on pilot
scale batches, during process validation, or as part of a deviation with appropriate testing.
Hold-time studies establish the time limits of holding the materials at different stages of
production by assuring that the quality of the product does not deteriorate during the hold
time. To validate the hold time under the specified hold-time condition, results obtained
should be within the limits of acceptance criteria throughout the hold time. Hold times
should be determined prior to marketing of a product and following any significant
changes in processes, equipment, packaging materials, etc.
Manufacturers may use a flow chart to review the manufacturing procedure of a product
and then break up the critical stages of manufacturing process on the basis of time
duration required for the particular processing stage and the impact of time period with
reference to environmental conditions and storage conditions.
Working document QAS/13.521
page 5
Generally, for oral solid dosage forms, the following stages should be considered:
- binder preparation to granulation;
- wet granulation to drying;
- dried granules to lubrication/blending;
- lubrication/blending to compression;
- compression to coating;
- aqueous coating solution preparation to coating;
- coating to packing.
A written protocol, procedure or programme should be followed which includes elements
and test parameters appropriate to the material or product under test. The protocol and
report should include a title, reference number, version, date, objective, scope,
responsibility, procedure, description of the material/product, sample quantities, sampling
method and criteria, acceptance limits, frequency for sampling, sampling locations,
pooling of samples, storage conditions, type of container, methods of analysis, results,
conclusion, recommendation, signatures, dates, etc.
Typically one or more batches of a material, intermediate or product can be used for
determining hold times. A representative sample of the batch of material or product
subjected to the hold-time study should be held for the defined hold period. The
maximum storage period for each category of material should be established on the basis
of the study by keeping the material in a simulated container used in production. The
containers used in which hold-time samples are stored should be of the same material of
construction as those used in manufacturing/quarantine. Hold-time samples should have
head space in proportion to bulk stored in manufacturing/quarantine. The sample storage
environmental conditions should be same as that of the quarantine area/manufacture
stage. (Note: Where appropriate, a sampling plan should be established and followed for
taking samples for testing at the different intervals. The required sample amount should
Working document QAS/13.521
page 6
be calculated based on the intervals and tests to be performed.) At the test points a
sample should be taken from the storage container and tested. Results obtained should be
compared with the initial baseline data of the control sample results. Samples may be
pooled for analysis where appropriate. Where necessary, individual samples may be
tested and compared statistically. Statistical calculations should be done and trends
identified and discussed to prove a reliable hold time.
Batches of products subjected to a hold-time study should also be subjected to long-term
stability testing.
Risk assessment
In general the following table provides examples of generally accepted hold times for
materials, intermediate, bulk or finished products packed and stored in suitable
containers, based on product knowledge. However, specific cases may necessitate other
storage periods based on data.
Table 1. Example of maximum storage times without hold-time data
Stage
Suggested maximum storage period
Dispensed materials storage 5 to 30 days
1
Solutions prepared
(including granulating pastes, coating
solutions and coating suspensions)
8 to 24 hours
Granules 2 to 30 days
Blend 1 to 2 days
Core tablets – uncoated (in bulk
containers)
30 days
Coated tablets (in bulk containers) 30 days
1
Dispensed materials stored in containers similar to those in which material was supplied
from the original manufacturer and under the same controlled conditions.
Working document QAS/13.521
page 7
Hold times should be established where materials, intermediate, bulk or finished products
are stored for extended periods. Risk assessment (product specific) may further assist
manufacturers to determine which stage, tests, intervals and storage periods should be
considered for a hold time study. Table 2 below provides examples of stages and tests
that may be considered.
Table 2. Examples of stages and tests that may be considered, based on risk assessment
and specific product needs
Stage Examples of tests to be considered
2
Dispensed materials storage Microbial test
Solutions prepared
(including granulating pastes, coating
solutions and coating suspensions)
Physical appearance
Specific gravity
Viscosity
Sedimentation
pH
Microbial test
Granules Description
Assay
Loss on drying
Water content
Particle size distribution
Bulk density
Tap density
Angle of repose
Blend Microbial test
Moisture content
Blend uniformity
Particle size
Bulk/tapped density
Core tablets – uncoated (In bulk
containers)
Description
Hardness
Thickness
Friability
Appearance
2
These parameters are examples. Manufacturers have to identify and justify the selection
of stages and parameters selected or excluded from a hold-time study.
Working document QAS/13.521
page 8
Dissolution
Disintegration
Assay
Degradation products/related substances
(where applicable)
Uniformity of dosage
Units
Microbial test
Coated tablets (in bulk containers) Description
Hardness
Thickness
Friability
Appearance
Dissolution/dissolution profile
Disintegration
Assay
Degradation products/related substances
(where applicable)
Uniformity of dosage units
Moisture content
Microbial test
Hold-time data under specified conditions should demonstrate comparable stability to the
dosage form in the marketed package.
Interim storage of the dosage form in bulk containers should generally not exceed six
months.
***
05.08.2014
Datei
PD
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte in seiner Sitzung am 10. Juni 2014 die Einleitung folgender Stellungnahmeverfahren zur Änderung der Anlagen IX und X der AM-RL beschlossen. Die AM-RL soll wie folgt geändert werden: Änderung der Arzneimittel-Richtlinie in Anlage IX - Festbetragsgruppenbildung o Memantin, Gruppe 1, in Stufe 1 (Neubildung) o Quetiapin, Gruppe 1, in Stufe 1 (Neubildung ) Änderung der Arzneimittel-Richtlinie in Anlage IX und X - Festbetragsgruppenbildung o Urologische Spasmolytika, Gruppe 1, in Stufe 3 (Neubildung) o Aufhebung der Festbetragsgruppen „Oxybutynin, Gruppe 1“ in Stufe 1 und „Trospiumchlorid, Gruppe 1“ in Stufe 1 Der G-BA weist darauf hin, dass die Bezeichnung der Darreichungsformen unter Verwendung der zum Preis-/Produktstand (01.04.2014 bzw. 01.05.2014) aktuellen Liste der „Standard Terms" der Europäischen Arzneibuchkommission (EDQM = European Directorate for the Quality of Medicines) erfolgt. Im Rahmen des Stellungnahmerechts nach § 35 Abs. 2 SGB V besteht die Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 1. August 2014 . Die Stellungnahmen sind – soweit nicht ausdrücklich im Original angefordert – einschließlich Literatur in elektronischer Form (per E-Mail oder per CD/DVD) als Worddatei bzw. PDF-Dateien (Literatur) zu richten an: Gemeinsamer Bundesau sschuss - Unterausschuss „Arzneimittel“ - Wegelystr. 8 - 10623 Berlin - festbetragsgruppen@g-ba.de BAH-Mitgliedsunternehmen können ihre Stellungnahmen bis spätestens Freitag, den 25. Juli 2014 in elektronischer Form an stellungnahme@bah-bonn.de senden. Die Stellungnahmen zu den Richtlinienentwürfen sollten durch wissenschaftliche Literatur im Volltext und durch standardisierte und vollständige Literatur- bzw. Anlagenverzeichnisse ergänzt werden. Der G-BA weist darauf hin, dass nur Literatur, die im Volltext beigefügt ist, bei der Auswertung der Stellungnahmen berücksichtigt werden kann. Der G-BA weist ferner darauf hin, dass mit der Abgabe einer Stellungnahme das Einverständnis verbunden ist, dass diese in den Tragenden Gründen wiedergegeben werden kann, die mit Abschluss der Beratungen im G-BA im Internet zugänglich gemacht werden. Bitte geben Sie in der Betreffzeile Ihrer E-Mail die oben genannte Tranche sowie die Wirkstoffgruppe an.
01.07.2014
Meldung
PD
Verordnung
zur Änderung der Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung*)
Vom 26. März 2008
Auf Grund des § 12 Abs. 1 und 1b, des § 54 Abs. 1
Satz 1 und Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 3 und 4 und
des § 83 Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes in der Fas-
sung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005
(BGBl. I S. 3394), von denen § 54 Abs. 1 Satz 1 durch
Artikel 2 Nr. 15 des Gesetzes vom 20. Juli 2007 (BGBl. I
S. 1574) geändert wurde, verordnet das Bundes-
ministerium für Gesundheit im Einvernehmen mit dem
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie:
Artikel 1
Die Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverord-
nung vom 3. November 2006 (BGBl. I S. 2523) wird
wie folgt geändert:
1. Die Inhaltsübersicht wird wie folgt geändert:
a) Nach Abschnitt 5 wird folgende Angabe einge-
fügt:
„Abschnitt 5a
Sondervorschriften für
Entnahme- und Gewebeeinrichtungen
sowie für Gewebespenderlabore
§ 32 Ergänzende allgemeine Anforderungen
§ 33 Feststellung der Spendereignung und für
die Gewinnung erforderliche Laborunter-
suchungen
§ 34 Gewinnung von Gewebe durch die Ent-
nahmeeinrichtung
§ 35 Transport zur Be- oder Verarbeitung und
Entgegennahme in der Gewebeeinrich-
tung
§ 36 Be- oder Verarbeitung und Lagerung
durch die Gewebeeinrichtung
§ 37 Prüfung von Gewebe und Gewebezube-
reitungen
§ 38 Freigabe durch die Gewebeeinrichtung
§ 39 Inverkehrbringen, Einfuhr und Transport
durch die Gewebeeinrichtung
§ 40 Meldung schwerwiegender unerwünschter
Reaktionen und schwerwiegender Zwi-
schenfälle und Rückruf
§ 41 Aufbewahrung der Dokumentation“.
b) Die bisherigen §§ 32 und 33 werden die §§ 42
und 43.
2. § 1 wird wie folgt geändert:
a) Nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 wird folgende Num-
mer 2a eingefügt:
„2a. Gewebe im Sinne von § 1a Nr. 4 des Trans-
plantationsgesetzes in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 4. September 2007
(BGBl. I S. 2206),“.
b) Nach Absatz 1 wird folgender Absatz 1a einge-
fügt:
„(1a) Auf Entnahme- und Gewebeeinrichtun-
gen sowie Gewebespenderlabore findet Ab-
schnitt 3 dieser Verordnung keine Anwendung.“
3. § 2 wird wie folgt geändert:
a) In Nummer 1 werden die Wörter „vom 1. Juli
1998 (BGBl. I S. 1752), das zuletzt durch Artikel 1
des Gesetzes vom 10. Februar 2005 (BGBl. I
S. 234) geändert worden ist, und andere Blutbe-
standteile, sofern das Blut nicht zur Aufbereitung
oder Vermehrung von autologen Körperzellen im
Rahmen der Gewebezüchtung zur Gewebege-
neration entnommen wird“ durch die Wörter „in
der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Au-
gust 2007 (BGBl. I S. 2169) und andere Blutbe-
standteile“ ersetzt.
b) In Nummer 5 wird nach dem Wort „Wirkstoffe“
ein Komma eingefügt und die Wörter „oder Arz-
neimittel“ durch die Wörter „Arzneimittel oder
Gewebe“ ersetzt.
c) Die Nummern 10 und 11 werden wie folgt ge-
fasst:
„10. ist Gewebeeinrichtung eine Einrichtung, die
die in § 20c Abs. 1 oder § 72b Abs. 1 des
Arzneimittelgesetzes aufgeführten Tätigkei-
*) Diese Verordnung dient zur Umsetzung der
– Richtlinie 2002/98/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Qualitäts- und
Sicherheitsstandards für die Gewinnung, Testung, Verarbeitung,
Lagerung und Verteilung von menschlichem Blut und Blutbe-
standteilen und zur Änderung der Richtlinie 2001/83/EG (ABl. EU
Nr. L 33 S. 30),
– Richtlinie 2004/23/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 31. März 2004 zur Festlegung von Qualitäts- und
Sicherheitsstandards für die Spende, Beschaffung, Testung, Ver-
arbeitung, Konservierung, Lagerung und Verteilung von mensch-
lichen Geweben und Zellen (ABl. EU Nr. L 102 S. 48),
– Richtlinie 2005/61/EG der Kommission vom 30. September 2005
zur Durchführung der Richtlinie 2002/98/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates in Bezug auf die Anforderungen an
die Rückverfolgbarkeit und die Meldung ernster Zwischenfälle
und ernster unerwünschter Reaktionen (ABl. EU Nr. L 256 S. 32),
– Richtlinie 2005/62/EG der Kommission vom 30. September 2005
zur Durchführung der Richtlinie 2002/98/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates in Bezug auf gemeinschaftliche Stan-
dards und Spezifikationen für ein Qualitätssystem für Blutspende-
einrichtungen (ABl. EU Nr. L 256 S. 41),
– Richtlinie 2006/17/EG der Kommission vom 8. Februar 2006 zur
Durchführung der Richtlinie 2004/23/EG des Europäischen Parla-
ments und des Rates hinsichtlich technischer Vorschriften für die
Spende, Beschaffung und Testung von menschlichen Geweben
und Zellen (ABl. EU Nr. L 38 S. 40),
– Richtlinie 2006/86/EG der Kommission vom 24. Oktober 2006 zur
Umsetzung der Richtlinie 2004/23/EG des Europäischen Parla-
ments und des Rates hinsichtlich der Anforderungen an die Rück-
verfolgbarkeit, der Meldung schwerwiegender Zwischenfälle und
unerwünschter Reaktionen sowie bestimmter technischer Anfor-
derungen an die Kodierung, Verarbeitung, Konservierung, Lage-
rung und Verteilung von menschlichen Geweben und Zellen (ABl.
EU Nr. L 294 S. 32).
521Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
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ten ausübt oder die Gewebe oder Gewe-
bezubereitungen aus Mitgliedstaaten der
Europäischen Union oder anderer Vertrags-
staaten des Abkommens über den Europäi-
schen Wirtschaftsraum in den oder aus
dem Geltungsbereich des Arzneimittelge-
setzes verbringt oder ausführt; sofern die
Gewebeeinrichtung auch Gewebe gewinnt,
ist sie auch eine Entnahmeeinrichtung im
Sinne von Nummer 11; sofern die Gewebe-
einrichtung auch die für die Gewinnung er-
forderlichen Laboruntersuchungen durch-
führt, ist sie auch ein Gewebespenderlabor
im Sinne von Nummer 13,
11. ist Entnahmeeinrichtung eine Einrichtung,
die zur Verwendung bei Menschen be-
stimmte Gewebe im Sinne von § 1a Nr. 4
des Transplantationsgesetzes gewinnt, ein-
schließlich aller Maßnahmen, die dazu be-
stimmt sind, das Gewebe in einem be- oder
verarbeitungsfähigen Zustand zu erhalten,
eindeutig zu identifizieren und zu transpor-
tieren,“.
d) In Nummer 12 werden die Wörter „sonstige
Spende in oder durch Gewebeeinrichtungen“
durch das Wort „Gewebespende“ ersetzt.
e) Folgende Nummern 13 bis 19 werden angefügt:
„13. ist Gewebespenderlabor ein Labor, das die
für die Gewebegewinnung erforderlichen
Laboruntersuchungen durchführt,
14. sind Arbeitsplatzbeschreibungen schrift-
liche Festlegungen über die spezifischen
Aufgaben, Zuständigkeiten und Verant-
wortlichkeiten, die den einzelnen Mitarbei-
tern oder Mitarbeiterinnen eines Betriebs
oder einer Einrichtung von ihren jeweiligen
Leitungen zugewiesen wurden,
15. ist Standardarbeitsanweisung (SOP) eine
schriftliche Anweisung zur Beschreibung
der einzelnen Schritte wiederkehrender Ar-
beitsgänge (Standardarbeitsverfahren), ein-
schließlich der zu verwendenden Materia-
lien und Methoden,
16. ist Validierung das Erbringen eines doku-
mentierten Nachweises, der mit hoher
Sicherheit belegt, dass durch einen spezi-
fischen Prozess oder ein Standardarbeits-
verfahren ein Produkt hergestellt wird, das
den vorher festgelegten Spezifikationen
und Qualitätsmerkmalen entspricht,
17. ist Qualifizierung das Erbringen eines doku-
mentierten Nachweises, der mit hoher
Sicherheit belegt, dass ein spezifischer
Ausrüstungsgegenstand oder eine spezi-
fische Umgebungsbedingung für die Her-
stellung eines Produktes, das den vorher
festgelegten Spezifikationen und Qualitäts-
merkmalen entspricht, geeignet ist,
18. sind kritische Herstellungs- oder Prüfver-
fahren Verfahren, die einen signifikanten
Einfluss auf die Qualität oder Sicherheit
der Produkte haben können, und kritische
Zusatzstoffe Materialien, die einen solchen
Einfluss haben können,
19. sind kritische Ausrüstungsgegenstände
oder Geräte solche, die mit den Produkten
in Berührung kommen oder einen anderen
Einfluss auf die Qualität oder Sicherheit der
Produkte haben können.“
4. § 3 wird wie folgt geändert:
a) In der Überschrift und in Absatz 1 Satz 2 werden
jeweils die Wörter „Gute fachliche Praxis“ durch
die Wörter „gute fachliche Praxis“ ersetzt.
b) Absatz 3 wird wie folgt gefasst:
„(3) Absatz 2 findet keine Anwendung auf
Entnahme- und Gewebeeinrichtungen sowie Ge-
webespenderlabore, die ihre Tätigkeiten nach
den Standards der guten fachlichen Praxis aus-
üben.“
5. In § 12 Abs. 1 Satz 5 wird die Angabe „und 2b“
gestrichen.
6. Dem § 13 Abs. 2 wird folgender Satz angefügt:
„Bei Blutstammzellzubereitungen, die nach § 21a
des Arzneimittelgesetzes genehmigt worden sind,
muss die Herstellungsanweisung den Genehmi-
gungsunterlagen entsprechen.“
7. Dem § 14 Abs. 2 wird folgender Satz angefügt:
„Bei Blutstammzellzubereitungen, die nach § 21a
des Arzneimittelgesetzes genehmigt worden sind,
muss die Prüfanweisung den Genehmigungsunter-
lagen entsprechen.“
8. § 20 wird wie folgt geändert:
a) In Absatz 1 Satz 1 werden die Wörter „der mit
dem Stufenplan beauftragten“ durch die Wörter
„der oder des Stufenplanbeauftragten“ ersetzt.
b) Absatz 2 Satz 1 wird wie folgt geändert:
aa) In Nummer 2 werden die Wörter „des Spen-
ders“ durch die Wörter „der spendenden
Person“ ersetzt.
bb) In dem Satzteil nach Nummer 7 werden nach
dem Wort „Jahre“ die Wörter „und die ande-
ren Aufzeichnungen über die Spendenent-
nahme und die damit verbundenen Maßnah-
men gemäß § 11 Abs. 1 des Transfusions-
gesetzes mindestens 15 Jahre“ eingefügt.
c) Absatz 3 wird aufgehoben.
8a. In § 25 Abs. 2 Satz 1 wird die Angabe „§ 16 Abs. 1,
4, 5 und 7“ durch die Angabe „§ 16 Abs. 1 und 4
bis 7“ ersetzt.
8b. In § 25 Abs. 4 Satz 3 wird die Angabe „Satz 1 Nr. 1
und 3 bis 5“ durch die Angabe „Satz 1 Nr. 3 bis 5“
ersetzt.
9. § 31 wird wie folgt geändert:
a) In Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 werden vor dem Wort
„beinhalten“ die Wörter „und bei Blutzubereitun-
gen im Sinne von § 63b Abs. 2 Satz 3 des Arz-
neimittelgesetzes zur Meldung schwerwiegender
Zwischenfälle, schwerwiegender unerwünschter
Reaktionen und zu deren Verdachtsfällen“ einge-
fügt.
522 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
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b) In Absatz 5 Satz 1 Nr. 1 werden nach dem Wort
„erfolgt“ ein Komma und die Wörter „die Labor-
proben vor der Testung ordnungsgemäß ge-
lagert werden“ eingefügt.
c) Folgende Absätze 12 und 13 werden angefügt:
„(12) Unbeschadet des § 19 ist der oder die
Stufenplanbeauftragte dafür verantwortlich,
dass alle Meldungen über schwerwiegende un-
erwünschte Reaktionen, die die Qualität und
Sicherheit der Blutzubereitungen beeinflussen
oder auf diese zurückgeführt werden können,
nach schriftlich festgelegtem Verfahren gesam-
melt, bewertet und der zuständigen Bundes-
oberbehörde oder der zuständigen Behörde ent-
sprechend § 63c des Arzneimittelgesetzes ge-
meldet werden. Satz 1 gilt auch für Verdachts-
fälle solcher Reaktionen. Dabei muss
1. die Erstmeldung alle notwendigen Angaben
enthalten, insbesondere zur Identifizierung
der Blutspendeeinrichtung, der betroffenen
spendenden Person und der Spende, zum
Meldedatum und der Spende, zum Transfu-
sionsdatum, zur Art der vermuteten Reaktion
nach Maßgabe von Anhang II der Richtlinie
2005/61/EG der Kommission vom 30. Sep-
tember 2005 zur Durchführung der Richtlinie
2002/98/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates in Bezug auf die Anforderun-
gen an die Rückverfolgbarkeit und die Mel-
dung ernster Zwischenfälle und ernster uner-
wünschter Reaktionen (ABl. EU Nr. L 256
S. 32); sie muss auch den Grad der Wahr-
scheinlichkeit für einen Zusammenhang zwi-
schen Verabreichung der Blutzubereitung und
der Empfängerreaktion (Zuordnungsstufe) an-
geben,
2. die Erstmeldung konkretisiert werden, sobald
ausreichende Erkenntnisse dafür vorliegen;
insbesondere ist anzugeben, ob die Erstmel-
dung und ihre Zuordnungsstufe hinsichtlich
der Wahrscheinlichkeit für einen Zusammen-
hang zu bestätigen oder ob und gegebenen-
falls in welcher Weise eine Änderung der ers-
ten Einstufung zu vermelden ist; soweit be-
kannt, ist dabei auch der klinische Verlauf
beim Empfänger anzugeben. Bei der Zuord-
nungsstufe soll insbesondere unterschieden
werden, ob ein Zusammenhang ausgeschlos-
sen, unwahrscheinlich, möglich, wahrschein-
lich oder sicher ist oder nicht bewertet wer-
den kann.
Die näheren Einzelheiten, insbesondere zu den
technischen Spezifikationen und Formaten der
Meldungen an die zuständige Bundesoberbe-
hörde, können in einer Bekanntmachung der zu-
ständigen Bundesoberbehörde geregelt werden.
(13) Absatz 12 Satz 1 bis 3 gilt entsprechend
für schwerwiegende Zwischenfälle:
1. Die Erstmeldung muss alle notwendigen An-
gaben enthalten, insbesondere, ob es sich
um Produktfehler, defekte Ausrüstung oder
um menschliches Versagen handelt, und ob
der Fehler bei der Gewinnung, Verarbeitung,
Testung, Lagerung, dem Transport, dem In-
verkehrbringen oder einer anderen Tätigkeit
oder bei Materialien, die bei der Gewinnung,
Testung oder Verarbeitung eingesetzt wur-
den, aufgetreten ist.
2. Die Erstmeldung ist zu konkretisieren, sobald
ausreichende Erkenntnisse dafür vorliegen.
Insbesondere ist die Hauptursache zu analy-
sieren und über getroffene Korrekturmaßnah-
men zu berichten.“
10. Nach § 31 wird folgender Abschnitt 5a eingefügt:
„Abschnitt 5a
Sondervorschriften für
Entnahme- und Gewebeeinrichtungen
sowie für Gewebespenderlabore
§ 32
Ergänzende allgemeine Anforderungen
(1) Das QM-System nach § 3 Abs. 1 muss für
Gewebeeinrichtungen unter Verantwortung der ver-
antwortlichen Person nach § 20c des Arzneimittel-
gesetzes insbesondere
1. gewährleisten, dass alle Arbeitsabläufe, die die
Qualität und Sicherheit der Gewebe und Gewe-
bezubereitungen berühren, sowie die Standard-
arbeitsverfahren in geeigneten Standardarbeits-
anweisungen festgelegt, unter kontrollierten Be-
dingungen durchgeführt und dokumentiert wer-
den,
2. sicherstellen, dass die verwendete Ausrüstung,
die Arbeitsumgebung sowie die Bedingungen
für die Be- oder Verarbeitung sowie der Lage-
rung der Gewebe und Gewebezubereitungen
geeignet sind und regelmäßig kontrolliert wer-
den,
3. ausreichende Verfahren zur Aussonderung und
zum Umgang mit verworfenen Gewebe oder Ge-
webezubereitungen und zur Abfallentsorgung
beinhalten,
4. ausreichende Verfahren zur Rückverfolgbarkeit
sowie zur unverzüglichen Meldung schwerwie-
gender Zwischenfälle, schwerwiegender uner-
wünschter Reaktionen und zu deren Verdachts-
fällen beinhalten,
5. sicherstellen, dass verwendungsfähige Gewebe
und Gewebezubereitungen oder für deren
Sicherheit oder das Rückverfolgungsverfahren
relevante Unterlagen von einer Einrichtung, die
ihre Tätigkeit beendet, an andere Einrichtungen,
die über eine Erlaubnis im Sinne von § 20c des
Arzneimittelgesetzes verfügen, übergeben wer-
den und
6. regelmäßig im Hinblick auf kontinuierliche und
systematische Verbesserungen überprüft und er-
forderlichenfalls angepasst werden.
Wenn Gewebe oder Gewebezubereitungen aus Ein-
richtungen in Ländern bezogen werden, die nicht
Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder an-
dere Vertragsstaaten über den Europäischen Wirt-
schaftsraum sind, muss sich die verantwortliche
Person nach § 20c des Arzneimittelgesetzes rück-
versichern, dass diese Einrichtungen über ein Qua-
litätssystem verfügen, das nach Standards einge-
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richtet ist, die den von der Europäischen Gemein-
schaft festgelegten Standards zumindest gleich-
wertig sind. Abweichend von § 3 Abs. 1 Satz 1
müssen Entnahmeeinrichtungen und Gewebespen-
derlabore über ein an ihre Tätigkeiten angepasstes
System der Qualitätssicherung nach den Grund-
sätzen der guten fachlichen Praxis verfügen. Damit
muss insbesondere die Einhaltung der unter den
Nummern 1, 3 und 4 aufgeführten Anforderungen
gewährleistet werden.
(2) Der Vertrag nach § 9 Abs. 1 einer Gewebeein-
richtung mit der Entnahmeeinrichtung muss insbe-
sondere Einzelheiten über die Spenderauswahl-
kriterien und die Gewebeentnahme und mit dem
Gewebespenderlabor und, soweit verwendet, an-
deren Laboren, die durchzuführenden Laborunter-
suchungen und Prüfungen sowie die erforderliche
Dokumentation nach dieser Verordnung und nach
§ 3 oder § 6 der TPG-Gewebeverordnung beinhal-
ten. Satz 1 gilt entsprechend für die Verfahren zur
unverzüglichen Meldung über Verdachtsfälle
schwerwiegender unerwünschter Reaktionen und
schwerwiegender Zwischenfälle. Die Verträge sind
in der be- oder verarbeitenden Gewebeeinrichtung
in einer vollständigen Liste zu führen und auf Ver-
langen der zuständigen Behörde vorzulegen.
(3) Unbeschadet des § 10 muss durch das
Dokumentationssystem einer Gewebeeinrichtung
mindestens sichergestellt werden, dass
1. die sichere Identifizierung jeder Spende und
jedes daraus hervorgegangenen Gewebes oder
jeder daraus hervorgegangenen Gewebezube-
reitung in jeder Verarbeitungsphase möglich ist
und alle Schritte nachvollziehbar sind,
2. für jede kritische Tätigkeit die entsprechenden
Materialien und Ausrüstungen sowie das aus-
führende Personal identifiziert werden können,
3. die Gewebe oder Gewebezubereitungen nur
dann für die Be- oder Verarbeitung weiterge-
geben oder zum Inverkehrbringen freigegeben
werden, wenn sie allen Anforderungen in den je-
weiligen Spezifikationen entsprochen haben,
4. die Aufzeichnungen zuverlässig sind und nur
Unterlagen Verwendung finden, die von dafür
autorisierten Personen genehmigt wurden, und
die versehentliche Verwendung überholter Fas-
sungen eines Dokuments durch geeignete Maß-
nahmen verhindert wird.
Das Dokumentationssystem muss von der verant-
wortlichen Person nach § 20c des Arzneimittelge-
setzes regelmäßig auf Aktualität und Effizienz über-
prüft werden.
(4) Die Selbstinspektionen nach § 11 Abs. 1 sind
in Gewebeeinrichtungen mindestens alle zwei Jahre
von dafür geschulten und kompetenten Personen
durchzuführen, § 11 Abs. 2 findet keine Anwen-
dung.
§ 33
Feststellung der Spendereignung und für die
Gewinnung erforderliche Laboruntersuchungen
(1) Die Feststellung der Spendereignung in der
Entnahmeeinrichtung und die für die Gewinnung er-
forderlichen Laboruntersuchungen in dem Gewebe-
spenderlabor sind nach vorher erstellten Standard-
arbeitsanweisungen in Übereinstimmung mit der
guten fachlichen Praxis durchzuführen. Dabei sind
insbesondere die Anforderungen nach den §§ 3
bis 6 der TPG-Gewebeverordnung zu beachten.
(2) Die Standardarbeitsanweisungen nach Ab-
satz 1 müssen bei Gewebezubereitungen, die nach
§ 21a des Arzneimittelgesetzes genehmigt wurden,
den Genehmigungsunterlagen entsprechen.
(3) Die für die Laboruntersuchungen angewand-
ten Verfahren sind nach dem Stand von Wissen-
schaft und Technik zu validieren. Kritische Prüfver-
fahren müssen regelmäßig dahingehend bewertet
werden, ob sie noch valide sind und erforderlichen-
falls revalidiert werden. Die Qualität der in Satz 2
genannten Prüfverfahren ist durch regelmäßige Teil-
nahme an einem formalen Leistungstestsystem zu
überprüfen. Für die Laboruntersuchung dürfen nur
Reagenzien und andere Materialien von betriebsin-
tern akzeptierten Lieferanten verwendet werden.
Die Laborreagenzien müssen für ihre Zwecke ge-
eignet sein und vor ihrer Verwendung von einer da-
für qualifizierten Person freigegeben werden.
(4) Die Laboruntersuchungen sind gemäß den
Standardarbeitsanweisungen nach Absatz 1
(Prüfanweisung) durchzuführen und vollständig zu
protokollieren (Prüfprotokoll). Die für die Laborer-
gebnisse im Gewebespenderlabor verantwortliche
Person hat im Prüfprotokoll mit Datum und Unter-
schrift zu bestätigen, dass die Laboruntersuchun-
gen entsprechend der Prüfanweisung durchgeführt
worden sind und die Prüfergebnisse richtig sind.
§ 34
Gewinnung von
Gewebe durch die Entnahmeeinrichtung
(1) § 4 findet für Entnahmeeinrichtungen keine
Anwendung. Das Personal, das das Gewebe ent-
nimmt, muss vor der Ausführung dieser Tätigkeit
erfolgreich eine Schulung nach vorgegebenem Pro-
gramm absolviert haben, an dessen Erstellung ein
klinisches Team, welches sich auf die zu entneh-
menden Gewebe spezialisiert hat und im Falle des
§ 20b Abs. 2 des Arzneimittelgesetzes auch die je-
weilige be- oder verarbeitende Gewebeeinrichtung
oder der Inhaber einer Erlaubnis nach § 13 des Arz-
neimittelgesetzes beteiligt war. Die Schulung muss
auch den Umgang mit den Medizinprodukten für
die Gewebeentnahme beinhalten.
(2) Die §§ 5 und 6 finden für Entnahmeeinrich-
tungen mit der Maßgabe Anwendung, dass die Be-
triebsräume und Ausrüstungen sowie die Hygiene-
maßnahmen geeignet sein müssen, die Eigenschaf-
ten des Gewebes zu schützen, die für seine Ver-
wendung erforderlich sind und das Risiko einer mi-
krobiellen Verunreinigung während der Entnahme
minimieren:
1. Für die Gewebeentnahme sind sterile Medizin-
produkte zu verwenden. Soweit Medizinpro-
dukte erneut angewendet werden, muss deren
Aufbereitung nach § 4 Abs. 2 der Medizinpro-
dukte-Betreiberverordnung erfolgt sein.
524 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
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2. Die Entnahme bei lebenden Spendern muss in
einer Umgebung erfolgen, die dem Ausmaß
und dem Gefährdungsgrad der Eingriffe ange-
passt ist. Die Räume gelten grundsätzlich als ge-
eignet, wenn diese für eine vergleichbare medizi-
nische Behandlung unter Einhaltung der dort
üblichen Anforderungen einschließlich der
Hygienemaßnahmen eingesetzt werden.
3. Die Spendeentnahme bei verstorbenen Spen-
dern soll in sauberen Räumen erfolgen, in denen
der Entnahmebereich mit sterilen Tüchern abge-
deckt wird.
4. Sofern die Gewebeentnahme durch von der Ent-
nahmeeinrichtung entsandtes Personal (mobile
Teams) außerhalb der von der Erlaubnis nach
§ 20b des Arzneimittelgesetzes erfassten Räume
erfolgen muss und die Möglichkeit der Ent-
nahme durch mobile Teams grundsätzlich in der
Erlaubnis vorgesehen ist, finden die Nummern 1
und 3 entsprechende Anwendung.
(3) Die Gewebeentnahme einschließlich aller
Maßnahmen, die dazu bestimmt sind, das Gewebe
in einem be- oder verarbeitungsfähigen Zustand zu
erhalten, zu kennzeichnen und zu transportieren, ist
nach vorher erstellter Standardarbeitsanweisung
(Entnahmeanweisung) unter Beachtung der Anfor-
derungen des § 2 der TPG-Gewebeverordnung
und in Übereinstimmung mit der guten fachlichen
Praxis durchzuführen.
(4) Bei Gewebezubereitungen, die nach § 21a
des Arzneimittelgesetzes genehmigt wurden, muss
die Entnahmeanweisung nach Absatz 3 den Ge-
nehmigungsunterlagen entsprechen.
(5) Die Entnahmeanweisung nach Absatz 3 muss
mindestens folgende Regelungen enthalten:
1. zur Überprüfung der Identität und Feststellung
der Spendereignung,
2. zur Entnahme der Spenden und der Proben für
die Laboruntersuchung sowie zum Umgang mit
dem entnommenen Material, einschließlich
a) der einzusetzenden Ausrüstung,
b) des Verfahrens zur Entnahme und zur Verhin-
derung einer bakteriellen oder sonstigen Kon-
tamination bei der Entnahme, sowie erforder-
lichenfalls weiterer Maßnahmen zur Minimie-
rung von Kontaminationen der Gewebe,
c) zur Angabe des Entnahmeortes, soweit die-
ser außerhalb der von der Erlaubnis erfassten
Räume liegt, und dort erforderlichenfalls ein-
zuhaltender Bedingungen, sowie bei verstor-
benen Spendern zur Dokumentation des Zeit-
raums zwischen Eintritt des Todes und der
Entnahme der Spende,
3. zu Anforderungen an die Spenden- und Proben-
behältnisse sowie an die verwendeten Aufbe-
wahrungs- und Transportlösungen und anderen
Produkte und Materialien, die mit den Spenden
in Berührung kommen und Auswirkungen auf
ihre Qualität und Sicherheit haben können,
4. zur Kennzeichnung der Spenden und der Proben
nach Absatz 6,
5. zu Bedingungen einer Zwischenlagerung der
Spenden oder der Proben bis zu ihrem Transport
zur Be- oder Verarbeitung oder zur Laborunter-
suchung, die geeignet ist, deren Merkmale und
biologischen Funktionen zu erhalten.
Das Entnahmeverfahren muss der spendenden Per-
son und der Art der Spende angemessen sein, die
für ihre Verwendung erforderlichen Eigenschaften
der Gewebe bewahren sowie das Risiko einer mi-
krobiellen Verunreinigung der Spende minimieren.
(6) Die Gewebespenden sind zum Zeitpunkt ihrer
Entnahme mindestens mit folgenden Angaben zu
versehen:
1. Art der Spende und Spenderidentität oder, so-
weit zuerkannt, die von der Entnahmeeinrich-
tung für die spendende Person vergebene Zu-
ordnungsnummer,
2. Tag und, sofern möglich, Uhrzeit der Entnahme,
3. Warnung vor einem möglichen Gefährdungspo-
tenzial,
4. sofern vorhanden, Art der verwendeten Zusätze,
5. bei autologen Spenden der Hinweis „Nur zur au-
tologen Verwendung“ und bei gerichteten Spen-
den die Angaben zum Empfänger.
Sofern die Angaben nach Satz 1 Nr. 2 bis 5 nicht
auf dem Behältnis gemacht werden können, sind
sie in einem Begleitdokument aufzuführen, das
dem Behältnis beigefügt wird. Aus der Kennzeich-
nung der Proben für die Laboruntersuchung müs-
sen insbesondere die Zuordnung zur spendenden
Person zweifelsfrei möglich sein und Angaben über
Ort und Zeit der Probenahme hervorgehen.
(7) Die Gewebeentnahme und die Probenahme
sind gemäß der Entnahmeanweisung nach Absatz 3
durchzuführen und unbeschadet der ärztlichen Do-
kumentationspflichten nach § 8d Abs. 2 des Trans-
plantationsgesetzes vollständig aufzuzeichnen
(Entnahmebericht). Der Entnahmebericht muss
mindestens folgende Angaben enthalten:
1. Name und Anschrift der Gewebeeinrichtung, die
das Gewebe erhalten soll;
2. Spenderidentität mit Angaben zu Familienname,
Vorname, Geschlecht, Tag der Geburt und bei
lebenden Spendern Anschrift oder, soweit zuer-
kannt, die von der Entnahmeeinrichtung für den
Gewebespender vergebene Zuordnungsnum-
mer;
3. Beschreibung und Kennzeichnungscode des
entnommenen Gewebes;
4. Familienname, Vorname und Anschrift des für
die Entnahme verantwortlichen Arztes;
5. Tag, Uhrzeit und Ort der Entnahme sowie die Art
und Weise der Entnahme und einer eventuellen
Zwischenlagerung;
6. bei verstorbenen Spendern Zeitpunkt des Todes,
Beschreibung der Bedingungen, unter denen die
Leiche aufbewahrt wird; sofern eine Kühlung
durchgeführt wird, Zeitpunkt des Beginns und
des Endes der Kühlung;
7. Identifizierung/Chargennummer der verwende-
ten Aufbewahrungs- und Transportlösungen.
525Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
Das Bundesgesetzblatt im Internet: www.bundesgesetzblatt.de | Ein Service des Bundesanzeiger Verlag www.bundesanzeiger.de
Alle Abweichungen im Prozess und von der Fest-
legung der Spezifikation sind zu dokumentieren
und gründlich zu untersuchen. Gegebenenfalls
während der Entnahme aufgetretene Zwischenfälle
sind einschließlich der daraufhin erfolgten Unter-
suchungen ebenfalls zu dokumentieren. Die für die
Entnahme verantwortliche Person hat im Entnah-
mebericht mit Datum und Unterschrift zu bestäti-
gen, dass die Entnahme entsprechend der Entnah-
meanweisung durchgeführt worden ist und die Ge-
webe für die Aufbereitung, Be- oder Verarbeitung,
Konservierung oder Aufbewahrung im Sinne des
§ 8d Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 des Transplantationsgeset-
zes freigegeben sind. Der Entnahmebericht ist der
Gewebeeinrichtung, die das entnommene Gewebe
be- oder verarbeitet, zu übermitteln. Die Anforde-
rungen an die Spenderakte gemäß § 5 der TPG-Ge-
webeverordnung bleiben unberührt.
§ 35
Transport zur Be- oder Verarbeitung
und Entgegennahme in der Gewebeeinrichtung
(1) Der Transport ist nach vorher erstellter
Standardarbeitsanweisung durchzuführen. Das Ver-
fahren muss der Spende angemessen sein und die
Eigenschaften der Gewebe schützen, die für ihre
Verwendung erforderlich sind, sowie das Risiko
einer mikrobiellen Verunreinigung der Spende mini-
mieren. Es muss die Art des Transportbehältnisses
und dessen Kennzeichnung nach Absatz 2, die Mit-
gabe eventueller Proben sowie des Entnahmebe-
richts nach § 34 Abs. 7 an die be- oder verarbei-
tende Gewebeeinrichtung festlegen.
(2) Unbeschadet des § 7 Abs. 3 sind die Behält-
nisse für den Transport des Gewebes zur Be- oder
Verarbeitung mindestens mit folgenden Angaben zu
versehen:
1. „Vorsicht“ und „Gewebe und Zellen“,
2. Anschriften und Telefonnummern der Entnahme-
einrichtung und der Gewebeeinrichtung, die die
Gewebe oder Gewebezubereitungen zur Be-
oder Verarbeitung erhalten soll, sowie die Na-
men der jeweiligen Ansprechpartner,
3. Datum und Uhrzeit des Transportbeginns,
relevante Transport- und Lagerungsbedingun-
gen,
4. Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise für die
Handhabung und die Verwendung.
(3) Die Entgegennahme in der Gewebeeinrich-
tung zur Be- oder Verarbeitung der Gewebe
einschließlich der zugehörigen Unterlagen und Pro-
ben aus den Entnahmeeinrichtungen ist nach vor-
her erstellter Standardarbeitsanweisung durchzu-
führen. Das Verfahren muss insbesondere die Über-
prüfung der
1. Unversehrtheit der Verpackung,
2. Kennzeichnung,
3. Einhaltung der Transportbedingungen sowie
4. der mitgelieferten Dokumentation und, soweit
zutreffend, mitgelieferter Proben
erfassen. Die Gewebe sind in Quarantäne zu halten,
bis über ihre Verwendungsfähigkeit entschieden
worden ist. Soweit sie den Anforderungen nicht
entsprechen, sind sie zu verwerfen. Die Annahme
oder Ablehnung entgegengenommener Gewebe
ist zu dokumentieren.
§ 36
Be- oder Verarbeitung
und Lagerung durch die Gewebeeinrichtung
(1) Unbeschadet des § 4 Abs. 1 muss das Per-
sonal unter Verantwortung der verantwortlichen
Person nach § 20c des Arzneimittelgesetzes über
den rechtlichen und ethischen Zusammenhang sei-
ner Tätigkeit unterrichtet werden. Abweichend von
§ 4 Abs. 2 Satz 1 sind Arbeitsplatzbeschreibungen
für das gesamte Personal vorzuhalten.
(2) Die Betriebsräume und Ausrüstungen nach
§ 5 und die Hygienemaßnahmen nach § 6 müssen
geeignet sein, die Eigenschaften des Gewebes zu
schützen, die für seine Verwendung erforderlich
sind und das Risiko einer mikrobiellen Verunreini-
gung während der Be- oder Verarbeitung minimie-
ren:
1. Soweit die Gewebe während ihrer Be- oder Ver-
arbeitung der Umgebung ausgesetzt werden,
muss dies in einer Umgebung mit festgelegter
Luftqualität und Sauberkeit erfolgen. Die Wirk-
samkeit dieser Maßnahmen ist zu validieren
und zu überwachen.
2. Sofern die Gewebe nach Nummer 1 keinem In-
aktivierungs- oder Sterilisationsverfahren unter-
zogen werden, ist während der Be- oder Ver-
arbeitung ein Luftreinheitsgrad für Keimzahl
und Partikelzahl entsprechend Klasse A der De-
finition des EG-GMP Leitfadens, Anhang 1 (Be-
kanntmachung vom 12. März 2008, BAnz.
S. 1217), mit einer für die Be- oder Verarbeitung
des Gewebes geeigneten Hintergrundumge-
bung, die in Bezug auf Partikel- und Keimzahl
mindestens der Klasse D des Anhangs 1 des
Leitfadens entspricht, erforderlich. Von den An-
forderungen an die Umgebung kann abgewichen
werden, wenn
a) ein validiertes Verfahren zur Inaktivierung der
Keime oder zur Endsterilisation angewendet
wird oder
b) nachgewiesen wird, dass die Exposition ge-
genüber einer Umgebung der Klasse A
schädliche Auswirkungen auf die erforder-
lichen Eigenschaften der Gewebe hat, oder
c) nachgewiesen wird, dass mit der Art und
Weise der Verwendung der Gewebe beim
Empfänger oder bei der Empfängerin ein er-
heblich geringeres Risiko der Übertragung
einer bakteriellen oder Pilzinfektion auf den
Empfänger oder die Empfängerin einhergeht
als bei der Gewebetransplantation, oder
d) es technisch nicht möglich ist, das erforder-
liche Verfahren in einer Umgebung der
Klasse A durchzuführen.
Es ist nachzuweisen und zu dokumentieren, dass
mit der gewählten Umgebung die erforderliche
Qualität und Sicherheit des Gewebes oder der Ge-
webezubereitung erreicht wird, mindestens unter
526 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
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Berücksichtigung des Bestimmungszwecks, der Art
der Verwendung und des Immunstatus des Emp-
fängers oder der Empfängerin.
(3) Alle kritischen Ausrüstungen und Geräte sind
nach vorher erstellten Standardarbeitsanweisun-
gen, die auch Maßnahmen bei eventuellen Fehl-
funktionen festlegen, zu qualifizieren sowie regel-
mäßigen Inspektionen zu unterziehen. Sie sind
nach den Anweisungen des Herstellers vorbeugend
zu warten. Ausrüstungen mit einer kritischen Mess-
funktion sind zu kalibrieren. Neue und reparierte
Ausrüstungen sind bei der Installation zu testen
und vor Gebrauch freizugeben. Die durchgeführten
Tätigkeiten sind zu dokumentieren.
(4) Die Be- oder Verarbeitung, einschließlich
eventueller Inaktivierungsmaßnahmen sowie der
Kennzeichnung und Verpackung, ist nach einer vor-
her erstellten Standardarbeitsanweisung (Be- oder
Verarbeitungsanweisung), die auch kritische Zu-
satzstoffe festlegt, in Übereinstimmung mit der
guten fachlichen Praxis durchzuführen.
(5) Bei Gewebezubereitungen, die nach § 21a
des Arzneimittelgesetzes genehmigt wurden, muss
die Be- oder Verarbeitungsanweisung nach Ab-
satz 4 den Genehmigungsunterlagen entsprechen.
(6) Die Be- oder Verarbeitungsverfahren sind re-
gelmäßig zu bewerten, um sicherzustellen, dass sie
weiterhin die angestrebten Ergebnisse erzielen. Kri-
tische Be- oder Verarbeitungsverfahren einschließ-
lich eventueller Inaktivierungsmaßnahmen sind
nach dem jeweiligen Stand von Wissenschaft und
Technik zu validieren und dürfen die Gewebe oder
Gewebezubereitungen nicht klinisch unwirksam
oder schädlich für die Empfänger werden lassen.
(7) Während aller Be- oder Verarbeitungsstufen
muss aus der Kennzeichnung die Identifizierung
und der jeweilige Status des Gewebes oder der Ge-
webezubereitung sowie die Rückverfolgbarkeit zur
spendenden Person hervorgehen, soweit dies nicht
durch andere Maßnahmen sichergestellt wird. So-
fern es sich um eine autologe oder gerichtete Ge-
webezubereitung handelt, ist auch dies anzugeben.
Gewebe oder Gewebezubereitungen von spenden-
den Personen, die auf Infektionen positiv getestet
wurden oder deren Laboruntersuchungsergebnisse
noch nicht verfügbar sind, sind entsprechend zu
kennzeichnen.
(8) Unbeschadet der Anforderungen des § 10
Abs. 8 Satz 5 und 6 des Arzneimittelgesetzes müs-
sen Gewebe und Gewebezubereitungen vor ihrem
Inverkehrbringen mit folgenden Angaben und Infor-
mationen auf dem äußeren Behältnis und, soweit
verwendet, auf den äußeren Umhüllungen oder in
einem Begleitdokument versehen werden:
1. Beschreibung und, soweit erforderlich, Maße
des Gewebes, Morphologie und funktionelle Da-
ten,
2. Ergebnisse der für die Gewinnung erforderlichen
Laboruntersuchungen,
3. Datum der Abgabe,
4. Lagerungsempfehlungen,
5. Anleitung zum Öffnen des Behälters, der Verpa-
ckung und, soweit erforderlich, zur Handhabung,
6. Verfalldatum nach Öffnung oder nach der vorge-
gebenen Handhabung,
7. soweit zutreffend, Vorliegen potenziell schädli-
cher Rückstände.
Darüber hinaus ist für die Empfänger der Gewebe
oder Gewebezubereitungen eine Anleitung zur Mel-
dung schwerwiegender unerwünschter Reaktionen
oder schwerwiegender Zwischenfälle entsprechend
§ 40 beizufügen.
(9) Die Be- oder Verarbeitung ist gemäß der An-
weisung nach Absatz 4 durchzuführen und voll-
ständig zu protokollieren (Be- oder Verarbeitungs-
protokoll). Alle Abweichungen im Prozess und von
der Festlegung der Spezifikation sind zu dokumen-
tieren und gründlich zu untersuchen. Die für die Be-
oder Verarbeitung verantwortliche Person hat im
Protokoll mit Datum und Unterschrift zu bestätigen,
dass die Be- oder Verarbeitung entsprechend der
Anweisung durchgeführt worden ist. Das Be- oder
Verarbeitungsprotokoll muss eine vollständige
Rückverfolgbarkeit zwischen spendender Person
und Spende sowie daraus gewonnener Zwischen-
und Endprodukte einschließlich der dafür einge-
setzten Materialien und deren Chargenbezeichnun-
gen sowie der jeweiligen Testergebnisse sicherstel-
len, soweit diese Auswirkungen auf die Qualität und
Sicherheit der Gewebe oder Gewebezubereitungen
haben.
(10) Unbeschadet des § 7 muss die Lagerung
nach vorher erstellter Standardarbeitsanweisung
unter kontrollierten Bedingungen erfolgen und ge-
eignet sein, die Qualität der Gewebe und Gewebe-
zubereitungen aufrechtzuerhalten. Für jede Art der
Lagerbedingungen ist die Höchstlagerdauer festzu-
legen. Vor der Freigabe nach § 38 sind die Gewebe
und Gewebezubereitungen verwaltungsmäßig oder
physisch in Quarantäne und von freigegebenen Ge-
weben und Gewebezubereitungen getrennt zu la-
gern. Sofern Gewebe oder Gewebezubereitungen
verworfen wurden, sind diese gesondert zu lagern,
um Verwechslungen und Kreuzkontaminationen zu
vermeiden.
§ 37
Prüfung von
Gewebe und Gewebezubereitungen
(1) Die Prüfung auf Einhaltung der festgelegten
Spezifikation ist nach vorher erstellter Standardar-
beitsanweisung (Prüfanweisung) in Übereinstim-
mung mit der guten fachlichen Praxis durchzufüh-
ren. § 33 Abs. 3 gilt entsprechend.
(2) Bei Gewebezubereitungen, die nach § 21a
des Arzneimittelgesetzes genehmigt wurden, muss
die Prüfanweisung den Unterlagen über die Geneh-
migung entsprechen.
(3) Die Prüfung ist gemäß der Prüfanweisung
nach Absatz 1 durchzuführen und vollständig zu
protokollieren. Alle Abweichungen im Prozess und
von den Festlegungen der Spezifikation sind zu do-
kumentieren und gründlich zu untersuchen. Die für
die Prüfung verantwortliche Person hat im Prüfpro-
tokoll mit Datum und Unterschrift zu bestätigen,
527Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
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dass die Prüfung entsprechend der Prüfanweisung
durchgeführt worden ist und die Ergebnisse richtig
sind.
§ 38
Freigabe
durch die Gewebeeinrichtung
(1) Die Freigabe von Gewebe oder Gewebezube-
reitungen darf nur von der verantwortlichen Person
nach § 20c des Arzneimittelgesetzes und nur nach
von ihr vorher genehmigter Standardarbeitsanwei-
sung vorgenommen werden. Das Verfahren muss
die versehentliche Freigabe der Gewebe oder Ge-
webezubereitungen verhindern, wenn die Voraus-
setzungen nach Absatz 2 nicht erfüllt sind.
(2) Die Freigabe darf nur erfolgen, wenn die
Überprüfung aller dafür erforderlichen Unterlagen
die Übereinstimmung der Gewebe oder Gewebezu-
bereitungen mit ihren Spezifikationen, einschließ-
lich der Endverpackung, bestätigt hat und bei Ge-
webezubereitungen, die der Genehmigungspflicht
nach § 21a des Arzneimittelgesetzes unterliegen,
die Übereinstimmung mit den Genehmigungsunter-
lagen vorliegt.
(3) Die verantwortliche Person nach § 20c des
Arzneimittelgesetzes kann sich nur von Personen
vertreten lassen, die über die Sachkenntnis nach
§ 20c Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes verfügen.
Aus den Aufzeichnungen muss klar hervorgehen,
wer die Freigabe durchgeführt hat.
(4) Die verantwortliche Person nach § 20c des
Arzneimittelgesetzes muss eine Risikobewertung
für solche Gewebe und Gewebezubereitungen vor-
nehmen, die nach ihrer Freigabe noch nicht ausge-
liefert wurden und deren Verfalldatum noch nicht
abgelaufen ist, wenn nachträgliche Erkenntnisse
zu einer Änderung der Gewinnungs-, Be- oder Ver-
arbeitungs- oder der Testverfahren oder der Spen-
derauswahlkriterien oder der Laboruntersuchungs-
verfahren mit dem Ziel einer Qualitätsverbesserung
geführt haben. Die Gewebe und Gewebezuberei-
tungen dürfen nur nach positivem Abschluss der
Risikobewertung und schriftlicher Bestätigung der
Freigabe ausgeliefert werden. Die Risikobewertung
ist zu dokumentieren. Bereits ausgelieferte Gewebe
und Gewebezubereitungen dürfen nur wieder in den
Bestand zurückgenommen werden, wenn sie nach
schriftlich festgelegtem Verfahren beurteilt und als
übereinstimmend mit der Spezifikation eingestuft
wurden.
§ 39
Inverkehrbringen, Einfuhr
und Transport durch die Gewebeeinrichtung
(1) Gewebe und Gewebezubereitungen dürfen
nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie ge-
mäß § 38 freigegeben wurden.
(2) Bei einem Verbringen der Gewebezubereitun-
gen aus einem Mitgliedstaat der Europäischen
Union oder einem anderen Vertragsstaat des Ab-
kommens über den Europäischen Wirtschaftsraum
in den Geltungsbereich des Arzneimittelgesetzes
muss sich die verantwortliche Person nach § 20c
des Arzneimittelgesetzes vor der Freigabe nach
§ 38 insbesondere rückversichern, dass die Voraus-
setzungen nach § 21a Abs. 9 des Arzneimittelge-
setzes erfüllt sind.
(3) Bei einer Einfuhr von Gewebe oder Gewebe-
zubereitungen aus Ländern, die nicht Mitgliedstaa-
ten der Europäischen Union oder andere Vertrags-
staaten des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum sind, muss sich die verantwortli-
che Person nach § 20c des Arzneimittelgesetzes
vor der Freigabe nach § 38 insbesondere rückver-
sichern, dass die Voraussetzungen nach § 72b
Abs. 1 und 2 des Arzneimittelgesetzes erfüllt sind.
§ 32 Abs. 1 Satz 2 bleibt unberührt.
(4) Der Transport ist nach vorher festgelegter
Standardarbeitsanweisung durchzuführen. Das Ver-
fahren muss dem Gewebe oder der Gewebezube-
reitung angemessen sein und die Eigenschaften
des Gewebes oder der Gewebezubereitung schüt-
zen, die für ihre Verwendung erforderlich sind sowie
das Risiko einer mikrobiellen Verunreinigung des
Gewebes oder der Gewebezubereitung minimieren.
(5) Unbeschadet des § 7 Abs. 3 sind die Trans-
portbehältnisse mindestens mit folgenden Angaben
zu versehen:
1. „Vorsicht“ und „Gewebe und Zellen“,
2. Kennung der Gewebeeinrichtung, die die Ge-
webe oder Gewebezubereitungen be- oder ver-
arbeitet hat, sowie der Einrichtung, die die Ge-
webe oder Gewebezubereitungen erhalten soll,
einschließlich ihrer Anschriften und Telefonnum-
mern, sowie
3. relevante Transport- und Lagerungsbedingun-
gen sowie erforderlichenfalls weitere Vorsichts-
maßnahmen und Hinweise für die Handhabung.
§ 40
Meldung
schwerwiegender unerwünschter Reaktionen
und schwerwiegender Zwischenfälle und Rückruf
(1) Unbeschadet des § 13c des Transplantati-
onsgesetzes ist in Entnahmeeinrichtungen im Sinne
des § 20b Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes die dort
in Satz 3 Nr. 1 genannte Person verantwortlich,
dass die betroffenen Gewebeeinrichtungen nach
vorher erstellter Standardarbeitsanweisung über
alle bekannt gewordenen schwerwiegenden uner-
wünschten Reaktionen im Sinne von § 63c Abs. 7
des Arzneimittelgesetzes und entsprechende Ver-
dachtsfälle, die die Qualität und Sicherheit der Ge-
webe oder Gewebezubereitungen beeinflussen
oder auf diese zurückgeführt werden können, un-
verzüglich in Kenntnis gesetzt werden. Absatz 3
Satz 2 gilt entsprechend.
(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Entnahmeein-
richtungen und für Gewebespenderlabore im Falle
von schwerwiegenden Zwischenfällen im Sinne von
§ 63c Abs. 6 des Arzneimittelgesetzes und entspre-
chenden Verdachtsfällen, die im Zusammenhang
mit der Gewinnung oder den für die Gewinnung er-
forderlichen Laboruntersuchungen aufgetreten
sind. Absatz 3 Satz 2 gilt entsprechend.
528 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
Das Bundesgesetzblatt im Internet: www.bundesgesetzblatt.de | Ein Service des Bundesanzeiger Verlag www.bundesanzeiger.de
(3) In Gewebeeinrichtungen ist die verantwort-
liche Person nach § 20c des Arzneimittelgesetzes
dafür verantwortlich, dass alle bekannt gewordenen
Meldungen über schwerwiegende unerwünschte
Reaktionen nach Absatz 1 nach vorher erstellter
Standardarbeitsanweisung gesammelt und bewer-
tet werden. Die Meldungen sind der zuständigen
Bundesoberbehörde oder der zuständigen Behörde
entsprechend § 63c Abs. 2 oder Abs. 3 des Arznei-
mittelgesetzes unverzüglich zu übermitteln. Satz 1
gilt auch für Verdachtsfälle solcher Reaktionen.
Dabei muss
1. die Erstmeldung alle notwendigen Angaben ent-
halten, insbesondere zur Identifizierung der Ent-
nahme- und der Gewebeeinrichtung, des Gewe-
bespenderlabors, der betroffenen spendenden
Person und der Spende, zum Meldedatum sowie
zum Datum der Spendengewinnung und der ver-
muteten Reaktion, zur Art der an der vermuteten
Reaktion beteiligten Gewebe oder Gewebezube-
reitung und der vermuteten Reaktion sowie den
Grad der Wahrscheinlichkeit für einen Zusam-
menhang zwischen Verabreichung des Gewebes
oder der Gewebezubereitung und der Empfän-
gerreaktion,
2. die Erstmeldung konkretisiert werden, sobald
ausreichende Erkenntnisse dafür vorliegen; ins-
besondere ist anzugeben, ob die Erstmeldung
zu bestätigen oder ob und gegebenenfalls in
welcher Weise eine Änderung der ersten Einstu-
fung zu vermelden ist; soweit bekannt, sind da-
bei auch der klinische Verlauf beim Empfänger
oder bei der Empfängerin und eventuelle weitere
Schlussfolgerungen anzugeben, einschließlich
eventueller Korrekturmaßnahmen und Maßnah-
men, die in Bezug auf andere betroffene, zur Ver-
wendung beim Menschen ausgelieferte Gewebe
und Gewebezubereitungen ergriffen wurden.
(4) Absatz 3 Satz 1 bis 3 findet auf schwerwie-
gende Zwischenfälle im Sinne von § 63c Abs. 6 des
Arzneimittelgesetzes entsprechende Anwendung.
Dabei muss:
1. die Erstmeldung alle notwendigen Angaben ent-
halten, insbesondere zur Identifizierung der Ent-
nahme- und der Gewebeeinrichtung, des Gewe-
bespenderlabors, der betroffenen Spende, zum
Meldedatum und zum Datum des schwerwie-
genden Zwischenfalls, ob es sich um Defekte
bei dem Gewebe oder der Gewebezubereitung,
defekte Ausrüstung oder um menschliches Ver-
sagen handelt, und ob der Fehler bei der Gewin-
nung, der für die Gewinnung erforderlichen La-
boruntersuchung, dem Transport zur be- oder
verarbeitenden Gewebeeinrichtung, der Be-
oder Verarbeitung, der Testung, der Freigabe,
der Lagerung, dem Transport, dem Inverkehr-
bringen oder einer anderen Tätigkeit aufgetreten
ist,
2. die Erstmeldung konkretisiert werden, sobald
ausreichende Erkenntnisse dafür vorliegen. Ins-
besondere ist die Hauptursache zu analysieren
und über getroffene Korrekturmaßnahmen zu
berichten.
(5) Die verantwortliche Person nach § 20c des
Arzneimittelgesetzes ist dafür verantwortlich, dass
Gewebe und Gewebezubereitungen, die von Mel-
dungen nach den Absätzen 1 bis 4 betroffen sind
oder betroffen sein könnten, identifiziert, ausgeson-
dert und zurückgerufen werden können. Sie hat
nach schriftlich festgelegtem Verfahren die Not-
wendigkeit eines Rückrufs zu bewerten und die nö-
tigen Maßnahmen innerhalb vorher festgelegter
Zeiträume zu koordinieren sowie die zuständige
Behörde über jeden Rückruf unverzüglich zu unter-
richten und dabei auch mitzuteilen, an welche Ein-
richtungen die Gewebe oder Gewebezubereitungen
ausgeliefert wurden und welche Maßnahmen sie in
Bezug auf andere möglicherweise betroffene Ge-
webe und Gewebezubereitungen ergriffen hat. Die
Wirksamkeit der Verfahren ist regelmäßig zu über-
prüfen.
(6) Die näheren Einzelheiten, insbesondere zu
den technischen Spezifikationen und Formaten
der Meldungen nach den Absätzen 3 und 4 an die
zuständige Bundesoberbehörde, können in einer
Bekanntmachung der zuständigen Bundesoberbe-
hörde geregelt werden.
(7) Über den Inhalt der Meldungen, die Art der
Überprüfung und die dabei gewonnenen Erkennt-
nisse, das Ergebnis der Bewertung, die koordinier-
ten Maßnahmen und die Benachrichtigungen sowie
den Umgang mit zurückgegebenen Gewebe oder
Gewebezubereitungen hat die verantwortliche Per-
son nach § 20c des Arzneimittelgesetzes Aufzeich-
nungen zu führen. Satz 1 gilt für die Personen nach
§ 20b Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 des Arzneimittelgesetzes
entsprechend.
§ 41
Aufbewahrung der Dokumentation
(1) Für die Aufbewahrung von Aufzeichnungen
über die Gewinnung, Laboruntersuchung, Be- oder
Verarbeitung, Prüfung, Freigabe, Lagerung, das
Verbringen in den oder aus dem Geltungsbereich
des Arzneimittelgesetzes, die Einfuhr oder die Aus-
fuhr, das Inverkehrbringen einschließlich der Auslie-
ferung und der endgültigen Bestimmung des Ge-
webes oder der Gewebezubereitung sowie von Auf-
zeichnungen der verantwortlichen Person nach
§ 20c des Arzneimittelgesetzes findet § 15 des
Transplantationsgesetzes Anwendung.
(2) Die Aufbewahrung muss unbeschadet des
§ 14 des Transplantationsgesetzes in einem geeig-
neten Bereich der von der Genehmigung nach
§ 20b oder § 20c des Arzneimittelgesetzes erfass-
ten Räume erfolgen. Die Zugriffsberechtigung zu
den Aufzeichnungen nach Absatz 1 ist durch geeig-
nete Maßnahmen auf dazu befugte Personen ein-
zuschränken.
(3) Für den Fall einer Schließung der Entnahme-
oder Gewebeeinrichtungen oder der Gewebespen-
derlabore, in denen die Aufbewahrung der Doku-
mentation nach Absatz 1 erfolgt, hat der pharma-
zeutische Unternehmer Vorsorge zu treffen, dass
die Dokumentation während der gesamten Aufbe-
wahrungszeit vorgehalten wird.“
529Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
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11. Die bisherigen §§ 32 und 33 werden die §§ 42
und 43.
Artikel 2
Das Bundesministerium für Gesundheit kann den
Wortlaut der Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsver-
ordnung in der vom Inkrafttreten dieser Verordnung an
geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekannt ma-
chen.
Artikel 3
Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung
in Kraft.
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Bonn, den 26. März 2008
D i e B u n d e sm i n i s t e r i n f ü r G e s u n d h e i t
In Vertretung
K . T. S c h r ö d e r
530 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 12, ausgegeben zu Bonn am 4. April 2008
Das Bundesgesetzblatt im Internet: www.bundesgesetzblatt.de | Ein Service des Bundesanzeiger Verlag www.bundesanzeiger.de
05.08.2014
Datei
PD
Working document QAS/10.376/Rev.2
August 2012
RESTRICTED
WHO GUIDELINE ON
QUALITY RISK MANAGEMENT
REVISED DRAFT FOR COMMENT
© World Health Organization 2012
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Please send any request for permission to:
Dr Sabine Kopp, Medicines Quality Assurance Programme, Quality Assurance and Safety: Medicines, Department of
Essential Medicines and Health Products, World Health Organization, CH-1211 Geneva 27, Switzerland. Fax: (41-22) 791
4730; e-mail: kopps@who.int.
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Organization be liable for damages arising from its use.
This draft does not necessarily represent the decisions or the stated policy of the World Health Organization.
Please address any comments on this proposal, by 5 October 2012 to Dr S. Kopp, Medicines Quality
Assurance Programme, World Health Organization, 1211 Geneva 27, Switzerland, fax: (+41 22) 791
4730 or e-mail: kopps@who.int with a copy to gaspardm@who.int.
We will now send out our working documents electronically and they will also be placed on
the Medicines web site for comment. If you do not already receive our draft specifications
please let us have your e-mail address (to bonnyw@who.int) and we will add it to our
electronic mailing list.
Working document QAS/10.376/Rev.2
page 2
SCHEDULE FOR THE PROPOSED ADOPTION PROCESS OF DOCUMENT QAS/10.376:
WHO GUIDELINE ON QUALITY RISK MANAGEMENT
First draft points for consideration prepared by Dr Simon
Mills, UK
May 2010
Review of initial draft points in informal consultation on
quality assurance systems, medicines and risk analysis
4-6 May 2010
Preparation by Dr Mills of more elaborated draft for
circulation
August 2010
Circulation for comments August 2010
Presentation to 45th meeting of the WHO Expert
Committee on Specifications for Pharmaceutical
Preparations
18-22 October 2010
Collation of comments received November-December 2010
Discussion during informal consultation on WHO quality
risk management and quality guidelines
28-30 June 2011
Restructuring and inclusion of all suggestions from the
consultation
August 2011
Contact with experts for additional parts September 2011- August 2012
Presentation to 46th meeting of the WHO Expert
Committee on Specifications for Pharmaceutical
Preparations
10-14 October 2011
Provision of assessment section by Lynda Paleshnuik,
Canada and Simon Mills, United Kingdom
February 2012
Provision of industrial section by Georges France,
IFPMA
March 2012
Writing and rewriting of sections on inspection by André
van Zyl, South Africa
August 2012
Circulation of revision for comments August 2012
Collation of comments received October 2012
Presentation to 47th meeting of the WHO Expert
Committee on Specifications for Pharmaceutical
Preparations
9-12 October 2012
Any further action as necessary
Working document QAS/10.376/Rev.2
page 3
[Note from the Secretariat:
During the informal consultation held on 28-30 June 2011, it was suggested that the WHO
Expert Committee members should consider that the implementation of the general principles
included in this guideline could be rather short; however, regarding the full implementation
of the system and the application of the related tools, this would necessitate a longer
timeframe. The QRM approach was considered by all experts to be a very important part of
quality assurance in the future.
Subsequent to the meeting the document was completely restructured, based on the comments
and advice received prior to and during this consultation.]
CONTENTS
page
1. INTRODUCTION
1.1 Background and scope
1.2 Principles of quality risk management
2. QRM PROCESS
2.1 Initiating a QRM process
2.2 Personnel involved in QRM
2.3 Knowledge of the product and process
2.4 Risk assessment
2.5 Risk control
2.6 Risk review
2.7 Verification of QRM process and methodologies
2.8 Risk communication and documentation
3. QRM APPLICATION FOR PHARMACEUTICALS
3.1 Training and education
3.2 Responsibilities
3.3 QRM application during product development
3.4 QRM application during validation and qualification
3.5 QRM application during commercial manufacturing
3.5.1 QRM integration with key quality system elements
3.5.2 QRM application in product manufacturing operations
4. QRM CONSIDERATIONS FOR MEDICINES REGULATORY AUTHORITIES
4.1 Introduction
4.2 QRM application to inspection strategy
4.2.1 Risk management in inspections
4.2.2 Inspection planning and conduct
4.2.3 Corrective action and preventive action review, and scheduling of
routine inspections
4.2.4 Complaint handling and investigation
4.3 Inspection of QRM at a manufacturing site
4.3.1 Inspection of the QRM methodologies
4.3.2 Inspection of individual risk-based decisions
4.4 QRM applied to dossier review (assessment)
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5. RISK MANAGEMENT TOOLS
6. GLOSSARY
7. REFERENCES
ANNEXES
1. INTRODUCTION
1.1 Background and scope
In most countries compliance with good manufacturing practices (GMP) (1, 2) (including
validation), drug regulatory activities and inspections, together with supply chain controls
throughout the product life-cycle, provide good assurance that risks are largely controlled.
However, where control is less effective, patients may be put at risk through the production of
medicines of inadequate quality. The assessment of individual risks related to specific products
and starting materials and the recognition of hazards at specific stages of production or
distribution should permit regulatory authorities to improve control of medicines by increasing
the effectiveness of their activities within the limits of the available resources. Quality risk
management (QRM) is a process that is relevant to all countries and should provide a rationale to
understand risk and mitigate it via appropriate and robust controls.
The aim of this guideline is to assist the development and implementation of effective QRM
covering activities such as research and development, sourcing of materials, manufacturing,
packaging, testing, storage and distribution. In the past, hazard analysis and critical control point
(HACCP) methodology, traditionally a food safety management system but subsequently applied
to other industries, has been the basis of WHO risk management guidance to the pharmaceutical
industry (3).
Since then international guidance has emerged (2, 4-8) that is of specific relevance to the
pharmaceutical industry and which addresses the full scope of pharmaceutical industry QRM
more effectively than HACCP principles, including how to structure regulatory filings using a
risk-based approach. Consequently, this WHO guideline has been developed as an update of
WHO advice to the pharmaceutical industry, taking account of this new guidance.
In order to protect patients, in terms of quality, safety and efficacy, international medicines
regulatory authorities (MRAs) are recommending pharmaceutical manufacturers to adopt a risk-
based approach to the life-cycle of a pharmaceutical product. Some MRAs are requiring the
adoption of a risk-based approach for certain specific areas in the life-cycle of a pharmaceutical
product, e.g. for environmental monitoring for sterile products manufacturing.
While the choice of the tools to support the QRM approach is optional and may vary, they need
to be appropriate for the intended use.
In return for using this approach, there are potential opportunities for both MRAs and
pharmaceutical manufacturers
(9)
as summarized in the following sections.
a) Quality risk management (QRM) principles can be applied to both MRAs and pharmaceutical
manufacturers:
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page 5
• MRAs: systematic and structured planning of reviews and inspections that are risk-
based. The submission review and inspection programmes can also operate in a
coordinated and synergistic manner.
• Manufacturers: design, development, manufacture and distribution, i.e. the life-cycle
of a pharmaceutical product. QRM should be an integral element of the
pharmaceutical quality system (QRS).
b) Science-based decision-making can be embedded into QRM processes:
• MRAs: decisions regarding review, inspection or inspection frequency should
consider product risk and GMP compliance of the manufacturer. The MRA accepts
residual risks through understanding the QRM decisions involved.
• Manufacturers: quality decisions and filing commitments can be based on science-
based process understanding and QRM (when utilizing the quality by design
approach). Its effective application should offer manufacturers greater freedom on
how to meet principles of GMP, and this, therefore, should encourage innovation.
The control strategy for the process focuses on critical quality attributes and critical
process parameters. Uncertainty can be addressed explicitly.
c) Resources can be focused on risks to patients:
• MRAs: QRM can be used to determine best allocation of inspection resource, both in
terms of product types and for specific areas of focus for a given inspection. This
enables the most efficient and effective scrutiny of the most significant health risks.
Those manufacturers with poor histories of GMP compliance can also be more
closely and frequently evaluated by on-site inspection than those manufacturers with
better records.
• Manufacturers: evaluation of quality risk through science-based decisions can be
linked ultimately to protection of the patient by ensuring the quality, safety and
efficacy of the product. A corporate culture is supported to produce cost-effective
medicines, without compromising quality, while maintaining focus on the patient as a
primary stakeholder in all activities.
d) Restrictive and unnecessary practices can be avoided:
• MRAs: regulatory scrutiny adjusted to level of risk to patients. Improvement and
innovation by manufacturers should be encouraged.
• Manufacturers: instead of having systems designed to inhibit change and minimize
business risk, changes can be managed within a company’s quality management
system. Innovation and the adoption of the latest scientific advances in
manufacturing and technology are supported. Unnecessary testing can be
eliminated, for example, with real-time release testing.
e) Communication and transparency are facilitated:
• MRAs: facilitate dialogue with pharmaceutical manufacturers and clarify to the
industry and the public on how the inspection programme may be adjusted based on
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the risk to patients. Information-sharing between MRAs will contribute to a better risk
management approach globally.
• Manufacturers: matrix team approach, stakeholders kept informed via science-based
decisions. Culture of trust and “one-team” mindset with focus on product and patient.
QRM is the overall and continuing process of appropriately managing risks to product quality
throughout its life-cycle in order to optimize its benefit/risk balance. It is a systematic process
for the assessment, control, communication and review of risks to the quality of the medicinal
product. It can be applied both proactively and retrospectively.
This guideline will align with the general framework described within other current international
guidance on this subject.
1.2 Principles of quality risk management
The two primary principles of QRM are:
• evaluation of the risk to quality should be based on scientific knowledge and
ultimately linked to the protection of the patient; and
• the level of effort, formality and documentation of the QRM process should be
commensurate with the level of risk.
Beside these the following principles are also part of the QRM methodology:
• when applied, processes using QRM methodologies should be dynamic, iterative
and responsive to change; and
• the capability for continual improvement should be embedded in the QRM
process.
This guidance describes the WHO approach to QRM, using the concepts described in ICH Q9
and illustrated in Figure 1 (reproduced from ICH Q9). The emphasis on each component of
the framework might differ from case to case but a robust process will incorporate
consideration of all the elements at a level of detail that is commensurate with the specific
risk.
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Figure 1. Overview of a typical quality risk management process
Risk Review
R
is
k
C
o
m
m
u
n
ic
a
ti
o
n
Risk Assessment
Risk Evaluation
unacceptable
Risk Control
Risk Analysis
Risk Reduction
Risk Identification
Review Events
Risk Acceptance
Initiate
Quality Risk Management Process
Output / Result of the
Quality Risk Management Process
R
is
k
M
a
n
a
g
e
m
e
n
t to
o
ls
Taken from reference 6: ICH Q9: Quality Risk Management. This figure is also available on
the ICH website www.ich.org.
Decision points are not shown in the diagram above because decisions can occur at any point
in the process. These decisions might be to return to the previous step and seek further
information, to adjust the risk models or even to terminate the risk management process based
upon information that supports such a decision. Note: “unacceptable” in the flowchart does
not only refer to statutory, legislative or regulatory requirements, but also indicates that the
risk assessment process should be revisited.
The approach described in this guideline should be used to:
• systematically analyse products and processes to ensure the best scientific rationale is
in place to improve the probability of success;
• identify important knowledge gaps associated with processes that need to be
understood to properly identify risks;
• provide a communication process that will best interface with all relevant parties
involved in the QRM activities ;
• facilitate the transfer of process knowledge and product development history to ease
product progression along the life-cycle and to supplement already available
knowledge about the product;
• enable the pharmaceutical industry to adopt a risk-based approach to development as
described in external regulatory guidance (4-7). The QRM outputs will potentially
serve as reference documents to support product development and control strategy
discussions in regulatory filings.
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Early in development, the purpose of the QRM process is to acquire sufficient product and
process knowledge to assess risks associated with formulation development of the finished
pharmaceutical product (FPP) according to the quality target product profile (QTPP). In
recognizing risks and knowledge gaps, the QRM process plays a significant role in
proactively enabling the prioritization and mitigation of risks. The objective is to develop the
FPP through maximizing product and process knowledge and risk mitigation.
As FPP development progresses, in addition to supporting that development, the purpose of
the QRM process is to determine and manage risks to bioavailability, safety, efficacy and
product quality. QRM in development should differentiate process parameters (PPs) and
quality attributes (QAs) from critical process parameters (CPPs) and critical quality attributes
(CQAs), thereby contributing to the defining and refining of the control strategy.
The long process of product development is inevitably complex and requires the continual
exchange of data, decisions and updates both internally within companies and, where required
with external stakeholders, such as MRAs. A very important aspect of product development
and QRM is the maintenance of an effective and secure knowledge management and
documentation system. Such a system must facilitate transparent communication and the
highlighting of key issues to stakeholders and also possess a well-structured archive. Clearly,
the ability to organize diverse data and information effectively and then retrieve it as required
for updating and further evaluation, for the purposes of process validation as an example,
would be hugely beneficial.
Finally, it should be noted that QRM activities are focused on the product/process development
and product manufacturing, ultimately to ensure a robust, safe and effective FPP. The existence
and effectiveness of the relevant aspects of good clinical practices (GCP), good laboratory
practices (GLP) and GMP should also be assessed when performing QRM activities.
2. QRM PROCESS
2.1 Initiating a QRM process
QRM activities should be performed using systematic processes designed to coordinate,
facilitate and improve science-based decision-making with respect to risk. Possible steps used
to initiate and plan a QRM process might include the following (Ref. ICH Q9):
• define the problem and/or risk question, including pertinent assumptions identifying the
potential for risk;
• assemble background information and/or data on the potential hazard, harm or human
health impact relevant to the risk assessment;
• identify a leader and necessary resources; and
• specify a timeline, deliverables and appropriate level of decision-making for the risk
management process.
2.2 Personnel involved in QRM
The implementing party, i.e. pharmaceutical manufacturer or regulatory authority, should
assure that personnel with appropriate product-specific knowledge and expertise are available
to ensure effective planning and completion of QRM activities. This may be best
accomplished by assembling a multidisciplinary team according to guidance in section 3.2.
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The personnel should be able to:
(a) conduct a risk analysis;
(b) identify and analyse potential risks;
(c) identify, evaluate risks and determine which ones should be controlled and which ones
can be accepted;
(d) recommend and implement adequate risk control measures;
(e) devise procedures for risk review, monitoring and verification.
The objectives and scope of the QRM activities should be clearly defined. The scope should
describe the segment of the process involved.
2.3 Knowledge of the product and process
Any activity of QRM would need to be based on knowledge of the product or processes
concerned, according to the stage of the product life-cycle.
Where necessary, a flow diagram may be helpful, covering all operations and controls in the
process under evaluation. When applying QRM to a given operation, the steps preceding and
following that operation should also be considered. A block-type diagram may be sufficiently
descriptive. Amendments to the flow diagram may be made where appropriate, and should be
documented.
2.4 Risk assessment
When risk assessment is conducted safety and efficacy need to be considered in addition to
the quality concerns.
During the assessment all the risks that may be reasonably expected to occur in the activity
under evaluation should be listed. This is usually applied during its initiation when there is a
change or a concern and may also be applied to existing processes. An analysis should be
conducted to identify which risks are of such a nature that their elimination or reduction to
acceptable levels is essential.
A thorough risk analysis is required to ensure an effective risk control. It should review the
materials, activities, equipment, storage, distribution and intended use of the product.
Typically a list of the potential risks (biological, chemical and physical) which may be
introduced, increased or controlled in each step should be drawn up. In the risk analysis the
following basic questions should be addressed:
- What is the nature of possible risks?
- What is the probability of their occurrence and how easy is it to detect them?
- What are the consequences (the severity)?
It should then be decided which potential risks should be addressed by the QRM activities
and what control measures, if any, should be implemented for each risk. If a risk has been
identified at a step where control is necessary for safety, and no control measure exists at that
step or at any other, the product or process should be modified at that step, or at an earlier or
later stage, to include such a control measure. More than one control measure may be
required to control a specific risk and more than one risk may be controlled by a specified
control measure.
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Options for risk assessment methodologies are described in section 5.
Risk assessment can be facilitated by the use of a decision-tree, which facilitates a logical
approach. The way that a decision-tree is used will depend on the operation concerned, e.g.
production, packing, reprocessing, storage or distribution. The best use of QRM tools is
discussed further in section 5 of this guidance.
Normally, potential risks in relation to the following should be considered:
– materials and ingredients;
– physical characteristics and composition of the product;
– processing procedures;
– microbial limits, where applicable;
– premises;
– equipment;
– packaging;
– sanitation and hygiene;
– personnel – human error;
– utilities;
– supply chain.
The output of a risk assessment is either a quantitative estimate of risk (numeric probability)
or a qualitative description of a range of risk (e.g. high/medium/low) and may be related to a
risk matrix (see section 5). The scoring system and trigger points for mitigating action are
subjective so the rationale for score categorization should be defined in as much detail as
possible. If supported by factual evidence it should be more obvious what mitigating action
is required – the mitigating action is as important as the score assigned. Professional
judgement should be used in interpretation of factual evidence but must be subject to
justification.
Records of risk assessments should be maintained according to the document management
system (see also 2.8).
The expectation of QRM is to assess risks to the product quality and to the patient and then
manage these risks to an acceptable level. It is appropriate for companies to assess their
control systems to implement the optimum controls to ensure product quality and patient
safety. Risk assessment and mitigation in order to achieve cost savings but which could be to
the detriment of the patient is an unacceptable practice (10).
2.5 Risk control
Risk control is a decision-making activity designed to reduce and/or accept risks. It usually
occurs after risk assessment, and at a fundamental level its purpose is to reduce the risk to an
acceptable level.
During risk control activities the following key questions should be asked:
• What can be done to reduce or eliminate risks?
• What is the appropriate balance among benefits, risks and resources?
• Are new risks introduced as a result of the identified risks being controlled?
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Risk control activities usually involve identifying controls and measures which may reduce or
control the risk associated with a failure mode or negative event. Risk control activities can
serve to determine critical process parameters for certain controls, how they will be
monitored, and the level of qualification and validation which may be required, if any, for
such controls.
If risk assessments are conducted and risk controls are employed they should be documented,
subject to change control. If conducted for an ongoing activity it should be subject to periodic
review and the frequency of review should be appropriate for the nature of the activity.
Specific corrective actions should be developed to prevent recurrence of instances where
there have been deviations from established risk control measures, especially for high risks.
These actions should ensure that the risk is brought under control as soon as possible in
compliance with the established deviation handling procedures.
Specific corrective actions should be developed in advance for each identified risk including
what is to be done when a deviation occurs, who is responsible for implementing the
corrective actions, and that a record will be kept and maintained of the actions taken.
2.6 Risk review
Appropriate systems should be in place to ensure that the output of the QRM process is
periodically monitored and reviewed, as appropriate, to assess new information that may
impact on the original QRM decision. Examples of such changes include changes to control
systems, changes to equipment and processes, changes in suppliers or contractors and
organizational restructuring.
Monitoring is the scheduled measurement or observation of a specific risk control measure
relative to its acceptance limits. Monitoring should be recorded.
All records and documents associated with risk review should be signed and dated by the
person(s) carrying out the review and by a responsible official(s) of the quality unit of the
company.
2.7 Verification of QRM process and methodologies
The established QRM process and methodologies need to be verified. Verification and
auditing methods, procedures and tests, including random sampling and analysis, can be used
to determine whether the QRM is working appropriately. The frequency of verification
should be sufficient to confirm the proper functioning of the QRM process.
Verification activities include:
(a) review of the QRM process and its records;
(b) review of deviations and product dispositions;
(c) confirmation that identified risks are kept under control.
Initial verification of the planned QRM activities is necessary to determine whether it is
scientifically and technically sound, that all risks have been identified and that, if the QRM
activities are properly completed, these risks will be effectively controlled.
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Information reviewed to verify the QRM process should include:
(a) expert advice and scientific studies;
(b) in-plant observations, measurements and evaluations.
Subsequent verifications should be performed and documented by a QRM team or an
independent expert, as needed. For example, verifications may be conducted when there is an
unexplained system failure, a significant change in product, process or packaging occurs or
new risks are recognized. Where possible verification should include actions to confirm the
efficacy of all elements of the QRM activities.
In addition, a comprehensive review of the QRM process and specific instances of QRM
application by an independent third party may be useful. This would include a technical
evaluation of the risk analysis and each element of the QRM process and its application as
well as an on-site review of all flow diagrams and appropriate records of the operation of the
QRM activity. Such a comprehensive verification is independent of other verification
procedures and should be performed in order to ensure that the QRM process is resulting in
the control of the risks. If the results of the comprehensive verification identify deficiencies
the QRM process should be modified as necessary.
Individuals doing verification should have appropriate technical expertise to perform this
function.
2.8 Risk communication and documentation
Communication of the QRM process should include key stakeholders. By ensuring that key
stakeholders are engaged in both the data collection process for the risk assessment and the
decision-making for risk control, this will ensure commitment and support for the QRM. The
output of the QRM process and associated risk analysis justifying the approach should be
documented and endorsed by the organization’s quality unit and management. Additionally, this
information should be communicated to stakeholders for their information and to ensure their
support.
There should be a report for every risk assessment, but the level of effort, formality and
documentation will commensurate with the level of risk (2).
Regarding conclusions to a risk assessment the mitigation controls should minimize the
likelihood of risk to patient safety to an acceptable level of assurance, on the understanding that
no risk whatsoever is unlikely in reality. The degree of risk tolerated very much depends on the
circumstances, the proximity to the patient and other controls that might follow the process being
assessed before the product reaches the patient (2). It is expected that risk mitigation plans are
identified and implemented where any risk to patient safety is posed. Companies should take the
holistic view and be mindful that critical issues often arise where multiple failures in systems
occur together so mitigation plans should be sufficiently robust to cover this scenario. Inspectors
will assess if risk assessments underrate the likelihood of occurrence and consequences of
overrating detection such that the patient risk is underestimated. The factual evidence behind
statements should be robust to challenge by inspectors.
All risk assessments performed by an organization should be documented for the purposes of
inspection. This should list and track all key risks as perceived by the organization and
summarize how these have been mitigated. There should be a clear reference to risk assessments
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and a list of risk assessments conducted should be maintained. A management process should be
in place to review QRM – this may be incorporated into the quality management review process.
3. QRM APPLICATION FOR PHARMACEUTICALS
3.1 Training and education
Training of relevant personnel in industry, MRAs and universities in QRM principles and
applications is essential for its effective implementation. Industry employees should
understand what QRM is, possess the skills necessary to apply it properly, and be
appropriately resourced to enable the effective practice of the QRM principles.
In developing the training programme to support QRM activities, working instructions and
procedures should be drawn up which clarify the strategy and define the tasks of all involved
in these activities. Specific training should be provided as required to enhance awareness.
Staff which has responsibility for managing and reviewing risks should receive formal
training in the relevant procedures.
Cooperation between producers, traders and responsible authorities is of vital importance.
Opportunities should be provided for the joint training of industrial staff and MRAs to
encourage and maintain a continuous dialogue and create a climate of understanding in the
practical application of QRM.
The success of QRM depends on educating and training of management and employees in the
importance of QRM in producing and supplying safe pharmaceuticals.
3.2 Responsibilities
Successful application of QRM is dependent on a clear understanding of responsibilities for
all staff involved in the QRM activities. It is recommended that a cross-functional matrix of
assigned responsibilities and accountabilities is drawn up and shared with all relevant
personnel. For example, one may consider the use of techniques such as RACI
(responsibility/accountability/consulted/informed) grids to illustrate a more complete picture
of the communication pathways.
The pharmaceutical manufacturer should assure that appropriate knowledge and expertise are
available for the effective planning and completion of QRM activities. QRM activities are
usually, but not always, undertaken by a matrix of interdisciplinary teams. When teams are
formed they should include experts from the appropriate areas (e.g. quality unit, product
development, engineering, regulatory affairs, production operations, statistics, clinical and
others, such as sales, marketing or legal, as applicable), in addition to individuals who are
knowledgeable about the QRM process.
In this respect it is acceptable for external consultants to participate in the QRM matrix team
where they can provide specific expertise or knowledge. Their role should be justifiable and
clearly defined and resultant accountability must be understood. A technical agreement or
other equivalent document with the consultant may be appropriate where a GMP
responsibility is assumed.
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Similarly, contract staff may become involved to lead or participate in risk assessments, e.g. a
contract authorized person. The extent of involvement and responsibility/accountability must
be documented in a technical agreement or other equivalent document between the individual
and the pharmaceutical company. Regarding the authorized person it is important that a
company’s internal procedures are clear on where the responsibility lies for final approval of
risk acceptance documents.
Effective matrix team leadership is required to take responsibility for coordinating QRM
across various functions and departments of their organization and ensuring that the QRM
activities are adequately defined, planned, resourced, deployed and reviewed. The leader and
team will need to identify critical resources to progress the QRM activities, and also specify a
timeline, deliverables and appropriate levels of decision-making for the QRM process.
3.3 QRM application during product development
The application of QRM procedures evolves through the various stages in development of a
product.
It is important, where possible, to identify risks in the early phases of product development
that could challenge the achievement of the QTPP. The first QRM exercise should be
performed once the QTPP is defined and preformulation work on the drug candidate is
complete. For this stage of a project there may be significant gaps in knowledge. Therefore, it
will be important to apply risk tools that are appropriate for such a situation. These might
include:
• cause and effect diagrams (also known as Ishikawa or Fishbone diagrams);
• flowcharts (e.g. input-process-output (IPO));
• decision-trees;
• fault-tree analysis; and
• relationship matrices.
As the product progresses to later stage development, a more detailed analysis of the risks
associated with both the API and FPP becomes a requirement. Risks would cover concerns
associated with stability, bioavailability and patient safety including any challenges to these
resulting from the manufacturing process (including, for example, API form conversion under
certain conditions of processing).
As product knowledge advances more detailed QRM exercises can be considered,
concentrating on areas considered to be higher priority risk. As the product’s critical quality
attributes (CQAs) become defined, the potential risks arising from each input material (API,
excipients, any device or pack components) and each secondary product unit operation can be
investigated.
Eventually, for the developed FPP the increasingly comprehensive risk assessment will
support a thorough understanding of the product and will enable all key variables to be
identified, understood and controlled.
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3.4 QRM application during validation and qualification
In keeping with the principles of QRM, this guideline recommends that process validation
embraces the product life cycle concept already mentioned. Accordingly, process validation
activities should involve the generation and evaluation of data throughout the development
process into full-scale production that will provide a science-based assurance of consistent
delivery of quality product in the production operation (10, 11, 12).
An important emphasis is that the building of scientific assurance begins early in
development. It is obtained through rational design of experiments and robust evaluation of
data during product/process development through to the commercial production phase at
which time the API and drug product CQAs are well understood and controlled. In this
scenario, validation or (perhaps more appropriately termed) conformance batches just serve to
reinforce the science- or risk-based decisions that have been made as product development
has advanced and should demonstrate good control of all identified critical sources of
variability. Any unplanned variations within a batch or between batches should be evaluated
accordingly, employing suitable statistical tools, e.g. trend analysis, to check on process
control.
A potential advantage of this approach is that there can be flexibility in the number of
validation or conformance batches required for regulatory scrutiny prior to approval. The
traditional number of batches required for validation has been three but, with QRM embedded
in a product’s development process, the number of conformance batches that needs to be
made depends on the depth of knowledge about the process. For very low-volume products,
e.g. orphan drugs, this may preclude the need to manufacture multiple batches. It would be
beneficial for decisions of this nature regarding conformance batches to have an effective
company/MRA dialogue to agree on requirements for a regulatory submission. Until new
approaches to demonstrate validation mature and become widely used, the traditional three-
batch approach to validate a process is still acceptable.
When applicable the principles of QRM should also be applied for qualification activities.
Qualification includes four stages (design qualification (DQ), installation qualification (IQ),
operational qualification (OQ) and performance qualification (PQ)) but most frequently, only
IQ, OQ and PQ are performed by manufacturers. QRM principles can be used to narrow the
scope of IQ, OQ and PQ to cover only the essential elements that can affect product quality. It
can also be used to determine the optimal schedule for maintenance, monitoring, calibration
and requalification.
Most importantly, by the time that a product is ready for commercialization, the
manufacturing company will be expected to have derived sufficient knowledge of the
commercial production process to support that commercialization to the optimized benefit of
and minimized risk to the patient.
3.5 QRM application during commercial manufacturing
QRM principles applied as a process supports science-based and practical decisions when
integrated into commercial manufacturing. In general implementing QRM should not obviate
a manufacturer’s obligation to comply with regulatory expectations (e.g. regulatory
requirements, regulatory filings, inspection commitments, etc.). All QRM activities should be
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structured in a way that allows escalation of risks to the appropriate management level within
the organization. Special focus can be on the risk assessment and risk control of, e.g.:
• product quality risks;
• adverse impact to patient health based on product quality defects;
• product supply interruption to patients;
• GMP and regulatory compliance risks;
• multisite risks;
• multiproduct risks;
• new facility and changes to existing facility, e.g. start-ups, new commercial
manufacturing processes, technology transfers and product discontinuation.
After completion of the risk assessment and risk control activities the outcomes must be
summarized and communicated. The results may be documented in a new or existing report
or they may be included as part of another document approved by appropriate decision-
makers (e.g. site or functional management, system owner, quality unit, etc.). A risk review is
important if new risks or changes to existing risk levels are identified through planned or
unplanned events such as routine operation, changes, complaints, product returns,
discrepancies/deviations, data monitoring, trends, inspections/audits, changes in regulatory
environment, etc. Risk review may also include evaluation of, e.g.:
• effectiveness of risk control activities and actions;
• changes in observed risk levels or existing controls.
In principal there are two focuses when implementing QRM in commercial manufacturing: a
system focus and a product focus.
3.5.1 QRM integration with key quality system elements
Effective QRM can facilitate the “What to do?” and, therefore, support better and more
informed decisions. QRM should be integrated into existing quality system elements and
related business processes and documented appropriately. Situations in which the use of the
QRM process might provide information are beneficial in a variety of operations, e.g.:
• integrated quality management: documentation; training and education; quality
defects; auditing/inspection; change management/change control (includes equipment,
facilities, utilities, control and IT systems); continual improvement/corrective and
preventive actions (CAPA);
• facilities, equipment and utilities: e.g. design; qualification; maintenance and
decommissioning of facility/equipment; hygiene aspects; cleaning of equipment and
environmental control; calibration/preventive maintenance; computer systems and
computer-controlled equipment;
• supplier, materials and contract service management: e.g. assessment and evaluation
of suppliers and contract manufacturers; starting material; use of materials; storage;
logistics and distribution conditions;
• technology transfer: e.g. from development to manufacturing; during commercial
manufacturing between sites; from commercial manufacturing to product
discontinuation.
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3.5.2 QRM application in product manufacturing operations
Effective QRM can facilitate the “How to do?” and, therefore, ensure products will meet
acceptable standards for safety, quality, and compliance.
QRM methodology can support, beside others, the following events to assess and control
quality risks, e.g.:
• production: e.g. manufacturing process risks; validation; in-process sampling and
testing controls; production planning; deviation and investigation management;
change management;
• laboratory control and stability studies: e.g. out-of-specification results; retest
period/expiration date; method transfers;
• packaging and labelling: e.g. design of packages; selection of container-closure
system; label controls;
• storage, transport and distribution: e.g. cold chain.
4. QRM CONSIDERATIONS FOR MEDICINES REGULATORY AUTHORITIES
(2, 9)
4.1 Introduction
A key principle of this guideline is that all MRAs, developing country manufacturing sites
and API manufacturers should demonstrate, wherever appropriate, application of QRM
throughout the product life-cycle for development and manufacturing facilities. Inspectors
will review this QRM system as part of the quality systems section of the inspection (along
with complaints, recalls, deviations, product quality reviews, etc.).
Equally, it is recommended that QRM be applied by the MRAs themselves (reviewers and
inspectorates) as there are clear benefits of a QRM-based review and inspection plan. For
example, inspectors can allocate time and resource commensurate with their perceived
significance of risk in any given situation and can be pragmatic regarding the level of scrutiny
and degree of formality required.
4.2 QRM application to inspection strategy
4.2.1 Risk management in inspections
The inspection section or unit of a medicines regulatory authority should operate within a
written, implemented quality management system (13). Standard operating procedures
(SOPs) should be followed for activities including (but not limited to) inspection planning,
review of corrective and preventive actions after inspections and complaint handling and
investigation. Where appropriate, the procedures and activities during inspection should be in
line with the principles of QRM.
The unit should have a risk management plan (RMP) that describes the philosophy, approach,
procedures and implementation of risk management. The risk management plan should be
reviewed and updated on a rolling basis, or at least annually and should cover all types of
inspections (including GMP, GCP, GLP) and other activities.
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Appropriate risk assessment tools should be used in the process, and the risk assessment for a
site to be inspected should be documented in a risk assessment worksheet. Records should be
maintained.
A metric system should be used for risk ratings, e.g. on a scale from 1 to 3.
4.2.2 Inspection planning and conduct
The frequency and scope of inspections should be determined based on risk assessment that
covers product risk and patient risk.
Risk rating should normally be done only for sites that had been previously inspected. The
risk assessment worksheet should be completed after every inspection. Inspection of a site
that had not been inspected previously may be waived only in cases where a recognition
procedure exists between regulatory inspection units, and where in addition appropriate
evidence of GXP compliance is available that indicates that there is no or acceptable low risk
to products and patients.
Various factors should be considered in the risk assessment exercise, and may be different for
the different types of GXP inspections. Risk factors to be considered depend on the type of
inspection, and may include:
(a) outcome of inspection by another regulatory authority;
(b) outcome of the previous inspection;
(c) complexity of the site (e.g. buildings, utilities);
(d) complexity of the product (e.g. sterile, non-sterile);
(e) type of product (e.g. biological, low dose);
(f) complaints and recalls;
(g) significance of changes (e.g. equipment, key personnel);
(h) results of product testing;
(i) risk to the patient;
(j) complex route of synthesis (API);
(k) polymorphism (API);
(l) biopharmaceutical classification of the product;
The number of inspectors and number of days required for the inspection, as well as the scope
of the inspection, should be determined based on the risk rating of the site inspection.
Inspection reports should contain findings and observations. Departures from GXP should be
classified where appropriate, as “critical, major or minor”.
The unit should have an SOP that describes the classification process. Classification should
be based on risk assessment. The level of risk assigned should be in relation to the nature of
the observation as well as the number of occurrences.
4.2.3 Corrective action and preventive action review, and scheduling of routine inspections
Corrective actions and preventive actions (CAPA) should be requested from a site, following
an inspection. The CAPAs should address the observations included in an inspection report.
Based on the inspection outcome and the acceptability of the CAPA, the risk rating of the site
should be reviewed and recorded.
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Inspection frequency should be defined based on the risk rating. For example, a frequency
can be defined as every 6, 12, 18 or 24 months. (The maximum time interval should be no
more than every 36 months.)
4.2.4 Complaint handling and investigation
Handling and investigation of quality complaints should be done in accordance with a written
SOP.
The scope and depth of the investigation (including whether a desk review or on-site
inspection will be done) should be based on risk assessment.
4.3 Inspection of QRM at a manufacturing site
Note. During inspections, inspectors should assess whether a manufacturer has appropriate
skills, scientific knowledge as well as product and process knowledge for the QRM procedure
being inspected. This is also relevant where a company has made use of contracted parties.
The company’s QRM procedure should be appropriately detailed and should be integrated into
the company’s quality management system. It should cover at least the following areas:
(a) general approach to both planned and unplanned risk assessment – and include scope,
responsibilities, controls, approvals, management systems, applicability and
exclusions;
(b) personnel with appropriate qualifications, experience and training. Their
responsibilities with regard to QRM should be clearly defined;
(c) senior management should be involved in the identification and implementation of
QRM principles within the company;
(d) the risk management procedure(s) for each area of application should be clearly
defined;
(e) quality assurance principles should be applied to QRM-related documentation, e.g.
review, approval, implementation and archiving.
QRM policies and procedures should be clear and the workflow should be systematic and
conducted in a logical order.
The procedure for risk management should be implemented. Manufacturers should identify
significant risks and consider all the relevant data from reliable sources.
Personnel should be trained and assessed in the principles of QRM.
Where appropriate, a team of members of personnel should participate in the QRM processes.
The level of effort and resources used in risk assessment should be appropriate to the importance
of the identified problem. Critical issues should be addressed with appropriate urgency and
formality.
There should be a logical selection of tools for risk assessment. Risk acceptance criteria should
be appropriate. Risk assessments should not underrate the severity, nor overrate detection of
occurrences resulting in underestimating patient risk.
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The risk acceptance criteria should be appropriate for the specific situation in question.
Risk controls should be effective. The company should have a review programme to measure the
efficiency of the measures taken.
Risk-based decision(s) should be science-based and concordant with the predefined acceptance
criteria.
All documentation related to the QRM activities should be completed in a reasonable time frame
and should be accessible.
Risk assessments performed should be reviewed when appropriate, and additional controls
implemented when required.
4.4 QRM applied to dossier review (assessment)
NMRA assessment processes rely on QRM principles in the management of resources (time
and assessors), as well as in the management of product-related risk factors. Efficient
management of resources minimizes the risk that limited resources are not used to best effect,
and ultimately ensures that important products are available in a timely manner. Key factors
to be considered include the prioritization of dossiers, the screening process, identification of
the specific risk factors inherent for a given dossier or dosage form, and allocation of
resources to the various sections of a dossier for a given product. In addition, product-related
risk factors must be managed throughout the lifecycle of the product, for example through
effective communication between assessors and inspectors, and by establishing systems for
dealing with the products after approval.
The prioritization of dossiers should consider the therapeutic needs of the regional population
(disease occurrence, the need for paediatric formulations, combination products, etc.) and the
availability of medicines on the market. Prioritization should be a dynamic process in order
to accommodate emerging issues such as pandemics. Other considerations related to
prioritization based on medical need may include fixed-dose combinations versus single-
ingredient or co-packaged products, extended release products versus twice or thrice daily
dosing products, second-line versus first-line products, flexible dosage forms such as
dispersible tablets and variable dose products such as oral liquids.
The screening process examines the completeness of a dossier. Screening ensures that only
those dossiers that meet minimum standards for completeness are entered into the full
assessment process. Insufficient screening processes allow a lower standard of quality of
dossiers to be accepted for review, significantly increasing assessment time.
Identification of dossier related and product related risk factors allows for the allocation of
proper resources to specific dossiers. Possible risk factors include the experience and track
record of the manufacturer, narrow therapeutic range products, sterile versus non-sterile APIs
and products, API related considerations such as semi-synthetic and fermentation products,
complex routes of synthesis, polymorphism, isomerism and potential genotoxic impurities,
and product related considerations such as the use of novel excipients, the complexity of the
formulation, single-ingredient versus fixed-dose combinations, and special delivery systems
(modified release, transdermal products, inhalation products, etc.). Once risk factors are
identified, resources should be allocated to minimize risk, for example assessors with
expertise related to the identified product-related risk should be assigned to assess the dossier
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whenever possible. When resources allow, organization of assessors may be done according
to specialization, assigning assessors into various product categories (e.g. generic products,
sterile products, solid oral dosage forms, special delivery systems, etc.). This can facilitate
the development of expertise in key areas and promote consistency of review, as well as
ensuring that products requiring specialized knowledge are identified and directed to the
appropriate expertise. Where a high level of risk is identified for a dossier, assignment of
more experienced assessors is required, at minimum on a consultative basis.
The risk level associated with a dossier may change during the course of assessment, for
example rejection of the bioequivalence study will result in additional time required to
conduct and assess additional studies and associated additional quality information. In such a
scenario the risk relates both to the use of additional resources and to increased risk that the
overall product quality may be poor.
Allocation of resources to various aspects/sections of the dossier is an important QRM
consideration, in order to ensure that the resources used are commensurate to the associated
risk level. An understanding of the relative criticality of dossier sections or aspects is
necessary for efficient use of resources. All aspects of the dossier are important to achieve
overall quality, safety and efficacy, however some areas are inherently more critical from a
risk perspective and warrant more time in the assessment process. Examples include the
clinical/bioavailability reviews, API synthesis, specifications and stability studies, FPP
manufacturing details, pharmaceutical development studies including biowaiver justification,
process validation, specifications and stability studies. An example for most simple solid oral
products is that more time should be allocated to the review of manufacturing steps prior to
packaging, compared to the time allotted to review the packaging process.
During the assessment process there should be a standard procedure to communicate to
inspectors those identified issues which may require consideration during inspection. After
approval of a product, QRM principles should be applied to evaluate the impact of proposed
variations or changes. A clear guideline that outlines possible post-approval changes and assigns
an associated risk level is an effective means to achieve this.
5. RISK MANAGEMENT TOOLS
A variety of tools can be used for the purposes of QRM, either alone or in combination. It is
important to note that no single tool or combination of tools is applicable to every situation in
which a QRM procedure is used. Examples of tools are listed in regulatory guidance (6, 8);
neither list is exhaustive. The important criterion for acceptability is that the tool or tools are
used effectively to support the key attributes of a good risk assessment.
The Product Quality Research Institute (PQRI) Manufacturing Technology Committee
(MTC) has produced a summary (10) of common RM principles and best practices, several
working tools to foster consistency in the use of ICH Q9 (6) in day-to-day RM decision-
making, and a series of examples of RM applications currently in use by major
pharmaceutical firms. They have also produced very helpful risk tool training modules for
risk ranking and filtering, failure modes effects analysis (FMEA) (14, 15, 16), hazard
operability analysis (HAZOP) (17) and HACCP (3)
One aspect worth highlighting is the development of a risk matrix to facilitate categorization
of identified risks during the risk assessment phase. In order to prioritize a risk, it is essential
to agree upon its significance. The risk associated with any situation or event can be
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represented as the impact of that event multiplied by the probability of its occurrence; in other
words, how likely is it to happen and how severe would it be if it did happen. Impact and
probability can each be classified, e.g. into 5 levels (1-5) or with a weighting towards the
higher probability and impact ratings (e.g. 1,3,5,7,10, etc.), so that a grid or matrix can be
constructed.
Table 1. An example of a probability versus impact matrix
Impact
Probability Negligible Marginal Moderate Critical Catastrophic
Almost certain 5 10 15 20 25
Likely 4 8 12 16 20
Possible 3 6 9 12 15
Unlikely 2 4 6 8 10
Rare 1 2 3 4 5
The shading in the table represents an example of how the risk values (sometimes called
composite risk indices or risk index values) can be assigned a high, medium or low status.
The definition for each status should be predetermined in the QRM process after
consideration of the specific consequences for the process undergoing risk assessment. These
consequences can be split according to the probability and impact scores, as exemplified in
Table 2.
Table 2. Example of a consequences table for probability and impact
Score Probability Example Score Impact Consequence
1 Rare • Seen every 10-30
years
1 Negligible • No regulatory issue
• No effect on and not
noticeable by patient
2 Unlikely • Seen every 5-10
years
2 Marginal • May require MRA
notification
• Decision to release
product not
compromised
3 Possible • Seen every 1-5
years
3 Moderate • MRA inspection may
identify a major concern
but deficiency quite
easily resolved
• Limited product recall
possible
4 Likely • Seen to occur more
than once a year
4 Critical • MRA inspection may
conclude serious non-
compliance
• Likely product recall
from one or more
markets
5 Almost certain • Seen several times
a year
5 Catastrophic • Enforcement action by
MRA such as consent
decree, product seizure
• Global product recall
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This table is just a very basic example and would need to be customized for the specific
process in question to enable better and practical definition of the consequence categories. It
should be cautioned that the value of a risk matrix does very much rely upon input
information and should only be used by staff with a good understanding of the embedded
judgements and, as such, the resolution of low/medium/high categorization.
As a summary of the common, well-recognized QRM tool options available for the purposes
of this guideline, the following table has been based on the one from the PQRI-MTC report
(10). The list is not comprehensive but it does include some of the more frequently used
approaches.
Table 3. Examples of common risk management tools (based on 10)
Risk management tool Description/attributes Potential applications
Basic tools
Diagram analysis
• Flowcharts
• Check sheets
• Process mapping
• Cause/effect diagrams
• Simple techniques that are commonly
used to gather and organize data,
structure RM processes and facilitate
decision-making
• Compilation of observations, trends
or other empirical information to
support a variety of less complex
deviations, complaints, defaults or
other circumstances
Risk ranking and filtering • Method to compare and
rank risks
• Typically involves evaluation of
multiple diverse quantitative and
qualitative factors for each risk, and
weighting factors and risk score
• Prioritize operating areas or sites for
audit/assessment
• Useful for situations when the risks
and underlying consequences are
diverse and difficult to compare
using a single tool
Advanced tools
Fault tree analysis (FTA) • Method used to identify all root causes
of an assumed failure or problem
• Used to evaluate system or subsystem
failures one at a time, but can combine
multiple causes of failure by
identifying causal chains
• Relies heavily on full process
understanding to identify causal
factors
• Investigate product complaints
• Evaluate deviations
Hazard operability analysis
(HAZOP)
• Tool assumes that risk events are
caused by deviations from the
design and operating intentions
• Uses a systematic technique to help
identify potential deviations from
normal use or design intentions
• Access manufacturing processes,
suppliers, facilities and equipment
• Commonly used to evaluate process
safety hazards
Hazards analysis and critical
control points (HACCP)
• Identify and implement process
controls that consistently
and effectively prevent hazard
conditions from occurring
• Bottom-up approach that considers
how to prevent hazards from
occurring and/or propagating
• Emphasizes strength of preventative
controls rather than ability to detect
• Better for preventative applications
rather than reactive
• Great precursor or complement to
process validation
• Assessment of the efficacy
of CPPs and the ability to consistently
execute them for any process
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Risk management tool Description/attributes Potential applications
Basic tools
Failure modes effects
analysis (FMEA)
• Assumes comprehensive under-
standing of the process and that
critical process parameters (CPPs)
have been defined prior to initiating
the assessment. Tool ensures that
CPPs will be met.
• Assesses potential failure
modes for processes, and the probable
effect on outcomes
and/or product performance
• Once failure modes are
known, risk reduction actions can
be applied to eliminate, reduce or control
potential failures
• Highly dependent upon
strong understanding of product,
process and/or facility under
evaluation
• Output is a relative “risk
score” for each failure mode
• Evaluate equipment and facilities;
analyse a manufacturing process to
identify high risk steps
and/or critical parameters
[Note from the Secretariat: the authors will be contacted regarding copyright of the above
table.]
Another general overview of and references for some of the risk tools that might be brought to
bear in QRM by industry and regulators is provided in Annex 20 (Annex I) of the EU GMP
guideline (2).
6. GLOSSARY
[Note from the secretariat: Glossary will be double-checked against the most up-to-date
definitions in the final version.]
Control strategy (source: ICH Q8)
A planned set of controls, derived from current product and process understanding that assures
process performance and product quality. The controls can include parameters and attributes
related to drug substance and pharmaceutical product materials and components, facility and
equipment operating conditions, in-process controls, finished product specifications, and the
associated methods and frequency of monitoring and control (ICH Q10).
Critical quality attribute (CQA) (source: ICH Q8)
A physical, chemical, biological or microbiological property or characteristic that should be
within an appropriate limit, range, or distribution to ensure the desired product quality.
Finished pharmaceutical product (FPP)
The finished pharmaceutical product always represents a pharmaceutical product after final
release (manufacturing control release, quality control release, packaging control release).
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Formal experimental design (source: ICH Q8)
A structured, organized method for determining the relationship between factors affecting a
process and the output of that process. Also known as “design of experiments”.
Pharmaceutical product
Any preparation for human or veterinary use that is intended to modify or explore
physiological systems or pathological states for the benefit of the recipient.
Pharmaceutical product target profile (PPTP)
A definition of the target properties of the FPP, including dosage form and strength(s), route
of administration and relevant drug release and pharmacokinetic requirements
Planned risk assessment
An assessment that is conducted in advance of an activity, either before any work is
conducted or before further work is conducted. This enables quality to be built into activities
and risk reduced, e.g. design of high containment facilities for manufacture of cytotoxic
products.
Process robustness (source: ICH Q8)
Ability of a process to tolerate variability of materials and changes of the process and equipment
without negative impact on quality.
Product quality research institute (PQRI)
A collaborative process involving the United States Food and Drug Administration (FDA)
Center for Drug Evaluation and Research (CDER), industry and academia. The mission of
PQRI is to conduct research to generate specific scientific information that should be
submitted in a regulatory filing to CDER (but which will be worth consideration for all
MRAs). PQRI member organizations, representing industry, academia, and government,
cover a wide array of scientific issues related to pharmaceutical products. Through its
working groups and technical committees, PQRI tackles projects to ensure the quality, safety
and performance of drug products and produces publications for the public domain based
upon the output of those projects.
Qualification
Action of proving and documenting that any premises, systems and equipment are properly
installed and/or work correctly and lead to the expected results. Qualification is often a part
(the initial stage) of validation, but the individual qualification steps alone do not constitute
process validation.
Quality critical process parameter (source: ICH Q8)
A process parameter whose variability has an impact on a critical quality attribute and,
therefore, should be monitored or controlled to ensure the process produces the desired quality.
Stakeholder
Any individual, group or organization that can affect, be affected by, or perceive itself to be
affected by a risk. Primary stakeholders are the patient, healthcare professional, MRAs and the
pharmaceutical industry.
Unplanned risk assessment
An assessment that is conducted to assess the impact of a situation that has already occurred,
e.g. impact of a deviation from normal ways of working.
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Validation
The collection and evaluation of data, beginning at the process development stage and
continuing through the production phase, which ensure that the manufacturing processes-
including equipment, buildings, personnel and materials are capable of achieving the intended
results on a consistent and continuous basis. Validation is the establishment of documented
evidence that a system does what it is supposed to do.
Verification
The application of methods, procedures, tests and other evaluations, in addition to
monitoring, to determine compliance with the quality risk management activities.
7. REFERENCES
1. Quality assurance of pharmaceuticals. A compendium of guidelines and related
materials. Vol. 2, Second updated edition. Good manufacturing practices and
inspection. Geneva, World Health Organization, 2007; Quality assurance of
pharmaceuticals. A compendium of guidelines and related materials. World Health
Organization, 2011 (CD-ROM) (http://apps.who.int/medicinedocs/en/q/).
2. EudraLex - Volume 4, Good manufacturing practice (GMP) Guidelines;
http://ec.europa.eu/health/documents/eudralex/vol-4/index_en.htm.
3. Application of hazard analysis and critical control point (HACCP) methodology to
pharmaceuticals. In: Quality assurance of pharmaceuticals. A compendium of
guidelines and related materials. Vol. 2, Second updated edition. Good manufacturing
practices and inspection. Geneva, World Health Organization, 2007; Quality assurance
of pharmaceuticals. A compendium of guidelines and related materials. World Health
Organization, 2011 (CD-ROM) (http://apps.who.int/medicinedocs/en/q/).
4. FDA News – GMPs for the 21st Century; M Anisfeld; Industrial Pharmacy, Dec 2004,
I4, P20.
5. ICH Harmonised Tripartite Guideline. ICH Q8(R2): Pharmaceutical Development.
August 2008; http://www.ich.org.
6. ICH Harmonised Tripartite Guideline. ICH Q9: Quality Risk Management
June 2006; http://www.ich.org.
7. Guidance for Industry: PAT – A Framework for Innovative Pharmaceutical
Development, Manufacturing and Quality Assurance. FDA (CDER), September 2004;
http://www.fda.gov/Drugs/default.htm.
8. Pharmaceutical cGMPs for the 21
st
Century – A Risk-Based Approach. FDA (CDER),
September 2004; http://www.fda.gov/Drugs/default.htm.
9. MHRA Guidance: GMP-QRM – Frequently asked questions;
http://www.mhra.gov.uk/Howweregulate/Medicines/Inspectionandstandards/GoodMan
ufacturingPractice/FAQ/QualityRiskManagement/index.htm.
Working document QAS/10.376/Rev.2
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10. Quality Risk Management Principles and Industry case Studies. Frank T et al
(December 2008) sponsored by the Pharmaceutical Quality Research Institute
Manufacturing Technology Committee (PQRI-MTC).
11. EU GMP Requirements – Quality Systems; Boedecker B, Germany; Presentation 20-21
Oct 2009, Ankara, Turkey Ministry of Health.
12. WHO guidelines on quality system requirements for national GMP inspectorates:
http://www.who.int/medicines/areas/quality_safety/quality_assurance/inspections/en/in
dex.html.
13. Guidance for Industry – Process Validation: General Principles and Practices; Nov
2008;
http://www.fda.gov/downloads/Drugs/GuidanceComplianceRegulatoryInformation/Gui
dances/UCM070336.pdf.
14. Failure Mode and Effect Analysis. FMEA from Theory to Execution. 2nd
Edition 2003.
D. H. Stamatis, ISBN 0873895983.
15. Guidelines for Failure Modes and Effects Analysis (FMEA) for Medical Devices. 2003
Dyadem Press, ISBN 0849319102.
16. McDermott R et al (1996) The Basics of FMEA. ISBN 0527763209.
17. IEC 61882 - Hazard Operability Analysis (HAZOP).
Further reading
FDA’s New Process Validation Guidance – A detailed analysis; European Compliance
Academy, Nov 2008; http://www.gmp-compliance.org/eca_news_1402_5699,6013.html.
Validation of analytical procedures used in the examination of pharmaceutical
materials. In: WHO Expert Committee on Specifications for Pharmaceutical
Preparations. Thirty-second report. Geneva, World Health Organization, 1992.
Annex 5 (WHO Technical Report Series, No. 823); Quality assurance of pharmaceuticals. A
compendium of guidelines and related materials. Vol. 2, Second updated edition. Good
manufacturing practices and inspection. Geneva, World Health Organization, 2007; Quality
assurance of pharmaceuticals. A compendium of guidelines and related materials. World
Health Organization, 2011 (CD-ROM) (http://apps.who.int/medicinedocs/en/q/).
***
05.08.2014
Datei
PD