Ebenso alarmierend waren die Ergebnisse zur Frage bezüglich der persönlichen Versorgung mit Medikamenten. Knapp 40 Prozent der Befragten befürchten, dass eine verlässliche Bereitstellung aktuell nicht sichergestellt ist. Ein Warnsignal stellt laut Umfrage auch die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den Apotheken dar. So gab fast jeder zweite Befragte (47,1 Prozent) an, im letzten halben Jahr nicht die gewünschten Medikamente in der Apotheke erhalten zu haben.
Pharma Deutschland befürchtet, dass das geplante GKV-Spargesetz den bestehenden Druck auf die Versorgung weiter erhöhen könnte. Denn nicht nur die pharmazeutische Versorgungslage bietet Anlass zur Sorge. Große Herausforderungen sehen die Befragten auch in der medizinischen Versorgung selbst: 42,6 Prozent der Befragten nennen die hausärztliche Versorgung als drängendes Problem in ihrem persönlichen Umfeld. Auch die psychische Gesundheitsversorgung wird von 35,7 Prozent als kritisch bewertet, gefolgt von der physischen fachärztlichen Versorgung (33,8 Prozent) und der Krankenhausversorgung (29,5 Prozent).
„Ein derart niedriger Vertrauenswert ist ein deutliches Warnsignal für die Gesundheitspolitik. Die Umfrage zeichnet das Bild einer Bevölkerung, die erhebliche Defizite im Gesundheitssystem wahrnimmt und zunehmend an dessen Leistungsfähigkeit zweifelt. In dieser Situation sollte der Fokus nicht einseitig auf Einsparungen liegen, sondern vor allem auf einer stabilen und verlässlichen Versorgung für die Patientinnen und Patienten.“
Die Umfrage-Ergebnisse fallen in eine Phase weitreichender gesundheitspolitischer Entscheidungen. Der Entwurf des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sieht zahlreiche kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung vor.
