30.07.2026, 12:37 Pressemeldung

Trumps Handelspolitik gefährdet Arzneimittelversorgung und Pharmaproduktion

Pharma Deutschland kritisiert Wirrwarr um Zollregelungen für Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe
  • Gesellschaft & Politik
  • Produktion & Versorgung
Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
US-Präsident Trump und Jerome Powell (ehemaliger Chef der US-Notenbank Federal Reserve) im Oval Office. Links im Hintergrund ist eine Infotafel zu Medikamentenpreisen aufgebaut. (c) The White House
Die US Regierung setzt ihre Reihe handelspolitischer Zumutungen gegenüber dem Ausland mit unmittelbaren Folgen für den internationalen Arzneimittelhandel und die mittelfristige Qualität der Arzneimittelversorgung in Deutschland fort. Mit dem Inkrafttreten der ersten Section-232-Maßnahmen für Arzneimittel am 31. Juli treten neue Zollregelungen für patentgeschützte Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe in Kraft, die ausgewählte deutsche und europäische pharmazeutische Exporte in die USA mit zusätzlichen Abgaben belegen könnten.

Mit dem Inkrafttreten der neuen Maßnahmen schafft die US-Regierung ein zunehmend komplexes Nebeneinander verschiedener Zollregime und Ausnahmeregelungen. Zwar wurden die ursprünglich angekündigten Zollsätze für europäische Produkte durch die jüngsten Vereinbarungen zwischen der EU und den USA begrenzt, die handelspolitische Unsicherheit bleibt jedoch bestehen.

„Die Kombination aus Sonderzöllen, politisch motivierten Untersuchungen gegen deutsche Arzneimittelpreise und ständig neuen Ankündigungen des US‑Präsidenten schafft ein Klima permanenter Unsicherheit. Während Pharmaunternehmen und Behörden in Deutschland und Europa noch dabei sind, geordnete Verfahren für die aktuellen Regelungen zu finden, spekuliert Trump über neue Maßnahmen wie Strafzölle auf Generika“, erklärt Pharma Deutschland Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann.

„Unternehmen können unter diesen Bedingungen keine langfristigen Investitions- und Lieferentscheidungen treffen. Dass mit der Planungsunsicherheit auch die Versorgungssicherheit leidet und die US-Politik damit früher oder später auch Auswirkungen auf unsere eigene Arzneimittelversorgung haben wird, muss jedem klar sein.”
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

Die jetzigen Maßnahmen der US‑Regierung treffen in erster Linie die Versorgung amerikanischer Patientinnen und Patienten, können aber mittelbar auch die Arzneimittelversorgung in Deutschland beeinträchtigen. Wenn Unternehmen infolge neuer Zölle und handelspolitischer Unsicherheiten Produktions- und Lieferketten umstrukturieren oder Investitionen verschieben, kann dies globale Lieferketten für Wirkstoffe und Fertigarzneimittel beeinträchtigen. Die Folge können Engpässe, steigende Kosten und eine geringere Resilienz der Arzneimittelversorgung sein, mit spürbaren Auswirkungen auch für Europa und deutsche Patientinnen und Patienten. Hinzu kommt, dass die politisch aufgeladene Debatte über Arzneimittelpreise und Handel mit Deutschland Investitionsentscheidungen in gemeinsame Produktionskapazitäten bremst. Genau diese Kapazitäten sind jedoch zentral, um Engpässe zu vermeiden, etwa bei komplexen oder neuartigen Therapien, bei denen es nur wenige globale Anbieter gibt. Damit wächst das Risiko, dass neben den aktuellen Sparmaßnahmen auch internationale Spannungen im Arzneimittelhandel langfristig auch hierzulande die Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel einschränken.

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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