28.08.2026, 12:33

Stadt-Land-Unterschiede in den medizinischen Versorgungsbereichen

Während die Sorge um viele Versorgungsbereiche in dicht besiedelten Regionen sinkt, sehen viele Menschen gerade in Großstädten Herausforderungen bei der psychischen Gesundheitsversorgung.
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Autor:innen
Celina Weyreuther
Wie Menschen die medizinische Versorgung in ihrer unmittelbaren Umgebung bewerten, hängt deutlich mit der Bevölkerungsdichte zusammen. Je dichter ein Wohnort besiedelt ist, desto positiver bewerten Menschen in Deutschland das ärztliche Angebot und die Krankenhausversorgung. Umgekehrt verhält es sich bei der psychischen Gesundheitsversorgung. Berlin steht dabei exemplarisch für die Chancen und Herausforderungen der Gesundheitsversorgung in der Großstadt. Pharma Deutschland blickt vor Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September auf die Versorgungslage in der Hauptstadt.

Bundesweit zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und der Bewertung der ärztlichen Versorgung. Der Pharma Deutschland Gesundheitsmonitor zeigt: In sehr dünn besiedelten Gebieten halten rund 34 Prozent der Befragten das Angebot an Ärztinnen und Ärzten für ausreichend. In sehr dicht besiedelten Regionen steigt dieser Anteil auf etwa 71 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Unzufriedenen von rund 52 auf etwa 20 Prozent.

Auch Berlin profitiert von einer hohen Versorgungsdichte. 65 Prozent der Berlinerinnen und Berliner bewerten das Angebot an Ärztinnen und Ärzten als ausreichend. Damit liegt die Hauptstadt gemeinsam mit Hamburg bundesweit an der Spitze. Ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 52 Prozent liegen Bremen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Zugleich zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. In den ostdeutschen Bundesländern bewerten im Durchschnitt 40 Prozent der Befragten das ärztliche Angebot als ausreichend, 47 Prozent äußern sich unzufrieden. In Westdeutschland fällt die Einschätzung günstiger aus: 55 Prozent sind zufrieden, 34 Prozent unzufrieden. Insgesamt wird die wohnortnahe ärztliche Versorgung im Osten deutlich kritischer bewertet als im Westen.

Bei der Arzneimittelversorgung sind die Unterschiede nach Bevölkerungsdichte weniger ausgeprägt, aber ebenfalls erkennbar. Sorgen um die persönliche Medikamentenversorgung sind in allen Regionen vorhanden, in sehr dicht besiedelten Gebieten sinkt ihr Anteil aber sichtbar auf 34,7 Prozent. Gleichzeitig geben dort etwa 55,9 Prozent an, keine Sorgen zu haben.

In Berlin sorgen sich 37,6 Prozent der Befragten um ihre Medikamentenversorgung, in Hamburg sind es 33,5 Prozent und in Bremen 38,8 Prozent. Zwischen Ost- und Westdeutschland fällt der Unterschied bei den Sorgen gering aus (41,1 Prozent in den ostdeutschen gegenüber 37,9 Prozent in den westdeutschen Bundesländern). Deutlicher unterscheiden sich die Anteile derjenigen, die sich keine Sorgen machen: Im Osten liegt dieser Wert bei 42,7 Prozent, im Westen bei 51,0 Prozent.

Der Gesundheitsmonitor zeigt weiterhin, dass nicht alle Versorgungsbereiche dem gleichen Stadt-Land-Muster folgen. So nimmt die Sorge um die Krankenhausversorgung mit steigender Bevölkerungsdichte deutlich ab. Während in sehr dünn besiedelten Regionen 39,3 Prozent der Befragten hier Herausforderungen sehen, sind es in sehr dicht besiedelten Gebieten nur 21,8 Prozent. In Berlin sehen nur 19,6 Prozent der Befragten Herausforderungen in der Krankenhausversorgung. Dies unterstreicht die Vorteile einer dichten Kliniklandschaft und kurzer Wege zu stationären Angeboten.

Anders fällt die Einschätzung bei der psychischen Gesundheitsversorgung aus. Hier steigt der Anteil derjenigen, die Herausforderungen sehen, mit der Bevölkerungsdichte von 31,5 Prozent in sehr dünn besiedelten Gebieten auf 44,0 Prozent in sehr dicht besiedelten Regionen. Berlin erreicht mit 41 Prozent ebenfalls einen hohen Wert. Die Ergebnisse zeigen, dass ein dichtes Versorgungsangebot nicht automatisch dazu führt, dass Menschen einen unkomplizierten Zugang zu psychotherapeutischer oder psychiatrischer Hilfe erleben. Gerade in Großstädten stehen einer hohen Zahl zugelassener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten häufig ausgelastete Praxen und längere Wartezeiten gegenüber.

Berlin hat rund 3,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit das am dichtesten besiedelte Bundesland Deutschlands. Die aktuelle Landesregierung besteht aus CDU und SPD, Regierender Bürgermeister ist Kai Wegner (CDU). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September.

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Celina Weyreuther

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