Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Ärzteschaft, Apotheken, Krankenkassen und Pharmaindustrie wurden die Chancen und Voraussetzungen für mehr gesundheitliche Eigenverantwortung intensiv diskutiert. Ziel war es, den Startpunkt für einen Aktionsplan für mehr Selbstmedikation in Baden-Württemberg zu setzen.
Dr. Traugott Ullrich, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg Pharma Deutschland, betonte die Vorteile einer verantwortungsvollen, heilberuflich begleiteten Selbstmedikation bei leichten Erkrankungen. Patientinnen und Patienten können gesundheitliche Beschwerden niedrigschwellig behandeln oder ihnen vorbeugen. Apotheken übernehmen eine wichtige Funktion bei Beratung und Orientierung, Arztpraxen gewinnen Kapazitäten für Menschen mit komplexeren Erkrankungen und höherem Behandlungsbedarf.
„Wenn wir die Potenziale der Selbstmedikation besser nutzen wollen, müssen wir die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken, die Beratung in den vor Ort Apotheken weiter fördern und Selbstmedikation gesundheitspolitisch stärker in den Blick nehmen. Angesichts ihres Nutzens für Patientinnen und Patienten sowie für das Gesundheitssystem bekommt sie in der politischen Diskussion bislang zu wenig Aufmerksamkeit.“
Gesundheitskompetenz sollte aus Sicht der Teilnehmenden möglichst früh vermittelt werden. Kinder und Jugendliche sollten ein grundlegendes Verständnis für Themen wie Gesundheit, Bewegung, Ernährung, soziale Beziehungen und den verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten entwickeln. Gesundheitswissen leiste einen wichtigen Beitrag für Lebensqualität, Eigenverantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch Dr. Michael Preusch MDL, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, sprach sich dafür aus, Gesundheitsbildung und Erste Hilfe stärker im Schulalltag und in Lehrplänen zu verankern.
Information und Zusammenarbeit sind wichtig für eine Stärkung der Selbstmedikation, hob auch Dr. Norbert Smetak, Vorstandsvorsitzender MEDI Baden-Württemberg e.V., hervor. Er unterstrich die Bedeutung von Kommunikation zwischen Patient, Arzt und Apotheke. Insbesondere bei chronisch erkrankten Menschen und Personen mit Dauermedikation müsse bekannt sein, welche rezeptfreien Arzneimittel zusätzlich eingenommen werden. Nur so könnten mögliche Wechselwirkungen frühzeitig erkannt werden. Patientensicherheit müsse dabei stets oberste Priorität haben.