Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurden zuletzt drastische Sparmaßnahmen beschlossen. Instrumente, wie der erhöhte Herstellerrabatt, zusätzliche Rabattverträge für patentgeschützte Arzneimittel sowie die Verschärfung der Preis-Mengen-Regelungen im AMNOG stellen die bisherige nutzenbasierte Preisfindung in Frage und erhöhen das Versorgungsrisiko, bremsen Innovationen in Forschung und Entwicklung und gefährden langfristig notwendige Innovationen am Standort Deutschland.
Vor diesem Hintergrund begrüßt Pharma Deutschland zwar grundsätzlich die Fortsetzung des Pharma- und Medizintechnik Dialogs, stellt allerdings klar, dass notwendige selektive Anpassungen im AMNOG-Verfahren die neu geschaffenen verschlechterten Rahmenbedingungen für pharmazeutische Unternehmen in keiner Weise kompensieren können. Insbesondere nicht, da die Neuregelungen das AMNOG allesamt entwerten.
“Um Patientinnen und Patienten auch künftig mit neuen Arzneimitteltherapien versorgen zu können ist mehr nötig, als längst überfällige Harmonisierung und selektive bürokratische Erleichterungen vornehmen zu wollen.”
Für Donnerstag, den 3. September 2026 hat das Bundesgesundheitsministerium zu einer vertieften Diskussion geladen. Mit dem Zulassungsverfahren, der EU-HTA und der nationalen Bewertungen im Rahmen des AMNOG sind bereits heute drei unterschiedliche hoch komplexe und ressourcenintensive Verfahren zu durchlaufen, die dringend einer Harmonisierung bedürfen. Insbesondere die Diskrepanz bei der Berücksichtigung besonderer Therapiesituationen zwischen Zulassungsbehörden und dem Gemeinsamem Bundesausschuss muss dringend angeglichen werden.