*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern
83,6 Prozent der Befragten aus Mecklenburg-Vorpommern sind mit der regionalen Apothekenversorgung zufrieden, so zeigt es der Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland. Gleichzeitig bleibt das Potential der Apotheken bislang ungenutzt. Am häufigsten werden Apotheken zum Einlösen von Rezepten sowie zum Kauf rezeptfreier Arzneimittel aufgesucht. Deutlich seltener nutzen die Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern weitergehende Angebote: Nur 2,4 Prozent der Befragten haben sich nach eigenen Angaben in den letzten zwei Jahren in einer Apotheke impfen lassen und lediglich 0,6 Prozent haben dort Messungen wie Blutdruck- oder Blutzuckerkontrollen in Anspruch genommen. Beide Werte liegen unter dem Bundesdurchschnitt.
*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern
Im Januar 2026 hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern ein Gesetz gegen die medizinische Unterversorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen beschlossen. Es erweitert das bestehende Landarztgesetz, sodass weitere Studienplätze auch an angehende Apothekerinnen und Apotheker vergeben werden können, sofern sie sich für mindestens zehn Jahre verpflichten, in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region in Mecklenburg-Vorpommern tätig zu sein.
Ende 2025 lag Mecklenburg-Vorpommern mit 22,6 Apotheken je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zwar leicht über dem Bundesdurchschnitt von 21, entscheidend ist aber auch die regionale Verteilung. Menschen die ländlich oder mit eingeschränkter Mobilität leben, sowie ältere Menschen sind von Apothekenschließungen besonders betroffen.
Apotheken sind gerade dort wichtig, wo haus- oder fachärztliche Versorgungsangebote schwieriger erreichbar sind. Sie sichern nicht nur die Abgabe von Arzneimitteln, sondern beraten zu Wechselwirkungen und richtiger Anwendung, prüfen Medikationspläne und unterstützen bei kleineren akuten Beschwerden. Mecklenburg-Vorpommern verfügt zwar bundesweit über die höchste hausärztliche Versorgungsdichte, doch gelten bereits einige Bereiche als drohend unterversorgt. Die Zahl unbesetzter hausärztlicher Versorgungsaufträge und die Altersstruktur der Ärzteschaft zeigen, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter zuspitzen kann. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung über die vielfältigen Beratungs- und Versorgungsangebote der Apotheken vor Ort zu informieren und diese stärker sichtbar zu machen. Gerade in Regionen mit drohenden Versorgungsengpässen können Apotheken einen wichtigen Beitrag zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung leisten. Entsprechend wichtig ist es, ihre Angebote stärker bekannt zu machen.
Mecklenburg-Vorpommern hat rund 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die aktuelle Landesregierung wird von einer Koalition aus SPD und Die Linke getragen, Ministerpräsidentin ist Manuela Schwesig (SPD). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld der Wahl am 20. September.