Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von Herrn Professor Rolf Baß, einem herausragenden Wissenschaftler, engagierten Lehrer und bedeutenden Wegbereiter in der Pharmakologie und Toxikologie. Herr Professor Baß war langjähriger Lehrbeauftragter des MDRA-Studiengangs und Träger der Walter-Cyran-Medaille – eine Anerkennung seines außerordentlichen Engagements und seiner wissenschaftlichen Exzellenz.
Sein beruflicher Werdegang war geprägt von internationalem Wirken und bedeutenden Beiträgen zur Arzneimittelzulassung und -sicherheit. Nach seiner medizinischen Ausbildung in Deutschland sowie seiner Spezialisierung in Physiologischer Chemie an der Johns Hopkins School of Medicine, forschte er an der Freien Universität Berlin in den Bereichen Pränataltoxikologie, Pharmakologie und Klinische Pharmakologie. Seine akademische Laufbahn führte ihn bis zum apl Professor für Pharmakologie und Toxikologie, in deren Rahmen er auch die Habilitation erwarb.
Seine Tätigkeit beim Bundesgesundheitsamt (BGA) und dem späteren Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie seine führende Rolle bei der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde European Medicines Agency (EMEA) - heute EMA - waren geprägt von wegweisenden Entwicklungen: Er war maßgeblich an der Entwicklung europäischer präklinischer Leitlinien beteiligt und hat die ICH-Leitlinie zur pränatalen Toxikologie mitgestaltet. Als erster Leiter der Abteilung Human Medicines bei der EMEA in London - heute EMA mit Sitz in Amsterdam - sowie später als Leiter der Abteilung Internationale Angelegenheiten beim BfArM in Bonn trug er maßgeblich dazu bei, europäische Standards im Arzneimittelbereich zu etablieren.
Sein Engagement ging über die Grenzen Deutschlands hinaus: Als Delegierter der EU-Kommission beriet er das polnische Gesundheitsministerium bei der Erreichung europäischer Standards. Nach seinem Ruhestand beim BfArM im Jahr 2006 setzte er seine akademische Tätigkeit als Visiting Professor für Pharmazeutische Medizin an der Universität Basel fort und war weiterhin in Lyon tätig sowie als Berater aktiv.
Herr Professor Baß hinterlässt eine bedeutende wissenschaftliche und pädagogische Erbschaft. Sein unermüdliches Wirken hat die Pharmakologie und Toxikologie in Deutschland und Europa nachhaltig geprägt. Wir verlieren mit ihm einen außergewöhnlichen Wissenschaftler, einen inspirierenden Lehrer und einen geschätzten Kollegen.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden sowie all jenen, die ihn kannten und schätzten.