Erste umfassende Datenbasis zu einer vulnerablen Zielgruppe
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung traditionell nicht nur für Senioren, sondern explizit auch für Kinder und Jugendliche, die durch eine chronische Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe tragen. Im gerade erschienenen Epidemiologischen Bulletin (Ausgabe 38/2026) hat das RKI nun erstmals eine fundierte, bundesweite Analyse dieser sogenannten Indikationsimpfquoten vorgelegt. Die Daten basieren auf der retrospektiven Auswertung von kassenärztlichen Abrechnungsdaten des RKI-Impfquotenmonitorings.
Die Ergebnisse: Erheblicher Nachholbedarf bei der Impfabdeckung
Die statistischen Erkenntnisse der Auswertung für die Influenza-Saison 2024/25 sind aus medizinischer Sicht alarmierend. Trotz der klaren Empfehlung und der vollen Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen verbleibt die Impfbereitschaft auf einem historisch niedrigen Niveau:
Anforderungen an die Vakzine und Applikationsformen
Um die Impfakzeptanz in der Praxis zu erhöhen, erinnert die STIKO in ihrer Stellungnahme an die Vielfalt der zur Verfügung stehenden, modernen Pharmazeutika. Für die Immunisierung stehen primär zwei technologische Säulen bereit, die den aktuellen Antigen-Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen:
Medizinische Relevanz und Ausblick auf digitales Monitoring
Das primäre therapeutische Ziel der Influenza-Impfung bei Risikogruppen ist nicht zwingend die vollständige Unterdrückung jeder milden Infektion, sondern die Vermeidung schwerer, lebensbedrohlicher Verläufe. Eine Influenza-Erkrankung bei asthmatischen, herzkranken oder immungeschwächten Kindern führt statistisch hochfrequent zu Hospitalisierungen, intensivmedizinischer Betreuung oder im schlimmsten Fall zum Tod.
Um den Erfolg künftiger Aufklärungskampagnen im Pharmasektor und in den Arztpraxen engmaschiger zu überwachen, kündigt das RKI eine Digitalisierungsoffensive an: Ab Dezember 2026 werden die Daten zu den Indikationsimpfungen dauerhaft in das interaktive RKI-Impfdashboard „VacMap" integriert. Dies soll eine kontinuierliche, transparente Nachverfolgung der Impftrends in Deutschland ermöglichen.
Weitere Informationen sind auf der Webseite des RKI unter www.rki.de abrufbar.