05.10.2026, 13:34

Lieferengpässe: Protokoll der Sitzung der SPOC Working Party vom 29. September 2026 veröffentlicht

Arzneimittelversorgung in Europa: EMA berichtet zu aktuellen Engpässen.
Autor:innen
Andrea Schmitz
Die EMA-Arbeitsgruppe „Medicine Shortages SPOC Working Party“ hat die aktuelle Versorgungslage bei Arzneimitteln in Europa bewertet. Im Mittelpunkt standen bestehende Lieferengpässe, potenzielle Risiken für die Versorgungssicherheit sowie die Umsetzung neuer EU-Instrumente zur Engpassprävention.

Die EMA-Arbeitsgruppe „Medicine Shortages SPOC Working Party“ hat sich in ihrer Sitzung vom 15. Juli 2026 mit der aktuellen Versorgungslage bei Arzneimitteln in Europa befasst. Dabei wurde festgestellt, dass weder die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten noch der Taifun Bavi-26 in China bislang zu relevanten Lieferunterbrechungen in der EU geführt haben. Gleichwohl werden mögliche Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung weiterhin engmaschig überwacht.

Wesentliche Ergebnisse der Sitzung sind:

  • Keine akuten Versorgungsstörungen durch geopolitische Ereignisse oder Naturkatastrophen: Weder der Konflikt im Nahen Osten noch der Taifun Bavi-26 in China haben bislang zu Lieferunterbrechungen von Arzneimitteln in der EU geführt. Die EMA beobachtet die Lage jedoch weiterhin engmaschig.
  • Anhaltende Engpässe bei kritischen Arzneimitteln: Besonders im Fokus stehen die Versorgungsprobleme bei den Krebsmedikamenten Ifosfamid und Cyclophosphamid. Die EMA prüft gemeinsam mit den Mitgliedstaaten zusätzliche Beschaffungs- und Importmöglichkeiten, um die Versorgung sicherzustellen.
  • Langfristiger Engpass bei Brevibloc (Esmolol): Der Mangel an dem kardiologischen Arzneimittel wird voraussichtlich bis Ende 2027 andauern. Ursache sind Produktionsausfälle beim Wirkstoffhersteller. Als Übergangslösung sollen Importe gleichwertiger Produkte unterstützt werden.
  • Tuberkulose-Arzneimittel unter besonderer Beobachtung: Kritisch bleibt insbesondere die Verfügbarkeit von Rifabutin (Mycobutin). Für weitere Tuberkulosemedikamente wurden alternative Lieferanten identifiziert, um mögliche Engpässe abzufedern.
  • Nitrosamin-Problematik bleibt relevant: Die EMA arbeitet weiterhin daran, die Auswirkungen von Nitrosamin-Verunreinigungen auf die Arzneimittelversorgung zu minimieren und Lieferunterbrechungen durch regulatorische Maßnahmen zu vermeiden.
  • Umsetzung des Critical Medicines Act: Die Europäische Kommission informierte über den Stand der neuen EU-Regelungen zur Sicherung kritischer Arzneimittel. Künftig sollen unter anderem Bestände kritischer Arzneimittel stärker überwacht sowie Beschaffungsinstrumente auf EU-Ebene ausgebaut werden.
  • Weiterentwicklung der European Shortage Monitoring Platform (ESMP): Die Plattform zur Meldung und Überwachung von Arzneimittelengpässen wird kontinuierlich ausgebaut und soll die Zusammenarbeit zwischen EMA und Mitgliedstaaten weiter verbessern.

Das vollständige Protokoll kann auf der Website der EMA abgerufen werden.

Ihr Kontakt

Andrea Schmitz

Justiziarin, Leiterin Abteilung Recht
Rechtsanwältin, Syndikusrechtsanwältin
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