Die Bewertung der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung schwankte im Verlauf der vergangenen zwölf Monate: Der Anteil der Befragten, die Herausforderungen in diesem Bereich sehen, bewegte sich zwischen rund 14 und 24 Prozent. Zuletzt gaben 15,5 Prozent an, Herausforderungen zu sehen. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern unter dem ostdeutschen Durchschnitt von 18,1 Prozent und nur knapp über dem Bundesdurchschnitt von 14,9 Prozent.
Innerhalb des Landes fällt die Wahrnehmung jedoch sehr unterschiedlich aus. Im Landkreis Rostock sehen lediglich 8,8 Prozent der Befragten Herausforderungen in der Kinder- und Jugendmedizin. In Vorpommern-Rügen liegt der Wert mit 16,6 Prozent nahezu doppelt so hoch. Besonders ausgeprägt sind die Sorgen in den Städten: In Rostock sehen 21,1 Prozent Handlungsbedarf, in Schwerin sogar 26,9 Prozent.
Bundesweit zeigt der Gesundheitsmonitor einen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und der Wahrnehmung der Kinder- und Jugendmedizin. In sehr dünn besiedelten Gebieten sehen 21,2 Prozent der Befragten Herausforderungen, während der Anteil in mittel bis sehr dicht besiedelten Gebieten bei rund 13 Prozent liegt. Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung wohnortnaher Angebote insbesondere im ländlichen Raum. Lange Wege, die Nachbesetzung von Praxen, begrenzte Sprechstundenkapazitäten oder die Verfügbarkeit spezialisierter pädiatrischer Leistungen können Familien außerhalb größerer Städte vor besondere Herausforderungen stellen.
Kinder und Jugendliche machen in Mecklenburg-Vorpommern einen vergleichsweise kleinen Anteil der Bevölkerung aus: Rund 15 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind unter 18 Jahre alt. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung und rückläufiger Geburtenzahlen gehört die Kinder- und Jugendmedizin aus Sicht der Bevölkerung nicht zu den Versorgungsbereichen mit dem größten Handlungsdruck. Für Familien bleibt sie jedoch ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Aufgrund der besonderen Anforderungen an Behandlung, Notfallversorgung, Prävention und Entwicklungsbegleitung lässt sie sich nicht durch allgemeinmedizinische Angebote ersetzen.
Die Landesregierung hat mit dem Zielbild „Geburtshilfe und Pädiatrie 2030“ eine strategische Grundlage für eine familienorientierte, wohnortnahe und stärker vernetzte Versorgung entwickelt. Das Konzept soll dazu beitragen, geburtshilfliche und pädiatrische Angebote trotz weiter Wege, demografischer Veränderungen und personeller Herausforderungen langfristig zu sichern. Mit Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse von Schwangeren, Müttern, Neugeborenen, Kindern und Familien.
Das derzeit größte Strukturprojekt ist das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum Rostock (ELKI) von Universitätsmedizin Rostock und Klinikum Südstadt Rostock. Die Vereinbarung zur Gründung wurde im Juli 2025 getroffen. Vorgesehen ist, die pädiatrischen und kinderchirurgischen Kompetenzen der Universitätsmedizin mit Geburtshilfe und Neonatologie des Klinikums Südstadt zu verbinden.
Mecklenburg-Vorpommern hat rund 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die aktuelle Landesregierung wird von einer Koalition aus SPD und Die Linke getragen, Ministerpräsidentin ist Manuela Schwesig (SPD). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld der Wahl am 20. September.