03.08.2026, 11:04 Pressemeldung

Jeder dritte Deutsche hält die psychische Gesundheitsversorgung für eine Herausforderung

Sorgen in Norddeutschland und bei Menschen zwischen 40 und 49 besonders groß
  • Branche & Märkte
  • Gesellschaft & Politik
  • Produktion & Versorgung
Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Die psychische Gesundheitsversorgung gehört aus Sicht vieler Menschen in Deutschland zu den größten Herausforderungen der medizinischen Versorgung. Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland zeigt: 37 Prozent der Befragten sehen sie als Herausforderung in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung. Bundesweit wird lediglich die hausärztliche Versorgung häufiger als Problem genannt. Die Ergebnisse fallen in eine Zeit intensiver Debatten über die Finanzierung psychotherapeutischer Leistungen.

Deutliche regionale Unterschiede

Je nach Bundesland wird die psychische Gesundheitsversorgung unterschiedlich häufig als Herausforderung wahrgenommen. Regional zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: In Schleswig-Holstein (43,7 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (40,2 Prozent) und Niedersachsen (41,2 Prozent) wird diese besonders problematisch eingeschätzt. Im Mittelfeld liegen Sachsen (40,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (40,3 Prozent) und Brandenburg (38,0 Prozent). Vergleichsweise niedrig sind die Anteile in Baden-Württemberg (36,8 Prozent), Hessen (35,6 Prozent) und Bayern (33,4 Prozent).

Deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen

Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Am häufigsten nehmen Menschen zwischen 40 und 49 Jahren die psychische Gesundheitsversorgung als Herausforderung wahr: 44,5 Prozent nennen diesen Versorgungsbereich. Es folgen die 50- bis 64-Jährigen (43,8 Prozent), die 30- bis 39-Jährigen (35,0 Prozent) und die 18- bis 29-Jährigen (38,4 Prozent). Am seltensten wird die psychische Gesundheitsversorgung in der Altersgruppe ab 65 Jahren als Herausforderung wahrgenommen (27,4 Prozent).

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Auch zwischen Frauen und Männern zeigen sich Unterschiede. Frauen nennen die psychische Gesundheitsversorgung etwas häufiger als Männer (38,9 gegenüber 34,7 Prozent).

Ähnliche Wahrnehmung in Stadt und Land

Ein klares Muster zeigt sich bei der Bevölkerungsdichte nicht. Die Anteile liegen in Regionen mit sehr niedriger Bevölkerungsdichte bei 35,0 Prozent, mit niedriger bei 37,1 Prozent, mit mittlerer bei 36,7 Prozent, mit hoher bei 36,5 Prozent und mit sehr hoher Bevölkerungsdichte bei 37,7 Prozent

„Psychische Erkrankungen gehören zur gesundheitlichen Versorgung ebenso selbstverständlich wie körperliche Erkrankungen. Gegen Krankheiten wie Depressionen oder Angstzustände gibt es gute und bewährte Arzneimittel, deren Einnahme aber ärztlich veranlasst und begleitet werden muss. Umso wichtiger ist es, dass Menschen bei Bedarf zeitnah Zugang zu einer bedarfsgerechten Behandlung erhalten. Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, welchen Stellenwert die psychische Gesundheitsversorgung aus Sicht der Bevölkerung inzwischen einnimmt.“
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

Weitere Informationen und Grafiken finden Sie im Pharma Deutschland Gesundheitsmonitor.

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zeichenfläche 1