Bei hohen Temperaturen verliert der Körper durch Schwitzen vermehrt Flüssigkeit und Elektrolyte. Dadurch kann sich die Nierenfunktion verändern, wodurch bestimmte Wirkstoffe langsamer ausgeschieden werden. Gleichzeitig können einige Psychopharmaka die körpereigene Wärmeregulation oder das Schwitzen beeinträchtigen. Beides erhöht das Risiko hitzebedingter Beschwerden.
„Psychopharmaka sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung vieler psychischer Erkrankungen. Gerade in Hitzeperioden ist es wichtig zu wissen, dass hohe Temperaturen die Wirkung bestimmter Arzneimittel beeinflussen können. Medikamente sollten jedoch niemals eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden. Wer ungewöhnliche Beschwerden bemerkt oder Fragen zu seiner Medikation hat, sollte ärztlichen Rat oder die Beratung in der Apotheke in Anspruch nehmen."
Es besteht das Risiko, dass Patientinnen und Patienten hitzebedingte Nebenwirkungen möglicherweise als Verschlechterung ihrer psychischen Erkrankung interpretieren. Beschwerden wie Unruhe, Schlafstörungen, Zittrigkeit oder Herzrasen können während einer Hitzewelle nicht nur auf die Grunderkrankung hindeuten, sondern auch Ausdruck einer durch Hitze veränderten Arzneimittelwirkung sein.
„Entscheidend ist, die Therapie auch bei sommerlicher Hitze sicher fortzuführen und sich bei Unsicherheiten rechtzeitig beraten zu lassen. Es ist wichtig ausreichend zu trinken, direkte Sonne und starke körperliche Belastung zu meiden, Medikamente entsprechend den Lagerungshinweisen aufzubewahren und auf Warnzeichen wie Schwindel, Verwirrtheit oder Herzrasen zu achten“, so Brakmann weiter.