24.07.2026, 14:07 dpa

Hohe Erwartungen an Linnemann

Der künftige Gesundheitsminister hat «großen Respekt» vor seiner neuen Aufgabe. Die Erwartungen an ihn sind hoch. Gemessen wird er auch an eigenen forschen Reformforderungen.
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Deutsche Presseagentur (dpa)
Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann tritt sein neues Amt als Gesundheitsminister unter hohem Erwartungsdruck an. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Linnemann stehe «für die Modernisierung bestehender Strukturen». Dieser Gestaltungswille sei auch im Gesundheitswesen nötig.

Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband wies darauf hin, dass sich der CDU-Politiker für Strukturreformen eingesetzt habe. Verbandschefin Nicola Buhlinger-Göpfarth betonte in den Funke-Zeitungen zugleich, er habe dabei immer die Bedeutung gesehen, die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitzunehmen. «Genau diese Fähigkeiten werden für das Gelingen der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen essenziell sein.»

Als einer der wenigen SPD-Politiker äußerte sich Gesundheitsexperte Christos Pantazis zu der noch unfertigen Personalrochade. Linnemann übernehme eines der anspruchsvollsten Ressorts der Regierung, und er freue sich auf konstruktive Zusammenarbeit, sagte Pantazis. Für die SPD sei zentral, dass sich Gesundheitspolitik am Gemeinwohl orientiere. Warken-Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) beschied Linnemann auf X, man könne mit ihm «gut arbeiten». 

Kritik an Linnemann

Erste Kritik der Opposition kam bereits, bevor Kanzler Friedrich Merz (CDU) den Wechsel von Linnemann an die Position der bisherigen Gesundheitsministerin Nina Warken offiziell bekanntgab. Der Grünen-Gesundheitsexperte im Bundestag, Janosch Dahmen, sagte der «Augsburger Allgemeinen», die Herausforderungen im Gesundheitswesen seien gewaltig. «Sie brauchen kein Motto wie "Einfach mal machen"», sagte er in Anspielung auf entsprechende Äußerungen Linnemanns, «sondern Expertise, Empathie und den konsequenten Fokus auf die Menschen.» Er wünsche Linnemann Erfolg. 

Der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar sagte der «Rheinischen Post»: «Linnemann ist ein sozialpolitischer Hardliner, und das lässt Schlimmes befürchten.»

FDP-Chef Wolfgang Kubicki erinnerte auf der Plattform X an Aussagen Linnemanns, nach denen die Krankenkassen-Zahl in Deutschland drastisch reduziert werden und die Sozialbeiträge bei 40 Prozent des Bruttolohns gedeckelt werden sollten. Linnemann müsse sich nun beweisen. «Wir werden ihn daran erinnern», so der FDP-Chef.

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