Wie bedeutend die pharmazeutische Industrie für den Wirtschaftsstandort Hessen ist, wurde beim Wirtschaftskongress der Freien Demokraten im Hessischen Landtag eindrucksvoll deutlich. Der Einladung der FDP-Fraktionsvorsitzenden Wiebke Knell und Dr. Stefan Naas folgten für Pharma Deutschland Dr. Ralf Mayr-Stein (Viatris) und Dr. Gerald Hommel (pharmarissano), Vorstandsmitglieder des Landesverbands Mitte, sowie Regionalbeauftragte Nicole Westig.
Im Mittelpunkt des Kongresses standen die Herausforderungen und Perspektiven des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Prof. Dr. Achim Wambach, Präsident des ZEW – Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, zeichnete ein realistisches Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Er verwies auf die schwache Investitionstätigkeit, steigende Arbeitslosenzahlen sowie strukturelle Belastungen durch hohe Unternehmenssteuern, Energiekosten und Bürokratie. Zugleich machte er deutlich, dass die Stärke deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen weiterhin ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sei. Investitionen in Forschung und Entwicklung könnten daher einen wesentlichen Beitrag leisten, um Innovationen und Wachstum zu fördern.
Auch die geopolitischen Herausforderungen für die Industrie wurden thematisiert. Dazu zählen US-Zölle gegenüber der Pharmaindustrie sowie die Notwendigkeit, wirtschaftliche Abhängigkeiten von China zu reduzieren. Als zentrale Antwort wurden ein stärkeres Europa, eine breitere Diversifizierung von Handelsbeziehungen und die konsequente Nutzung des Potenzials des europäischen Binnenmarkts hervorgehoben.
Die besondere Bedeutung der Pharmaindustrie für Hessen unterstrich Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer der Infraserv Höchst-Gruppe. Er betonte, dass die pharmazeutische Industrie inzwischen der umsatzstärkste Wirtschaftszweig des Landes sei. Am Standort Höchst könne insbesondere die starke Pharmabranche gemeinsam mit zahlreichen innovativen Start-ups die aktuelle Schwäche der Chemieindustrie teilweise ausgleichen.
Der Wirtschaftskongress machte deutlich: Die pharmazeutische Industrie ist eine Schlüsselbranche für die wirtschaftliche Entwicklung Hessens und weit darüber hinaus. Um ihre Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen, Forschung und Produktion in Deutschland und Europa stärken.