Die gesundheitspolitischen Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern sind eng mit den besonderen Strukturen des Bundeslandes verbunden: Lange Wege, eine geringe Bevölkerungsdichte und insbesondere in ländlichen Regionen ein begrenztes Angebot an Gesundheitsleistungen. Das Fehlen einzelner Angebote kann schnell zu spürbaren Versorgungslücken führen. Hausärztinnen und Hausärzte sowie Fachärztinnen und Fachärzte sind insbesondere im ländlichen Raum knapp. Die Landespolitik diskutiert intensiv über neue Versorgungsmodelle, ambulante Zentren und Team-Praxen, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern und reagiert mit Gesetzen und Pilotprojekten für neue Versorgungsmodelle – von ambulanten Zentren bis hin zu kooperativen Team-Praxen – um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.
Die Herausforderungen in der medizinischen Vorort-Versorgung spiegeln sich auch in den Wahlprogrammen der Parteien wider. Durch die Programme reichen die gesundheitspolitischen Schwerpunkte von der Sicherung hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung über die Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft und den Ausbau kommunaler Gesundheits- und Versorgungszentren bis hin zu Pflege, Prävention und psychischer Gesundheit.
Eine aktuelle Civey-Umfrage für den Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland zeigt, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung weiterhin deutliche Herausforderungen sehen. In einzelnen Versorgungsfeldern hat sich die Wahrnehmung im Vergleich zum Vorjahr sogar verschlechtert. Besonders deutlich wird dies im Bereich der psychischen Versorgung, die deutlich kritischer bewertet wird als noch vor einem Jahr. Verbesserungen zeigen sich jedoch bei der hausärztlichen Versorgung, die trotz positiver Entwicklung als größte Herausforderung bestehen bleibt.
Mit 51,6 Prozent nennen die Befragten die hausärztliche Versorgung als größte Herausforderung in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung. Damit ist der Wert im Vorjahresvergleich (61,6 Prozent) zurückgegangen, bleibt aber weiterhin das mit Abstand am häufigsten genannte Problemfeld. Ebenfalls zurückgegangen sind die wahrgenommenen Herausforderungen bei der Krankenhausversorgung: 32,3 Prozent sehen hier aktuell zentrale Probleme, gegenüber 41,1 Prozent im Vorjahr.
An zweiter und dritter Stelle der wahrgenommenen Herausforderungen liegen die physische und die psychische fachärztliche Versorgung. In beiden Bereichen hat sich die Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger verschlechtert. Die Herausforderungen in der physischen Versorgung stiegen von 38,7 Prozent im letzten Jahr auf aktuell 44,7 Prozent. Besonders deutlich ist die Verschlechterung der Wahrnehmung der psychischen Versorgung: Im Vergleich zum Vorjahr (30,0 Prozent) sehen aktuell 41 Prozent der Befragten hier ein zentrales Problem.
Kinder- und Jugendmedizin (22,2 Prozent nach 13,3 Prozent im Vorjahr) und Apothekenversorgung (6,6 Prozent nach 6,2 Prozent im Vorjahr) rücken ebenfalls stärker in den Fokus, bleiben aber im Vergleich zu anderen Bereichen nachgeordnet.
Mecklenburg-Vorpommern hat rund 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die aktuelle Landesregierung wird von einer Koalition aus SPD und Die Linke getragen, Ministerpräsidentin ist Manuela Schwesig (SPD). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld der Wahl am 20. September.