03.07.2026, 13:17 Pressemeldung

Health4EU: Europa erweitert den Blick auf Versorgungssicherheit

Biotech Act, klinische Studien und Produktion rücken in den Mittelpunkt
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Autor:innen
Anna Frederike Gutzeit, 
Hannes Hönemann
Wie Europa seine Gesundheitsversorgung widerstandsfähiger machen und gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit im Life-Science-Sektor stärken kann, stand im Mittelpunkt des Health4EU Presidency Talk zum Auftakt der irischen EU-Ratspräsidentschaft in Berlin.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Industrie und europäischen Institutionen waren sich einig: Versorgungssicherheit, Forschung und Innovation müssen stärker gemeinsam gedacht werden.

Entsprechend will die irische Ratspräsidentschaft zentrale Vorhaben wie den Biotech Act, den Critical Medicines Act sowie die Weiterentwicklung klinischer Studien und des Medizinprodukterechts voranbringen. Ziel ist es, Europa als Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort wettbewerbsfähiger zu machen und Innovationen schneller in die Versorgung zu bringen.

„Innovation only delivers value if it reaches patients“, sagte Maurice O'Connor, Assistant Secretary im irischen Gesundheitsministerium. Versorgungssicherheit beginne deshalb nicht erst bei stabilen Lieferketten. Europa brauche schnellere und verlässlichere Rahmenbedingungen für Forschung, klinische Studien, Zulassung und Erstattung. „Security of supply is not ultimately about supply chains. It is about whether a patient can receive the medicine they need.“ Versorgungssicherheit bedeute dabei vor allem, dass Patientinnen und Patienten die benötigten Arzneimittel zuverlässig erhalten, so O’Connor. 

Daran knüpfte Prof. Dr. Veronika von Messling an. Europa verfüge bereits über exzellente Forschung. Entscheidend sei nun, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequenter in marktfähige Innovationen zu überführen. Als Erfolg des Biotech Acts werde sich messen lassen, ob mehr Entwicklungen den Sprung in den Proof of Concept, in klinische Studien und schließlich in die Versorgung schaffen. Klinische Studien seien dabei ein wichtiger Gradmesser.

Aus Sicht der Europäischen Kommission beginnt Versorgungssicherheit noch früher. Dr. Florika Fink-Hooijer machte deutlich, dass Investitionen in Gesundheitsinfrastruktur, Produktionskapazitäten und medizinische Gegenmaßnahmen nicht erst in einer Krise erfolgen dürfen. Gesundheitsbedrohungen seien bereits Realität, entsprechend müsse Europa dauerhaft in Vorsorge investieren und seine Produktionskapazitäten stärken. „Resilience is not built in a crisis. It is built beforehand“, sagte Fink-Hooijer und verwies auch auf die Fortschritte Europas bei der Krisenvorsorge seit der COVID-19-Pandemie. 

Die Diskussion zeigte damit einen gemeinsamen Perspektivwechsel: Versorgungssicherheit wird nicht mehr ausschließlich als Frage der Krisenvorsorge verstanden. Sie entsteht entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur Versorgung der Patientinnen und Patienten.

"Die Diskussionen haben gezeigt, dass Europa Versorgungssicherheit heute umfassender versteht als noch vor wenigen Jahren. Entscheidend wird sein, diesen Anspruch nun auch in konkrete Rahmenbedingungen zu übersetzen – damit Forschung, Entwicklung, Produktion und Versorgung künftig stärker zusammengedacht werden."
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

Ihr Kontakt

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler
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