18.08.2026, 15:36

Hausärztliche Versorgung in Sachsen-Anhalt

Weniger Sorgen und gestiegene Zufriedenheit trotz drohender Unterversorgung in vielen Teilen Sachsen-Anhalts.
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Autor:innen
Celina Weyreuther
Die hausärztliche Versorgung stellt in Sachsen-Anhalt aus Sicht der Bevölkerung den größten herausfordernden Versorgungsbereich dar. Gleichzeitig sind die Menschen mit den Wartezeiten in ihrer Hausarztpraxis überdurchschnittlich zufrieden. Laut Kassenärztlicher Vereinigung droht in vielen Teilen Sachsen-Anhalts in den kommenden Jahren eine ärztliche Unterversorgung. Pharma Deutschland blickt vor der Landtagswahl am 6. September auf die Bewertung der ärztlichen Versorgung durch die Bevölkerung.

Eine aktuelle Civey-Umfrage für den Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland zeigt, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt die hausärztliche Versorgung weiterhin als größte Herausforderung im Gesundheitssystem ansehen: 45,2 Prozent der Befragten nannten diesen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr (52,8 Prozent) sind die Sorgen jedoch zurückgegangen. Danach folgen mit 42,6 Prozent die physische fachärztliche Versorgung und mit 42,5 Prozent die psychische Gesundheitsversorgung.

Gleichzeitig zeigen sich die Menschen in Sachsen-Anhalt mit den Wartezeiten in Hausarztpraxen vergleichsweise zufrieden: 63,9 Prozent der Befragten gaben an, mit den Wartezeiten zufrieden zu sein. Damit liegt Sachsen-Anhalt im deutschlandweiten Vergleich auf dem zweiten Platz nach Bremen. Diese Zufriedenheit hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich gesteigert. Im August 2024 lag der Anteil der Zufriedenen lediglich bei 49,8 Prozent.

Diese Einschätzung der Bevölkerung trifft auf eine angespannte Versorgungssituation. In mehreren Regionen droht laut Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts ein Hausärztemangel: Während Salzwedel und Sangerhausen bereits als unterversorgt gelten, werden 13 weitere Mittelbereiche, darunter Bernburg, Staßfurt, Wittenberg und Osterburg als drohend unterversorgt eingestuft. Gleichzeitig steht ein Generationenwechsel bevor. Knapp ein Drittel der Hausärztinnen und Hausärzte im Bundesland ist bereits über 60 Jahre alt und wird in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden.

Im Januar 2025 hat das Gesundheitskabinett Sachsen-Anhalts einen Maßnahmenkatalog gegen den Ärztemangel beschlossen. Ziel ist es, angehende Medizinerinnen und Mediziner im Land auszubilden und durch attraktivere Arbeitsbedingungen sowie Förderangebote langfristig zu binden. Ein zentraler Baustein ist die Ausweitung der Landarztquote. Sie ermöglicht den Zugang zum Medizinstudium über ein besonderes Auswahlverfahren, wenn sich die Studierenden im Gegenzug verpflichten, für mindestens zehn Jahre hausärztlich in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region zu arbeiten.

In Sachsen-Anhalt leben rund 2,1 Millionen Menschen. Die aktuelle Landesregierung wird von CDU, SPD und FDP getragen. Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU). Die nächste Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Sachsen-Anhalt vor der Wahl am 6. September.

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Celina Weyreuther

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