15.09.2026, 11:41

Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern vor der Wahl

Versorgung gut bewertet - Herausforderungen bleiben auf dem Land
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Autor:innen
Celina Weyreuther
Die Versorgung mit gesundheitlicher Infrastruktur wie Krankenhäuser, Praxen und Apotheken wird im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern vielerorts positiv bewertet. Allerdings bestehen bei der hausärztlichen Versorgung und die Erreichbarkeit medizinischer Angebote in ländlichen Regionen zentrale Herausforderungen.

Im Vorfeld der Landtagswahl am 20. September richtet Pharma Deutschland den Blick auf die Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors zeigen insgesamt, dass die Versorgungsangebote als ausreichend wahrgenommen werden, aber zugleich deutliche regionale und strukturelle Herausforderungen. Während die Menschen bei Arztterminen und der Apothekenversorgung vergleichsweise häufig positive Erfahrungen machen, wird die wohnortnahe medizinische Versorgung insbesondere außerhalb der größeren Städte kritisch bewertet.

Den größten Handlungsbedarf sehen die Befragten aus Mecklenburg-Vorpommern in der hausärztlichen Versorgung: 50,9 Prozent sehen hier Herausforderungen. Danach folgen die Facharztversorgung mit 41,4 Prozent, die psychische Gesundheitsversorgung mit 35,2 Prozent und die Krankenhausversorgung mit 29,4 Prozent. Wenig kritisch werden die Kinder- und Jugendmedizin (15,5 Prozent) und die Apothekenversorgung (7,1 Prozent) wahrgenommen.

*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern

Dabei fällt die Wahrnehmung der herausfordernden Versorgungsbereiche regional unterschiedlich aus. Die hausärztliche Versorgung wird in ländlichen Regionen deutlich kritischer wahrgenommen als in den Städten Schwerin, Rostock sowie im Rostocker Umland. Auch in der fachärztlichen und der Krankenhausversorgung erreichen Rostock Stadt und das Rostocker Umland die niedrigsten Werte. In diesen Bereichen schnitten jeweils Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte besonders kritisch ab. Entscheidend ist damit nicht nur die Zahl der Angebote, sondern vor allem ihre Erreichbarkeit vor Ort.

Statistisch verfügt Mecklenburg-Vorpommern über die höchste hausärztliche Versorgungsdichte in Deutschland. Ende 2025 kamen 76,8 Hausärztinnen und Hausärzte auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Auch bei der Terminvergabe zeigen sich die Befragten vergleichsweise zufrieden; damit liegt das Land im Bundesvergleich auf dem drittbesten Platz. Gleichzeitig sehen 51 Prozent in ihrem persönlichen Umfeld einen Mangel an Ärztinnen und Ärzten. Dies deutet vor allem auf Herausforderungen bei der regionalen Verteilung hin. Während die Versorgung in Zentren wie Rostock, Greifswald, Schwerin, Stralsund und Güstrow als gesichert gilt, droht insbesondere in Teilen des Südens des Landes eine Unterversorgung.

*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern

Auch die Apothekenversorgung wird überwiegend positiv bewertet. 83,6 Prozent der Befragten sind mit der regionalen Versorgung zufrieden. Mecklenburg-Vorpommern verfügte Ende 2025 mit 22,6 Apotheken je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern über eine leicht überdurchschnittliche Apothekendichte; bundesweit lag der Wert bei 21 Apotheken.

Die Landespolitik hat mit dem Gesetz gegen die medizinische Unterversorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen bereits reagiert. Es soll zusätzliche Fachkräfte für unterversorgte oder von Unterversorgung bedrohte Regionen gewinnen und bezieht neben Human- und Zahnmedizin auch Pharmazie ein. Entscheidend wird sein, die verschiedenen Maßnahmen zusammenzuführen: von der haus- und fachärztlichen Versorgung über Krankenhäuser und digitale Angebote bis zur Stärkung der Apotheken vor Ort.

Mecklenburg-Vorpommern hat rund 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die aktuelle Landesregierung wird von einer Koalition aus SPD und Die Linke getragen, Ministerpräsidentin ist Manuela Schwesig (SPD). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld der Wahl am 20. September.

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Celina Weyreuther

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