Eine besondere Stärke des Landes Berlins ist die wohnortnahe Arzneimittelversorgung. Der Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland zeigt, dass 88,1 Prozent der Befragten mit der Apothekenversorgung in der Hauptstadt zufrieden sind, nur 4,2 Prozent äußern Unzufriedenheit. Mit diesen Werten liegt Berlin deutschlandweit knapp hinter Schleswig-Holstein auf Rang zwei. Die hohe Zufriedenheit zeigt sich auch bei der persönlichen Einschätzung der Arzneimittelversorgung. Mit 29,9 Prozent sorgt sich in Berlin ein geringerer Anteil der Menschen um die eigene Versorgung mit Medikamenten als in jedem anderen Bundesland.
*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Berlin
Weiterhin bewerten die Befragten aus Berlin die Verfügbarkeit von Ärztinnen und Ärzten bundesweit am besten. 70 Prozent sehen ausreichende Versorgung, deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt von 50 Prozent. Dennoch berichten 45 Prozent, in den vergangenen zwölf Monaten Schwierigkeiten gehabt zu haben, einen Arzttermin zu erhalten. Gute Angebotsstrukturen müssen also durch ausreichende Kapazitäten und einen verlässlichen Zugang zu Terminen ergänzt werden.
*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Berlin
Den größten Handlungsbedarf sehen Berlinerinnen und Berliner bei der psychischen Gesundheitsversorgung: 35,9 Prozent bewerten diesen Bereich als herausfordernd. Danach folgt dicht die hausärztliche Versorgung mit 35,5 Prozent sowie die fachärztliche Versorgung mit 32,8 Prozent. Vergleichsweise selten werden Herausforderungen bei der Krankenhausversorgung mit 18,2 Prozent, der Kinder- und Jugendmedizin mit 13,1 Prozent und der Apothekenversorgung mit 5,1 Prozent genannt. Mit der Charité – Universitärsmedizin Berlin hat die Hauptstadt laut aktuellem Ranking von Newsweek und Statista das beste Krankenhaus Deutschlands, das zweitbeste in Europa und weltweit liegt sie auf Rang acht.
*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Berlin
Zentrale Aufgaben bleiben die psychische, haus- und fachärztliche Versorgung. Die Versorgungslage ist innerhalb der Stadt sehr unterschiedlich: Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg gelten bereits als unterversorgt. Gerade für Treptow-Köpenick und Lichtenberg wird in den kommenden Jahren ein besonders starkes Bevölkerungswachstum erwartet. Die Gesundheitsversorgung muss deshalb nicht nur stadtweit leistungsfähig bleiben, sondern gezielt dort ausgebaut werden, wo Bedarf, Wachstum und demografische Entwicklung besonders stark zusammentreffen.
Als dicht besiedelter Ballungsraum profitiert Berlin von zahlreichen Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern sowie von vergleichsweise kurzen Wegen und einer guten Verkehrsanbindung. Diese Stärke sollte gesundheitspolitisch gesichert und weiterentwickelt werden. Apotheken sind für viele Menschen der niedrigschwellige und unmittelbar erreichbare Zugang zu Arzneimitteln, Beratung und weiteren Gesundheitsleistungen. Gerade wenn Arzttermine schwer verfügbar sind oder psychische Belastungen zunehmen, können gut erreichbare Apotheken dazu beitragen, Patientinnen und Patienten zu beraten, zu orientieren und die Gesundheitsversorgung vor Ort zu stabilisieren.
Berlin hat rund 3,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit das am dichtesten besiedelte Bundesland Deutschlands. Die aktuelle Landesregierung besteht aus CDU und SPD, Regierender Bürgermeister ist Kai Wegner (CDU). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September.