17.09.2026, 14:48 Pressemeldung

Gesundheit darf nicht zur bloßen Rechengröße werden

Pharma Deutschland warnt nach Fachgespräch der FinanzKommission Gesundheit vor anlasslosen Preisschleifen und vor Betrachtung von Gesundheit als bloße Rechengröße.
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Autor:innen
Anna Frederike Gutzeit, 
Hannes Hönemann
Nach dem heutigen Fachgespräch der Finanzkommission Gesundheit zu möglichen Re-Evaluationen und Kosten-Nutzen-Bewertungen von Arzneimitteln warnt Pharma Deutschland vor einem Kurswechsel in der Arzneimittelnutzenbewertung. Die diskutierten zusätzlichen anlasslosen Bewertungs- und Preisverfahren drohten, Versorgung und Innovation zu belasten, ohne die strukturellen Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen.
„Wer Arzneimittel immer wieder anlasslos zur Preisverhandlung stellt und ihren Wert nur in Kosten misst, verlässt den bewährten Pfad der patientenorientierten Nutzenbewertung. Mit reiner Rationalisierungslogik allein entsteht kein echter Mehrwert für die Versichertengemeinschaft. Und ein gutes Signal für einen verlässlichen Innovationsstandort Deutschland ist es auch nicht.“
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

Der Verband weist darauf hin, dass das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, AMNOG, bereits heute kein statisches System ist. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Indikationserweiterungen, befristete Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses oder das Auslaufen von Vertragslaufzeiten können Neubewertungen und neue Erstattungsbeträge auslösen. Mehr als die Hälfte der AMNOG-Verfahren der vergangenen Jahre waren erneute Bewertungen. Wer darüber hinaus noch zusätzliche, anlasslose Re-Evaluationen fordert, muss erklären, welchen medizinischen oder versorgungsrelevanten Erkenntnisgewinn sie bringen sollen. Und wie dies mit den im Pharmadialog verfolgten Zielen eines Bürokratieabbaus vereinbar sein kann.

Auch die Preisentwicklung belegt, dass das System bereits dynamisch arbeitet. Eigene Analysen von Pharma Deutschland zu den zehn umsatzstärksten AMNOG-Arzneimitteln zeigen durchschnittlich rund acht Preisanpassungen je Präparat über eine mittlere Marktdauer von zehn Jahren. Die meisten Anpassungen waren Preissenkungen; heute schon im Schnitt alle 16 Monate. 

Besonders kritisch bewertet Pharma Deutschland Überlegungen, Zugang stärker mit Kosten-Nutzen-Bewertungen zu steuern. 

Deutschland hat sich im AMNOG bewusst für eine andere Logik entschieden. Im Mittelpunkt steht der Zusatznutzen einer neuen Therapie gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie. Auf dieser Grundlage verhandeln Hersteller und GKV-Spitzenverband anschließend den Erstattungsbetrag. Dieses zusatznutzenbasierte Verhandlungsprinzip sollte gestärkt und flexibilisiert werden. Im Pharmadialog finden derzeit intensive Diskussionen zu einer Weiterentwicklung des AMNOG statt, der Fokus sollte hierauf gelegt werden. 

Ihr Kontakt

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler
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