22.07.2026, 14:46

Gespräch mit Gesundheitsministerin Nina Warken: Pharma Deutschland setzt Impulse für Pharmastrategie

Nach dem harten Einschnitt durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) steht der Pharmastandort Deutschland vor wichtigen Weichenstellungen.
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Anna Frederike Gutzeit
Die Weiterentwicklung der Pharmastrategie bietet die Chance, die Standortpolitik neu auszurichten und verlässliche Rahmenbedingungen für Innovation, Investitionen und eine sichere Arzneimittelversorgung zu schaffen.

Schon lange ist bekannt, dass die neue Pharmastrategie in der zweiten Jahreshälfte verabschiedet werden und den Rahmen für weitere gesetzgeberische Maßnahmen zur Stärkung des Pharmastandorts Deutschland sowie zur Umsetzung europäischer Vorhaben schaffen soll.  

Gleichzeitig sieht der Koalitionsvertrag vor, die industrielle Gesundheitswirtschaft als Leitwirtschaft zu stärken, insbesondere die pharmazeutische Industrie und Medizintechnik. Eine nachhaltig tragbare Finanzierung soll sichergestellt werden.  

Vor diesem Hintergrund tauschte sich Pharma Deutschland mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken über die Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandorts Deutschland aus. 

Nach einem harten Einschnitt durch das BStabG bietet die geplante Weiterentwicklung der Pharmastrategie die Chance, die Standortpolitik neu auszurichten und die Rahmenbedingungen für Innovation, Investitionen und Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken, auch wenn sie sicherlich nicht kompensieren kann, was an Versorgung und Investition durch das Spargesetz verloren geht.  
 

Zentrale Anliegen von Pharma Deutschland:

  • Zur Verbesserung der Standortbedingungen wurden unter anderem innovationsfreundliche Vergütungssysteme sowie steuerliche und finanzielle Anreize für Forschung und Produktion angesprochen.  
     
  • Zukünftige Investitionen setzen Planbarkeit, Investitionssicherheit, Innovationsoffenheit und einen kohärenten regulatorischen Rahmen voraus. Häufige und widersprüchliche gesetzliche Änderungen erschweren dagegen langfristige Investitionsentscheidungen.  
     
  • Die Sicherstellung der Versorgung mit versorgungskritischen Arzneimitteln ist eine wichtige, ressortübergriefende Aufgabe der Politik. Der Erhalt resilienter Lieferketten und europäischer Produktionskapazitäten erfordert Investitionen. Da diese der Versorgungssicherheit dienen, sollten sie durch geeignete öffentliche Kofinanzierungsinstrumente unterstützt werden.  
     
  • Auf europäischer Ebene: Pharma Deutschland sprach sich dafür aus, die Umsetzung des Critical Medicines Act aktiv zu unterstützen und seine Instrumente zur Stärkung resilienter Lieferketten und europäischer Produktionskapazitäten eng mit der nationalen Pharmastrategie zu verzahnen.  
     
  • Ein wichtiger Schwerpunkt: der Einbezug der pharmazeutischen Industrie in die Erarbeitung der Pharmastrategie. Standortfragen betreffen Wirtschafts-, Gesundheits-, Forschungs- und Finanzpolitik gleichermaßen und sollten deshalb ressortübergreifend behandelt werden. Internationale Entwicklungen wie die Most-Favored-Nation-Politik und handelspolitische Maßnahmen der USA sollten systematisch beobachtet und ihre Auswirkungen auf den Pharmastandort sowie die Versorgungssicherheit frühzeitig bewertet werden.  

Ihr Kontakt

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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