04.08.2026, 13:09

Geringes Vertrauen in politische Maßnahmen

Die besonderen Herausforderungen in Sachsen-Anhalt prägen die gesundheitspolitische Debatte und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Lösungen.
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Celina Weyreuther
Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl am 6. September blickt Pharma Deutschland auf die gesundheitspolitische Stimmungslage in Sachsen-Anhalt. Im Fokus stehen die Sicherung der Medikamentenversorgung und die besonderen Herausforderungen im Bundesland.

Die Parteien widmen sich in ihren Wahlprogrammen intensiv der Zukunft des Gesundheitswesens in Sachsen-Anhalt. Parteiübergreifend wird vor allem auf die flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung gesetzt. Hausarztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken sowie Pflegeeinrichtungen werden als zentrale Säulen der Gesundheitsversorgung betrachtet. Gleichzeitig werden Maßnahmen für einen attraktiven Wohn- und Arbeitsraum in Sachsen-Anhalt diskutiert, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten, etwa durch neue Studien- und Ausbildungsplätze im Gesundheitsbereich.  

Auch die Weiterentwicklung der Notfallversorgung sowie der Einsatz digitaler Lösungen nehmen einen wichtigen Platz in den Wahlprogrammen ein. Konzepte wie Gemeindenotfallsanitäter, Telenotärztinnen und Telenotärzte oder modernisierte Leitstellen sollen insbesondere die Versorgung in ländlichen Regionen unterstützen. Darüber hinaus werden Telemedizin, digitale Gesundheitsanwendungen und vernetzte Dokumentationssysteme als wichtige Instrumente angesehen, um medizinische Leistungen effizienter zu gestalten und Wege für Patientinnen und Patienten zu verkürzen.  

Die gesundheitspolitischen Herausforderungen in Sachsen-Anhalt reichen über einzelne Versorgungsbereiche hinaus. Sie betreffen die Arzneimittelversorgung ebenso wie die Fachkräftesicherung, die demografische Entwicklung und die Digitalisierung des Gesundheitswesens.  

Knapp fünf Wochen vor der Landtagswahl zeigt sich dabei ein deutliches Stimmungsbild: Viele Menschen in Sachsen-Anhalt stehen den bisherigen politischen Maßnahmen zur Sicherung der Medikamentenversorgung skeptisch gegenüber. Eine aktuelle Civey-Umfrage für den Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland ergab, dass 70,3 Prozent der Befragten aus Sachsen-Anhalt nur geringes Vertrauen in die aktuellen politischen Maßnahmen zur Sicherung der Medikamentenversorgung haben. Damit liegt der Wert noch über dem ohnehin hohen Bundesdurchschnitt.  

Die Herausforderungen sind eng mit den besonderen Strukturen des Bundeslandes verbunden. Sachsen-Anhalt ist ein großflächiges und vergleichsweise dünn besiedeltes Bundesland. Vor allem in ländlichen Regionen sind in den vergangenen Jahrzehnten die Bevölkerungszahlen zurückgegangen, während gleichzeitig der Anteil älterer Menschen gestiegen ist. Der Fachkräftemangel und fehlender Nachwuchs verschärfen diese Entwicklung zusätzlich. Dadurch wachsen die Anforderungen an eine flächendeckende Versorgung durch Arztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken und Pflegeeinrichtungen. 

 

In Sachsen-Anhalt leben rund 2,1 Millionen Menschen. Die aktuelle Landesregierung wird von CDU, SPD und FDP getragen. Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU). Die nächste Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Sachsen-Anhalt vor der Wahl am 6. September.

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Celina Weyreuther

Volontärin
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