28.08.2026, 10:24

Digitale Gesundheitsleistungen in Mecklenburg-Vorpommern

E-Rezept im Osten besonders verbreitet. Andere digitale Gesundheitsangebote bleiben deutlich weniger bekannt.
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Autor:innen
Celina Weyreuther
Das elektronische Rezept ist in Mecklenburg-Vorpommern bereits bei knapp zwei Dritteln der Befragten angekommen. Damit liegt das Land über zahlreichen westdeutschen Bundesländern. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und der Sorge vieler Menschen um ihre Arzneimittelversorgung kann die Digitalisierung Abläufe erleichtern. Die Apotheke vor Ort bleibt jedoch ein zentraler Bestandteil einer verlässlichen Versorgung. Vor der Landtagswahl am 20. September blickt Pharma Deutschland auf die Versorgungslage in Mecklenburg-Vorpommern.

Das E‑Rezept ist in Mecklenburg-Vorpommern bereits weit verbreitet: 62,5 Prozent der Befragten geben an, es schon genutzt zu haben. Damit liegt das Land über dem Bundesdurchschnitt von 59,0 Prozent. Mehrere ostdeutsche Flächenländer erreichen ebenfalls Nutzungswerte von über 60 Prozent, während viele westdeutsche Bundesländer zwischen etwa 55 und 59 Prozent liegen.

Beim Bekanntheitsgrad digitaler Gesundheitsangebote führt das E‑Rezept ebenfalls deutlich: 78,8 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern kennen es. Deutlich geringer fällt die Bekanntheit anderer digitaler Anwendungen aus: Gesundheits-Apps auf Rezept (DiGAS) sind nur 24,9 Prozent bekannt, Online-Sprechstunden 44,3 Prozent und digitale Fitness-Tracker 33,6 Prozent.

Die Nutzung digitaler Gesundheitsangebote bleibt allerdings hinter der Bekanntheit zurück: DiGAS wurden von 3,5 Prozent der Befragten aus Mecklenburg-Vorpommern genutzt, digitale Fitness-Tracker von 10,9 Prozent und Online-Sprechstunden von 4,5 Prozent.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist die Entwicklung auch vor dem Hintergrund der demografischen Lage relevant. Das Land weist mit 48,1 Jahren das zweithöchste Durchschnittsalter in Deutschland auf. Der Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren hat sich laut Demografieportal des Bundes und der Länder seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt und lag 2024 bei 28 Prozent. Mit einer älter werdenden Bevölkerung wächst der Bedarf an einer verlässlichen und wohnortnahen Arzneimittelversorgung, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder längeren Wegen zur nächsten Apotheke.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit 22,6 Apotheken je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern über eine höhere Apothekendichte als der Bundesdurchschnitt. Dennoch können Schließungen, insbesondere in ländlichen Regionen, die Erreichbarkeit und den Zugang zu persönlicher Beratung erheblich erschweren. Dementsprechend sorgen sich 45,3 Prozent der Befragten im Land um ihre persönliche Versorgung mit Medikamenten, bundesweit liegt der Anteil bei 38,5 Prozent. Digitale Anwendungen wie das E‑Rezept können Wege und Abläufe erleichtern, doch bleibt die Apotheke vor Ort zentral für die persönliche Beratung, kurzfristige Arzneimittelabgaben oder Unterstützung bei der Anwendung.

Das E‑Rezept hat das Papierrezept für gesetzlich Versicherte zum 1. Januar 2024 weitgehend abgelöst. Seitdem müssen Ärztinnen und Ärzte verschreibungspflichtige Arzneimittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich elektronisch verordnen; ausgenommen sind unter anderem Betäubungsmittel und einzelne Sonderfälle. Die Verordnung wird digital erstellt, signiert und sicher über die Telematikinfrastruktur hinterlegt – sie wird also nicht direkt auf der Gesundheitskarte gespeichert. Patientinnen und Patienten können das Rezept in der Apotheke vor Ort oder in einer online Apotheke einlösen. Das Verfahren soll den Wegfall des Papierrezepts erleichtern und die Arzneimittelversorgung digital vernetzen.

Mecklenburg-Vorpommern hat rund 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die aktuelle Landesregierung wird von einer Koalition aus SPD und Die Linke getragen, Ministerpräsidentin ist Manuela Schwesig (SPD). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld der Wahl am 20. September.
 

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Celina Weyreuther

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