03.07.2026, 09:45

DG HERA startet Pilotphase des Netzwerks „RAMP UP“ zur Krisenvorsorge

Freiwillige Partnerschaft soll Produktionskapazitäten für medizinische Gegenmaßnahmen im Gesundheitsnotfall schneller mobilisieren, Pharmaunternehmen mit passendem Portfolio können sich jetzt registrieren!
  • Produktion & Versorgung
Autor:innen
Anna Wehage, 
Andrea Schmitz
Die EU-Kommission startet über die Generaldirektion HERA (Health Emergency Preparedness and Response Authority) die Pilotphase des Netzwerks „RAMP UP“ (Rapid Agile Manufacturing Partnerships for Union Protection). Ziel ist es, die europäische Krisenvorsorge zu stärken und Produktions- sowie Lieferkapazitäten für medizinische Gegenmaßnahmen (Medical Countermeasures, MCMs) im Gesundheitsnotfall schneller verfügbar zu machen.

Mit der Pilotphase von RAMP UP (Rapid Agile Manufacturing Partnerships for Union Protection) baut die Generaldirektion HERA der Europäischen Kommission ihre Aktivitäten zur Stärkung der europäischen Gesundheitskrisenvorsorge weiter aus. Das freiwillige Netzwerk soll Unternehmen und weitere Akteure entlang der pharmazeutischen Wertschöpfungskette frühzeitig miteinander vernetzen und den Austausch mit den europäischen Behörden verbessern, um im Krisenfall Produktionskapazitäten schneller hochfahren und Lieferengpässe frühzeitig erkennen zu können.

Zum Start richtet sich die Pilotphase insbesondere an pharmazeutische Unternehmen, deren Produktportfolio Arzneimittel umfasst, die für die Versorgung mit medizinischen Gegenmaßnahmen von besonderer Bedeutung sind. Die Auswahl orientiert sich an zuvor definierten pharmakologischen Klassen. Gleichzeitig bleibt das Bewerbungsverfahren grundsätzlich für alle teilnahmeberechtigten Organisationen geöffnet.

Nach Angaben von HERA dient die Pilotphase dazu, die praktischen Abläufe des Netzwerks zu erproben und weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem Anforderungen an die Datenübermittlung, standardisierte Vorlagen sowie Verfahren für den sicheren Datenaustausch. Ziel ist es, ein praxistaugliches und verhältnismäßiges System zu etablieren, das im Krisenfall schnell aktiviert werden kann.

Für teilnehmende Unternehmen ergeben sich mehrere Vorteile. Sie erhalten einen direkten Kommunikationskanal zu HERA für Fragen rund um Produktionskapazitäten, Lieferketten und Krisenvorsorge. Darüber hinaus werden sie in das RAMP-UP-Register aufgenommen, das einen Überblick über verfügbare Produktionskapazitäten und potenzielle Engpässe innerhalb der europäischen Lieferketten ermöglichen soll.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Einbindung der Industrie in die Ausgestaltung des Netzwerks. Teilnehmer können an der Entwicklung standardisierter Datenformate, Meldeprozesse und organisatorischer Abläufe mitwirken und so die zukünftige Ausrichtung des Systems mitgestalten. Zudem eröffnet das Netzwerk über den HERA Stakeholders Hub zusätzliche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Unternehmen und Organisationen entlang der Wertschöpfungskette medizinischer Gegenmaßnahmen.

HERA weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei RAMP UP um ein Instrument der Krisenvorsorge handelt. Die Teilnahme begründet weder einen Anspruch auf zukünftige öffentliche Aufträge noch einen bevorzugten Zugang zu Beschaffungsverfahren. Vielmehr soll das Netzwerk die Koordination zwischen Behörden und Industrie verbessern und die Resilienz der europäischen Liefer- und Produktionsstrukturen erhöhen.

Teilnahmeberechtigt sind juristische Personen mit nachgewiesener Bedeutung für die Versorgung der Europäischen Union beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraums mit krisenrelevanten medizinischen Gegenmaßnahmen. Hierzu zählen unter anderem Zulassungsinhaber und Arzneimittelhersteller, Hersteller von Medizinprodukten, In-vitro-Diagnostika und persönlicher Schutzausrüstung, Auftragsentwicklungs- und Auftragsfertigungsunternehmen (CDMOs und CMOs), Hersteller und Lieferanten von Wirkstoffen, Ausgangsstoffen und Zwischenprodukten sowie Unternehmen mit innovativen Fertigungstechnologien.

Interessierte Organisationen können sich über den HERA Stakeholders Hub registrieren und anschließend den Bewerbungsprozess einschließlich der Eignungsprüfung durchlaufen. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt die Aufnahme in das Netzwerk im Rahmen eines gesonderten Onboarding-Prozesses.

So bewerben Sie sich

  1. Registrieren Sie Ihre Organisation auf dem HERA Stakeholders Hub (falls dies noch nicht erfolgt ist).
  2. Füllen Sie das RAMP UP-Bewerbungsformular einschließlich der Prüfung der Teilnahmeberechtigung aus.
  3. Onboarding: Sobald DG HERA Ihre Teilnahmeberechtigung geprüft und bestätigt hat, erhalten Sie im Rahmen eines Ad-hoc-Onboarding-Termins weitere Informationen.

Sollten Sie unsicher sein, ob Ihr Portfolio für die erste Phase geeignet ist, wenden Sie sich bitte direkt an das RAMP UP-Team unter HERA-RAMP-UP@ec.europa.eu.

Ihr Kontakt

Anna Wehage

Referentin nationale und europäische Gesetzgebung / Internationales / Fälschungsschutz

Andrea Schmitz

Justiziarin, Leiterin Abteilung Recht
Rechtsanwältin, Syndikusrechtsanwältin
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