Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 13. Oktober 2026 Bilanz zum einjährigen Dialogprozess Wechseljahre gezogen und konkrete Schritte zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen in dieser Lebensphase angekündigt. Ziel ist es, bestehende Wissens- und Versorgungslücken zu schließen, die Forschung zu stärken und das Thema Wechseljahre stärker in den gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Fokus zu rücken.
Schätzungsweise neun Millionen Frauen in Deutschland befinden sich derzeit in den Wechseljahren. Obwohl es sich um eine natürliche Lebensphase handelt, können die damit verbundenen körperlichen und psychischen Beschwerden die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Defizite bei der medizinischen Versorgung, der wissenschaftlichen Datenlage und dem Zugang zu verlässlichen Informationen.
Das BMG kündigt insbesondere folgende Maßnahmen an:
Der Dialogprozess wurde im November 2025 gestartet und umfasste vier Fachgespräche zu den Themen Forschung und Daten, medizinische Versorgung, Arbeitswelt und betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Information und Aufklärung. Beteiligt waren unter anderem medizinische Fachgesellschaften, Wissenschaft, Fraueninitiativen und Sozialpartner.
Relevanz für die pharmazeutische Industrie: Die angekündigten Maßnahmen sind auch für die pharmazeutische Industrie von Bedeutung, insbesondere für Unternehmen, die Arzneimittel zur Behandlung wechseljahresbedingter Beschwerden entwickeln und herstellen. Die Förderung neuer Forschungsprojekte zur Frauengesundheit und speziell zu den Wechseljahren kann wichtige Impulse für die Erforschung von Krankheitsmechanismen, die Entwicklung und Weiterentwicklung therapeutischer Ansätze sowie mögliche Forschungskooperationen setzen. Eine verbesserte wissenschaftliche Datenlage und die stärkere Verankerung des Themas in der ärztlichen Ausbildung können zudem dazu beitragen, bestehende Versorgungslücken zu schließen, Behandlungsoptionen stärker in den Fokus zu rücken und den Zugang zu einer bedarfsgerechten Arzneimittelversorgung zu verbessern.
Mit dem Dialogprozess setzt das BMG zugleich ein gesundheitspolitisches Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um, der die Stärkung der Frauengesundheit und insbesondere die Wechseljahre ausdrücklich adressiert.
Weiterführende Informationen finden Sie im Ergebnispapier des BMG zum Dialogprozess Wechseljahre.