11.08.2026, 12:41

Arzneimittel-Krisenvorsorge: Pharma Deutschland bringt Industrieperspektive in hessischen Workshop ein

"Warme" Produktionsstätten statt reiner Bevorratung: Dr. Elmar Kroth erläutert im Workshop des hessischen Gesundheitsministeriums, wie die Arzneimittelversorgung krisenfest wird.
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Autor:innen
Nicole Westig
Versorgungssicherheit im Fokus: Beim Workshop Arzneimittel-Krisenvorsorge im hessischen Gesundheitsministerium setzte sich Pharma Deutschland für resiliente Produktionsstrukturen und eine verlässliche Arzneimittelversorgung ein.

Wie kann die Arzneimittelversorgung auch in Krisenzeiten zuverlässig sichergestellt werden? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich der Workshop „Arzneimittel-Krisenvorsorge“ im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Pharma Deutschland war dabei stark vertreten: Neben dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Dr. Elmar Kroth und der Regionalbeauftragten Nicole Westig nahm auch Dr. Ralf Mayr-Stein, Vorstandsmitglied des Landesverbands Mitte, an der Veranstaltung teil.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Herausforderungen einer resilienten Arzneimittelversorgung angesichts geopolitischer Spannungen, internationaler Lieferkettenrisiken und möglicher lokaler Krisenszenarien, etwa durch Stromausfälle oder Naturereignisse. Vertreterinnen und Vertreter aus Apotheken, Arzneimittelgroßhandel und Bundeswehr beleuchteten dabei unterschiedliche Perspektiven auf die Versorgungssicherheit im Krisenfall.

Für Pharma Deutschland machte Dr. Elmar Kroth deutlich, dass Krisenvorsorge nicht allein über eine stärkere Bevorratung von Arzneimitteln erreicht werden kann. Entscheidend sei vielmehr die Frage, welche Produktionskapazitäten im Ernstfall kurzfristig verfügbar gemacht werden können. Aus Sicht der pharmazeutischen Industrie brauche es dafür eine Struktur sogenannter „warmer Produktionsstätten“: Produktionsanlagen, die im Krisenfall schnell hochgefahren werden können, um dringend benötigte Arzneimittel und Medizinprodukte herzustellen.

Dabei verwies Kroth auch auf das oft unterschätzte Potenzial von Lohnherstellern, die einen wichtigen Beitrag leisten könnten, um Produktionskapazitäten flexibel zu erweitern. Wichtig seien zudem flexiblere rechtliche Regelungen im Krisenfall wie zum Beispiel der Verzicht auf die deutschsprachige Packungsbeilage oder Einzelverblisterung. 

Der Workshop machte deutlich: Eine krisenfeste Arzneimittelversorgung erfordert das Zusammenspiel aller Beteiligten entlang der Versorgungskette. Pharma Deutschland wird sich weiterhin aktiv in die Diskussion einbringen und seine Expertise für tragfähige und praxisnahe Lösungen zur Stärkung der Krisenresilienz einbringen.

 

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Nicole Westig

Regionalbeauftragte Mitte & West
Landesverbände Nordrhein-Westfalen & Mitte
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