Eine aktuelle Civey-Umfrage für den Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland ergab, dass 83,7 Prozent der Befragten in Sachsen-Anhalt mit der Apothekenversorgung zufrieden sind. Diese Zufriedenheit ist im Vergleich zum Vorjahr (rund 80 Prozent) gewachsen und spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der gesundheitspolitischen Herausforderungen wider: Lediglich 2,3 Prozent der Befragten sehen die Apothekenversorgung in Sachsen-Anhalt als problematischen Versorgungsbereich an. Auch dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Prozent) verbessert. Damit belegt Sachsen-Anhalt im deutschlandweiten Vergleich den zweiten Platz hinter Hamburg (1,6 Prozent).
Die negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit einem Apothekenbesuch fallen im Vergleich zu den Ergebnissen aus anderen Bundesländern in Sachsen-Anhalt ebenfalls niedriger aus: 44,4 Prozent der Befragten haben im letzten halben Jahr die Erfahrung gemacht, ein gewünschtes Medikament in der Apotheke nicht erhalten zu haben. Lediglich Bremen, Hamburg und Bayern verzeichnen niedrigere Werte. Das spricht insgesamt für eine hohe Verlässlichkeit der Apotheken.
Trotz der hohen Zufriedenheit mit der Apothekenversorgung in der Bevölkerung, ist Sachsen-Anhalt vom Apothekenrückgang nicht ausgenommen. Laut dem Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt gab es im Jahr 2024 im Bundesland 504 Apotheken (Niederlassungen) – 2014 waren es noch 591. Die verbliebenen Apotheken verteilen sich vor allem auf die Städte. Absolut gab es die meisten Standorte in Halle (Saale) mit 65 Apotheken, gefolgt von der Landeshauptstadt Magdeburg mit 60. Gleichzeitig gibt es in 85 Gemeinden Sachsen-Anhalts gar keine Apotheke mehr.
Die Zukunft der Apothekenversorgung ist längst Teil der politischen Diskussion. In den Wahlprogrammen zur Landtagswahl am 6. September nimmt eine gute Gesundheitsinfrastruktur und die Rolle wohnortnaher Gesundheitsangebote breiten Raum ein. Parteiübergreifend ist es Ziel, die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern, wirtschaftliche Schließungen zu vermeiden und die Apotheken als Bestandteil eines verlässlichen Gesundheitsnetzes zu erhalten.
Vor diesem Hintergrund ist die jüngst verabschiedete Apothekenreform ein wichtiger Rahmen für die kommenden Jahre. Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ist seit dem 2. Juli 2026 in Kraft und zielt darauf, insbesondere kleinere und ländliche Apotheken zu stärken. Vorgesehen sind unter anderem der Abbau bürokratischer Hürden, die Ausweitung von Gesundheitsleistungen in Apotheken – etwa durch erweiterte Impf- und Testangebote für bestimmte Erreger – sowie eine stärkere Verankerung von Prävention und Früherkennung.
In den letzten Jahren hat die Zahl der Apotheken bundesweit abgenommen. Besonders dort, wo die Gesundheitsinfrastruktur ohnehin dünn ist und Hausarztpraxen als größte Herausforderung gelten, kommt den Apotheken eine Schlüsselrolle zu: Sie bilden einen niedrigschwelligen Zugang zum Gesundheitswesen, beraten, prüfen Wechselwirkungen, helfen bei der sicheren Anwendung von Medikamenten und fangen Versorgungsengpässe ab.
In Sachsen-Anhalt leben rund 2,1 Millionen Menschen. Die aktuelle Landesregierung wird von CDU, SPD und FDP getragen. Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU). Die nächste Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Sachsen-Anhalt vor der Wahl am 6. September.