Laut dem Pharma Deutschland Gesundheitsmonitor sehen Berlinerinnen und Berliner die größten Probleme in der psychischen Gesundheitsversorgung (39,9 Prozent) gesehen. Dahinter folgen dicht die hausärztliche Versorgung (37,9 Prozent) und an dritter Stelle die Facharztversorgung (35,8 Prozent). Deutlich seltener werden die Krankenhausversorgung (18,2 Prozent) und die Kinder- und Jugendmedizin (17,1 Prozent) als Problem genannt. Die geringsten Sorgen bestehen bei der Apothekenversorgung (5,1 Prozent).
*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Berlin
*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Deutschland
Die Einschätzungen zur psychischen, fachärztlichen, kinder- und jugendmedizinischen sowie zur Apothekenversorgung entsprechen in Berlin weitgehend dem Bundesdurchschnitt. Die Sorgen um die hausärztliche Versorgung sind bei den Befragten etwas niedriger als bundesweit (41,6 Prozent) und deutlich weniger kritisch fällt zudem die Bewertung der Krankenhausversorgung aus – hier sehen die Berlinerinnen und Berliner deutlich weniger Probleme als im Bundesdurchschnitt (29,7 Prozent). Auffällig ist jedoch, dass Berlin den wenigen Bundesländern gehört, in denen die psychische Versorgung als größere Herausforderung wahrgenommen wird als die hausärztliche Versorgung.
66 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sagen, dass es in ihrer Wohnumgebung ausreichend Ärztinnen und Ärzte gibt. Das liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 52 Prozent - damit erreicht Berlin den zweithöchsten Wert im Ländervergleich nach Hamburg. Dennoch geben 45 Prozent an, in den letzten zwölf Monaten Schwierigkeiten gehabt zu haben, einen Arzttermin zu erhalten. Damit liegt Berlin genau im Bundesdurchschnitt.
Die Versorgungslage ist innerhalb Berlins jedoch differenziert. Während die Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte auf eine insgesamt gute Versorgungssituation hindeutet, gelten die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg als unterversorgt. Zudem wird gerade für Treptow-Köpenick und Lichtenberg in den kommenden Jahren ein besonders starkes Bevölkerungswachstum erwartet. Damit steigt der Druck auf die medizinische Versorgung ausgerechnet in den Bezirken, die bereits heute vor besonderen Herausforderungen stehen.
Berlin ist als Metropole und Universitätsstadt weiterhin attraktiv für junge Menschen und medizinischen Nachwuchs, doch auch in der Hauptstadt wird die Bevölkerung zunehmend älter. Mit dieser Entwicklung wächst auch der medizinische Versorgungsbedarf. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren viele Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen. Die Herausforderung besteht deshalb weniger in einer stadtweiten Unterversorgung als darin, ausreichend Praxen und ärztliche Arbeitszeit in den wachsenden und alternden Außenbezirken bereitzustellen.
Berlin hat rund 3,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit das am dichtesten besiedelte Bundesland Deutschlands. Die aktuelle Landesregierung besteht aus CDU und SPD, Regierender Bürgermeister ist Kai Wegner (CDU). Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September.